Reminyl bei Alzheimer

Hallo liebe Forumsuser.

Ich würde gerne folgendes wissen: bei meiner Tante (70J.) wurde vor ein paar Monaten Alzheimer diagnostiziert. Obwohl das natürlich ein herber Schlag war, so haben wir dies irgendwie erwartet, da sie schon länger Tendenzen einer Demenz gezeigt hat. Jedenfalls bekommt sie nun Medikamente und wir sind sehr überrascht wie gut diese bisher bei ihr gewirkt haben. Sie bekommt pro Tag zweimal das Medikament Reminyl und sie ist seitdem sehr viel ausgeglichener und fröhlicher als vorher. Ich würde nun gern wissen, wie lange Reminyl helfen kann. Der Arzt sagte etwas von 36 Monaten. Kann es auch länger wirken? Oder gibt es nach den 36 Monaten noch andere Medikamente? Vielleicht hat ja jemand von euch auch Erfahrungen mit Reminyl? Ich würde mich sehr darüber freuen.

Grüße Hellen

Hallo,

Ich würde nun gern wissen, wie lange Reminyl helfen
kann. Der Arzt sagte etwas von 36 Monaten. Kann es auch länger
wirken? Oder gibt es nach den 36 Monaten noch andere
Medikamente? Vielleicht hat ja jemand von euch auch
Erfahrungen mit Reminyl? Ich würde mich sehr darüber freuen.

ja, Reminyl wirkt in der Tat so wie du beschrieben hast. Ob es genau 36 Monate wirkt, ist abzuwarten. Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf Medikamente. Es kann also sein, dass das Medikament auch nach weniger als 36 Monaten wirkt, je nach dem wie weit die Krankheit fortschreitet.

Da Alzheimer eine fortschreitende Krankheit ist, kann man letzendlich nur noch den Flurschaden begrenzen, in dem man sie als solche akzeptiert. Und damit meine ich nicht die Betroffenen, sondern Euch als Angehörige. Die Tante wird sich im Laufe der Zeit verändern. Es wird Tage geben, wo sie bösartig sein wird, depressiv und euphorisch. So lange bis sie als solche Euch bekannte Persönlichkeit nicht mehr wiederzuerkennen sein wird. Ganz oft habe ich es erlebt, das Alzheimer Betroffene ihre eigenen Kinder nicht mehr wiedererkannt haben. Das ist gerade für die Angehörigen ganz schlimm.

So bleibt einem nicht viel übrig, als den Betroffenen ein so angenehmes Leben wie möglich zu gestalten. Es wird keine Medikamente geben, die Alzheimer stoppen wird.
An dieser Stelle gebe ich immer den Tipp, sich mit der Technik der Validation von Naomi Feil anzufreunden und die beiden Bücher:

„Validation: Ein Weg zum Verständnis verwirrter alter Menschen“ und
„Validation in Anwendung und Beispielen: Der Umgang mit verwirrten alten Menschen“

zuzulegen, was der Grundstein für den Umgang mit Betroffenen ist.

Nebenher sei noch zu erwähnen, dass vor fremde Hilfe von außen nicht gescheut werden sollte. Es ist kraftraubend und nicht selten dreht sich der Lebensmittelpunkt der Angehörigen um den Betroffenen.

Grüsse levi
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Grüße Hellen