Renovieren nach starkem Schimmelbefall

Hallo Forumsgemeinde,
vor zwei Jahren habe ich eine renovierte Wohnung vermietet. Nun habe ich den Mieter besucht und bin schockiert. Die Außenwände mit lockerer, verschimmelter Rauhfasertapete, teilweise aufgelöst ! Das Mobilar mit Schimmelüberzug ! Wenn nicht zuvor jahrelang ein anderer Mieter OHNE SCHIMMELPROBLEME da gewohnt hätte, würde ich selbst auf nasse Wände tippen.
Nun muss dringend renoviert werden. Der Mieter möchte wohnen bleiben. Aber was mache ich mit den Wänden? Tapeten runter und wieder neu? Die gleiche Geschichte beginnt von neu?
Der und die Vormieter hatten auch Rauhfasertapete, geklebt mit Tapetenleim, gestrichen mit Dispersionsfarbe, und kein Problem damit !!!
Ergänzen möchte ich, dass der Mieter Frührenter ist wegen großer psychischer Probleme, null Verstand hat bezüglich Wohnungslüftung. Die Renovierung will er unter Mithilfe seiner Verwandschaft selbst erledigen …
Wie machen wir das technisch richtig?
Was  müssen wir beachten, damit eine Wiederholung bei normalem Lüftungsverhalten ausgeschlossen werden kann?
Ich war zwanzig Minuten in der Wohnung, und mir begannen die Augen zu brennen. Vermutlich die Sporen.

Hallo

Wenn Du von „Renovieren“ sprichst, dann meinst Du Tapezieren/Streichen? … ggf Schimmel beseitigen, ggf. verschimmelten Putz erneuern? etc. etc. ???
Falls der Mieter die Schimmelschäden selbst verursacht hat, dann ist er natürlich auch für die Schadensbeseitigung haftbar.

Bei auch zukünftig fortgesetzt falschem Nutzerverhalten würde durch Renovieren immer nur für kurze Zeit die Symptome beseitigt - eigentlich also rausgeschmissen Geld.

Einzige Lösung: Falls zuwenig geheizt wird = Zwangsbeheizung - falls zuwenig gelüftet wird = Zwangsbelüftung - ggf. beides in Kombination - nur das könnte zukünftig erneute Schimmelprobleme vermeiden (… sofern nicht vielleicht doch bauliche Mängel irgendwie mitwirken).

Dazu könntest und solltest Du Dich von einem Bautechniker/Architekt beraten lassen, der die Örtlichkeiten zuvor auch besichtigt.

Gerade im Rahmen von ständig höheren EnEV-Anforderungen wird Lüftung immer mehr zum Thema - aus gutem Grund ist inzwischen ein Lüftungskonzept bei bauliche Veränderungen vorgeschrieben.

Neben den bereits bekannten „großen“ Lösungen (kontrollierte Wohnraum-Be-/Entlüftung als Gesamtsystem - optimalerweise mit Wärmerückgewinnung)
gibt es Inzwischen auch die Fensterfalzlüftung:
http://www.glueck-franke.de/produkte/fenster-und-tue…
Nachteile der „großen Lösung“ sind hier hervorgehoben, weil die Fensterfalzlüftung verkauft werden soll:
http://www.regel-air.de/downloads/regelairinformiert…

M.E. ist das Beste+Günstigste immer noch die „selbstkontrollierte“ Belüftung per Hand (Heizkörper zu, Fenster für 5-10 Minuten weit auf), aber das funktioniert eher selten, wenn eine Wohnung in „Mieterhand“ ist :wink:

Mein Rat:
Hole Dir fachlichen Rat von jemand, der die Örtlichkeiten auch besichtigt hat (auch um bauliche Unzulänglichkeiten auszuschliessen).
Wäge Vor-/Nachteile und Kosten/Folgekosten der Zwangsbelüftungsmöglichkeiten ab.
Überlege, ob dem Bewohner vielleicht auch durch den „Klimagriff“ auf die Sprünge zu helfen ist:
http://www.enbausa.de/lueftung-klima/aktuelles/artik…
http://www.energie-experten.org/experte/meldung-anze…

Für bauliche Gegebenheiten, in denen (nach Lüftungkonzept) mehr als zweimal täglich Handlüften nicht ausreicht, sollte ein Vermieter schon aus Eigenschutz auf eine kontrollierte Zwangsbe-/entlüftungsanlage modernisieren (Herstellungskosten nach BGB § 559 = Mieterhöhung), laufende Kosten/Betriebskosten = umlegbare Betriebskosten.

Grüsse Rudi

Hallo,

ohne nun in die Baulichen Dinge einzusteigen kann ich nur raten den Mieter da nicht zu viel machen zu lassen.

Meist entstehen dadurch mehr Schäden, als dass diese vorher vorhanden waren.
Im Verwandschaftskreis sind meistens die Leute die es alles besser wissen und so zu schäden führen.

Häufig finden wir z.B. die Fälle wo dann der Super Schimmel-Ex aus dem Baumarkt auf die Wände aufgetragen wird und danach der Super Onkel mit seinem Tip kommt " Alufolie auf die Wände tapezieren".

Das macht die Sache nicht besser, ganz im Gegenteil, nur schlimmer.

Da die Sporen in den Möbeln hängen (wenn diese wirklich überzogen sind) steht auch ein kompletter Möbelwechsel an um die Wohnung Schimmelfrei zu bekommen.

Am geeignetesten wäre es dem Mieter Messgeräte zu stellen um Temparatur und Luftfeuchte zu messen. Am besten mit Warnsignalen (gibt es schon für sehr kleines Geld). Wenn diese Geräte Alarm schlagen muss er lüften.
Wenn nun noch ein Gerät zum Aufzeichnen dazu gestellt wird, dann kann man das Lüftungs und Heizverhalten kontrollieren.

Sollte dies nach mehrfacher aufforderung nicht klappen, dann sollte man sich vielleicht darüber informieren dem Mieter zu kündigen bevor es richtig an die Bausubstanz geht.

Viel Erfolg.

Gruß
Marcel