Reliquien

Hallo

Da sucht der Pfarrer der kath. Gemeinde unseres Ortes Pilger, die Reliquien des Kirchenpatrons in Süditalien abholen sollen.
Was ist von dieser, nennen wir es einmal Leichenfledderei, zu halten? Dass der grösste Teil der Reliquien falsch ist, dürfte in der Zwischenzeit Allgemeinwissen sein. Nur allein schon mit den Reliquien des Kreuzes könnte man eine Holzhandlung aufmachen…

Schönen Sonntag
Max

Hallo

Reliquien sind der pure Aberglauben und absolut unbiblisch. So weit zum Grundsatz.

Auf der anderen Seite sind sie harmlos, verhelfen den Leuten zu verschiedenen Anlässen zum feiern und anderen Leuten zu verschiedenen Anlässen zum Geld-verdienen und sie sind tief in der katholischen Tradition verwoben.

Also lass sie doch.

Gruß
Thomas

Hi Dr. Max!

Dass der grösste Teil der Reliquien falsch ist, dürfte
in der Zwischenzeit Allgemeinwissen sein. Nur allein schon mit
den Reliquien des Kreuzes könnte man eine Holzhandlung
aufmachen…

Ja, stimmt. Im Byzantinischen Reich gab´s ´ne ganze „Industrie“ der Reliquienhersteller. Mir ist´s egal. Die Reliquien sehe ich mehr als Symbole. Und dann ist´s egal, ob die echt sind oder nicht. Außerdem ist der Glaube schwach, der NUR an Reliquien hängt.

Ebenfalls schönen Sonntag!

Oliver

Hallo Max,

die frühen Christen haben die Leiber ihrer Toten und besonders die der Märtyrer respektvoll bestattet und ihre Gräber als Orte des Gebets und des Gedenkens geehrt. Das ist menschlich und christlich.

Das Mittelalter hatte eine starke Neigung zur „Objekt-Religiosität“, so dass das ehrende Gedächtnis der Heiligen sich in ein fast magisches Verhältnis zu ihren Körpern verwandelte. Das führte nebenher zu Betrug und Geschäftemacherei.

Die kath. Theologie hat Reliquienverehrung zu allen Zeiten dem Bereich volkstümlicher Frömmigkeitsübung zugeordnet und versucht, sie durchscheinend zu machen für das Zentrum des Glaubens, aus dem der/die verehrte Heilige selbst gelebt hat. Unter diesem Gesichtspunkt ist die historische „Echtheit“ zweitrangig.

Jedenfalls erinnern Reliquien daran, dass christlicher Glaube sich „im Leib“ abspielt - oder gar nicht.

Gruß,
Pietro