Hallo!
Ich bin hier imForum auf der Suche nach „alten“ rezepten, also,für Speisen die früher oft gegessen wurden und die man heute nur noch selten oder garnicht mehr kocht.
Ich möchte diese Speisen zusammen mit alten Leuten kochen, für ihre Mitbewohner die teilweise demenzkrank sind und denen es vielleicht durch einen alt-bekannten geschmack, z.b. aus ihrer jugend, gelingt wieder ein kleines bisschen erinnerung hervorzurufen.
Über eure Hilfe würde ich mich sehr freuen, vielleicht haben auch eure Eltern oder Großeltern ein paar tolle Rezepte!
Hab mal ein paar Links (und rechts und oben und unten) rausgekramt…
Hoffe, das hilft Dir weiter…
Generell kann man wohl sagen: So viel hat sich gar nicht verändert im Laufe der letzten 50 Jahre, was Zutaten anbelangt. ABER:
In den 50 er Jahren war Fett in allen Formen IN
In den 60 er hat man flambiert auf Teufel komm raus (Nicht zu vergessen: Es war Bowlen-Zeit ) - Man denke nur an die gezuckerten Früchte mit Sekt-Bowle)
UND: Es gab keine Convenience-Produkte! Daraus folgt:
Schritt 1: Alle Tüten, Gewürzmischungen etc verbannen
Schritt 2: Suppen, Soßen usw selber kochen (Heidenarbeit, aber geschmacklich nicht zu vergleichen mit der heutigen Knorr/Maggi Fraktion)… …
und ansonsten: Viel Spass kann ich nur wünschen! Das wird für alle Beteiligten mit Sicherheit ein tolle Erfahrung - Und auch wenns gewöhnungsbedürftig ist: Versuch nicht, den Geschmack von „heute“ zu erreichen… Es schmeckte einfach anders (s.o.)
gab [es] keine Convenience-Produkte! Daraus folgt:
Schritt 1: Alle Tüten, Gewürzmischungen etc verbannen
Schritt 2: Suppen, Soßen usw selber kochen (Heidenarbeit, aber
geschmacklich nicht zu vergleichen mit der heutigen
Knorr/Maggi Fraktion)…
Nestlé selbst schreibt auf der Website (kein Link, gehört nicht in Kochforum…):
"1900 führt Maggi den Suppen-Würfel, 1905 den Soßen-Würfel und 1908 den legendären Fleischbrühwürfel ein […] 1950 den Rindsboullionwürfel, 1954 das Universalwürzmittel Fondor, 1955 die Klare Fleischsuppe. "
Auch wenn man unterstellt, dass die Produkte etwas Zeit zur Marktdurchdringung benötigt haben, kann man IMHO doch davon ausgehen, dass diejenigen, die in den 50er/60er-Jahren ihre Geschmacksnerven maggifrei halten konnten, eher die Ausnahme sind. In meiner eigenen Familie sind mein Bruder und ich (Bj. 1977/1979) wieder die ersten, die „echt kochen“. Großmütter und Mutter waren so begeistert von den Helferlein, dass kaum mehr etwas anderes auf den Tisch kam.
Teilweise geb ich Dir Recht! Absolut liegst Du richtig mit Suppenwürfel und dergleichen
Mit convenience meinte ich die heutigen schlimmsten „AUswüchse“ (ich denk hier an tomatenfreie Tomatensuppe u. dgl.)
