Revolution zur WM in Deutschland 2006?

Hi!

Ich weiß nicht, ob es zur Inlandspolitik gehört oder besser ins Witzebrett - aber ich finde diese Geschichte einfach zu herrlich, um sie nicht zu verbreiten:

Bekanntermaßen findet im Jahre 2006 in Deutschland die Fußball-WM in Deutschland statt. Zig Millionen werden ausgegeben, um Infrastruktur und Stadien auf Vordermann zu bringen. München nutzt die Gelegenheit sogar, um ein völlig neues Stadion zu bauen und das alte Olympiastadion in den Ruhestand zu schicken.

So weit, so gut. Wenn aber 50 - 60 - 70 - 80.000 Menschen auf einem Fleck hocken, dann will ein Großteil davon auch mal was essen oder trinken. Ein spannendes Spiel, ein kühles Bier, eine krosse Bratwurst - das gehört für viele irgendwie zusammen.

Doch nun kommt’s: in den deutschen Stadien darf während der Fußball-WM kein Tropfen deutsches Bier ausgeschenkt werden. Bier schon - aber eben kein deutsches (oder bayerisches, wenn es um die Stadien in München und Nürnberg geht).

Die FIFA hat die Rechte für den Bierausschank in allen WM-Stadien 2006 für 40 Millionen an die amerikanische Brauer Anheuser-Busch verkauft - und die wollen ihr Budweiser (sprich: Bad-Uai-Sör) verkaufen. Wohlgemerkt: das amerikanische, nicht das gute tschechische!

Kann man sich vorstellen, dass ein bayerischer Fußballfan im Münchener WM-Stadion amerikanische Bier-Plörre trinkt? Weißbier wird es auf keinen Fall geben, denn Anheuser-Busch stellt gar kein Weißbier her.

Und bei der Verpflegung? Ein paar schöne Nürnberger Rostbratwürstel? Oder die gute Thüringer? Vergesst es! Für die Warmverpflegung der Massen hat - richtig! - McDonald’s den Zuschlag bekommen. Ob die nur Pommes und Burger verkaufen oder ihre Produktpalette um Bratwurst ergänzen, ist derzeit noch nicht bekannt. Aber Nürnberger Rostbratwürstchen von McDonald’s? Da schüttelt es den Franken doch!

So bleiben dem deutschen WM-Fan nur zwei Möglichkeiten: daheim bleiben und mit Freunden ein gutes deutsches Bier vor dem Fernseher zischen und die Thüringer oder Nürnberger auf dem eigenen Grill braten - oder die Revolution im Jahre 2006 ausrufen.

Grüße
Heinrich

Hallo,

fals jemand die Geschichte weiterspinnen will, hier die Liste der offiziellen Partner:
adidas, Anheuser-Bush, Avaya, Coca-Cola, Continental AG, Deutsche Telekom AG, Emirates Airline, Fujifilm, Gillette, Hyundai, MasterCard, McDonalds, Philips, Toshiba und Yahoo!

Gruß,
Christian

Hallo,

gerade beim Bier frage ich mich aber, wie es denn überhaupt soweit kommen konnte. Das ist gar nicht WM-bezogen, sondern fängt schon viel früher an.
Ohne patriotisch klingen zu wollen behaupte ich mal, dass mit die besten Biere der Welt in Deutschland gebraut werden (nur wenige werden mit hier widersprechen :wink:. Aber sind deutsche Brauereien wiederum auf dem Weltmarkt aktiv? Nein. Im Gegenteil! Immer mehr dt. Brauereien werden z.B. von Interbrew aufgekauft.
Wir Deutsche habe’s wohl irgendwie total verpennt. Die anderen Länder haben es uns vorgemacht und wir saßen in der Ecke und schauten zu. Naja, da können wir jetzt noch so viel jammern und revolutionieren … hilft nix.

Ciao
Kaj

Hallo,

fals jemand die Geschichte weiterspinnen will, hier die Liste
der offiziellen Partner:
adidas, Anheuser-Bush, Avaya, Coca-Cola, Continental AG,
Deutsche Telekom AG, Emirates Airline, Fujifilm, Gillette,
Hyundai, MasterCard, McDonalds, Philips, Toshiba und Yahoo!

Wollen die jetzt auch alle Bier verkaufen :smile: ???

Grüße und Prost Mahlzeit,

Henning.

