RFID-Chip: Vorsicht! Gläserner Bürger

Hallo liebe www-ler,

habt Ihr schon von dem RFID-Chip gehört?
So klein wie ein Sandkorn - wird in Zukunft in Geschäften an die Waren geklebt. Zur „Produktinfo“ - denn er speichert und sendet Daten …

Netter Nebeneffekt:
Jeder Käufer kann automatisch auch ganz leicht überwacht werden! - und zwar auch außerhalb des Geschäfts!
http://www.br-online.de/kultur-szene/quer/zoom/artik…

Es grüßt die
Stefanie

Netter Nebeneffekt:
Jeder Käufer kann automatisch auch ganz leicht überwacht
werden! - und zwar auch außerhalb des Geschäfts
!

Ich habe selbst mit diesen Dingern gearbeitet, und muß feststellen, daß viele der Mythen darüber je nach Standpunkt des Urhebers Panikmache oder Marketinggeplapper sind.
Wie einen Peilsender kann man sie jedenfalls nicht verwenden - das Lesen über mehrere Meter Distanz ist aufwendig und fehleranfällig.
Größere Metallteile in der Umgebung machen das Lesen auch auf kürzere Distanzen uU völlig unmöglich.

IMHO gibt es weitaus größere Datenschutzprobleme als RFID - viele Leute ereifern sich darüber, telefonieren aber in der vollen U-Bahn und schicken unverschlüsselte Emails, weil sie ja „nichts zu verbergen“ haben…

LG
Stuffi

Hallo Stefanie,

habt Ihr schon von dem RFID-Chip gehört?
So klein wie ein Sandkorn - wird in Zukunft in Geschäften an
die Waren geklebt. Zur „Produktinfo“ - denn er speichert und
sendet Daten …

ja, die Verschwörungstheoretiker haben uns schon darüber informiert.

Netter Nebeneffekt:
Jeder Käufer kann automatisch auch ganz leicht überwacht
werden! - und zwar auch außerhalb des Geschäfts
!

Nein, das funktioniert wohl nicht. Die Chips beinhalten sehr wenige Informationen und sind nur über kurze Distanzen auszulesen. Die meisten Produkte sind verpackt, den Chip kann der Händler dann nur an der Verpackung anbringen. Die Information, die der Händler dann erhält ist, daß ich das Produkt in meinem Einkaufswagen habe. Das kann er auch sehen, dafür braucht’s keine Elektronik. Wer ich bin, sieht er nicht.

Deutlich größer als ein Sandkorn ist der Chip auch.
http://www.cydome.de/berndreder/archives/RFID-Tag01.jpg

Ein Problem kann ich nicht erkennen.

Gruß, Rainer

Größe/Reichweite verschiedener Hersteller
Hallo Rainer,

Netter Nebeneffekt:
Jeder Käufer kann automatisch auch ganz leicht überwacht
werden! - und zwar auch außerhalb des Geschäfts
!

Nein, das funktioniert wohl nicht. Die Chips beinhalten sehr
wenige Informationen und sind nur über kurze Distanzen
auszulesen.

Dazu kann ich nur verweisen auf diesen Text:
Auszug aus einem Artikel
Klamotten auf dem Radar-Schirm
Das Problem: Die Chips bleiben auch nach dem Kauf aktiv. Über die Funksender sind sie - ähnlich wie Mobiltelefone - innerhalb von Sekunden jederzeit zu orten. In Ihrer neu gekauften Jeans könnten Sie also über GPS sogar weltweit aufgespürt werden. So ließ ein Krankenhaus in Taiwan seine SARS-Patienten den Chip am Körper tragen, um die Infektionswege im Blick behalten zu können. Entsprechend gäbe es auch zweifelhafte Einsatzmöglichkeiten: etwa als geheime „Stechkarte“, wenn Arbeitgeber diskret überprüfen wollen, wann ihre Angestellten durch die Eingangstüre schreiten.

Das Funk-Implantat
Schlagzeilen machte etwa der Fall der „Chipsons“: die Mutter einer sechsköpfigen Familie in Florida wollte den Chip ihren Kindern einsetzen lassen. In Lateinamerika hingegen sollen sich bereits fast 3.000 Menschen den Chip implantiert haben lassen – aus Angst vor Entführungen. In Europa hingegen denkt man darüber nach, den Mini-Sender etwa verwirrten Altenheimbewohnern einzupflanzen, die wiederholt aus dem Heim verschwinden und sich verlaufen: „Big Brother is watching you“.

