Unser Rister ist ein Adam Riese. Doch wirklich, er kann hervorragend rechnen.
Er erläßt den Rentzahlern 0,2% vom Beitrag und sagt: „dafür müßt Ihr aber für 100,- DM eine private Lebensversicherung machen!“
Hat der die 0,2% von seiner Pension aus gerechnet?
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
fast möchte man bei Deiner Frage lachen, wenn es nicht so haarig wäre. Ich bin kein Renten-Experte, aber diese Rechnung erscheint mir nicht koscher: Etwas weniger zahlen bei der Rentenversicherung, dafür mehr aus der eigenen Tasche für die Altersvorsorge, Renten sinken.
Mir gefällt diese Umverteilung nicht, weil sie bei Dir zwei Eindrücke weckt: Zum einen die Umverteilung selbst; meiner Ansicht hätte man alles beim Alten lassen können, und es wäre genauso schlecht. Zum anderen habe ich das Gefühl, dass wiederum am Portemonnaie der Bevölkerung geknabbert wird
Es sind stets vermeintlich kleinen Dinge bzw. kleinen Beträge, für die man aufzukommen hat: Mehrwertsteuer, Solidaritätszuschlag, der Grüne Punkt, KV-Erhöhung usw. Für sich allein nicht viel, aber in der Kumulation gesehen bleibt immer weniger vom Geld übrig. Wo wandert dieses Geld hin?
Marco
PS: Vielleicht ist die Rentenreform auch bloss ein Missverständnis, und statt unserer soll die Rente von Riester reformiert werden. Schliesslich braucht er ja auch noch ein bisschen Altersgeld, das er in Ruhe in seinem Häuschen geniessen kann, welches er derzeit in Kärnten bauen lässt.
hallo, Marco,
eigentlich bin ich ein Anhänger der eigenverantwortlichen Rente.
Mein Model wäre: jeder Deutsche (die Betonung liegt auf jeder,auch Selbständige) muss für einen bestimmtemn Prozentsatz seines Einkommens eine Rentenversicherung (welcher Art, da kann man ja noch diskutieren) abschließen. Das Ergebnis: die Renten wären (z.B. bei gleicher Einzahlungshöhe wie in die staatl. Rentenversicherung) um mindestens das doppelte höher. Was macht der Mensch mit diesem Geld? Er gibt es aus: für sich, für die Kinder, die Enkel… Das Geld kommt wieder in den Kreislauf, es wird investiert. Mehr kaufen = mehr Arbeitsplätze = mehr Gewinn für die Industrie. Das Problem sind nur diejenigen, die schon jahrelang in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Obwohl auch das kein Problem wäre: das bisher angesparte Geld braucht nur als Einmalbeitrag in eine Versicherungsart eingezahlt werden. Meist müsste der zukünftige Rentner nicht mal mehr einzahlen: die Rente wäre schon irre hoch. Die Bezahlung der bestehenden Renten wäre dann auch kein Problem mehr: würde man für die Rentner von heute eine Erhöhuing der Mehrwertsteuer verwenden (natürlich nach Abschaffung der Beitragszahlungen in die BfA), wären 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: diese Rentner hätten weiter ihre Rente und die Gesamtbelastung der Bevölkerung wäre niedriger. Warum Mehrwertsteuer? Es ist eine der wenigen Steurarten, die von jedem beszahlt werden. Denn: jeder Deutsche profitiert vom Einkommen der Rentner. Also ist es doch nicht ungerecht, wenn jeder sein Scherflein dazu beiträgt.
Nachteil (ein extrem großer): die Regierungen (gleich welcher Farbe) könnten keine rentenfremden Leistungen mehr damit finanzieren.
PS: Vielleicht ist die Rentenreform auch bloss ein
Missverständnis, und statt unserer soll die Rente von Riester
reformiert werden. Schliesslich braucht er ja auch noch ein
bisschen Altersgeld, das er in Ruhe in seinem Häuschen
geniessen kann, welches er derzeit in Kärnten bauen lässt.
Ich vermute, es wird ein sehr bescheidenes: so etwa ein 1-Raim Häuschen! Mir kommen gleich die Tränen.
Grüße
Raimund
Hi, Riester is n Adam R i e s t e´r
also insgesamt gesehen ist die Rentenreform kritisch zu betrachten, aber eigentlich ist sie sozialer geworden, wenn die Grundsicherung eingeführt wird, ( dieses soziale Element blockt die C D U ab), dabei geht mir der Draht in der Mütze hoch.
schüß
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo,
eigenverantwortliche Rente ja, aber nur einen Teil, dass
„Sahnehäupchen“ zu staatlichen Rente.