Hi,

Ohne patriotisch klingen zu wollen behaupte ich mal, dass mit
die besten Biere der Welt in Deutschland gebraut werden (nur
wenige werden mit hier widersprechen :wink:. Aber sind deutsche
Brauereien wiederum auf dem Weltmarkt aktiv? Nein. Im
Gegenteil! Immer mehr dt. Brauereien werden z.B. von Interbrew
aufgekauft.
Wir Deutsche habe’s wohl irgendwie total verpennt. Die anderen
Länder haben es uns vorgemacht

die haben uns vorgemacht, wie man Bier zur Massenware macht und damit klotzig Geld verdient. Das Ergebnis ist bekannt: Heinneken, Budweiser, Miller usw. Alles millionenfach produzierter Schrott.

Die deutschen Brauereien waren dafür in Familienbesitz und Übernahmen gab es nur in freundschaftlicher Eintracht, um z.B. die Pleite eines befreundeten Brauhauses zu verhindern.

Wenn ich jetzt entscheiden müßte, was mir lieber ist, ging das relativ fix.

Gruß,
Christian,
Tucher-Fan

Hi,

fals jemand die Geschichte weiterspinnen will, hier die Liste
der offiziellen Partner:
adidas, Anheuser-Bush, Avaya, Coca-Cola, Continental AG,
Deutsche Telekom AG, Emirates Airline, Fujifilm, Gillette,
Hyundai, MasterCard, McDonalds, Philips, Toshiba und Yahoo!

Wollen die jetzt auch alle Bier verkaufen :smile: ???

also erstens verkauft oder produziert von denen nicht ein einziger ein Bier im eigentlichen Sinne des Wortes und zweitens bin ich dann gerade auf das Bier von Coca Cola gespannt. Obwohl…so groß dürfte der Unterschied bspw. zu Diebels oder Hannen gar nicht sein, nur daß das CC-Bier wahrscheinlich mehr Geschmack hat, aber weniger Zucker.

Gruß,
Christian

Hi,

also erstens verkauft oder produziert von denen nicht ein
einziger ein Bier im eigentlichen Sinne des Wortes und
zweitens bin ich dann gerade auf das Bier von Coca Cola
gespannt. Obwohl…so groß dürfte der Unterschied bspw. zu
Diebels oder Hannen gar nicht sein, nur daß das CC-Bier
wahrscheinlich mehr Geschmack hat, aber weniger Zucker.

CC nutzt Aspartam (E951), ist als Chemieabfall sicherlich billiger als Zucker.

Gruß
Frank

Die deutschen Brauereien waren dafür in Familienbesitz und
Übernahmen gab es nur in freundschaftlicher Eintracht, um z.B.
die Pleite eines befreundeten Brauhauses zu verhindern.

Naja, das klingt mir doch ein bisschen zu idyllisch.

Ciao
Kaj

Die deutschen Brauereien waren dafür in Familienbesitz und
Übernahmen gab es nur in freundschaftlicher Eintracht, um z.B.
die Pleite eines befreundeten Brauhauses zu verhindern.

Naja, das klingt mir doch ein bisschen zu idyllisch.

Tut mir leid, wenn das nicht hinreichend Deinen Vorstellung des in Deutschland herrschenden Kapitalismus´ entspricht.

Gruß,
Christian

also erstens verkauft oder produziert von denen nicht ein
einziger ein Bier im eigentlichen Sinne des Wortes und
zweitens bin ich dann gerade auf das Bier von Coca Cola
gespannt. Obwohl…so groß dürfte der Unterschied bspw. zu
Diebels oder Hannen gar nicht sein, nur daß das CC-Bier
wahrscheinlich mehr Geschmack hat, aber weniger Zucker.

CC nutzt Aspartam (E951), ist als Chemieabfall sicherlich
billiger als Zucker.

Kein Zucker in der Coca Cola? Na, das ist doch mal eine Neuigkeit.

Gruß,
Christian

Die deutschen Brauereien waren dafür in Familienbesitz und
Übernahmen gab es nur in freundschaftlicher Eintracht, um z.B.
die Pleite eines befreundeten Brauhauses zu verhindern.

Naja, das klingt mir doch ein bisschen zu idyllisch.

Tut mir leid, wenn das nicht hinreichend Deinen Vorstellung
des in Deutschland herrschenden Kapitalismus´ entspricht.

Ich bin nur der Ansicht, dass es dieses ach so rücksichtsvolle Geschäftsgebaren nicht in ausgeprägter Form gibt. Vielleicht hier in Franken. Hier gibt es tatsächlich noch viele regionale Brauereien, die sicher einander respektieren und achten. Aber ich habe einfach Zweifel, dass das bei überregionalen Großbrauereien noch eine entscheidende Rolle spielt.

