Rentenfonds und Sicherheit

Guten Morgen Forum,

nach einem Gespräch mit meiner Bank über diverse Fonds habe ich eine Frage an Euch.

Wie sicher sind Rentenfonds ? Anlagedauer 5 Jahre und mehr, Einmaleinzahlung. In der Finanztest wurden verschiedene Rentenfonds bewertet und der Berater meinte wenn ich einen aus den Top 20 nehem bin ich auf der sicheren Seite - wie sicher konnte er mir nicht sagen. Warum sind Rentenfonds also so sicher ? Oder war das eine Falschaussage ?

Danke

Gerd.

Hallo,

Wie sicher sind Rentenfonds ? Anlagedauer 5 Jahre und mehr,
Einmaleinzahlung. In der Finanztest wurden verschiedene
Rentenfonds bewertet und der Berater meinte wenn ich einen aus
den Top 20 nehem bin ich auf der sicheren Seite - wie sicher
konnte er mir nicht sagen. Warum sind Rentenfonds also so
sicher ?

Rendite und Risiko verhalten sich proportional. Wenn Du einen Rentenfonds kaufst, der nur in staatliche Wertpapiere investieret, wird dieser auch keinen Ausfall verzeichnen und damit auch kein Geld verlieren. Stattdessen vereinnahmt er die gezahlten Zinsen und mehrt damit sein Vermögen, was bei Dir zu einer Kurssteigerung oder Ausschüttungen führt. Nimmst Du hingegen einen spekulativen Fonds, der sich an Junk Bonds und high-yield-Anleihen „beteiligt“, wird er sicher irgendwann mal eine Pleite erleben, die dann ertragsmäßig hoffentlich durch die höheren Zinssätze der erworbenen Anleihen aufgewogen wird. Wenn nicht, gibt’s Verluste.

Solange Du also nicht weißt, was Du willst, kann man Dir auch nicht viel raten.

Gruß,
Christian

Danke Christian.

Solange Du also nicht weißt, was Du willst, kann man Dir auch
nicht viel raten.

Ich habe konkrete Vorstellungen was ich möchte und lies mich bei 3 verschiedenen Banken beraten. Allerdings bin ich nach den Gesprächen sehr verunsichert. Alle drei Berater haben mir diverse Fondsparpläne vorgschlagen. Ich kann aber überhaupt nicht beurteilen ob diese Fondzusammenstellung Sinn macht oder welcher Berater die für mich besten Fonds rausgesucht hat. Leider habe ich wenig Ahnung, so dass ich auf Beratung angewiesen bin. Jetzt bin ich so schlau wie zuvor und weiß nicht was ich tun soll.

Gerd.

Hallo,

Rendite und Risiko verhalten sich proportional. Wenn Du einen
Rentenfonds kaufst, der nur in staatliche Wertpapiere
investieret, wird dieser auch keinen Ausfall verzeichnen und
damit auch kein Geld verlieren. Stattdessen vereinnahmt er die
gezahlten Zinsen und mehrt damit sein Vermögen, was bei Dir zu
einer Kurssteigerung oder Ausschüttungen führt. Nimmst Du
hingegen einen spekulativen Fonds, der sich an Junk Bonds und
high-yield-Anleihen „beteiligt“, wird er sicher irgendwann mal
eine Pleite erleben, die dann ertragsmäßig hoffentlich durch
die höheren Zinssätze der erworbenen Anleihen aufgewogen wird.
Wenn nicht, gibt’s Verluste.

Soweit richtig und wichtig.
Vielleicht sollte man noch ergänzen, das dies nur im Hinblick auf die Emittentensicherheit gilt.
Selbstverständlich kann der Anlager aber auch mit einem Fonds der ausschließlich in Renten höchster Bonität investiert Verluste machen.
Nämlich dann, wenn in einer Niedrigzinsphase der Fondsanteil gekauft und in einer Hochzinsphase wieder verkauft wird. Dann sind nämlich die Kurse der Renten gesunken und diese sind Berechnungsgrundlage für die täglich ermittelten Rücknahmepreise der Fonds.
Diese Kursverluste sind umso höher, je länger die Restlaufzeit der Renten ist.
Also bei der Auswahl des Fonds auch auf die durchschnittliche Restlaufzeit der Renten achten, da wir aktuell wohl kaum in einer Hochzinsphase sind.
Hinzu kommt bei Fonds die Fremdwährungsrenten beimischen natürlich das Währungsrisiko.

