Religion - Wissenschaft

Nach der vorherigen Diskussion ist mir folgender Vergleich für den Streit zwischen Religion und Wissenschaft eingefallen:

Wenn nach dem ältesten Menschen der Welt gesucht wird, dann gibt es das Problem, daß nicht alle Leute der Welt den „Suchenden“ bekannt sind und daß außderdem nicht alle eine Geburtsurkunde haben. Also wird der älteste Mensch, den man ermitteln konnte und von dem es einen Altersnachweis gibt, zum ältesten erklärt.
Ob es aber wirklich der älteste Mensch ist, kann weder be- noch widerlegt werden.

Hi,

Nach der vorherigen Diskussion ist mir folgender Vergleich für
den Streit zwischen Religion und Wissenschaft eingefallen:

Aaalso:
Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keinen Grund zum Streit.
Der Streit entsteht meiner Erfahrung nach dadurch, dass „religiöse“ Menschen aus welchen Gründen auch immer Aussagen im Bereich der Wissenschaften machen, denen man sehr genau anmerkt, dass sie aus einschlägigen „christlichen“ Bücher angelesen worden sind.

Wenn nach dem ältesten Menschen der Welt gesucht wird, dann
gibt es das Problem, daß nicht alle Leute der Welt den
„Suchenden“ bekannt sind und daß außderdem nicht alle eine
Geburtsurkunde haben. Also wird der älteste Mensch, den man
ermitteln konnte und von dem es einen Altersnachweis gibt, zum
ältesten erklärt.
Ob es aber wirklich der älteste Mensch ist, kann weder be-
noch widerlegt werden.

Das ist alles korrekt.
Aber es stellt für Wissenschaftler nicht das geringste Problem dar.
Das ist quasi eine der Wissenschaft innewohnende Eigenschaft.
Zum Problem wird es lediglich für jene Leute, die das Ganze nicht verstanden haben und gemäss „Ex Falso Quod Libet“
zu solchen haarsträubenden Aussagen kommen wie Beat im vorigen Posting.
Gruss,

Hallo,

Streit zwischen Religion und Wissenschaft eingefallen:

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keinen Grund zum Streit.
Der Streit entsteht meiner Erfahrung nach dadurch, dass
„religiöse“ Menschen aus welchen Gründen auch immer Aussagen
im Bereich der Wissenschaften machen, denen man sehr genau
anmerkt, dass sie aus einschlägigen „christlichen“ Bücher
angelesen worden sind.

Ich darf mich doch kurz einmischen, ja?. ‚DIE wissenschafliche Sicht‘ gibt es sowieso nicht. Als Physiker hast Du vielleicht den Begriff ‚Naturwissenschaft‘ gepachtet, aber mitnichten den Begriff ‚Wissenschaft‘.
Das passt ziemlich gut zu dem, was ich im unteren Thread über die Apperzeption gesagt habe. Du formulierst ein Urteil aufgrund Deiner Erfahrung (das Autoritätenzitat schlechthin…) im Umgang mit einer klar definierten Zahl an Individuen, die dann noch Deiner Ansichtnach die falsche Literatur gelesen haben. Fragt sich da noch einer warum plötzlich alle auf den Rechtfertigungszug aufspringen? Wohl kaum…

Ich kann anhand Deiner Posts weiter unten, feststellen, dass Du von der Geschichte Deiner eigenen Disziplin, nämlich der Wissenschaft, deren Exponent Du sein möchtest, keine Ahnung hast. Von der Wissenschafttheorie reden wir gar nicht erst. Wie wäre es Dir denn ansonsten möglich, vor Philosophie ein „(Nicht-)“ zu setzen?

Geht man auf das Fundament zurück, ist ‚Wissenschaft‘ nichts weiter als eine Etikette für eine Methode des Wissenserwerbs. Diese Methode wird innerhalb vorher festgelegten thematischen Umgebungen und mithilfe von Kategorien angewandt um Theorien zu formulieren (innerhalb der vorher umrissenen Umgebung).
Dieses Fundament jeglicher Wissenschaft haben nicht die Physiker gepachtet und auch nicht formuliert: Philosophen gabs schon vor den Physikern, oder zumindest waren die Denker in den Anfängen der Ideengeschichte immer beides. Dass Francis Bacon (der die Grundlagen des wissenschaftlichen Testsformuliert hat) ein Philosoph war, scheint Dir auch entgangen zu sein.
Sophistische Frage am Rande: War Bacon jetzt ein Wissenschaftler oder ein Philosoph? Und was ist mit Albertus Magnus? Wer Traktate über die Wolken und die Petrologie schreibt, ist doch kein Philosoph, oder? /Sophismus aus/

Das ist alles korrekt.
Aber es stellt für Wissenschaftler nicht das geringste Problem
dar.
Das ist quasi eine der Wissenschaft innewohnende Eigenschaft.