(Diese Info habe ich hier gefunden:smile:
http://www.br-online.de/wissen-bildung/artikel/0401/…

Deutlich größer als ein Sandkorn ist der Chip auch.
http://www.cydome.de/berndreder/archives/RFID-Tag01.jpg

Ich denke, das kommt auf den Hersteller an.
Von Hitachi geibt es RFID-Chips, die tatsächlich Sandkorngroß sind.
Siehe Foto auf der o.a. Seite

Viele Grüße,
Stefanie

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Hallo Stuffi,

daß viele der Mythen darüber je nach Standpunkt
des Urhebers Panikmache oder Marketinggeplapper sind.

Hmm, ich glaube eigtl. nicht, dass der Bayerische Rundfunk als Teil einer Öffentl. Rechtl. Sendeanstalt auf seinen Internetseiten Marketinggeplapper von sich gibt oder Panik schüren will. IMHO sind die Infos dort immer ganz gut recherchiert.
Aber dies nur am Rande.
Denn eigtl. will ich zum Thema Datenschutz gar keine Diskussion lostreten, sondern nur auf die neueste Entwicklung hinweisen.

Wie einen Peilsender kann man sie jedenfalls nicht verwenden -
das Lesen über mehrere Meter Distanz ist aufwendig und
fehleranfällig.
Größere Metallteile in der Umgebung machen das Lesen auch auf
kürzere Distanzen uU völlig unmöglich.

Eventuell kann das vom Hersteller abhängen…?

IMHO gibt es weitaus größere Datenschutzprobleme als RFID -
viele Leute ereifern sich darüber, telefonieren aber in der
vollen U-Bahn und schicken unverschlüsselte Emails, weil sie
ja „nichts zu verbergen“ haben…

Oh ja, Du hast ja soo recht…!!

Allerdings: Bei dieser Anwendungsmöglichkeit hätte ich schon gerne vorher gewußt, was auf mich zukommt:
Zitat: „Entsprechend gäbe es auch zweifelhafte Einsatzmöglichkeiten: etwa als geheime „Stechkarte“, wenn Arbeitgeber diskret überprüfen wollen, wann ihre Angestellten durch die Eingangstüre schreiten.“

Siehe: http://www.br-online.de/kultur-szene/quer/zoom/artik…
Und erster Link am Ende dieser Seite…

Liebe Grüße,
Stefanie

Hallo Stefanie,

In Ihrer neu
gekauften Jeans könnten Sie also über GPS sogar weltweit
aufgespürt werden. So ließ ein Krankenhaus in Taiwan seine
SARS-Patienten den Chip am Körper tragen, um die
Infektionswege im Blick behalten zu können. Entsprechend gäbe
es auch zweifelhafte Einsatzmöglichkeiten: etwa als geheime
„Stechkarte“, wenn Arbeitgeber diskret überprüfen wollen, wann
ihre Angestellten durch die Eingangstüre schreiten.

Das Funk-Implantat
Schlagzeilen machte etwa der Fall der „Chipsons“: die Mutter
einer sechsköpfigen Familie in Florida wollte den Chip ihren
Kindern einsetzen lassen. In Lateinamerika hingegen sollen
sich bereits fast 3.000 Menschen den Chip implantiert haben
lassen – aus Angst vor Entführungen. In Europa hingegen denkt
man darüber nach, den Mini-Sender etwa verwirrten
Altenheimbewohnern einzupflanzen, die wiederholt aus dem Heim
verschwinden und sich verlaufen: „Big Brother is watching
you“.

(Diese Info habe ich hier gefunden:smile:
http://www.br-online.de/wissen-bildung/artikel/0401/…

Moment! neulich hat sich ein Freund von mir einen PDA mit GPS gekauft. Weil das Teil so schlecht funktioniert hat, wollten wir es schon umtauschen. …
Daß bei GPS das Gerät die Satelliten ortet und nicht die Satelliten das Gerät, ist Dir schon klar? Der Satellit könnte das GPS-Gerät gar nicht orten, weil das Signal zu schwach ist. Die GPS-Geräte haben schon Probleme, den Satelliten zu orten, der mit einigen hundert Watt sendet.

Und nun erzählst Du mir, daß GPS Satelliten plötzlich anfangen, Signaöe zu empfangen, statt zu senden, obwohl sie dafür gar nicht gebaut sind. Sie empfangen Signale von einem 3 mm³ großen Chip ohne Stromversorgung. … Die ARD war auch schon mal Seriöser.

Weißt Du wie RFID funktioniert?
Das Lesegerät sendet ein Signal aus, das der Chip mit seiner ‚Antenne‘, einer Induktionsschleife empfängt. (Der Grund für den Größenunterschied, die nötige Antenne wird bei Panikmache verschwiegen und nicht mit fotografiert) Die so empfangene Energie kann in einem Kondensator kurzzeitig gespeichert werden und dient dem Aussenden eines Signals. Dieses Funktionsprinzip ist die Ursache für die geringen Reichweiten.

