Restlos geklärte Krankheit

Hallo,

gibt es eigentlich eine Krankheit, welche aus medizinischer Sicht ätiologisch als „restlos geklärt“ gilt? Ich stoße zwar oft auf krankheitsbilder, die man als „hinreichend geklärt“ bezeichnen mag (um sie therapieren zu können z.B.), aber ich glaube, noch nie die „perfekt dechefrierte Krankheit“ gefunden zu haben.

Ich würde ja intuitiv mal fast davon ausgehen, dass man aufgrund der unendlich großen theoretischen Summe von Verknüpfungen körperlicher Funktionseinheiten gar nicht an diesen Punkt gelangen kann. Und vermutlich kommt es auch auf die Analyse-Ebene an, denn ein Biologe sagt dazu vielleicht etwas anderes als ein Mediziner (oder gar ein Philosoph…). Aber vielleicht weiß ja jemand, wie es auch medizinischer Sicht ist?

Hi
Wie alle anderen Wissenschaften auch ist die Medizin ständig im Wandel, im Fortschritt. Ähnlich wie die Astronomie oder die Biologie wird sie nie fertig, nie vollkommen sein. Das gilt, wiegesagt, für alle Wissenschaften, nicht nur die Naturwissenschaften. Auch die Theologie, die Religionswissenschaften, die Philosophie, die Psychologie u.a.m. haben dieses Schicksal.
Gruß,
Branden

Hallo,

bezeichnen mag (um sie therapieren zu können z.B.), aber ich
glaube, noch nie die „perfekt dechefrierte Krankheit“ gefunden
zu haben.

konntest du die Krankheit Tetanus nicht perfekt dechiffrieren?

Auch ohne Gruß

Danke für die Antworten!
Das bestätigt meine Annahme, Branden!
Allerdings frage ich mich, ob das tatsächlich auch „aus der Perspektive“ der Medizin gilt? Also ob es da so einen Konsens des Selbstverständnisses gibt, was die Endlichkeit des Verstehens angeht.
Grüße

Servus stanley_hobo,

bis der statistisch durchschnittliche Arzt verstanden hat, was Du hier schreibst, hat er schon mindestens einen ‚Der-Nächste-Bitte-Patienten‘ mehr hinter sich :wink:)

http://de.wikipedia.org/wiki/Patient-Arzt-Beziehung

Gruß

Kai Müller

Stellen Sie sich vor, sie haben Malaria, sie gehen zum Arzt, der Arzt nimmt eine Blutprobe und stellt bei Ihnen im Blut Plasmodien fest.
Eine Therapie wird angesetzt.
Die Krankheit ist dann restlos geklärt, oder?

Aber ich gebe Ihnen Recht, es gibt vielerei Fälle, wo man oft nicht weiß, was eine Krankheit auslöst. Stellen Sie sich vor, man würde (nehmen wir als Beispiel) bei jedem bakteriellen oder Erreger genauestens untersuchen, anstatt, dass man ihn gleich mit einem Breitbandantibiotikum zu Leibe geht, was in den meisten Fällen dann hilft - das mal die ganzen Menschen in einem Land. Wissen Sie wie viel das den Staat kosten würde?

Da hast Du womöglich Recht, Kai! :wink: