bezüglich der empfehlung tagesgeldkonto stimme ich zu.
wenn du aber längerfristig anlegen willst,musst du dich
UNBEDINGT SELBST schlau machen–du kannst andere fragen,wenn
du was nicht verstehst,aber die grundlagen musst du selbst
ERARBEITEN.
Hallo
Genau das versuch ich gerade. Und bis ich mehr weiss bleibt
das Geld auch auf einem Tagesgeldkonto und bringt zur Zeit 3%
im Jahr. Wenn ich mich dazu durchring es ein Jahr fest
anzulegen krieg ich sogar 4,3 %.
Ich wuerde dir auch zum Tagesgeld raten. Alternativ gaebe es auch steuersparende und fast aber nicht ganz so sichere Anlagemoeglichkeiten, was bei einem derartigen Betrag ja auch relevant werden koennte (je nachdem, was du sonst so fuer Einkuenfte hast).
Dazu unten mehr.
Ich würde trotzdem gern mal verstehen, wo das Geld bei solchen
Fonds herkommt und was die so abwerfen.
Zuerst zu den Rentenfonds: der Fonds investiert das angelegte Geld in Anleihepapiere. Das koennen Staatsanleihen sein oder Unternehmensanleihen. Da die Laufzeiten der Anleihen recht lange sind, erzielen sie hoehere Zinsen als z.B. deine Einjahresanlage. Ausserdem sind die Schuldner oft nicht ganz so vertrauenswuerdig wie deine durch einen Einlagensicherungsfonds abgesicherte Bank (das Unternehmen koennte pleite gehen), und um das erhoehte Risiko auszugleichen, muessen die Schuldner ihren Anleiheglaeubigern hoehere Zinsen zahlen. Der Rentenfonds reduziert fuer ihn dieses sogenannte Emittentenrisiko, indem er in viele verschiedene Anleihen unterschiedlicher Schuldner anlegt. Daher koennen Rentenfonds mehr abwerfen als dein Festgeld.
ANDERERSEITS gibt es bei Anleihen auch ein Kursrisiko: der Schuldner zahlt immer erst am Ende der Laufzeit. Will man vorher an das Geld, muss man die Anleihe an der Boerse an einen anderen verkaufen. Sind aber in der Zwischenzeit die Marktzinsen gestiegen, wird derjenige einem fuer eine in seinen Augen schlecht verzinste Anleihe WENIGER als den Nennwert der Anleihe zahlen (und damit doch eine fuer ihn akzeptable Rendite auf das eingesetzte Geld erhalten). Je laenger die Restlaufzeit der Anleihe, desto ferner die Rueckzahlung des Nennwerts und desto staerker die Kursschwankung. Daher kann der taeglich festgestellte Anteilswert eines Rentenfonds auch fallen – dieser Wert reflektiert immer den Boersenwert der Anleihepapiere.In Zeiten steigender Zinsen sind Rentenfonds, speziell solche, die in langlaufende Papiere investieren, keine gute Anlage (bringen dann ±0%). Fallen die Zinsen hingegen, sind sie eine sehr gute Anlage (deutlich besser als Festgeld).Kurzlaufende Rentenfonds sind davon allerdings nur wenig betroffen (sie aehneln mehr Geldmarktfonds).
So, und es gibt einen Trick, wie man mit Anleihen steuerfreie Gewinne machen kann: man kauft eine Anleihe, die unter ihrem Nennwert notiert und laesst sie bis zum Ende laufen. Die Zinsen muessen versteuert werden, aber der Kursgewinn ist steuerfrei. Es gibt spezielle steueroptimierte Rentenfonds, die in derartige Papiere investieren. Ein oft geruehmter derartiger Fonds, der in Kurzlaeufer investiert (also auch steigende Zinsen uebersteht), ist z.B. der Cominvest Adireth. So etwas koennte fuer dich interessant sein. Allerdings lohnt sich das Investment ueber ein Jahr nur dann, wenn du den Fonds ohne oder mit stark reduziertem Ausgabeaufschlag kaufen kannst (Ausgabeaufschlag == einmal anfallende Provision bei Fondskauf). Ueber das letzte Jahr hat dieser Fonds z.B. +4,03% erwirtschaftet und diese zum grösseren Teil steuerfrei.
Bei der Funktionsweise von Geldmarktfonds bin ich mir selbst nicht ganz sicher. Im Endeffekt legen sie das Geld wohl aehnlich an wie die Bank, die dir ein Tagesgeldkonto anbietet – sie verleihen es mit kurzen Fristen (und/oder legen es in Anleihepapieren mit sehr kurzer Restlaufzeit an?). Sie sind auch nicht viel besser als die Bank. Allerdings waechst das Fondsvermoegen bestaendig an, d.h. der Zins wird praktisch fortlaufend gezahlt, und sie bieten immer einen Zins, der nahe am aktuellen Geldmarktzins ist (die Bank laesst sich bei Zinserhoehungen beim Tagesgeldkonto gerne auch mal etwas Zeit). Nachteilig ist, dass der Fonds auch etwas an Kosten berechnet (allerdings meist keinen Ausgabeaufschlag). Ein Geldmarktfonds kann einen Tick besser als ein Tagesgeldkonto sein und ist genauso sicher.
So, ich hoffe, ich konnte dir helfen, sorry, dass es so lang geworden ist.
Gruesse,
Sebastian