Resorption von Alkohol

Liebe ExpertInnen,

was ist von Erzählungen zu halten, in denen der „Held“ zunächst Unmengen von Ölsardinen (inklusive Öl) zu sich nimmt und dann bei einem Saufwettbewerb sehr große Mengen Spirituosen in sich hineinkippt, die er sobald er unbeobachtet ist, wieder ausbricht. Ich habe solche Geschichten schon in verschiedenen Varianten gehört, kann aber nicht einschätzen, inwieweit sowas in den Bereich Aufschneiderei gehört oder tatsächlich so funktionieren kann.

Ist der mit Öl präparierte Magen deutlich in der Fähigkeit eingeschränkt, Alkohol zu resorbieren? Kann man auf diese Weise wirklich Alkoholmengen zu sich nehmen, die sonst vielleicht sogar zu einer Alkoholvergiftung führen würden?

Tausend Dank
MN

Hi Michael (lang nichts mehr von Dir gehört),

kennst Du die Begriffe Hydrophil und Hydrophob?

Sie besagen ob ein Medium wasserähnlich (hydrophil) oder unähnlich (hydrophob) ist. Als sprachliches Gegenteil gibt es Lipophil und (selten) Lipophob.

Ölsardinen sind als sehr ölhaltige Masse hydrophob (lipophil). Alkohol steht in der mitte zwischen hydrophil und hydrophob, kann sich aber im Öl anreichern. Daher halte ich es für durchaus denkbar, daß nach „Genuß“ einer großen Menge Ölsardinen gefolgt von Alkohol ein Teil desselben in den Ölsardinen gespeichert wird. Werden die Sardinen nun sehr bald wieder ausgekotzt wird dieser Teil des Alkohols (und die Menge Alk die noch so im Magen ist) aus dem Körper entfernt. Nicht sehr appetitlich, aber denkbar.

Gandalf

kennst Du die Begriffe Hydrophil und Hydrophob?
Alkohol steht in der mitte zwischen hydrophil und hydrophob,
kann sich aber im Öl anreichern. Daher halte ich es für
durchaus denkbar, daß nach „Genuß“ einer großen Menge
Ölsardinen gefolgt von Alkohol ein Teil desselben in den
Ölsardinen gespeichert wird. Werden die Sardinen nun sehr bald
wieder ausgekotzt wird dieser Teil des Alkohols (und die Menge
Alk die noch so im Magen ist) aus dem Körper entfernt.

Lieber Gandalf,
sicher vorstellbar, aber was ist wenns mit dem Göbeln nicht oder zu spät klappt ? Bei Einsetzen der Fettverdauung (spätestens im Darm, wenn Galle dazu kommt) wird der Alkohol frei und es gibt eine üble Komakelle mit der ich nicht spaßen würde. Könnte tödlich enden. Generell mag die Methode funktionieren aber ob ich so (und aus dem hirnrissigen Grund !) mit meinem Leben spielen würde… aber das ist mein persönliches Ding.
Ansonsten gebe ich Dir recht, es könnte so funktionieren.
Gruß
Bernd

Hi Bernd,

da hast Du mich wohl mißverstanden! Ich habe diese „Methode“ nicht empfohlen, sondern nur theoretisch durchdacht ob sie funktionieren könnte. Ansonsten bin ich mit Dir einer Meinung, daß solche Saufeskapaden absoluter Blödsinn sind. Gefährlich und völlig unnötig!

Gandalf

… den Eindruck Du würdest so einen Blödsinn empfehlen wollte ich nicht erwecken. Ich habe in Deiner *hilfreichen* Antwort eben nur einen Punkt entdeckt, den ich nicht unkommentiert lassen konnte.
Wenn ich so denke was wir mit 17, 18 fürn Blödsinn gemacht haben, hatte ich nur Angst jemand könnte diesen „tollen Trick“ versuchen.
Nix für ungut
Bernd
"dersichheuteabendgarantierteinkühlesbierchenzischtaberkeinenfischmag°

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Hallo Gandalf,

Wenn Alkohol sowohl hydrophil als hydrophob ist, dann müßte es ja beinahe als Tensid wirken, als Fett emulgieren können. Liege ich da richtig? Es würde nämlich eine Erklärung für den Erfahrungswert liefern, daß fettreiche Nahrung mit einem Glas Schnaps genossen nicht mehr so lange im Magen herumliegt.

Bilden sich da dann eigentlich richtige Micellen?

Oliver

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Wenn Alkohol sowohl hydrophil als hydrophob ist, dann müßte es
ja beinahe als Tensid wirken, als Fett emulgieren können.

Alkohol (hier speziell Ethanol) hat eine kurze Kohlenwasserstoffkette (Hydrophob) und eine OH-Gruppe (hydrophil). Somit könnte man ihn wenn man seeeeehr großzügig ist und die Def. eines Tensids weit fasst als ein solches auffassen.

Liege ich da richtig? Es würde nämlich eine Erklärung für den
Erfahrungswert liefern, daß fettreiche Nahrung mit einem Glas
Schnaps genossen nicht mehr so lange im Magen herumliegt.

Dazu sind die Mengen (normalerweise) nicht groß genug. Ev. regt Alkohol (oder einer der Inhaltstoffe des Schnapses) die Produktion von Galle an.

Bilden sich da dann eigentlich richtige Micellen?

Keine Ahnung.

Gandalf

Historisches
Vor ein paar Wochen kam eine Reportage über die Bundeskanzler und ein Zeitzeuge berichtete davon, daß als Adenauer das erste Mal in der UDSSR war, alle mitgereisten Diplomaten vor dem eigentlichen Treffen abends auf diese Methode (mit viel Ölsardinen und Öl) zurückgegriffen haben. Und angeblich wirklich viel trinkfester (Wodka) gewesen sind, was die Russen schwer beeindruckt habe…
:wink:

Historische Folge: Die dt. Kriegsgefangenen kamen aus der russischen Gefangenschaft frei…

Julia