Ja, zur Rente mit 60
Ich bin 1967 in die Arbeitswelt eingestiegen und seither, bis auf ¼ Jahr Arbeitslosigkeit, stets in Lohn und Brot. Einen Beruf erlernt, sich in der Branche umgeschaut, weiter entwickelt zum „Staatl. geprueften Betriebswirt" und ueber Jahre nun schon verantwortlich taetig.
Unser Rentensystem basiert auf dem Generationsvertrag, und wenn ich mir vor Augen halte, was ich und alle anderen Pflichtigen hier jaehrlich in die Rentenkasse eingezahlt haben, ist dies eine unvor-
stellbare Summe, denn zweifelsohne sind in den frueheren Jahren wesentliche Ueberschuesse erzielt wurden. Diese Ueberschuesse , ordentlich verzinst angelegt, waeren heute Milliarden Ruecklagen aus denen der Staat, auch in Betracht des demographischen Faktors, seine Buerger mit 60 und mindest mit 70% des letzten Nettolohnes in Rente schicken koennte, ohne wie heute, die Loesung dieses gesellschaftlichen Problems auf die Tarifparteien abzuschieben.
Die Politik und ihre Politiker haben sich schamlos aus der Rentenkasse bedient, dieses Problem vor sich hergeschoben und mit ihren Entscheidungen noch verschaerft. Ich erinnere hier nur an die im vergangenen Jahrzehnt stattgefundenen industriellen Fussionen, 1992 waren es weltweit1500 , 1998 bereits 24000 und davon in Deutschland allein 1600.Hunderttausende Arbeitsplaetze sind wegge-
fallen und dadurch auch Einnahmen in die Rentenkasse. Die Regierung Kohl sagte „ja" zu Europa aber zu allem anderen „nein". Es fehlen Fussionskontrollen und Regelmechanismen, dies hat nichts mehr mit marktwirtschaftlichen Belangen zutun, es ist die totale Konzentration der Macht, der Kodex fehlt mehr und mehr!
Die Politiker und die Unternehmer haben fuer sich politisches und finanzielles Kapital geschaffen und zu Lasten der breiten Masse , soziales Kapital abgeschafft.
Ich werde 35 Jahre meinen Beitrag in die Rentenkasse einzahlen, bei dieser Misswirtschaft und den Aussichten, nicht einen Tag laenger.
In der Hoffnung, das, wenn ich mit 60 aus dem Arbeitsleben ausschei-
den moechte, es auch noch eine kleine Betriebsrente gibt, werde ich gemeinsam mit meiner privaten Vorsorge noch ein hoffentlich langes und bei bester Gesundheit, gemeinsam mit meiner Frau , vitales und
finanziell ausreichendes 3.Lebensdrittel gestalten. Wer gern laenger arbeiten moechte, sollte dies auch tun koennen, ich wohl nicht.
Mein Ausscheiden mit 60 und das vieler anderer auch, schafft doch Platzt und bringt fuer junge Leute Arbeit, auch wenn dieses Verhaeltnis nur mit 6:1 heute beziffert wird. Aber daran ist auch besonders die Industrialisierung und Globalisierung schuld, die determinierte 2-Stufengesellschaft, der Alleshaber und der Habenichtse; und in diesem Zusammenhang von gesellschaftlichem Frieden zu reden, ist wohl eine revolutionaere Idee !!!
Ich wuensche mir, so schnell als moeglich 60 zu werden, bis dahin meinen Job zu behalten, gesund zu bleiben um dann in Frieden meinen 3.Lebensabschnitt geniessen zu koennen.