Renovieren oder verkaufen

Hallo miteinander,
ich habe zwei Häuser Baujahr 1914. Eins ist bereits teilsaniert, darin wohne ich auch jetzt. Das Dach, die Heizung und der Keller sind noch nicht fertig. Am anderen Haus wurde lange nichts getan, ist aber jetzt erst frei geworden, sodass eine Kernsanierung notwendig wäre. Also habe ich einen Architekten beauftragt, nach meinen Wünschen zu renovieren. Das Objekt hat eine Wohnfläche von zzt. 90 qm. Der Keller ist nass, weil er leicht am Hang liegt und man früher nicht verputzte und erst recht keine Drainage hatte. Die Fenster, das Dach, sämtliche Leitungen sind marode. Die Kosten würden sich auf 250.000 € zzgl. MWST belaufen. Ich hatte den Architekten schon gebeten mir Alternativen aufzuzeigen, um nicht in so astronomische Preise zu geraten. Leider ist da nichts passiert. Er will ja auch verdienen. Ist es nicht der Job des Architekten zu beraten und Lösungen aufzuzeigen. Ich will/kann nicht soviel Geld locker machen. Zumal mein bewohntes Haus ja auch noch Kosten produzieren wird. Das ganze ist doch irgendwie gar nicht mehr wirtschaftlich oder?
Was soll ich nur tun? Alles verkaufen???

Hallo,tut mir leid dass ich diese Frage nicht beantworten kann,Leider bin ich nur ein Anfänger für Renovierungsfragen und leider kein Experte.

Mfg Rainer

Hi!
Ist ja eine blöde Situation!
Aus der Ferne ist das schwer einzuschätzen.
Ich gehe mal davon aus, dass die Kosten der Sanierung den Wert des Hauses übersteigen!?
Wenn dem so ist, und Du nicht (aus irgendwelchen sentimentalen Gründen) an dem Haus hängst scheint mir ein Verkauf für kleines Geld am sinnvollsten. Ist ja auch die Frage wie viel das Grundstück wert ist.
Vorher würde ich noch einmal einen anderen Architekten nach seiner Einschätzung fragen.
Die Einschätzung eines Bauunternehmers, für eine Komplettsanierung, wäre auch interessant.
Kommst Du dann zu dem Schluss, dass sich weder finanzieller noch persönlicher Aufwand (so ein „Totalsanierung“ ist sicher stressiger als ein „Neubau“!) lohnt verkaufe das Haus als „Handwerkerobjekt“ für schmales Geld an jemanden der es sich selbst herrichtet.
Der freut sich und Du hast etwas Geld gemacht…………
Das ist natürlich alles sehr pauschal, aber ohne Einschätzung „vor Ort“ kann man auch schwer was konkreteres sagen.
Egal was Du machst, ich wünsche Dir viel Glück!
Gruß

Holger

Hallo, danke für Deine schnelle Antwort. Das Haus ist null Wert, das Grundstück 120.000. Die Kosten zur Renovierung sind also bei 300 %.
Ist also wirklich nicht wirtschaftlich.
Aber es ist eine schwere Entscheidung:wink:
Dir auch alles Gute.
Annette

Puh das ist ne ganze Stange Geld. Da ist wirklich zu überlegen ob das noch wirtschaftlich ist. Wie groß ist denn das Grundstück auf dem das Haus steht (Kernsanierung), wie sind die Grundstückspreise bei Euch? Wenn die Sanierung teurer ist als das Grundstück wert ist lass es und versuch zu verkaufen ansonsten sehe ich da ein Faß ohne Boden auf Dich zukommen

Lg mdpengel

Hallo!
Zu aller erst etwas ganz Wichtiges. Das Haus liegt am Hang und es ist keinerlei Isolierung (Drainage) vorhanden. Bloß nicht alles aufbuddeln, weil sonst das ganze Haus rutschen kann. Bei einer Freundin von mir passierte genau dies den Nachbarn. Das Haus war innen und außen fast komplett erneuert. Die letzte Maßnahme war noch die
Feuchtigkeitsisolierung von außen. Nachdem das Haus rundherum freigelegt war, kam der ganze Klotz ins Rutschen und zerbrach.Also bitte nur Stück für Stück freilegen und
isolieren, sonst ist man sehr schnell pleite.

Was sonst.
Ich selbst habe ein Haus BJ 1871 gekauft. Ich habe sowohl Strom als auch Wasser und Abwasser neu verlegen lassen. Gefliest wurde das Haus auch, und alles an Keramik habe ich nach Absprache mit dem Installateur neu machen lassen. Als Fenster kam nur eine teure Speziallösung (Denkmalschutz) in Frage. Das Haus wurde innen neu verputzt und im Garten wurden ca. 100 qm Granit/Basaltkopfsteinpflaster verlegt. Die Heizungsanlage (incl. Heizkörpern) wurde ebenfalls erneuert.