Ciao
Kaj

Ich bin nur der Ansicht, dass es dieses ach so rücksichtsvolle
Geschäftsgebaren nicht in ausgeprägter Form gibt. Vielleicht
hier in Franken. Hier gibt es tatsächlich noch viele regionale
Brauereien, die sicher einander respektieren und achten. Aber
ich habe einfach Zweifel, dass das bei überregionalen
Großbrauereien noch eine entscheidende Rolle spielt.

ich sprach ja auch nicht von Großbrauereien. Derartiges Gschäftsgebaren ist aber überall dort üblich, wo Familienbetriebe in friedlicher Koexistenz exisiteren und teilweise jahrzehntelange persönliche, freundschaftliche Kontakte zwischen den Inhabern bestehen.

So hat neulich (2002) ein Metallhändler bei einem anderen Metallhändler (verschiedene Metalle) für rd. 2 Mio. Euro eine Beteiligung erworben, um sie dem ursprünglichen Eigentümer nach 2 Jahren zum Kaufpreis ohne Zinsen etc. zurückzuverkaufen. So etwas ist kein Einzelfall und auch nicht auf bestimmte Branchen beschränkt. Allerdings in der Tat etwas, was sich meist innerhalb einer Region abspielt.

Gruß,
Christian

Hi!

Immer mehr dt. Brauereien werden z.B. von Interbrew
aufgekauft.

Man muss sich vergegenwärtigen, dass 75% des deutschen Biermarktes in der Hand von 10 Brauereien (national/international) sind. Interbrew ist einer davon, die anderen Großen in Deutschland heißen Carlsberg, Oetker und Bitburger

Carlsberg-Brauerei (Dänemark)
Hausmarke: Tuborg
hat vor kurzem die Holsten-Gruppe gekauft
Marken: Holsten, Feldschlößchen, Lübzer, Duckstein, Landskron, Astra

Heineken-Brauerei (Niederlande)
Hausmarken: Heineken, Amstel
kaufte die Schörghuber-Gruppe
Marken: Paulaner, Kulmbacher

Interbrew-Brauerei (Belgien)
Hausmarke: Stella Artois
kaufte sich kreuz und quer durch die deutsche Brauerei-Landschaft
Marken: Beck’s, Diebels, Gilde, Hasseröder, Spaten, Franziskaner, Löwenbräu, Dinkelacker, Sanwald

Oetker (Deutschland)
Hausmarke: Radeberger
hat Brau und Brunnen übernommen
Marken: DAB, Kronen, Brinkhoffs, Berliner Kindl, Binding, Clausthaler, Jever, Schultheiß, Tucher, Dortmunder Union, Ritter, Sion Kölsch

Bitburger (Deutschland)
Hausmarke: Bitburger
bekam einen Teil vom Carlsberg-Deal bei der Holsten-Übernahme ab
Marken: Köstritzer, Wernesgrüner, König, Licher

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann die Brauereien zentralisiert werden und eine Markenbereinigung einsetzt.

Grüße
Heinrich

Sersn,

Da lob ich mir doch ein richtig kühler Kellerbier von der St. Georgens-Bräu in Buttenheim!

Wer kennt noch dieses köstliche Bier?

Gruß,

Re

Christian,

Tibu

Tucher-Fan

s.o.

Da lob ich mir doch ein richtig kühler Kellerbier von der St.
Georgens-Bräu in Buttenheim!

Na klar! Das gute Schorschenbräu. Bald gibt’s ein großes Uni-Grillen und da wird der Georgenbräu-Laster einige Fässer dieses köstlichen Getränkes hier abladen. *schleck*

Ciao
Kaj

bin ich froh…
hallo Heinrich,
…dass das beste aller Weizenbiere, das Erdinger, noch bayerisch ist.

Grüße
Raimund

*plauder*
Hallo Raimung,

…dass das beste aller Weizenbiere, das Erdinger, noch
bayerisch ist.

m.E. kann man über Geschmack durchaus streiten, daher: Erdinger ist neben Schöfferhofer die fieseste Weizenplörre, die in Deutschland legal zu erwerben ist. Diese Ansicht wird von mindestens 20 mir bekannten Weizenfetischisten geteilt, darunter auch etlichen Bayern.

Soviel dazu.

Gruß,
Christian

Erdinger ist neben Schöfferhofer die fieseste Weizenplörre,
die in Deutschland legal zu erwerben ist. Diese Ansicht wird

Das stimmt, soweit man die Jauche meint, welche der Erdinger nach Mitteldeutschland exportiert; diese gemahnt an amerikanisches Elchpipi und ist in Bayern gar nicht erhältlich.

Soviel dazu.

Jau,

Wolfgang