Hallo erstmal,
meines Erachtens ist es nicht zulässig im Religionsunterricht,der ja auf freiwilliger Basis stattfindet,Zensuren zu vergeben.Zumindest war das bei mir so.
Meine Tochter kam heute mit einem Religions-Test nach Hause,in dem sie eine 4 hatte.Da sie ansonsten eine sehr gute Schülerin ist (sie ist 9),war sie ziemlich traurig darüber.Dieser Test war auch recht schwierig,denn mit der 4 lag sie noch weit vorn.Überwiegend wurden fünfen vergeben.Von sechsen wurde nach Aussagen der Lehrerin abgesehen,obwohl sie verdient gewesen wären.Bei der Durchsicht dieses Tests habe ich festgestellt,das auch die Rechtschreibung korrigiert wurde,wenn auch nicht benotet.Bei der Prüfung stellte ich fest,das die Korrektur der Rechtschreibung wohl recht fahrig vonstatten ging (ich habe noch 2 weitere Fehler entdeckt).Meine Frage ist aber:Ist es zulässig
den Religionsunterricht zu benoten.In meinen Zeugnissen stand immer nur „teilgenommen“.Hat sich da was geändert?Ach ja,sie geht in Schleswig-Holstein zur Schule,falls das von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein sollte.Vielen Dank im voraus für Antworten.
Gruß Sebastian
Meine Frage ist aber:Ist es zulässig
den Religionsunterricht zu benoten.
Lieber Herr Namyslik,
zunächst einmal muss man richtig stellen:
Zum einen: Nicht der Religionsunterricht wird benotet, sondern die darin erbrachten Leistungen.
Zum anderen: Religionsunterricht (RU) ist nicht freiwillig. Er ist für Mitglieder stattlich anerkannter Konfessionen Pflicht. Deshalb gibt es inzwischen ja auch islamischen RU. Nicht konfessionell gebundene Schüler hatten früher frei, aber sind seit längerem verpflichtet, an Stelle des RUs ein alternatives Unterrichtsangebot zu besuchen. Das heißt dann etwa „Ethik“ in Baden-Württemberg, „Religionskunde oder -wissenschaft“ oder ähnlich in anderen Bundesländern.
Ein Schüler, der das vierzehnte Lebensjahr vollendet hat, kann sich allerdings - auch gegen den Willen seiner Eltern - vom konfessionell gebundenen RU abmelden, muss aber dann an einem der alternativen (s. o.) Unterrichtsangebote teilnehmen.
Als ich meine Ausbildung als Gymnasiallehrer (auch im Fach Katholische Religion) machte, konnte sich unser Fachleiter, also der unsere Ausbildung leitende Kirchenfunktionär, nicht genug damit tun, zu betonen, dass RU ein „ordentliches Unterrichtsfach“ ist. Und das bedeutet, dass es einen vorgeschriebenen, aufgelisteten, im Stoffplan festgemachten, abfragbaren Unterrichtsstoff gibt, dass dieser mit den staatlichen Stellen abgesprochen ist, dass es qualifizierbare Tests, also Klassenarbeiten gibt, dass es dafür Noten gibt, die auf nachprüfbaren Kriterien beruhen.
Es geht also nicht um erbauliche Stunden, um Absingen von Kirchenliedern, um das Aufsagen von Dogmen oder Bekenntnis einer Überzeugung.
Wie gesagt, ich spreche für Baden-Württemberg.
Dass eine Klassenarbeit im RU zu schwer, unangemessen, schlecht vorbereitet, falsch beurteilt und benotet sein kann, ist eine andere Sache.
Dass der Lehrer Rechtschreibfehler mitkorrigiert, würde ich nicht kritisieren, sondern als Hilfe auf diesem schlüpfrigen Gebiet betrachten. Dass dabei Fehler übersehen werden, wundert mich nicht.
Im Übrigen denke ich schon lange, dass konfessionell gebundener RU an der Schule nichts verloren hat.
Beste Grüße Fritz Ruppricht
Vielen Dank erstmal für die schnelle Antwort.Mich wundert eben nur dabei,das ich in Religion keine Noten bekommen habe,sondern eben nur ein „teilgenommen“ im Zeugnis.Eine Benotung eines derart komplexen Stoffes in der 3.Klasse halte ich für sehr hoch gegriffen.Dort wird über Dinge gesprochen,die jetzt 2000 Jahre her sind.In Mathematik dagegen werden noch die kleineren Zahlen behandelt.Wie soll ein 9-jähriges Kind das verstehen?Ich war gerade auf Malta und habe mir dort die unterirdischen Altäre angesehen.Das dies alles vor so langer Zeit stattgefunden haben soll,fiel selbst mir schwer zu begreifen.Davon abgesehen,daß dieses Fach wohl eher Bibelkunde heißen müsste,da ausser der Bibel nichts weiter behandelt wird.
Es gibt aber doch noch Buddhisten,Moslems,Freikirchler etc…
Ist das keine Religion??
Ich denke jedenfalls,das ich mit der Lehrerin wohl mal sprechen muß,denn das Ergebnis dieser Klassenarbeit spricht ja Bände.
Gruß Sebastian
Mich wundert eben
nur dabei,das ich in Religion keine Noten bekommen
habe,sondern eben nur ein „teilgenommen“ im Zeugnis.
HI Sebastian!
ich hatte damals auch nur ein „Teilgenommen“ war allerdings damals noch nicht getauft… das war für die Lehrerin ein Grund, keine Note zu erteilen!!!
Für mich war das Frust, denn mir hatte der Unterricht viel Spaß gemacht und ich war auch „gut“
.Davon abgesehen,daß dieses Fach wohl
eher Bibelkunde heißen müsste,da ausser der Bibel nichts
weiter behandelt wird.
Das ergibt sich aus dem Lehrplan! Du solltest ihn in der Schule anfordern! Dann kannst Du für jedes Fach nachlesen, welcher Stoff im jeweiligen SChuljahr „dran“ ist…
Es gibt aber doch noch Buddhisten,Moslems,Freikirchler etc…
Ist das keine Religion??
Doch!!! und normalerweise wird das auch gelehrt! Nur fängt man eben mit dem Christentum an…
Ich denke jedenfalls,das ich mit der Lehrerin wohl mal
sprechen muß,denn das Ergebnis dieser Klassenarbeit spricht ja
Bände.
stimmt!!! und Du solltest ruhig und objektiv an dieses Gespräch rangehen, denn die Lehrerin hat sich mit Sicherheit was dabei gedacht!!!
Ayla, die sich schon lange nicht mehr über Noten aufregt!!!
Gruß Sebastian
In diesem Sachverhalt sehe ich einen ganz klaren Verfassungsverstoß und eine absolute Überforderung der Lehrerschaft. Der Verfassungsverstoß besteht nach meiner Meinung zum einem in der nicht stattfindenden Gleichbehandlung. Die Teilnehmer am RU können quasi nach ihrer Interessenslage Teilnehmen, mit welchem Recht werden die anderen zu einem „Ethik“ Unterricht gezwungen? Entweder habe ich ein derart breites Programm, daß jeder nach seiner Wahl sich bilden kann (was vollkommen ausgeschlossen ist) oder ich verzichte ganz auf derartige Bildungsangebote die klar in den Freizeitbereich gehören.
Welcher Lehrer maßt sich an „Ethik“ im Sinn des Wortes zu bewerten (letztlich wird meine Ethik als Eltern bewertet)? Wieso soll mein Kind in Ethik geschult werden und das Kind welches in RU geht, nicht? Wer maßt sich da an festzustellen, wer über welche Ethik verfügt?
bodo