Hallo,
Streit zwischen Religion und Wissenschaft eingefallen:
Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keinen Grund zum Streit.
Der Streit entsteht meiner Erfahrung nach dadurch, dass
„religiöse“ Menschen aus welchen Gründen auch immer Aussagen
im Bereich der Wissenschaften machen, denen man sehr genau
anmerkt, dass sie aus einschlägigen „christlichen“ Bücher
angelesen worden sind.
Ich darf mich doch kurz einmischen, ja?. ‚DIE wissenschafliche Sicht‘ gibt es sowieso nicht. Als Physiker hast Du vielleicht den Begriff ‚Naturwissenschaft‘ gepachtet, aber mitnichten den Begriff ‚Wissenschaft‘.
Das passt ziemlich gut zu dem, was ich im unteren Thread über die Apperzeption gesagt habe. Du formulierst ein Urteil aufgrund Deiner Erfahrung (das Autoritätenzitat schlechthin…) im Umgang mit einer klar definierten Zahl an Individuen, die dann noch Deiner Ansichtnach die falsche Literatur gelesen haben. Fragt sich da noch einer warum plötzlich alle auf den Rechtfertigungszug aufspringen? Wohl kaum…
Ich kann anhand Deiner Posts weiter unten, feststellen, dass Du von der Geschichte Deiner eigenen Disziplin, nämlich der Wissenschaft, deren Exponent Du sein möchtest, keine Ahnung hast. Von der Wissenschafttheorie reden wir gar nicht erst. Wie wäre es Dir denn ansonsten möglich, vor Philosophie ein „(Nicht-)“ zu setzen?
Geht man auf das Fundament zurück, ist ‚Wissenschaft‘ nichts weiter als eine Etikette für eine Methode des Wissenserwerbs. Diese Methode wird innerhalb vorher festgelegten thematischen Umgebungen und mithilfe von Kategorien angewandt um Theorien zu formulieren (innerhalb der vorher umrissenen Umgebung).
Dieses Fundament jeglicher Wissenschaft haben nicht die Physiker gepachtet und auch nicht formuliert: Philosophen gabs schon vor den Physikern, oder zumindest waren die Denker in den Anfängen der Ideengeschichte immer beides. Dass Francis Bacon (der die Grundlagen des wissenschaftlichen Testsformuliert hat) ein Philosoph war, scheint Dir auch entgangen zu sein.
Sophistische Frage am Rande: War Bacon jetzt ein Wissenschaftler oder ein Philosoph? Und was ist mit Albertus Magnus? Wer Traktate über die Wolken und die Petrologie schreibt, ist doch kein Philosoph, oder? /Sophismus aus/
Das ist alles korrekt.
Aber es stellt für Wissenschaftler nicht das geringste Problem
dar.
Das ist quasi eine der Wissenschaft innewohnende Eigenschaft.
Und damit offenbarst Du, dass Du im weiten Feld der Wissenschaftler ein Positivist bist. Anders komme ich nicht von Ostlandreiters Beispiel zu dieser Formulierung. Nur wenn ich von einem objektiven Ist-Zustand der Welt ausgehe und davon, dass eine stetige Verbesserung der Methode, ein besseres Bild der Welt liefert, kann ich Obiges erst formulieren. Dass nicht jeder Wissenschaftler vom positivistischen Weltbild ausgeht, verschweigst Du. Oder aber es entzieht sich Deiner Weitsicht. Gehört halt auch in die olle Schublade der Geschichte Deiner Disziplin…
Zum Problem wird es lediglich für jene Leute, die das Ganze
nicht verstanden haben
Deiner Meinung nach. Was ist ‚das Ganze‘ denn? Die Definition von ‚Wissenschaft‘? Es lässt sich doch darüber streiten, wer hier was nicht verstanden hat…
und gemäss „Ex Falso Quod Libet“ zu solchen haarsträubenden Aussagen kommen
Und hier müsstest Du erstmal erklären, was das Falsche sei. Da ich weder im vorherigen Post, noch in diesem hier, eine logische Beweisführung gesehen habe, dürftest Du als ‚Wissenschaftler‘ diese Wendung gar nicht benutzen. Sie stammt aus der Philosophie… einer ‚un-wissenschaftlichen‘ Disziplin. /sarkasmus off/
Soviel ‚natruwissenschaftlichen Ungeist‘ [Zitat Annemarie Pieper] hab ich schon lang nicht mehr gesehen…
Grüsse
Y.-