Und damit offenbarst Du, dass Du im weiten Feld der Wissenschaftler ein Positivist bist. Anders komme ich nicht von Ostlandreiters Beispiel zu dieser Formulierung. Nur wenn ich von einem objektiven Ist-Zustand der Welt ausgehe und davon, dass eine stetige Verbesserung der Methode, ein besseres Bild der Welt liefert, kann ich Obiges erst formulieren. Dass nicht jeder Wissenschaftler vom positivistischen Weltbild ausgeht, verschweigst Du. Oder aber es entzieht sich Deiner Weitsicht. Gehört halt auch in die olle Schublade der Geschichte Deiner Disziplin…

Zum Problem wird es lediglich für jene Leute, die das Ganze
nicht verstanden haben

Deiner Meinung nach. Was ist ‚das Ganze‘ denn? Die Definition von ‚Wissenschaft‘? Es lässt sich doch darüber streiten, wer hier was nicht verstanden hat…

und gemäss „Ex Falso Quod Libet“ zu solchen haarsträubenden Aussagen kommen

Und hier müsstest Du erstmal erklären, was das Falsche sei. Da ich weder im vorherigen Post, noch in diesem hier, eine logische Beweisführung gesehen habe, dürftest Du als ‚Wissenschaftler‘ diese Wendung gar nicht benutzen. Sie stammt aus der Philosophie… einer ‚un-wissenschaftlichen‘ Disziplin. /sarkasmus off/

Soviel ‚natruwissenschaftlichen Ungeist‘ [Zitat Annemarie Pieper] hab ich schon lang nicht mehr gesehen…

Grüsse

Y.-

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Hallo,

auch dazu muß ich gleich einmal meinen Senf beitragen.

Nach der vorherigen Diskussion ist mir folgender Vergleich für
den Streit zwischen Religion und Wissenschaft eingefallen:

Es gibt meiner Meinung nach keinen anderen Grund für diesen permanenten „Streit“ als den Streit um´s liebe „Geld“.
Wenn z.B. einige „Wissenschafter“ sich einbilden, sie müßten auf den Mars hinauf fahren, weil das so lustig ist, dann können sie das nur, indem sie der übrigen Bevölkerung zwangsweise die Geldmittel dafür abnehmen.
Und wenn auf der anderen Seite einige Kirchenvertreter ihre Prunkbauten und Ländereien weiter so erhalten wollen, dann geht das ebenfalls nur so.
Und so einfach ist m.E. der Grund für diesen „Streit“ erklärbar.
Grüße
Gert

Hallo Ostlandreiter
Zeitlich gesehen kann man in der Menscheitsgeschichte eine Abfolge sehen:
1.Magisches Denken, Animismus
2.Religionen
3.Philosophien und Naturwissenschaften

Natürlich gibt es heutzutage auch noch die unter 1. und 2. aufgeführten, aber ich persönlich würde da schon eine menschliche Entwicklung in der Abfolge sehen.

Gruß,
Branden

Hi,

manche zahlen ja auch freiwillig. Ich beispielsweise würde durchaus ein
Scherflein für eine Marsmission beitragen. Für Religiöses allerdings nix.

Gruß vom T.

Hallo Helge,

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keinen Grund zum Streit.

das freut mich zu hören.

Der Streit entsteht meiner Erfahrung nach dadurch, dass
„religiöse“ Menschen aus welchen Gründen auch immer Aussagen
im Bereich der Wissenschaften machen, denen man sehr genau
anmerkt, dass sie aus einschlägigen „christlichen“ Bücher
angelesen worden sind.

