hallo,
ich habe 2 fragen: kann irgendwer bestätigen, ob es stimmt, dass Erich Maria Remarque als Journalist im Berlin der 20´Jahre für eine Zeitschrift namens „Der Junggeselle“ eine ´Cocktail-Kolumne verfasst hat ? „Über das Mixen seltener Bargetränke“ oder so ähnlich ? Falls ja, hat diese jemals jemand gelesen und kann mir sagen, wo man ZUgang dazu bekommen kann ?
außerdem bin ich seit langem auf der suche nach einer übersetzung der memoiren von chateaubriand ins deutsche oder englische. die einzige, deutsche, die ich gefunden habe, stammt aus den 1990-igern und beinhaltet nur den ersten band. insgesamt umfassen die memoiren chateaubriands aber 2000-3000 seiten. anscheinend ist das komplettwerk nur ein einziges mal ins deutsche übersetzt worden und das muß ungefähr 1851 gewesen sein. hat diese jemals jemand zu gesicht bekommen oder kennt eine spätere gesamtübersetzung ?
ciao andre´
Hallo andre,
Kurt Tucholsky hat 1929 ein Essay (einen Essay?? Frihihitzz, wo bist Du? Hilfe??) mit dem Titel „Hat Mynona wirklich gelebt?“ veröffentlicht.
In dem setzt er sich anfangs mit einem Herren Mynona auseinander, der wiederum ein Buch veröffentlicht hatte mit dem Titel „Hat Remarque wirklich gelebt?“ Im weiteren Verlauf befasst sich Tucholsky mit Remarque (eigtl: Erich Paul Remark) verteidigt ihn gegen Angriffe und bespricht „Im Westen nichts Neues“ (in einem späteren Essay beschäftigt er sich auch mit dem nächsten Roman Remarques „Der Weg zurück“)
Tucholsky hat einiges zu dem Buch und zu dem Schriftsteller zu sagen und dabei wird auch deutlich, dass wohl damals schon versucht wurde den Autor zu diskreditieren in dem man ihm vorwarf für die Werbung gearbeitet zu haben, und eben auch diese Cocktail-Kolumne. Tucholsky sagt so ungefähr, dass es unredlich wäre derartige Dinge für die Beurteilung des Werkes heran zu ziehen.
Ich hatte eine dunkle Erinnerung, dass Tucholsky sich mit dem Roman und dem Autor befasst hatte, aber soviel, wie ich glaubte war es dann doch nicht.
Fündiger wirst du hier:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/RemarqueErich…
und wenn du nur den Namen bei Google eingibst erhälst du Seiten über Seiten in denen du ja einfach mal stöbern kannst. Viele befassen sich überwiegend oder nur mit „Im Westen nichts Neues“ aber mit ein bisschen Zeit und einer klickfähigen Maus lässt sich da sicher einiges auffinden.
Mit chateaubriand würde ich einfach dasselbe machen, ich hatte da jetzt keine Lust zu, weil mich der nicht so interessiert.
Viel Spaß noch beim Suchen, hoffe konnte dich auf die richtige Fährte setzen
Gruß Renate
hups!?
…dass wohl damals schon
versucht wurde den Autor zu diskreditieren in dem man ihm
vorwarf für die Werbung gearbeitet zu haben…
hallo renate,
was soll das denn für ein vorwurf sein? die werbung ist die klassische branche, in der sich die schreiberlinge tummeln, um ihre brötchen zu verdienen, sei es ringelstern, morgennatz (die beiden verwechsle ich immer) oder mein heißgeliebter (http://www.trpm.de/TRPM_als_Werber.htm), um nur erstmal 3 zu nennen. oder schau einfach mal hier: http://www.goethe.de/ne/hel/sprache/deswerb2.htm
und auch tucholksky, der einst sagte, werbung dürfe alles, wird einen derartigen „vorwurf“ wohl kaum zu felde geführt haben.
