Scheinbar ging es in der Sendung um die Marshall Inseln und um
die Nachfahren deutscher Auswanderer die dort eingewandert
waren.
Von Auswanderung konnte da keine Rede sein, da diese Siedler nur innerhalb des Deutschen Reichs vom Mutterland in die Kolonie Deutsch-Mikronesien umgezogen sind. Ihre Staatsangehörigkeit haben sie somit nicht abgelegt. Und da die deutschen Kolonien 1919 nicht von Deutschland abgetreten wurden, sondern lediglich unter Völkerbundsverwaltung gestellt, sind sie auch dann nicht automatisch ihrer Staatsangehörigkeit verlustig gegangen.
Dort wurde von einem Repatriierungsrecht gesprochen. Also
soviel wie ich verstanden habe dass die Nachfahren ein Recht
darauf haben wieder die deutsche Staatsbürgerschaft zu
erhalten.
Das kommt allein darauf an, ob die Personen noch die deutsche Volkszugehörigkeit haben.
Meine Frage lautet deshalb:
Ist es wirklich so dass Nachfahren von deutschen Auswanderern,
egal wie lange es zurück liegt dass deren Vorfahren
ausgewandert sind und egal wohin, ein Recht und Anspruch
darauf haben die deutsche Staatsbürgerschft zu bekommen und
dann auch nach Deutschland einwandern dürfen?
Ich wundere mich, denn die Auswanderer zum Beispiel von den
Marshall Inseln, sind ja schon vor einer halben ewigkeit
ausgewandert…
Im prinzip ist es ja auch so damals gewesen bei den
„Russlanddeutschen“ die dann nach einer oder mehr Generationen
nach Deutschland zurückgekehrt sind.
In Russland besteht die Besonderheit, dass jeder Bürger des Vielvölkerstaats Russlands in seinem Pass seine Nationalität stehen hat. Diese kann „nordossetisch“ sein, „tschuktschisch“ oder eben auch „deutsch“, ja sogar „griechisch“ oder „italienisch“, wenn es sich um die Nachfahren von in die Sowjetunion gefohenen Kommunisten handelt. Unbeachtlich des Umstands, dass diese kaum mehr die Sprache ihrer angeblichen Nationalität beherrschen.
Zu Zeiten war es so, dass man die Deutschen aus dem Ostblock (außerhalb der DDR, also Aussiedler) schon aus humanitären Gründen aufgenommen hat, damit sie nicht mehr als verfolgte „faschistische“ Minderheit im bösen Kommunismus darben müssen. Heute hält man es ebenso mit einwanderungswilligen russischen Juden. Das hat nichts mit Recht zu tun, sondern mit Pragmatismus (russische Juden wandern ganz überwiegend nicht in die Sozialsysteme ein), und dem Willen, in Deutschland wieder eine jüdische Kultur aufzubauen.
Bin gespannt ob dass wahr ist^^, mich plagt die Neugier,
sorry.
Wenn das so pauschal wahr wäre, dann würden womöglich 100 Millionen Nord- und Lateinamerikaner mit deutschen Wurzeln und schlechter sozialer Absicherung auf die Idee kommen, ihr Heimweh übermächtig werden zu lassen. Sie haben jedoch - glücklicherweise - zum allergrößten Teil keine deutsche Volkszugehörigkeit mehr und sind daher nicht einbürgerungsberechtigt.
Gruß
smalbop