Ich habe die Absprachen mit den Handwerkern selbst getroffen, und war hochzufrieden mit deren Ausführung. Architekten - dachte ich mir - gehören nicht zu den Geringverdienern, deshalb habe ich mir das gleich gespart. Gekostet hat der ganze Spaß dann ca. 110.000 Euro.
Die Mietnomaden (bereits bei der Erstvermietung) haben mir dann nochmal 30.000 Euro und noch viel mehr Nerven gekostet. (Auch hier höchste Vorsicht)

Womit ich vermutlich viel gespart habe ist „My-Hammer.de“. Vorsichthalber würde ich diese Firmen nicht für Aufbauarbeiten heranziehen, da sich dort oft dubiose Gestalten tümmeln.
Für Abbrucharbeiten und Buddelarbeiten etc. sind da wirklich gute Leute zu finden. Ich hätte sonst auch gar nicht gewusst, wo ich die entsprechenden Leute finden soll.

Aufbauarbeiten würde ich am Besten von ortsansässigen Handwerkern mit gutem Ruf (mal im Ort umhören)ausführen lassen.

Wenn du in der Nähe von Nürnberg lebst, kann ich dir ganz gute Handwerker empfehlen.

Viele Grüße

Wolfgang Huber

Hallo Wolfgang,
am Hang ist etwas überspitzt, wegrutschen geht soleicht nicht, allerdings einstützen. In lebe bei Dortmund. Den Architekten habe ich eingeschaltet, da komme ich nicht raus. Ich wollte halt auch eine Dachgaube haben, ursprünglich wollte ich auch einen Anbau, aber die Preise sind ja alle hammermäßig.
VLG Annette

Wo immer Sie wohnen, aber die errechneten Sanierungskosten sind real.
Preiswerter dürfte es kaum gehen. Trockenlegung, Elektroleitungen, Heizung,/
Sanitär, Dachdämmung - selbst wenn man super spart und preisgünstige
Handwerker vom Land holt, kommt man problemlos auf mind, 200.000. Und dafür
bekommt man schon ein Fertighaus ab OK Keller. Welche Alternativen soll der
Architekt denn aufzeigen, abgesehen davon, dass jede Alternative auch ein
Aufwand bedeutet und damit Geld kostet. Aus unserer Erfahrung als Hausbesitzer,
Renovierer, Umbauer, Marktbeobachter und Innenarchitekten raten wir, dringend
zu verkaufen. Wenn noch ein Grundstück dabei ist, wird es wenigstens dafür was
geben, ansonsten ist das Häuschen ein Abrissobjekt, es sei denn, es hat schöne
Details im Innern. Das Baujahr gäbe es her. Vielleicht können Sie es an
Hobbyhandwerker sinnvoll verkaufen.
Viel Erfolg.

Hallo miteinander,

Baujahr 1914. Am anderen Haus wurde

lange nichts getan, sodass
eine Kernsanierung notwendig wäre. Also habe ich einen
Architekten beauftragt, nach meinen Wünschen zu renovieren.
Das Objekt hat eine Wohnfläche von zzt. 90 qm. Der Keller ist
nass, weil er leicht am Hang liegt und man früher nicht
verputzte und erst recht keine Drainage hatte. Die Fenster,
das Dach, sämtliche Leitungen sind marode. Die Kosten würden
sich auf 250.000 € zzgl. MWST belaufen. Ich hatte den
Architekten schon gebeten mir Alternativen aufzuzeigen, um
nicht in so astronomische Preise zu geraten. Leider ist da
nichts passiert. Er will ja auch verdienen. Ist es nicht der
Job des Architekten zu beraten und Lösungen aufzuzeigen. Ich
will/kann nicht soviel Geld locker machen. Zumal mein
bewohntes Haus ja auch noch Kosten produzieren wird. Das ganze
ist doch irgendwie gar nicht mehr wirtschaftlich oder?
Was soll ich nur tun? Alles verkaufen???