Ich kenne leider noch einen anderen Ursprung des Streites:
Wissenschafter bezeichnen Gläubige von vornherein als naiv und dumm.
Und sie lehnen sich auf das Dogma: „Es gibt keinen Gott“, obwohl sie immer betonen, dass ihnen Dogmen zuwider sind.

Wenn aber Gläubige ein Erlebnis hatten, eine Erfahrung gemacht haben, die sich nicht wissenschaftlich erklären läßt, kannst Du ihnen das nicht ausreden. Das ist so, als würdest Du einem Buschmann, der ein Flugzeug gesehen hat, sagen: „Unsinn, Metall kann nicht fliegen.“ Und zum Beweis dafür läßt Du ihm einen Hammer auf den Zeh fallen :wink:

Ich hab da gelesen, dass einem User empfohlen wurde: „Schuster bleib bei deinem Leisten“. Das möchte ich an dieser Stelle gerne den Wissenschaftern zurückgeben.

Gruss Harald

Hallo Ostlandreiter
Zeitlich gesehen kann man in der Menscheitsgeschichte eine
Abfolge sehen:
1.Magisches Denken, Animismus
2.Religionen
3.Philosophien und Naturwissenschaften

Natürlich gibt es heutzutage auch noch die unter 1. und 2.
aufgeführten, aber ich persönlich würde da schon eine
menschliche Entwicklung in der Abfolge sehen.

Hallo,

du glaubst also, dass Naturwissenschaften bei früheren Menschen nicht vorhanden waren? Hmm, aber wenn Naturwissenschaft das Trial and Error (mit ein paar Verfeinerungen) ist, dann besitzen diverse Tierarten die Fähigkeit dazu, während sie doch nicht sichtbar an Religionen glauben. Ich glaube nicht, dass Naturwissenschaften von einer besonderen Weiterentwicklung zeugen. Bei Philosophie würde ich dir übrigens zustimmen.

Gruss, Omar Abo-Namous

du glaubst also, dass Naturwissenschaften bei früheren
Menschen nicht vorhanden waren? Hmm, aber wenn
Naturwissenschaft das Trial and Error (mit ein paar
Verfeinerungen) ist, dann besitzen diverse Tierarten die
Fähigkeit dazu, während sie doch nicht sichtbar an Religionen
glauben. Ich glaube nicht, dass Naturwissenschaften von einer
besonderen Weiterentwicklung zeugen. Bei Philosophie würde ich
dir übrigens zustimmen.

Es geht mir nicht um Technik (oder trial and error Versuche), Omar, sondern um eine Art systemisches Denken, wie es z.B. Darwin mit dem Entwurf der Evolutionstheorie, Einstein mit der Relativitätstheorie oder Freud mit der Psychoanalyse gemacht hat. Das NATURWISSENSCHAFTLICHE DENKEN unterscheidet sich fundamental von religiösem oder magischenm Denken. Ich würde evtl. sogar dieses naturwiss. Denken entwicklungsmäßig noch NACH der Philosophie in die Abfolge bringen, habe aber gezögert, das zu tun, vielleicht aus Respekt vor den Philosophen, auch denen neuerer Zeit.
Gruß, Branden

Dreistadiengesetz
Hallo Branden,

Zeitlich gesehen kann man in der Menscheitsgeschichte eine
Abfolge sehen:
1.Magisches Denken, Animismus
2.Religionen
3.Philosophien und Naturwissenschaften

das Dreistadiengesetz stammt von Auguste Comte, also aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist aus der Sicht des Positivismus gesehen durch den Positivismus natürlich auch erfüllt. Aber meinst du wirklich, dass das „Gesetz“ im 20. Jahrhundert über die Formulierung eines Ideals hinaus noch als erfüllt angesehen werden kann. Gerade die Psychologie hat doch durch die Entdeckung der Suggestivität z. B. gezeigt, dass die Erklärungsversuche durch Ursachen im positivisisch-naturwissenschaftlichen Sinn gerade da an eine Grenze stößt, wo man den Begriff der Ursache zum Prinzip macht.

Ich sehe im Dreistadiengesetz ein Ideal der beginnenden naturwissenschaftlichen Erfolge, das spätestens seit dem Jahr 1900 (Psychoanalyse, Phänomenologie, Quantentheorie) nicht mehr in dieser Klarheit vertreten werden kann. Das heißt nicht, dass das „Gesetz“ als Ideal nicht sinnvoll wäre, aber es bedeutet, dass es prinzipiell unerfüllbar ist.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Auch Hi,

manche zahlen ja auch freiwillig. Ich beispielsweise würde
durchaus ein
Scherflein für eine Marsmission beitragen. Für Religiöses
allerdings nix.