Wer behauptet, einen RFID-Chip mit Satelliten orten zu können, der lügt ganz einfach.

Gruß, Rainer

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Hallo Stefanie

wenn die Technik mal soweit gedeiht, dass man mit den Chips
rausfindet, wo ich wohne, könnte die definitive Adresse in
Abhängigkeit der gekauften Produkte lauten:

A) Wertstoffhof
B) Müllkippe

Da lade ich dann alle Schnüffler auf das Sofa aus dritter Hand ein.

Gruss
Heinz

Auf den ersten Blick…
Hallo lieber Rainer,

Mal ganz abgesehen von der Frage „per Satellit ortbar - oder nicht?“: Ist denn nicht auch schon der RFID-Einsatz sehr bedenklich, wenn die gespeicherten Daten auch nur in kurzer Distanz gelesen werden können?
Doch zurück zum Satelliten: Ich finde diese Diskussion wirklich spannend.
Durch Deine Argumentation beginne ich mich mit diesem Thema wirklich richtig auseinanderzusetzen. :o)

Dein Einwand ist auf den ersten Blick berechtigt:

Und nun erzählst Du mir, daß GPS Satelliten plötzlich
anfangen, Signaöe zu empfangen, statt zu senden, obwohl sie
dafür gar nicht gebaut sind. Sie empfangen Signale von einem 3
mm³ großen Chip ohne Stromversorgung.

Wie ich jetzt gelernt habe, gibt es die RFID-Technologie in verschiedenen Größen und Ausführungen. Die RFID-Chips können tatsächlich Milimeter-klein sein (siehe „Chipsons“ - Implantat unter der Haut) oder z.B. die Form von Etiketten besitzen oder auch größer sein (und über eine eigene Stromversorgung verfügen).
Deshalb sollte man differenzieren, wenn man von den Möglichkeiten der RFID-Technologie spricht, denn abhängig von Größe und Leistungsfähigkeit ist auch die Möglichkeit, sie zu orten.

Folgenden Text habe ich dazu gefunden: Wie hoch sind die Reichweiten, oder: aus welcher Entfernung können diese Chips gelesen werden? Können sie gar per Satellit verfolgt werden?
Antwort siehe hier: http://stoprfid.foebud.org/htm/faq.html#frage2.3

Weißt Du wie RFID funktioniert?
Das Lesegerät sendet ein Signal aus, das der Chip mit seiner
‚Antenne‘, einer Induktionsschleife empfängt. (Der Grund für
den Größenunterschied, die nötige Antenne wird bei Panikmache
verschwiegen und nicht mit fotografiert)

Es gibt einige hochentwickelte Chips aus Forschungs- und Militärprojekten, die nicht die typische Antenne aufweisen, weil diese direkt im Chip integriert ist. Die Chips sind so klein, dass sie fast unmöglich zu finden sind.
(Nachzulesen z.B. bei „RFID Chips Put To The Test“, http://www.spacedaily.com/news/chip-tech-03k.html.
RFID-Chips mit integrierter Antenne können so klein sein, dass sie in Papier (z.B. Geld) eingebettet sein können. )

Hier finden sich viele interessante Informationen zum Thema:
Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V http://www.foebud.org/rfid/

Wie gesagt, eigentlich wollte ich mit meinem ersten Posting nur auf eine anscheinend besorgniserregende Entwicklung aufmerksam machen, auf die ich durch den BR-Online-Artikel gestossen bin. Ich bin keineswegs von Verfolgungswahn besessen. Und bis jetzt bin ich selbst auch oft recht sorglos mit meinen „Daten“ umgegangen.
Doch durch diese Diskussion bin ich wirklich schlauer geworden: RFID auf Geldscheinen, Kundenkarten, Mitarbeiterkarten etc. ist möglich und teilweise sogar schon umgesetzt worden… - Ohne, dass die Betroffenen informiert wurden. Und DAS finde ich wirklich eine Sauerei!

Liebe Grüße
von
Stefanie

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Hallo Stefanie,

Mal ganz abgesehen von der Frage „per Satellit ortbar - oder
nicht?“: Ist denn nicht auch schon der RFID-Einsatz sehr
bedenklich, wenn die gespeicherten Daten auch nur in kurzer
Distanz gelesen werden können?

Ich sehe das Problem der Warenkennzeichnung immer noch nicht. Nehnme ich mal an, der Chip wird in die Ware eingebaut, kann die Ware jederzeit wieder identifiziert werden. Du könntest also feststellen, daß ich eine Hose trage. Ich nehme an, daß Dich das nicht überraschen würde.

Doch zurück zum Satelliten: Ich finde diese Diskussion
wirklich spannend.
Durch Deine Argumentation beginne ich mich mit diesem Thema
wirklich richtig auseinanderzusetzen. :o)

Dein Einwand ist auf den ersten Blick berechtigt:

Und nun erzählst Du mir, daß GPS Satelliten plötzlich
anfangen, Signaöe zu empfangen, statt zu senden, obwohl sie
dafür gar nicht gebaut sind. Sie empfangen Signale von einem 3
mm³ großen Chip ohne Stromversorgung.

Wie ich jetzt gelernt habe, gibt es die RFID-Technologie in
verschiedenen Größen und Ausführungen. Die RFID-Chips können
tatsächlich Milimeter-klein sein (siehe „Chipsons“ -
Implantat unter der Haut)

Gerade das ist technisch z.Z. nicht machbar. :wink: Ente oder Aprilscherz?

oder z.B. die Form von Etiketten
besitzen oder auch größer sein (und über eine eigene
Stromversorgung verfügen)
.

Die Stromversorgung reicht dann abhängig von der Sendeleistung nur eine geringe Zeit, wenn das Teil nicht sehr groß werden soll. Das ist dann nicht zu verstecken, was Du ja befürchtest.

Deshalb sollte man differenzieren, wenn man von den
Möglichkeiten der RFID-Technologie spricht, denn abhängig von
Größe und Leistungsfähigkeit ist auch die Möglichkeit, sie zu
orten.

Folgenden Text habe ich dazu gefunden: Wie hoch sind die
Reichweiten, oder: aus welcher Entfernung können diese Chips
gelesen werden? Können sie gar per Satellit verfolgt
werden?

Antwort siehe hier:
http://stoprfid.foebud.org/htm/faq.html#frage2.3

Interessant! Satellitenortung ist z.Z. trotzdem nicht möglich.

Es gibt einige hochentwickelte Chips aus Forschungs- und
Militärprojekten, die nicht die typische Antenne aufweisen,
weil diese direkt im Chip integriert ist. Die Chips sind so
klein, dass sie fast unmöglich zu finden sind.

An einem Auto kann man schon ein größeres Teil verstecken. Alles ist relativ.

(Nachzulesen z.B. bei „RFID Chips Put To The Test“,
http://www.spacedaily.com/news/chip-tech-03k.html.
RFID-Chips mit integrierter Antenne können so klein sein, dass
sie in Papier (z.B. Geld) eingebettet sein können. )

Ja, das hat den Hype ausgelöst. Du könntest im vorbeigehen gescannt werden, ob sich ein Raub lohnt. Das wäre wirklich ein Problem.

Hier finden sich viele interessante Informationen zum
Thema:

Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten
Datenverkehrs e.V http://www.foebud.org/rfid/

Wie gesagt, eigentlich wollte ich mit meinem ersten Posting
nur auf eine anscheinend besorgniserregende Entwicklung
aufmerksam machen, auf die ich durch den BR-Online-Artikel
gestossen bin. Ich bin keineswegs von Verfolgungswahn
besessen.

Das habe ich auch nicht unterstellt. Der Artikel in BR-Online erscheint mir aber wenig seriös. Da wird die Physik schlicht ignoriert. Ebenso wird da in Vernbindung mit GPS von Satellitenortung gesprochen, was absoluter unfug ist. GPS Satelliten sind nicht viel mehr als Funkfeuer und zur Ortung von was auch immer ungeeignet, weil sie nicht empfangen. (Von Steuersignalen mal abgesehen)

Und bis jetzt bin ich selbst auch oft recht sorglos
mit meinen „Daten“ umgegangen.

Paybackkarten besitze ich keine. :wink: Aber mein Handy ist jederzeit zu orten und das ist entgegen einem Pullover mit einem RFID-Chip sogar noch mit mir in Verbindung zu bringen. was soll die Information: ‚Der Pullover ist in Berlin.‘ bringen, wenn man nicht weiß, wer darin steckt? Da sind handys viel interessanter weil Aussagekräftiger und keinen stört’s.

Doch durch diese Diskussion bin ich wirklich schlauer
geworden: RFID auf Geldscheinen, Kundenkarten,
Mitarbeiterkarten etc. ist möglich und teilweise sogar schon
umgesetzt worden… - Ohne, dass die Betroffenen informiert
wurden. Und DAS finde ich wirklich eine Sauerei!

