Ein Religionsfach nach deinen Vorstellungen finde ich eine
super Idee. Alle Weltreligionen vorstellen, die Idee die
hinter jeder Religion steckte und wie sie die Geschichte der
Menschheit beeinflusste und heute noch beeinflusst. Das muss
dann offen und neutral angegangen werden. Das wird es aber
wohl nie geben.
Im Prinzip gibt es das sehr wohl: Das Fach heißt LER und hat in Brandenburg den Religionsunterricht ersetzt. Abgesehen davon, daß natürlich auch hier die Lehrkraft ihren eigenen Glaubenshintergrund mitbringt gibt es noch zwei Probleme:
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Das Fach soll lediglich informieren - aber es darf nie Stellung beziehen. Und das heißt, daß es auch für die Schülerinnen und Schüler keine Reibungspunkte geben kann, an denen sie ihre eigene Meinung ausbilden können. Sie werden über Religionen und Philosophien informiert, als hätte das alles nicht viel mehr mit ihrem Leben zu tun, als mathematische Formeln oder lateinische Grammatik.
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Hinter diesem Konzept steckt letztes Endes auch eine mehr oder minder eindeutige Aussage des Staates: Aller Glauben ist gleich! Oder anders gesagt, den Kindern wird vermittelt: Ob es Gott gibt, oder ob es keinen Gott gibt, oder was auch immer, das könnt ihr euch selber ausuchen, solange ihr respektiert, daß Andere anders denken - wir halten uns da raus.
Das ist dann aber letzten Endes auch wieder eine weltanschauliche Stellungnahme und damit kein echter Gewinn gegenüber dem bisherigen Modell des konfessionellen Unterrichts. Vielleicht eher ein Haken, denn der konfessionelle Unterricht macht seine Standpunkte deutlich - der scheinbar neutrale dagegen nicht. Ob das wirklich besser ist? Ich wage es zu bezweifeln.
Gruß, Martinus…