gruß
ann
…dass wohl damals schon
versucht wurde den Autor zu diskreditieren in dem man ihm
vorwarf für die Werbung gearbeitet zu haben…
hallo ann,
das musst du mich nicht fragen, ich habe diese Vorwürfe nicht erhoben (ich gehöre hier zwar nicht mehr zu den ganz jungen usern, aber 1920 habe ich doch noch nicht gelebt. *fett grins*)
Ich habe lediglich referiert, dass es aus einem Essay von Tucholsky hervorgeht, dass ihm (Remarque) dieser Vorwurf (neben anderen) gemacht wurde. Und Tucho hat ihn, na ja nicht gerade verteidigt, sondern gesagt, dass dies unredlich bis dumm sei. Im selben Essay legt er dar, das er selbst angesprochen wurde etwas in diese Richtung zu tun, und er es getan hätte wäre man auf seine Honorarforderung eingegangen. Damit dürfte seine Haltung dem gegenüber auch klar sein.
Ich hatte die Ausführlichkeit von Tuchos Beschäftigung mit Remarque und seinem Werk falsch in Erinnerung, aber die Links müssten dem Ursprungsposter da eigentlich weiterhelfen.
Haachch, ich sehe grade, dass ich den falschen Text gelöscht habe. Na ja, shit happens, müssen die Interessierten im Beitrag drüber nachlesen was du hier geschrieben hattest. I can`t help it.
Liebe Grüße aus Berlin, in dem heute 3x für jeweils 1-2 Stunden Sommer war
Hallo Renate,
danke, danke, danke. das war sehr hilfreich. das verwirrspiel von tucholsky läßt schon fast die frage aufkommen, ob es nicht remark war, der selbstmord beging und tuchlsky unter dessen identität überlebt hat. aber spaß beiseite. anders als die zielgruppe von tucholsky´s essay geht es mir nicht darum remark zu diskreditieren, im gegenteil, es geht um die cocktial-rezepte im berlin der 20 jahre. zumindest dürfte die erwähnung bei tucholsk ein weiteres indiz dafür sein, dass es diese kolumne gegeben haben muss, mag der autor auch nicht remarque gewesen sein - (war es tucholsky ? war es sirin ?).
ich wollte noch sagen, dass was mir von remark literarisch am besten gefällt, ist der schwarze obelsik, hatte bei der lektüre lange nicht mehr so lachen müssen.
ciao andre´
stimmt ja gar nicht!
Liebe Grüße aus Berlin, in dem heute 3x für jeweils 1-2
Stunden Sommer war
es war fast durchweg schön. hier in spandau jedenfalls 
liebe grüße
ann
O.T.: was macht denn nun dein bauwagen?
So andre,
soviele Dankes gibt es auf der ganzen Welt nicht, wie du mir jetzt schuldest!! Also versuchs erst gar nicht, außerdem fällt mir grade ein, dass das hier ja ein "Gegenseitigkeitsprinzip-Forum" ist. Also gut, dann komm mit dieser Seite endgültig ein ganzes Stück weiter, und gut ist es!! (ich mag diesen Ausdruck in allen seien Formen, hab´ ich hier gelernt, und wenn ich neu was gut finde, gebrauche ich es eine Zeitlang übertrieben, zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten, bis er fest in meinem Wortschatz installiert ist und dann ists gut.
http://www.remarque.uos.de/wandern.htm
Und seiner Biographie kannst du entnehmen, dass er tatsächlich Sportreporter war, bei der „Sport-Bild“, manchmal glaubt man es ja einfach nicht!
Wusstest du, dass Marlene Dietrich eine heiße Liebesgeschichte mit ihm hatte? Und sie dann letztlich mehr und länger an ihm interessiert war als er an ihr? Sie soll ihm wohl buchstäblich hinterher gelaufen sein, und ihn anfleht und gejammert haben. (Tja, das senkt meine Marktchancen natürlich gegen Null)
Habe ich in den Erinnerungen ihrer Tochter gelesen, und auf einer der Seiten steht es auch, dann muss es ja stimmen.
So wie es aussieht, werde ich diesen schwarzen Obelisken dann ja wohl auch lesen müssen *gier, Blätterfinger schon mal anfeucht*.
So, mit deinem Fleischgericht da quälst du dich jetzt aber allein durch`s Netz.
Gruß Renate, die dir für morgen mindesten 2x2 Stunden Sommer wünscht!