Helferlein klar!! War ja die Befreiung der Hausfrau ,-) *daswarjetztnichtsexistischodergarabwertendgemeint…vergleichtmaldiewerbungausdernachkriegszeit*
ABer es ging hier ja um alte Rezepte… womöglich noch im Krieg- vor dem Krieg… und da wird es wohl schwierig gewesen sein, solche Halbfertigprodukte zu verwenden
Also, ich hab da mien Lieblingsrezept, noch von meiner Uroma. Ist allerdings ein bißchen Arbeit:
Klöße mit Speck und Zwiebeln
Man nehme Kartoffeln (am besten ‚Einkellerungskartoffeln‘, die kochen nicht zu mehlig, sind aber nicht ganz fest; ansonsten überwiegend-festkochende), die Hälfte kochen, die andere Hälfte grob reiben. Die rohen Kartoffeln dann durch ein Leinentuch drücken, damit möglichst alle Flüssigkeit rausgeht. Dann gekochte Kartoffeln druntermischen (nicht alles auf einmal, lieber nach und nach, dann kann man abschätzen, ob’s mit allen gekochten Kartoffeln nicht zu weich wird). Dann längliche Klöße Formen (etwa zwei cm dicke Röllchen) und in einem großen (!) Topf mit fast (!) kochendem Wasser simmen lassen (die Klöße sind gut, wenn sie oben schwimmen; wenn sie zu weich waren, sind sie nach dem simmen nicht mehr da…).
In einer Bratpfanne fetten Speck und Zwiebeln in Würfeln anrösten. Wenn die Klöße fertig sind, diese in eine Schüssel tun und schichtweise Speck-Zwiebel-Gemisch drübergeben. LECKER!!!
Zutaten:
Pellkartoffeln vom Vortag
Zwiebeln (ca. Die gleiche Gewichtsmenge der Pellkartoffeln)
Fleisch- oder Gemüsebrühe
Essig (Rotweinessig, Balsamico)
Lorbeerblatt
Nelken (und/oder Piment)
Pfeffer
Salz
Zubereitung:
Die geschälten Zwiebeln grob würfeln und gut braun anbraten. Mit der Brühe
ablöschen, Lorbeer und Nelken im Gewürzsäckchen oder -sieb zugeben
und ein bis zwei Stunden simmern lassen (evtl. auch über Nacht). Danach passieren
mit Mixstab oder durch ein Sieb. Die Brühe sollte sämig sein.
Abschmecken mit Pfeffer, Salz und Essig.
Die geschälten Pellkartoffeln in ca. 1 cm starke Scheiben schneiden und in der Brühe ca. 1/2 Std. ziehen lassen.
(ACHTUNG: nicht mehr kochen lassen, die Scheiben zerfallen sonst)
Dazu schmeckt: Rindswurst, Rippchen, Saumagen, Kasseler, Leber- und Blutwurst, Frikadellen …
Variationen:
Abschmecken mit saurer Sahne oder Creme fraiche.
Angebratenes Hackfleisch in die Brühe geben. (Erspart, je nach Menge,
die anderen „Beilagen“.)
Aber ich frage mich: Das macht vom Namen und von der Zusammensetzung her eigentlich einen schwäbischen Eindruck. Wie kommt so eppes nach vype-town? Oder wo kommen die Blädle wirklich her?
Aber ich frage mich: Das macht vom Namen und von der
Zusammensetzung her eigentlich einen schwäbischen Eindruck.
Wie kommt so eppes nach vype-town? Oder wo kommen die Blädle
wirklich her?
Wie bereits geschrieben stammt das Rezept von meiner Grossmutter. Diese ist geboren, aufgewachsen und gestorben in Speyer. Da bin ich übrigens auch aufgewachsen und stolz darauf ein „Pälzer“ und kein „Kurpälzer“ zu sein ).
Im pälzische sin Blädle a die Zigarettebabierle.
Vielleicht kommt’s ja daher.
Ich komme übrigens viel herum und habe schon viele Schwaben gefragt, aber keiner kannte dieses oder ein ähnliches Rezept.
Grüße aus der Schwetzinger Vorstadt
Grüsse aus der Neckarstadt (zum Wohnen) und der Filsbach (zum arbeiten [J5])
Da denke ich spontan an Luise Haarers „Kochen und Backen nach Grundrezepten“.
Ich weiß nicht, ob die neueren Ausgaben von den Rezepten her modernisiert wurden, im Zweifelsfall empfehle ich eine ältere Ausgabe von ebay oder so.