Hallo Branden,
Wieso metaphorisch? Das sind ganz konkrete Beobachtungen.
nein, das sehe ich anders. Es sind keine Beobachtungen, sondern Interpolationen, also aus einzelnen Beobachtungen gschlossene Regeln, die aber keine Beweiskraft haben, weil sie im Falle des deduktiven Schließens unverbindlich für den Einzelfall sind.
Verstehe nicht ganz, was Du meinst, Thomas.
Empirie beinhalte die Widerholung im Experiment, und die ist hier nicht möglich.
Vielleicht ziehe ich auch deshalb die naturwissenschaftliche
Herangehensweise der Philosophie vor, weil erstere erst einmal
eine Weile zuschaut und beobachtet und sich dann
gegebenenfalls Zusammenhzänge aus dem Beobachteten
zusammenstellt, anstatt sich irgendetwas auszudenken.
Genau das tut ja die Psychoanalyse, die du vertrittst. Sie tut es freilich nicht so pejorativ, wie du es darstellst, sie denkt sich nicht irgendetwas aus, sondern sie interpretiert. Das aber ist ein Gegensatz zu dem was Comte und mit ihm die Naturwissenschaft seitdem als Ideal vorantreibt.
Mir fällt ja auch z.B. etwas erst auf, wenn ich es wiederholt
an Patienten beobachte und wiederholt auftretende
Zusammenhänge erkenne. Das alles ist so „natürlich“
(„Naturwissenschft“!), dass ich da glücklicherweise überhaupt
nicht auf eine Ebene wie Positivismus oder Dialektik oder
kritische Theorie ausweichen muss.
Du verstehst mich falsch. Ich wollte nicht auf Adorno rekurrieren, sondern gerade im Gegenteil auf Popper. Naturwissenschaft geht zwar induktiv vor, aber das ist nicht das entscheidende Merkmal, wenn es um naturwissenschaftliche Gesetzlichkeit geht, sondern dazu muss man deduktiv vorgehen - und gerade das ist beim Dreistadiengesetz wie auch bei der Psychoanalyse nicht der Fall. Daher ist das Dreistadiengesetz unangemessen, wenn es als Bestätigung der Naturwissenschaft herhalten soll.
Herzliche Grüße
Thomas