Bestens auf den Punkt gebracht: Jeder entscheidet diesbezüglich auf der Grundlage des eigenen Willens. Daher: weg mit dem Zwang.
Grüße
Gert

Hallo,

darf ich hier auch noch einen Gedanken einbringen?

Könnte man die Sachlage begrifflich nicht vielleicht so ordnen?
Daß man nämlich einmal eine Feststellung, welche immer im Raum steht, korrigiert, nämlich: Es hätte eine „Weiterentwicklung“ des Menschen an sich stattgefunden. Dann kann man nämlich, wenigstens über den Zeitraum, den wir dafür einigermaßen kennen, sagen, daß das nicht der Fall gewesen sein kann.
Und wenn man das einmal korrigiert hat, dann reduziert sich diese Betrachtung auf die Feststellung, daß das, was sich über diesen Zeitraum verändert hat, die Ansichten, die von den jeweiligen Generationen vertreten wurden, waren. Wobei der Begriff „Ansicht“ nichts anderes ist, als eine Umwandlung des Begriffes „Erklärung“. Somit, daß das Einzige, was sich - wie von Branden eingebracht -, verändert hat, Erklärungsversuche waren. Eben in der Entwicklungsfolge: Mystik - Religionen - Wissenschaften.
Und weil wir diese Entwicklung ja eineindeutig so kennen, ist auf diese Weise doch nichts anderes vor sich gegangen, als die Weitergabe eines Prinzips von Generation zu Generation. Nämlich des Prinzips, endlich eine richtige Erklärung für etwas Bestimmtes finden zu wollen und zu müssen, das aber vom Anfang an bis heute immer auf der gleichen Grundlage: Die Hinterfragung der erkennbaren (sichtbaren, wahrnehmbaren, etc.) „Objekte“ dieser „Welt“ würde die Erklärung für eine ganz bestimmte Fragestellung bewerkstelligen können.
Das Prinzip dieser Ansicht hat sich daher bis heute nicht geändert (weiter entwickelt).
Daher muß dieses Prinzip falsch sein. Und zwar deshalb, weil auf dieser konstanten Grundlage aus der Ur-Frage dahinter sozusagen „ich und diese Welt, was ist das?“ die falsche Schlußfolgerung gezogen wurde: „ich“ könne nur erklärt werden, wenn ich „diese Welt“ systematisch erforsche. Bzw. während der Phase der Dogmatisierung dieser Frage durch die „Religionen“, wurde diese Fragestellung gar nicht zugelassen.
Aus einer solchen Betrachtung wäre aber auch die jetzige Phase der „wissenschaftlichen“ Vorgangsweise auf der Grundlage des gleichen falschen(!) Prinzips entstanden. Womit auch nie eine „Weiterentwicklung“ des Prinzips je stattgefunden hat.
Und dazu meine ich, daß, um tatsächlich zu einer solchen Weiterentwicklung kommen zu können, dieses Prinzip Thema der Diskussion werden muß. Also die Frage „was bin ich?“ nicht mehr als „unlösbar“ dogmatisiert werden dürfte.
Denn dieses „Dogma“ wird auch heute noch von den „Wissenschaften“ getragen und damit dessen Auflösung blockiert.
Soweit ein Gedanke dazu von meiner Seite.
Grüße
Gert

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Kein Gesetz, sondern Geschichte

das Dreistadiengesetz stammt von Auguste Comte, also aus der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist aus der Sicht des
Positivismus gesehen durch den Positivismus natürlich auch
erfüllt. Aber meinst du wirklich, dass das „Gesetz“ im 20.
Jahrhundert über die Formulierung eines Ideals hinaus noch als
erfüllt angesehen werden kann.

