Hallo Axel,
Deine unterschwelligen Beleidigungen bzw. die polemischen Ausführungen ändern nichts an der Tatsache, daß es in Deutschland keine Staatsreligion gibt. Wenn es Dir zu dumm ist, mit mir sachlich über das Thema zu diskutieren, dann lass es einfach und wir sind alle wieder glücklich und zufrieden.
Du hast offgensichtlich den Satz aus dem Grundgesetz nicht
verstanden. Da steht doch: RELIGIONSUNTERRICHT IST
ORDENTLICHES LEHRFACH. Und ein Lehrfach wird eben gegeben.
Punkt.
Das sehe ich anders. Jede Schule, die nicht die Bezeichnung ‚Katholische Schule XY‘ bzw. ‚Evangelische Schule XY‘ trägt, ist nach meinem Verständnis eine bekenntnisfreie Schule. Ergo hat dort Reli-Unterricht nichts zu suchen. Ich habe mal Spaßes halber ein wenig im Internet herumgestöbert und fand auf der HP des Erzbistums Freiburg Folgendes:
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Ziele des Religionsunterrichtes
Nach der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland (1974) versteht sich der katholische Religionsunterricht von folgenden Zielvorgaben her:
• Er weckt und reflektiert die Frage nach Gott , nach der Deutung der Welt, nach dem Sinn und Wert des Lebens und nach Normen für das Handeln des Menschen und ermöglicht eine Antwort aus der Offenbarung und aus dem Glauben der Kirche.
• Er macht vertraut mit der Wirklichkeit des Glaubens und der Botschaft, die ihm zugrunde liegt, und hilft, den Glauben denkend zu verantworten.
• Er befähigt zu persönlicher Entscheidung in Auseinandersetzung mit Konfessionen und Religionen, mit Weltanschauungen und Ideologien und fördert Verständnis und Toleranz gegenüber der Entscheidung anderer.
• Er motiviert zu religiösem Leben und zu verantwortlichem Handeln in Kirche und Gesellschaft.
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Die Hervorhebungen stammen von mir und selbstverständlich habe ich ausschließlich das ‚fett‘ gemacht, was an einer öffentlichen Schule nichts zu suchen hat. Ich weiß auch, daß der Reli-Unterricht auf den Druck der ‚Staatskirchen‘ (sprich: die Kirchen, die die Steuer kassieren) eingeführt wurde. Insofern ist es natürlich kein Wunder, daß gerade die Kirchen Sturm gegen die Abschaffung des Reli-Unterrichts laufen.
Wann hast Du zuletzt mit Religionsunterricht zu tun gehabt?
Vor 17 Jahren; ich bin in Deutschland nur ein Jahr zur Schule gegangen, wobei es an dieser keinen Ethik-Unterricht gab; es gab nur die Möglichkeiten katholischer bzw. evangelischer RU oder aber Freistunde. Weil ich sinnloses Herumgammeln als vertane Zeit ansehe, habe ich mich - zwar katholisch getauft, aber dennoch Atheistin - für den evangelischen Reli-Unterricht entschieden. Meine Mom, die uns in Religionsfragen niemals reingeredet hat, guckte mich bei dieser frohen Botschaft nur grinsend an und kommentierte meine Entscheidung mit ‚chaotisches Weib‘.
Es
gibt schon seit mindestens 25Jahren Alternativfächer zum
Religionsunterricht.
Das gab es - wie gesagt - an unserer Schule nicht.
Wo also ist da Dein Problem?
Ich habe keine Probleme. Ich sehe es lediglich nicht ein, daß ein Teil der Schüler Reli- und der andere Teil Ethik hat. Ethik ist meines Erachtens sinnvoller, weil es konfessionsübergreifend ist und jeder etwas damit anfangen kann.
Wer sagt denn überhaupt, daß sonstige Fächer stressig sind?
Dazu sag’ ich jetzt mal nichts. Das ist mir einfach zu dumm.
Schade… Ich hätte gerne Deine Meinung dazu gehört.
Sowas gibt es auch schon. Das nennt sich
‚Konfirmationsunterricht‘ bzw. ‚Kommunionsunterricht‘ oder
‚Koranschule‘. Hast Du das evt. schon mal irgendwo gehört?
Selbstverständlich. Allerdings geht Dein Einwand an der Diskussion vorbei. Ich darf wieder einmal aus der besagten HP des Erzbistums Freiburg zitieren: 'Staat und Kirche tragen für dieses Schulfach gemeinsam Verantwortung. Sobald sich die Kirche in sekuläre Angelegenheiten - und das ist die Schulbildung nun einmal - einmischt, werde ich fuchsig.
Und seit wann ist Religionsunterricht die Alternative zum
Rechtschreibunterricht? Willst Du vielleicht auch gleich
Erdkunde, Geschichte, Chemie, Physik, Kunst, Werken, Sport…
abschaffen?
Mit Polemik kommst Du bei mir nicht sonderlich weit. Religion ist für mich nach wie vor Privatsache und hat an einer öffentlichen Schule nichts verloren, auch wenn die Kirchen noch so sehr darauf drängen. Deswegen schrieb ich ja, daß ich - wegen der Trennung von Kirche und Staat - religions-/glaubens-/konfessionsübergreifenden Ethik-Unterricht für sinnvoller halte. Es kann nicht angehen, daß die ‚Amtskirchen‘ ihren Schäfchen die jeweiligen Dogmen mit staatlicher Erlaubnis eintrichtern.
Da könnten sich ja auch die Eltern drum kümmern.
Im Gegenteil, wenn mehr Eltern sich auch um die moralische
Erziehung ihrer Kinder kümmern würden, hätten wir (überall auf
der Welt) weniger Probleme.
Jedenfalls dann, wenn es die christliche Moral wäre.
Mit Verlaub, Axel: diese Aussage grenzt an Fanatismus und zeugt von Scheuklappen. Christentum ist im Vergleich zu Buddhismus, Judentum und erst recht den Naturreligionen eine verhältnismäßig neue Religion. Woher nehmen sich also die Christen das Recht, alle anderen Glaubensrichtungen zu verdammen? BTW: Zur Info eine kleine Statistik, wie kunterbunt gemischt Deutschland in Sachen Religionen ist:
http://www.uni-leipzig.de/~religion/remid_info_zahle…
Gruß
Renee