Hallo an alle!
Konzept und Position der Selbstliebe in verschiedensten Religionen - das würd mich brennend interessieren.
Barbara
Hallo an alle!
Konzept und Position der Selbstliebe in verschiedensten Religionen - das würd mich brennend interessieren.
Barbara
Hallo Barbara
…dir sicher schon bekannt:
„…du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst…“ (AT/3.Mose19,18)
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…dir sicher schon bekannt:
„…du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst…“
(AT/3.Mose19,18)
Genaugenommen heißt diese Stelle:
Du sollst deinen Nächsten lieben - er ist wie Du!
Siehe Buber-Rosenzweig Übersetzung
viele Grüsse
Iris
Hallo Iris,
„…du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst…“
(AT/3.Mose19,18)Genaugenommen heißt diese Stelle:
Du sollst deinen Nächsten lieben - er ist wie Du!
Siehe Buber-Rosenzweig Übersetzung
interessant, welche Ausgabe ist das?
Bei mir steht:
„Halte lieb deinen Genossen, dir gleich.“
(Martin Buber,1987 / ER rief 19,18)
außerdem gefunden:
„Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der Ewige.“
(Naftali Herz Tur-Sinai,1993 / Wajjirka - Priestertum 19,18)
Das Vergleichen von verschiedenen Übersetzungen ist wirklich hilfreich, um dem Grundgedanken einer Aussage näherzukommen.
Gruss Harald
Hallo Harald, Iris,
manchmal nützt es auch, das ‚Orginal‘ zu lesen. Dort steht nur (wörtlich): „Liebe Nachbar-Deinen Er-Du Ich G’tt“. Dadurch ergibt sich meine Übersetzung: „Liebe Deinen Nachbarn, er ist wie Du, ich bin G’tt“.
Aber von Selbstliebe steht an dieser Stelle zumindest nichts 
Schalom,
Eli
Hallo beisammen,
und in ein verstehbares Deutsch gebracht heisst es dann: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. Ich bin Jehova(Neue Welt Übersetzung)
gruss alex(ZJ)
Hallo Eli,
manchmal nützt es auch, das ‚Orginal‘ zu lesen.
das würde ich gerne tun, kann aber leider kein hebräisch.
Vielen Dank, dass Du uns hier aushilfst.
Dort steht nur
(wörtlich): „Liebe Nachbar-Deinen Er-Du Ich G’tt“.
Dadurch ergibt sich meine Übersetzung: „Liebe Deinen Nachbarn,
er ist wie Du, ich bin G’tt“.Aber von Selbstliebe steht an dieser Stelle zumindest nichts
-)
Nicht wörtlich, aber aus der Gegenüberstellung Er-Du, und der Aufforderung, ihn zu lieben, kann man doch schließen, dass ich mich auch selber lieben soll/darf.
Schalom
Harald
apropos „lieben“:
ob wir nun von Feindesliebe, Nächstenliebe oder Nachbarsliebe/ Volksliebe reden, interessant und wesentlich ist, dass mit „Liebe“ aus damaliger, alttestamentlich-biblischer Sicht primär keine Gefühle/Empfindungen oder Selbstlosigkeit gemeint ist, sondern eine praktische, konkrete TATEN-Liebe.
Es geht nicht darum innerliche überschwängliche Gefühle hervorzubringen, sondern Liebestaten zu erweisen, jemandem Liebe a n z u t u n, real, konkret und handelnd. Kurz: keine Liebestheorien sondern Liebespraxis (Trost, Almosen, Brot teilen u.a.)
Shalom und Gruss: Lini
Hallo an alle!
Ich find die Diskussion bis jetzt sehr interessant.
Gibt es vielleicht auch jemand, der - mehr oder weniger genau - auch was über Selbstliebe in anderen Religionen als dem Judentum und den diversen Formen des Christentums weiß? Mich interessiert das wirklich!
Barbara
Buddhismus
Zentral im alten Buddhismus, Theravada-Buddhismus, ist die Lehre vom Anata, vom Nicht-Selbst, Nicht-Ich, Nicht-Ewigen:
Radikales Loslassen jeder Beziehung, zu nichts mehr in Beziehung stehen, Aufhören des Ich-Empfindens, Erlöschen des Realitätsgefühls…
Selbstliebe bedeutet da also Hängen, Gier und Beziehung und steht dem Ziel demnach im Wege…
Gruss: Lini
Hallo!
Bedeutet das also, ±, daß Egoismus und Selbstliebe im Buddhismus nicht als zwei verschiedene Konzepte vorhanden sind?
Gruß,
Barbara
volle Zustimmung (o.T.)
.
Hallo!
Bedeutet das also, ±, daß Egoismus und Selbstliebe im
Buddhismus nicht als zwei verschiedene Konzepte vorhanden
sind?
Ich denke, dass sich diese Frage im Buddhismus so gar nicht stellt. Es geht primär hierbei nicht um ein moralisch-ethisches System, sprich:Beziehung, sondern um die Loslösung davon. Hauptsache keine Bindung mehr. Insofern sind Egoismus und Selbstliebe nicht dasselbe, doch ist dieser Unterschied wohl irrelevant.
Gruss:Lini
Hallo
Zum Thema „Selbstliebe-Nächstenliebe“ im Buddhismus möchte ich noch auf das Bodhisattva-Ideal hinweisen.
Ein Bodhisattva ist jemand, der gelobt hat, zum Wohle aller Wesen Erleuchtung zu erlangen. Er betrachtet Erleuchtung nicht als ein persönliches Ziel, sondern als eine Grundlage, von der aus er anderen helfen kann. „Dabei handelt es sich jedoch nicht um blos weltlichen Altruismus, nicht nur um das Vermögen, sich aufgrund einer gesunden Selbstliebe auch in andere einzufühlen. …sein Erbarmen geht weit darüber hinaus. Der Bodhisattva unterscheidet nicht mehr zwischen sich und anderen. Er hat die Subjekt-Objekt-Spaltung in einem solchen Grade durchschaut, dass er die Leiden der anderen so stechend spürt, als seien es seine eigenen. Ihm geht es nur darum, Leiden zu beseitigen; wessen Leiden es ist, kümmert ihn nicht.“
Und weiter: " Obgleich er die Leiden eines jeden Wesens empfindet, als wären es die eigenen, bleibt er doch geborgen im höchsten Gleichmut transzendenter Verwirklichung. Obwohl er ohne Unterlaß aus unerschöplichem Erbarmen wirkt, empfindet er seine Arbeit doch als heiteres Spiel. Er gelobt, von diesem Spiel nicht eher abzulassen, bevor auch dem letzten Wesen dazu verholfen wurde, über sein Leiden hinauszuwachsen". (aus Alex Kennedy: Was ist Buddhismus).
Ich hoffe, das hat jetzt irgendwer verstanden, aber besser kann ichs auch nicht erklären *g*
Gruss
Marion
danke Marion,
eine hervorragende Erklärung.
Grüße
Raimund