Für mich ist es kein Gsetz und erst recht kein Ieal. Ich sehe es so im Hinblick auf die Menscheitsgeschichte, etwa so, wie man formal Altertum, Mittelalter und Neuzeit trennte, nur hier ist es eben inhaltlich gefüllt! Mit Positivismus hat das Ganze wenig zu tun.
Du kannst in gewisser Weise diese Entwicklung der Menschheit am Einzelindividuum nochmal nachverfolgen. Ein Kind denkt in den ersten Jahren seiner Entwicklung magisch-animistisch, dann -je nach Einfluß- religiös, bis es schließlich logisch und naturwissenschaftlich anfängt, zu denken. Dies ist keine Theorie, sondern Empirie. Übrigens sehr hübsch zu lesen bei den Experinmenten/Fragen, die PIAGET den Kindern in versch. Altern stellte („DAS WELTBILD DES KINDES“).
Gruß,
Branden

Sorry, Gert, aber…
…ich weiß nicht, was Du meinst. Habe nicht verstanden, was Du sagen wolltest.
Gruß, Branden

…ich weiß nicht, was Du meinst. Habe nicht verstanden, was
Du sagen wolltest.

Na ja, das Gesagte ganz verkürzt. Die „Wissenschaften“ führen das gleiche Prinzip nur auf einer anderen Grundlage wie die „Religionen“ 1:1 weiter: Wir geben Behauptungen als Antworten vor und bestimmen die „Gesetze“.
Und so lange dieses Prinzip, egal, welche „Religion“ sich gerade wie bezeichnet, weiter beibehalten wird, ist jede menschliche „Weiterentwicklung“ in einem positiven Sinne blockiert.
Daher hat es eine solche bis heute nicht gegeben, es hat sich daran nichts verändert.
Siehe den aktuellen globalen Zustand und die weiter absehbare „Entwicklung“ daraus.
Wie vor zweitausend Jahren, wie vor tausend Jahren, wie vor hundert Jahren.
Wenn daher auch die Wissenschaften wie vorher die Religionen die Erklärungssuche für „ich“ blockieren, geht diese Keilerei vielleicht noch hundert Jahre oder mehr so weiter.
Das ist bitte keine Schuld zuweisende Feststellung, weil diese Blockierung zwar de facto, aber nicht vorsätzlich so erfolgt.
Grüße
Gert

Hi Harald,
(…)

Ich kenne leider noch einen anderen Ursprung des Streites:
Wissenschafter bezeichnen Gläubige von vornherein als naiv und
dumm.
Und sie lehnen sich auf das Dogma: „Es gibt keinen Gott“,
obwohl sie immer betonen, dass ihnen Dogmen zuwider sind.

Das ist natürlich genauso zu verurteilen.
Jetzt muss ich aber mal konkret nachfragen:
Hörst du solche Aussagen wirklich von Wissenschaftlern, oder eher von Leuten, denen der liebe Gott nichts bedeutet?
Ich habe während des gesamten Physikstudiums eine evtl. Problematik Glaube-NW nie wahrgenommen.
Und wenn es doch mal Äusserungen gab, dann darüber, dass dieser oder jener Theologe ein fragwürdiges Bild über NW hat.

Aus meiner „Kirchenzeit“ (ich bin in diesem Umfeld aufgewachsen) jedoch sind mir oft Aussagen über NW zu Ohren gekommen, die, vereinfacht formuliert, die Dummheit der betreffenden Personen offenbart haben.

Wenn aber Gläubige ein Erlebnis hatten, eine Erfahrung gemacht
haben, die sich nicht wissenschaftlich erklären läßt, kannst
Du ihnen das nicht ausreden.

Das akzeptiere ich und ich will es niemandem ausreden.

Ich hab da gelesen, dass einem User empfohlen wurde: „Schuster
bleib bei deinem Leisten“. Das möchte ich an dieser Stelle
gerne den Wissenschaftern zurückgeben.

Das war ich in einer Antwort auf Beat.
Das war wieder so ein Fall, wie ich ihn aus meiner „Kirchenzeit“ kenne.

Gruss,

1 „Gefällt mir“

Comte
Hallo Branden,

Für mich ist es kein Gsetz und erst recht kein Ieal. Ich sehe
es so im Hinblick auf die Menscheitsgeschichte, etwa so, wie
man formal Altertum, Mittelalter und Neuzeit trennte, nur hier
ist es eben inhaltlich gefüllt! Mit Positivismus hat das Ganze
wenig zu tun.

ein bisschen subjektiv, finde ich. Wenn dieses Gesetz von Comte im „Cours de philosophie positive“ erstmals aufgestellt worden ist, verstehe ich nicht, wie man behaupten kann, dass es nichts mit Positivismus zu tun hat, ohne dieses Faktum einfach zu ignorieren.