Die staatliche Rentenversicherung ist die einzige Ver-
sicherung, die den 1. und 2. Weltkrieg überstanden hat und
Diese zu hegen und pflegen muss unser höchstes Ziel sein.
Auch wenn wegen des Generationsproblems die Rente etwas ge-
kürzt werden muß. In der Altersversorgung gibt es auser
für Stinkreiche keine Alternative.
MfG
Dass es auch anders geht, erkennst Du an Versicherungen wie beispielsweise die CLERICAL MEDICAL: die gibt es seit 1824 und hat noch in keinem Jahr mit der Gewinnausschüttung unterbrochen. Es kommt immer darauf an, wie ein Tarif abgesichert wird.
Der Hinweis auf stnkreiche ist zweierlei falsch: erstens ist es ein Gefühlsbegriff und deutet auf Neid hin (ich hoffe Du kannst Dich davon frei machen) und zweitens ist ein Beitrag von 500,- DM monatlich bei einem Einkommen von ca. 8.000,- DM kein Beitrag für „Stinkreiche“. Das Ergebnis dagegen würde aus so einem „Sparer“ tatsächlich einen Stinkreichen machen: bei Einschluss einer 3% Dynamik (Ausgleich der Inflation) käme für einen 25 jährigen eine Rente von 10.000 bis 20.000,- DM monatlich herraus. Vergleiche das mal mit der staatlichen Rente.
Grüße
Raimund
Dass es auch anders geht, erkennst Du an Versicherungen wie
beispielsweise die CLERICAL MEDICAL: die gibt es seit 1824 und
hat noch in keinem Jahr mit der Gewinnausschüttung
unterbrochen. Es kommt immer darauf an, wie ein Tarif
abgesichert wird
Konnte vor den Weltkriegen vom Normalverbraucher nicht abgeschlossen werden
Der Hinweis auf stnkreiche ist zweierlei falsch: erstens ist
es ein Gefühlsbegriff und deutet auf Neid hin (ich hoffe Du
kannst Dich davon frei machen) und zweitens ist ein Beitrag
von 500,- DM monatlich bei einem Einkommen von ca. 8.000,- DM
kein Beitrag für „Stinkreiche“. Das Ergebnis dagegen würde aus
so einem „Sparer“ tatsächlich einen Stinkreichen machen: bei
Einschluss einer 3% Dynamik (Ausgleich der Inflation) käme für
einen 25 jährigen eine Rente von 10.000 bis 20.000,- DM
monatlich herraus. Vergleiche das mal mit der staatlichen
Rente
Neid???, Nicht nötig: Ein Haus mit riesen Grundstück in einer
wunderschönen Gegend mit 3 Autos und einem Bike in der Garage,
einen sicheren und kriesenfesten Traumjob. Wat i want more ?
Aber ich kenne eben viele Familien, da sieht alles ganz anders
aus.
Im übrigen hätte man von einer deutschen priv. Rentenversicherung nach den Inflationen nicht mal mehr einen
Nachttopf bekommen.
Aber als Versicherungsspezalist erzähle ich Dir sicher nichts Neues.
MfG
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
danke für Deine Auffassung/Erklärung.
Ich kann es zwar nicht oder nicht genau belegen, sondern sage es mehr aus dem Bauch heraus, aber wenn ich mir betrachte, wie die Politik in diesem Land gelaufen ist, so glaube ich, dass weitere Umverteilungen von unten nach oben stattfinden, dass das Rentenproblem immer wieder vor sich hergeschoben wurde, dass die Politik exzellent ihre scheinbare Inkompetenz bewiesen hat. Doch wir wissen, Politiker sind nicht wirklich dumm oder inkompetent, sondern unterliegen Sachzwängen, die erstaunlicherweise durch eine Eins und mehrere Nullen schnell beseitigt werden können.
Schon 1986 oder 1987 erklärte mir ein Personalchef en detail, warum das Rentensystem wird nicht mehr hinhauen wird. Ich wundere mich doch ein bisschen, wie es möglich ist, dass Experten oder „zumindest“ Menschen mit gesundem Menschenverstand zukünftige Probleme schon heute zu erkennen wissen - nur die Politik nicht. Für mich bedeutet das schlicht und einfach: sie will nicht, und über die Gründe mag man spekulieren.
Marco
…der immer müder wird.