Wenn Du hohe Sicherheit willst, kommen z.B. Geldmarktfonds auf Eurobasis in Frage. Kein Devisenrisiko, so gut wie kein Risiko Kursverluste zu machen, aber aufgrund des niedrigen Risikos natürlich auch niedrige Rendite. Als Beispiel: Activest Euro Geldmarkt Plus

Etwas mehr Rendite/Risiko gibt es bei Rentenfonds mit kurzen Restlaufzeiten. Beispiel: BHF Corporate 1 FT.

Eventuell wären offene Immobilienfonds eine Alternative. Gute Fonds haben durchaus Renditen in der Größenordnung von Rentenfonds, sollten aber deutlich länger als 5 Jahre gehalten werden.
Beispiel: CS Euroreal oder SEB Immo-Invest.

Solange Du also nicht weißt, was Du willst, kann man Dir auch
nicht viel raten.

Richtig. Insbesondere über Risikobereitschaft, Anlagedauer und Anlagehöhe sollte man sich im klaren werden.
Auch wichtig: Ist es eine Einmalanlage oder eine regelmäßige monatliche Anlage (ggf wg cost-average-Effekt).
Und bitte auf dem Boden bleiben. Also niemals die Gesamtersparnisse in einen Biotech-Fonds investieren und sich später wundern wo das Geld geblieben ist. Sondern das Basisvermögen sollte verfügbar und mit geringem Risiko angelegt sein.
Zusätzliche Beträge können dann auch mal in riskantere Anlagen gesteckt werden.
Beispiele dafür:
bei Renten: Oppenheim Extra Portfolio
bei Michfonds: Invesco Capital Shield

Recht ordentliche Infos gibt es auf der Seite www.onvista.de

Gruß
Jürgen

Danke, das war Interessant.

Eine letzte Frage: Wer hilft mir bei der Auswahl der richtigen Fonds (Rente/Immoblien/Geldmarkt…) oder Geldanlagen die auf meine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Wenn ich zur Bank gehe bieten die Berater X mir ihre Produkt X an (was ja ok ist). Bei der nächsten Bank wird mir dann Produkt y angeboten, bei Bank Nr.3 ist es dann das Produkt z etc. Wer kann mir aus dem Sammelsurieum der Angebote das Optimale für mich rausfiltern ? Ein Finanzberater bzw. Makler ?

Gerd.

haLLo gerd,

beratung erhältst du bei deiner verbraucherzentrale für kleines geld.
ich hoffe, doch, du willst nicht dein ganzes geld in rentenfonds investieren? das wäre nicht klug.

strubbel
$:open_mouth:)

Hallo strubbel

genau darum ging es in dem Beratungsgespräch. Wieviel meines Vermögens soll ich in Fonds investieren. Das hängt natürlich von vielen Faktoren ab, aber es ist sehr interessant: Berater 1 hat mir geraten ca. 30 % meines Vermögens in Form von Fonds anzlegen, Berater 2 rät ganzlich von Fonds ab und Berater 3 man glaubt es kaum rät zu 50 % (da seine Fonds so toll sind). Das Problem ist nun also wem ich glaube soll.

Was hälst du eigentlich von Fonds-Brokern wie z.B. laransa ?

Danke

Guten Morgen Forum,

Guten Morgen!

nach einem Gespräch mit meiner Bank über diverse Fonds habe
ich eine Frage an Euch.

na - dafür sind wir gerne da :wink:

Wie sicher sind Rentenfonds ?

Dazu etwas grundsätzliches (da die anderen Experten dazu noch nichts geschrieben haben).
Rentenfonds investieren in festverzinsliche Wertpapiere unterschiedlicher Emmitenten (das führt zu unterschiedlichen Laufzeiten der im Fonds gehaltenen Wertpapiere, zu unterschiedlichen Zinsen, zu unterschiedlichen Risiken – dazu hilft ein Blick in den Fondsprospekt und da vor allem auf die Anlagephilosophie).
Der Rentenmarkt (und somit auch die Kurse der Rentenfonds) hängen entscheidend vom Zinsniveau ab: Bei fallendem Zinsniveau (wie in den letzten 10 Jahren!) steigen die Kurse der „Rentenpapiere“ und umgekehrt: bei steigendem Zinsniveau fallen die Kurse (auch die der Rentenfonds…)
Es ist also (wie immer bei Fonds) eine Frage des antizyklischen Handelns…und hier muss man die Frage beantworten: wie wird sich das Zinsniveau verändern (über die geplante Anlagezeitdauer gesehen).

Anlagedauer 5 Jahre und mehr,Einmaleinzahlung.

