der Lehrer meines Nachhilfeschülers hat mich wieder mal vor ein Rätsel gestellt: er erzählt irgendwas von renundanten Daten…
meine Nachfrage, ob sich mein Schülerlein wohl verhört hat und der Lehrer „redundant“ gesagt hat, wurde vehement verneint, der Lehrer hätte es auch so an die Tafel geschrieben.
Und nu ihr: was heißt renundant? Bzw. jibbet dit überhaupt?
ich bin der Meinung, dass es in deinem Kontext redundant heißen muss.
Das Begriff „renundant“ existiert definitiv nicht und lässt sich sicher auch nicht von „Renunziation“ oder „renunzieren“ herleiten. Meine ziemlich verschütt gegangen Lateinkenntnisse reichen jedenfalls dafür noch aus, um dieses ominöse Wort nicht von „Renunziation“ herleiten zu können. Was sollte bitteschön auch der Sinn davon sein?
Unter „redundanten Daten“ kann ich mir allerdings schon etwas vorstellen.
ich bin der Meinung, dass es in deinem Kontext redundant heißen muss.
Das Begriff „renundant“ existiert definitiv nicht und lässt sich sicher auch nicht von „Renunziation“ oder „renunzieren“ herleiten.
Ein von „renunzieren“ abgeleitetes Partizip I müsste renunziant heißen.
das muss einfach ein Missverständnis sein. Redundante Informationen sind ähnliche Informationen. Was immer dem Gedächtnis redundante Infos angeboten werden, kommt es zu einer Lernhemmung. Vielleicht hat er das gemeint? Wie auch immer: es muss eigentlich „redundant“ heißen.
So lalal
Tschüß
Rob
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Was immer dem Gedächtnis redundante Infos angeboten
werden, kommt es zu einer Lernhemmung.
Wie denn solches, lieber Robert?
Redundanz ist ein äußerst wichtiges und nützliches Prinzip!
Auch in deinem Gehirn werden Eindrücke redundant abgelegt. und wenn Du Dir von wichtigen Texten auf der Festplatte Deines PC eine Sicherungskopie (vulgo Backup) machst, was ist das anderes als Redundanz. Erst die Wiederholung - die Redundanz - macht Lernen überhaupt möglich. So wie Welle auf Welle den Strand formt, (Das Wort Redundanz kommt ja vom lateinischen „unda, -ae“ = Welle und der Vorsilbe „re-“ für zurück, aber auch für wieder) so ermöglicht nur das ständige Wiederholen, dass wir uns etwas einprägen.
meine Nachfrage, ob sich mein Schülerlein wohl verhört hat und
der Lehrer „redundant“ gesagt hat, wurde vehement verneint,
der Lehrer hätte es auch so an die Tafel geschrieben.
Mach Dir nichts d’raus. Es ist eine Fehlleistung des Lehrers. Ich hatte mal eine heftige Diskussion mit einem Gymnasial-Physik-Studienrat darüber, daß es nicht Präzision sondern Präzession der Kreisel-Spinachse heißt.
Die Schulbehörde vertritt manchmal den Standpunkt offensichtliche Fehler von Lehrpersonen sollten nicht korrigiert werden um deren Autorität nicht zu beschädigen.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim
Thanks @ all
Hai, meine liebsten Alles-und-Jedes-Wisser,
ich danke Euch für Eure Bemühungen und schließe aus Euren Antworten, daß der Lehrer da tatsächlich Schotter von sich gegeben hat - „zurückgetretene Daten“ sind irgendwie wenig sinnvoll…
Hallo Eckard
Dass Wiederholungen die Behaltensleistung verbessern steht außer Frage. Mein Thema war die Darbietung der gleichen Informationen in Variationen, also in ähnlicher Form. Das sind für mich redundante Infos. Es geht darum beim Lehren die Interferenz zu vermeiden. Bereits in den 70er Jahren hat Prof. Dr. Frederic Vester, Uni München das bestätigt: „Zusatzwahrnehmungen ähnlichen Inhalts stören oft das Abrufen der innerhalb des Ultrakurzzeit-Gedächtnisses kreisenden Erstinformation. Sie lassen diese ohne feste Speicherung abklingen und verhindern das Behalten. Besser ist es, die Erstinformation zunächst im UKZ abzurufen, und dann erst „Variationen über das Thema“ anzubieten.“ (Vester in "Denken, Lernen, Vergessen).
Was aber vor allem zu trifft: Ein Lehrer sollte Fremdwörter erklären
Tschüss
Robert (so lieb bin ich vielleich nicht, who knows)
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Erst die Wiederholung - die Redundanz -
macht Lernen überhaupt möglich. So wie Welle auf Welle den
Strand formt, (Das Wort Redundanz kommt ja vom lateinischen
„unda, -ae“ = Welle und der Vorsilbe „re-“ für zurück, aber
auch für wieder) so ermöglicht nur das ständige Wiederholen,
dass wir uns etwas einprägen.
Lieber Eckard.
Zur Vervollständigung Deiner Ausführungen möchte ich aber auf eine weitere Bedeutung hinweisen.
Redundanz besteht nicht nur bei WIEDERHOLUNGEN, also zeitlicher Aufeinander-Folge, sondern auch bei GLEICHZEITIGKEIT. In der Technik versteht man darunter das mehrfache Einsetzen von Bauteilen mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit. Besonders in Flug- und Raumfahrzeugen, sowie in der Wehrtechnik, wo der Ausfall von Bauteilen oder Baugruppen ein sehr hohes Risiko beinhaltet, werden kritische Teile zwei- und dreifach vorgesehen, die entweder von haus aus gleichzeitig arbeiten oder erst nach Ausfall als Ersatz einbezogen werden. Es ist der Grundsatz von ‚Doppelt genäht hält besser!‘
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim