Rentabilitätsvorschau/Kalkulation im Einzelhandel?

Hallo!
Wir möchten einen kleinen asiatischen Lebensmittelladen mit einem sehr netten besonderen Konzept eröffnen. Bei der Erstellung einer Rentabilitätsvorschau stehen wir allerdings da wie zwei Fragezeichen. Woher wissen wir, wieviel wir täglich, wöchentlich, jährlich verkaufen werden/können? Wie erstellt man dort erste Zahlen? Außerdem tun wir uns noch schwer mit unseren Ausgaben für die Waren, die wir anbieten wollen. Unser favorisierten Großhändler geben ihre Preislisten erst heraus, wenn man bereits ein Gewerbe angemeldet hat und das wollen wir erst tun, wenn wir wissen, mit welchen Ausgaben, Umsätzen, etc. wir evtl. rechnen können. Wer kennt sich hier aus und kann uns weiterhelfen?
Wir freuen uns auf Antworten.
Grüße, Anne

Hallo,

Unser favorisierten Großhändler geben ihre Preislisten
erst heraus, wenn man bereits ein Gewerbe angemeldet hat und
das wollen wir erst tun, wenn wir wissen, mit welchen
Ausgaben, Umsätzen, etc. wir evtl. rechnen können.

Also ein Gewerbeschein kostet je nachdem zwischen 15 und 20 Euro. Sobald ihr einen solchen habt, könnt Ihr mit den Großhändlern in Kontakt treten. Ich denke, dass diese Investition schon sehr früh erfolgen sollte, um eben „genau“ planen zu können. Auch wenn Ihr den Schein habt und dann erst einmal eine ganze Weile nicht gewerblich tätig werdet, schadet dies Euch nicht. Von daher, den Schein besorgen und dann die Ausgaben zusammenstellen. Von denen aus kann man dann über Rückrechnungen feststellen, in welche Verkaufspreisdimensionen man kommt.

VG
TraderS

Hallo!
Vielen Dank für die Antwort. Wir werden uns umgehend einen Gewerbeschein holen und mit unseren Großhändlern Kontakt aufnehmen. Mir ist aber noch nicht so ganz klar, wie wir eine Umsatzvorschau erstellen. Was können wir veranschlagen, wenn wir nicht wissen, wieviele Kunden unseren Laden (bei recht guter Lage in der Nähe eines großen Einkaufszentrum, also mit eigentlich mit viel Laufkundschaft) besuchen werden und wieviel von welchen Produkten in welcher Höhe sie voraussichtlich kaufen werden? Rechnen wir z.B. damit, wöchentlich 1/3 unserer Waren loszuwerden oder mehr oder weniger? Für weitere Antworten schon mal herzlichsten Dank.
Grüße, Anne

Hallo Anne,

Mir ist aber noch nicht so ganz klar, wie wir eine
Umsatzvorschau erstellen. Was können wir veranschlagen, wenn
wir nicht wissen, wieviele Kunden unseren Laden (bei recht
guter Lage in der Nähe eines großen Einkaufszentrum, also mit
eigentlich mit viel Laufkundschaft) besuchen werden und
wieviel von welchen Produkten in welcher Höhe sie
voraussichtlich kaufen werden? Rechnen wir z.B. damit,
wöchentlich 1/3 unserer Waren loszuwerden oder mehr oder
weniger?

Nun, das ist natürlich bei jedem der den Schritt in die Selbstsäntigkeit tut und dazu noch im Einzelhandel, eine zentrale und zugleich recht schwierige Frage.
Eine Überlegung wäre es, sich z.B. an anderen „Läden“ zu orientieren, die eine annähernd gleiche Geschäftsidee verfolgen. Natürlich wird man dort keine freiwilligen Aussagen zu Absatz und Preispolitik erhalten. Aber hier müsste man dann aus dem was man sehen kann, etwas für sich ableiten.