Hmmm-bei Einnmalzahlung ist das natürlich immer schwierig…Zunächst mal kommt der Ausgabeaufschlag dazu (besser: der entsprechende Anteil wird gleich vorweg als kosten abgezogen); bei 2,5% oder 3% der Anlagesumme muss der Rentenfonds schon fast 5% im ersten Jahr bringen, damit man nach einem Jahr wieder sein Geld auf Einstandswert hat…

Die entscheidenden Frage, die Du Dir stellen musst ist die: was möchte ich mit dieser Geldanlage erreichen?
Mögliche Zielstellungen können sein (absolute Kapitalsicherheit? – die gibts bei Fonds nie!; höhere Rendite im Vergleich zu??; jederzeitige Verfügbarkeit?? Passt diese Form der Geldanlage zu meinem „Gesamtdepot“ (damit meine ich alle bisherigen Geldanlagen) usw usf.)

In der Finanztest wurden verschiedene
Rentenfonds bewertet und der Berater meinte wenn ich einen aus
den Top 20 nehem bin ich auf der sicheren Seite - wie sicher
konnte er mir nicht sagen.

Bei einem Fondsparplan über 5 und mehr Jahre könnte ich mich dem anschließen…

Warum sind Rentenfonds also so sicher ? Oder war das eine Falsch-:aussage ?

Sicherheit ist ein relativer Begriff…vernünftig strukturierte Rentenfonds haben eine geringere Volatilität (Schwankungsbreite) als zB Aktienfonds.
Im Vergleich zu Festgeldanlagen oder Bundesschatzbriefen sind sie „relativ unsicher“ (eben wegen möglicher Kursschwankungen)

Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht noch mehr verwirrt…

Danke

Bitte.

Gruß von Fennchurch

Guten Morgen Fennchurch!

Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht noch mehr verwirrt…

Nein das war verständlich erklärt. Besten Dank. Jetzt muss ich nur noch einen vernünftigen Mix an Fonds erstellen und dann gehts los. Aber darin steckt genau das Problem. Am einfachsten wird es wohl sein die Fondzusammenstellung einem provessionellen Unternehmen zu überlassen. Nach vorheriger Beratung natürlich.

Gruß

Gerd.

Hallo Gerd,

Eine letzte Frage: Wer hilft mir bei der Auswahl der richtigen
Fonds (Rente/Immoblien/Geldmarkt…) oder Geldanlagen die auf
meine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Wenn ich zur Bank gehe
bieten die Berater X mir ihre Produkt X an (was ja ok ist).
Bei der nächsten Bank wird mir dann Produkt y angeboten, bei
Bank Nr.3 ist es dann das Produkt z etc. Wer kann mir aus dem
Sammelsurieum der Angebote das Optimale für mich rausfiltern ?
Ein Finanzberater bzw. Makler ?

Da sprichst Du einen wichtigen Punkt an.
Jede Bank kooperiert i.d.R. nur mit einer Fondsgesellschaft und zwar der eigenen (Sparkasse > Deka, Dresdner Bank > DIT, Deutsche Bank > DWS, usw.). Einige Institute bieten zwar grundsätzlich auch Fremdfonds an, stellen aber die eigenen Fonds in den Vordergrund. Der Grund ist einfach. Zum einen liegen für die eigenen Fonds die meisten Infos vor und zum zweiten sind da die Provisionen am höchsten.

Über Direktbanken bekommst Du Fonds von verschiedenen Gesellschaften, aber meist keine Beratung. Wenn Du also weißt was Du willst (welcher Fonds mit welchem Betrag) dann ist das eine Möglichkeit.

Um reine Fondsmakler ist es seit dem Niedergang der Börsen sehr ruhig geworden. In den Boomjahren sind diese Makler wie Pilze aus dem Boden geschossen und seit 2000 auch genauso schnell wieder verschwunden.

Unabhängige Finanzberater sind die dritte Möglichkeit. Sie können fast alle in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Fonds anbieten. Er kann auch bei der Wahl der Verwahrung helfen (direkt bei der Fondsgesellschaft oder in einem Sammeldepot).
Vorteil: Es ist dem Finanzberater egal, von welcher Gesellschaft Du den Fonds kaufst, da er alle im Angebot hat.
Außerdem hat er evtl. noch andere Lösungen parat, da er über den „Tellerrand“ eines Fonds hinausschauen kann.

Wenn Du konkretes speziell zu Dir wissen möchtest schick mir einfach eine Mail.

Beste Grüße
Jürgen