Du kannst in gewisser Weise diese Entwicklung der Menschheit
am Einzelindividuum nochmal nachverfolgen. Ein Kind denkt in
den ersten Jahren seiner Entwicklung magisch-animistisch, dann
-je nach Einfluß- religiös, bis es schließlich logisch und
naturwissenschaftlich anfängt, zu denken. Dies ist keine
Theorie, sondern Empirie. Übrigens sehr hübsch zu lesen bei
den Experinmenten/Fragen, die PIAGET den Kindern in versch.
Altern stellte („DAS WELTBILD DES KINDES“).

Auch hier spielt dieses Gesetz eine Rolle, allerdings dadurch, dass Piaget hier das von Haeckel stammende Gesetz „Phylogenese = Ontogenese“ verwendet. Ich denke, dass das metaphorisch zwar behauptet werden kann (und so hat es Piaget auch gemeint), aber dass man hier nicht von Empirie sprechen kann, ohne den Begriff der Empirie doch sehr zu verbiegen. Es wunderte mich eigentlich vor allem, dass gerade du das hier vertrittst, weil du eigentlich sonst gar nicht auf dieser Schiene denkst.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Ich denke, dass das metaphorisch zwar

behauptet werden kann (und so hat es Piaget auch gemeint),

Wieso metaphorisch? Das sind ganz konkrete Beobachtungen.

aber dass man hier nicht von Empirie sprechen kann, ohne den
Begriff der Empirie doch sehr zu verbiegen. Es wunderte mich
eigentlich vor allem, dass gerade du das hier vertrittst, weil
du eigentlich sonst gar nicht auf dieser Schiene denkst.

Verstehe nicht ganz, was Du meinst, Thomas.
Vielleicht ziehe ich auch deshalb die naturwissenschaftliche Herangehensweise der Philosophie vor, weil erstere erst einmal eine Weile zuschaut und beobachtet und sich dann gegebenenfalls Zusammenhzänge aus dem Beobachteten zusammenstellt, anstatt sich irgendetwas auszudenken.
Mir fällt ja auch z.B. etwas erst auf, wenn ich es wiederholt an Patienten beobachte und wiederholt auftretende Zusammenhänge erkenne. Das alles ist so „natürlich“ („Naturwissenschft“!), dass ich da glücklicherweise überhaupt nicht auf eine Ebene wie Positivismus oder Dialektik oder kritische Theorie ausweichen muss.
Gruß, Branden

…ich weiß nicht, was Du meinst. Habe nicht verstanden, was
Du sagen wolltest.

Na ja, das Gesagte ganz verkürzt. Die „Wissenschaften“ führen
das gleiche Prinzip nur auf einer anderen Grundlage wie die
„Religionen“ 1:1 weiter: Wir geben Behauptungen als Antworten
vor und bestimmen die „Gesetze“.

Aber eben gerade NICHT, Gert! Ich habe es schon weiter oben gerade an Thomas MIller gemailt, dass das naturwissenschaftliche Herangehen ein offenes, gleichsam „unbefangenes“ ist. Wir forschen und schauen, offen wie Krishnamurti oder Frezud oder Einstein, und dann erkennen wir plötzlich irgendwelche Zusammenhänge. Oftmals wundern wir uns wie Kinder unterm Weihnachtsbaum, weil wir etwas herausfinden, was uns überrascht.
Ich habe doch vor 20 Jahren, als ich meine Doktorarbeit beendete, auch nicht gewußt, wie das Ergebnis wird. Das ist doch das Schöne an der naturwiss. Herangehensweise, und das lassen wir uns auch von keinem Theoretiker wegnehmen.
Gruß, Branden

Jetzt muss ich aber mal konkret nachfragen:
Hörst du solche Aussagen wirklich von Wissenschaftlern, oder
eher von Leuten, denen der liebe Gott nichts bedeutet?
Ich habe während des gesamten Physikstudiums eine evtl.
Problematik Glaube-NW nie wahrgenommen.

Das kann ich in etwa bestätigen, Helge! Sternchen! Weil wahr!
Gruß, Branden