Dann könnte man es aber auch noch auf der „rationaleren“ Ebene versuchen und sich von seinen zur Verfügung stehenden Mitteln ausgehend überlegen, was man sich am Anfang leisten kann. Sollte man vielleicht erst mit ein paar wenigen Produkten starten und die Entwicklungen abwarten oder gleich in die vollen gehen und sich die „Regale“ vollpacken ? Man könnte, wenn man mit weniger anfängt, ja auch gleichzeitig auf die Werbung setzen und neue Produkte bzw. weitere Produkte zeitgleich ankündigen.

Stichwort: Werbung. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass eine verstärkte und sinnvolle Werbetätigkeit gerade zu Beginn einen durchaus spürbaren Einfluss auf den Absatz -bei solchen kleineren Unternehmungen- hat bzw. haben kann.

Ihr solltet auf jeden Fall bei Euren Überlegungen einkalkulieren, dass es zu Beginn eher schlechter als besser laufen wird. Oftmals kommt es auch vor, dass nach einer recht erfolgreichen Startphase, die sich daran anschließenden Verkaufsaktivitäten „normalisieren“ bzw. teilweise sogar zurückgehen. Das ist oftmals dann der Fall, wenn man mit einem zu „ambitionierten“ Startprogramm (gerade in Sachen Absatz) begonnen hat.

Vielleicht wären auch „Testverkäufe“ erst einmal eine Möglichkeit, die Reaktion der potentiellen Kunden festzustellen.

VG
TraderS

Hallo Anne,
Ihr könntet bei der IHK nachfragen bezüglich verschiedener Zahlen wie: Kaufkraft in der Stadt, Kaufkraft im Stadtteil. Es gibt bei er IHK auch Zahlen über die Umsatzgröße vergleichbarer Läden. Hier hilft nur durchfragen und im Internet suchen.

Wenn Ihr den Laden übernehmt gibt es ja auch schon Vergleichszahlen. oder?

Ich würde mich auch im Einkaufszentrum erkundigen, ob die asiatische Ware verkaufen, wenn ja zu welchem Preis und das dann mit euren Großhandelspreisen vergleichen.

Wenn Ihr höhere Preise habt, warum sollten dann die Kunden bei euch kaufen? Darauf müsst Ihr eine gute Antwort finden…

Auf jeden Fall solltet Ihr eure Unkosten und den Wareneinsatz berechnen und dann realstisch auf die Kundenanzahl (geschätzt aus Kaufkraft, Einwohner, Besucher im Einkaufszentrum etc.) runterrechnen. Erst wenn das positiv ist würde ich weitere Schritte unternehmen.

Gruß
nala

Hallo Anne,
ich stand neulich auch vor diesem Problem. Ich eröffne im Juli einen Spielwarenladen und hab mein Konzept eingereicht.
Fang damit an, wieviel Umsatz du machen musst, um deine Kosten zu decken. Um eine ungefähre Handelsspanne zu erfahren, kannst du die marktübliche Preise benutzen. Dann weißt du auch, wieviel Materialeinsatz du bei so und soviel Umsatz brauchst.
Umsatz minus Materialeinsatz ist der Roherlös. Es muss wenigstens soviel Roherlös bleiben, dass dieser kostendeckend ist.
Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Erfolg! Hilfreich waren mir die egoPiloten, die es in fast jeder Stadt kostenlos gibt.
Wenn du Fragen hast, kannst du mich ruhig anmailen.

Liebe Grüße Herzblume

Sorry, dass ich hier noch eine Antwort schreiben muss.
Hab vergessen:

Ich hab für das Erstellen des Konzepts und vor allem für Liefereranfragen ein Nebengewerbe angemeldet. Das darfst du auch, wenn du später den Gründerzuschuss in Anspruch nehmen möchtest. Mit dem Gewerbeschein als Nebengewerbe bekommst du alles, was du brauchst.

LG Herzblume