Hallo effel,
bevor ich auf einige Details, die mir aufgefallen sind, eingehe, soviel vorab:
Ob eine Rentenversicherung das geeignete Instrumentarium zur Altersvorsorge ist, hängt von vielen Faktoren ab. Der dabei aber stets entscheidende (und von vielen „Beratern“ dennoch häufig unberücksichtigte) Punkt ist, ob sich der Vorsorgende damit langfristig (!!) wohlfühlt und von seiner Art der Vorsorge überzeugt ist.
Genau DAS scheint hier nicht mehr der Fall zu sein.
Ich überlege mir gerade meine Rentenversicherung zu kündigen
und wollte um Rat bitten. Diese habe ich im Jahr 2004
abgeschlossen.Ich bin Studentin und zahle im Moment 32,82 Euro
pro Monat. Das ist für mich ein erheblicher Betrag. ich werde
2049 mal einen Betrag 16 539 ausgezahlt bekommen.
Leider fehlt hier die Angabe des Eintrittsalters, um eine genauere Aussage zu treffen. Dennoch bin ich mal angesichts des Ablaufs in 2049 von einem Eintrittsalter 20 ausgegangen, so dass mit 65 die Auszahlung erfolgt.
Ein Vorteil eines solchen Vertrages liegt darin, dass zum Zeitpunkt des Abschlusses diese Versicherungen noch steuerfrei in der Auszahlung waren. Dies ist bei neueren Veträgen nicht mehr gegegeben und dieser Umstand muss also bei der Betrachtung mitberücksichtigt werden.
Was mich stutzig macht, sind gleich mehrere Aspekte:
1.) Warum wurde das Endalter auf 65 gesetzt (falls meine Annahme richtig ist)? Eine eventuelle gesetzliche Rente wird nach heutigem Stand ohne Abzüge nicht vor 67 zu bekommen sein. Hier fehlt dann einfach die Abstimmung.
2.) Trotz einer vereinbarten Dynamik von 3-4 % sollen nicht einmal 17.000 € zur Auszahlung kommen. Selbst wenn das nur das garantierte Kapital sein sollte, erscheint das Ergebnis doch recht mickrig.
3.) Möglicherweise wurde aber auch eine Zusatzversicherung (Berufsunfähigkeit) mitvereinbart, die natürlich ihren Beitragsanteil fordert. Dann wäre aber zu prüfen, ob diese bedarfsgerecht eingeschlossen wurde.
Ich frage mich im Moment
ob es für mich nicht besser wäre wenn ich mein Geld einfach
auf einem Konto anlegen würde. Was meint Ihr??? Ich mein würde
es keine bessere Alternative geben. Die Vericherung verdient
bestimmt genügend damit.
Die Frage nach einer Alternative ist legitim. Mit einer Anlage „einfach auf einem Konto“ kommt man aber u.U. vom Regen in die Traufe.
Zumal ein vordergründiger Vorteil schnell zum Nachteil werden kann: die Verfügbarkeit.
Einige AV-Produkte werben mit ihrer schnellen Verfügbarkeit. Das mag im ersten Moment vorteilhaft sein, verführt aber auch den ein oder anderen Sparer dazu, auch einmal aus „nichtigen“ Gründen Geld abzuziehen. Altersvorsorge verlangt aber zu allererst einmal eine hohe Disziplin.
Ach ja, und es ist natürlich richtig, dass die Versicherung an dem angelegten Geld gut verdienen. Das tuen aber alle anderen (Banken, etc.) auch.
Viele Grüße
Frank Hackenbruch