Hallo annebe,
schau doch mal was die Kosten pro QM sind. Wenn ich richtig gerechnet habe kommt man auf 3305 Euro pro Wohnquadratmeter. Das muss dann schon sehr nobel sein, was da an Wohnqualität entstehen soll. Ausserdem sagt mir mein Taschenrechner, dass sich diese Kosten frühestens in 15 Jahren amortisiert haben können. Was sagt denn Deine Bank dazu? Würde die das Objekt in dieser Hinsicht für lohnenswert halten? Eine wichtige Frage!
Ein guter Architekt hilft sparen, das ist keine Frage. Er kalkuliert und macht einen Finanzplan bzw. Schätzung. Wie ich den Architekten bewerte ? Ich würde mit Ihm persönlich reden, es könnte ja auch sein, dass das Haus wirklich stark heruntergekommen ist und die Kosten tatsächlich so hoch sind. Und er vielleicht die Chancen gegen null tendieren sieht nach einer neueren Kostenaufstellung zum Zuge zu kommen. Wenn er neue Ausschreibungen startet, Handwerker antreten lässt, alternative Materialien prüft usw. und es ist immer noch zu teuer? Ja was dann. Zahlt man ihm auch die verdoppelten und vergeblichen Bemühungen? Also: trotzdem noch mal ein persönliches Gespräch suchen, das halte ich für das Beste.
Die Frage nach dem Verkauf kann man beantworten, wenn man alle Erträge und Kosten kennt. Was könnte man denn erlösen? Was könnte denn eine anderer Käufer mit dem Haus anfangen? Könnte er rentabel sanieren und vermieten? Falls Ja, warum machst Du es nicht auch mit einem Bankkredit?
Beste Grüße aus dem Taunus

So alte Häuser zu renovieren ist nur wirtschaftlich wenn man einiges selbst machen kann, also etwas von Handwerk versteht. Zumal man ja auch bei beauftragten Handwerkern wissen muss ob sie die Arbeit richtig machen und das ist bei alten Häusern aus alten Materialien und alter Bauweise nicht immer so sicher. Oft kennen die Handwerker die Techniken nicht mehr.

Ich rate wenigstens eines der Häuser zu verkaufen, sonst machen Sie sich kaputt. -meine Einschätzung.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo erstmal,
da ich leider momentan auch sagen muß wenn mir nichts an dem Gebäude liegt verkaufen aber auch dafür ist gerade jetzt ein schlechter Zeitpunkt da die Immobilienpreise im Keller sind kann man daher nicht viel erwarten.

Grund sanierung ja wenn man es selbst machen kann. Ansonsten müßte man viel erspartes aufbringen.
Wir haben einen alten Hof seit über Generationen selbst immer wieder saniert und daher nie eine Firma gebraucht. Sonst wäre für mich die erhaltung von Hof und Haus nicht tragbar.

Bei Kosten von über 2500,- € pro qm kann man auch gut neu bauen. Also ist es zu teuer.

Wenn es kein Liebhaberstück werden soll, dann verkaufen oder abreißen.
Es gibt Neubauten für 1500,- €, was als Orientierung dienen sollte.

Gruß

Roman

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Annebe,

obgleich man bei einer solchen Entscheidung kaum weiterhelfen kann, gebe ich doch ein paar Denkanstöße.
Bei Kosten von ca. 250.000€ sieht es ja so aus, dass sämtliche Renovierungen von Fachfirmen durchgeführt werden. Das bedeutet man benötigt auch eine Bauaufsicht. Man sollte dabei überlegen, ob man einen solchen Bauumfang selber fachmännisch überwachen kann.
Dann stellt sich die Frage, was man mit dem renovierten Haus dann anstellen möchte. Kann man es dann für 300.000€ verkaufen? Wenn ja, kann man es dann nicht auch unrenoviert für 50.000€ verkaufen und spart sich die Mühen? Eine Eigennutzung scheint nicht angedacht zu sein. Kann man das Haus nach der Renovierung vermieten? Zu welchen Konditionen? Wann wären die Investitionskosten wieder drin? Lässt die Mietsituation vor Ort eine solche Investition zu? Letzteres kann z.B. auch eine Bank beantworten, die ggf. einen Kredit bewilligt. Hat man dann als Vermieter auch die Zeit und Muße um sich um alle Angelegenheiten der Vermietung zu kümmern?
Schließlich sollte man sich vergegnwärtigen, ob ein Haus, welches man selbst bewohnt, sich von der Renovierung in einem geringeren Status befinden soll als das, welches die eigenen Mieter bewohnen.

Vielleicht helfen diese Überlegungen, um eine eigene Meinung zu festigen.

Mit besten Grüßen,
Wuerger_02

hi,
also ich würd sagen mach einen kleinen Energiepass und hoffe dass einer das haus als „Projekt“ ansieht und kauft. Wir kaufen ja jetzt auch ein Haus von 1904 (hoffentlich) und wenn man darauf gefasst ist, dass da Kosten kommen, ist es OK.Und renovieren tut doch eh jeder anders. :smile: Außerdem kann ein eventueller Käufer vielleicht auch nur mit dem Grundstück was anfangen. Oft kriegt man nach Sanierungen halt auch nicht das Geld was man reingesteckt hat beim Verkauf wieder.

Also Kopf Hoch!