Meinst Du? Möglich ja. Sinnvoll? Weiß ich nicht. ‚Untergeschoben‘? Bisher wohl nicht.

  • Geld. War im Gespräch, wird nicht kommen.
  • Kundenkarte. Wird kommen. Aber nicht heimlich.
  • Mitarbeiterkarten. Wird nicht kommen, das verbietet das Datenschutzgesetz jetzt schon.

Ich denke immer noch, daß da Panikmache die größte Rolle spielt.

Was geht mit dem Chip, was mit dem Handy nicht leichter geht?

Gruß, Rainer

Implantierte Chips, RFID in Kundenkarten etc.
Hallo lieber Rainer,

ich versuche mal, meine Antwort diesmal nicht sooo lang werden zu lassen. In der Hoffnung, dass vielleicht noch jemand unseren Thread verfolgt. :o)

Ich kann Deine Argumente verstehen, sehe die Dinge aber ein bisschen anders. Warum, läßt sich u.a. mit den Informationen erklären, die sich hierdurch erlesen lassen:
Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V http://www.foebud.org/rfid/

Ich sehe das Problem der Warenkennzeichnung immer noch nicht.
Nehnme ich mal an, der Chip wird in die Ware eingebaut, kann
die Ware jederzeit wieder identifiziert werden. Du könntest
also feststellen, daß ich eine Hose trage. Ich nehme an, daß
Dich das nicht überraschen würde.

*grins*
Klar, die Pullover/Hosen-Identifizierung allein ist noch nicht dramatisch. Aber nun verknüpf die Seriennummer dieses nummerierten Chips mit den Daten Deiner EC-Karte, mit der Du diese Hose gekauft hast - oder mit den Angaben einer Kunden-Rabatt-Karte (die Du zum Glück ja nicht hast)…
Damit ließe sich ein ganz prima Bewegungsprofil erstellen, wenn man die RFID-Lesegeräte verschiedener Interessenten miteinander verknüpft.
Siehe hier: http://stoprfid.foebud.org/htm/faq.html#frage2.4

RFID auf Geldscheinen, Kundenkarten, Mitarbeiterkarten etc. ist
möglich und teilweise sogar schon umgesetzt worden… - Ohne, dass
die Betroffenen informiert wurden. Und DAS finde ich wirklich eine
Sauerei!

Meinst Du? Möglich ja. Sinnvoll? Weiß ich nicht.
‚Untergeschoben‘? Bisher wohl nicht.

  • Geld. War im Gespräch, wird nicht kommen.
  • Kundenkarte. Wird kommen. Aber nicht heimlich.
  • Mitarbeiterkarten. Wird nicht kommen, das verbietet das
    Datenschutzgesetz jetzt schon.

Die Metro-Gruppe, der unter anderem Galeria Kaufhof, Real, Praktiker, Mediamarkt und Saturn angehören, benutzt RFID nicht nur in der Warenlogistik und als Barcode. Die kleinen Chips werden ohne Hinweis auch in den KundInnenkarten der Metro-Future-Stores versteckt. In den Karten sind nicht einfach nur Daten über Produkte enthalten, sondern Informationen über die KundInnen selbst. Somit können alle KartennutzerInnen beim Betreten des Geschäftes eindeutig identifiziert werden. Erst als auf einer Veranstaltung des Datenschutzvereins FoeBuD e.V. mit VertreterInnen der amerikanischen Verbraucherschutzvereinigung CASPIAN Anfang Februar eine Teilnehmerin ihre Karte unter ein RFID-Lesegerät legte, wurde die Überwachung der KundInnen durch den Konzern bekannt.
(Siehe hier: http://www.uni-koeln.de/phil-fak/philtrat/58/s10.html )
(Inzwischen hat Metro diese Karten wieder ausgetauscht - wegen massiver Proteste)

Ich denke immer noch, daß da Panikmache die größte Rolle
spielt.

Aber es wird noch auf viel höherer Ebene über die Verwendung von RFID-Chips nachgedacht: So spielt die Europäische Zentralbank ernsthaft mit dem Gedanken, ab 2005 RFID-Chips in ihre Geldscheine einweben zu lassen. Damit würde zwar die Aufklärung von Banküberfällen oder größeren Raubüberfällen erleichtert, gleichzeitig aber wäre die Anonymität beim Bezahlen nicht mehr gegeben. Wenn jede Banknote jederzeit sekundenschnell eindeutig identifizierbar ist, sind die Wege des Geldes nicht mehr unergründlich. Möglich ist auch, dass demnächst in Kredit- und Versichertenkarten oder Ausweisen »Spy-Chips« versteckt sind, so dass deren InhaberInnen jederzeit lokalisierbar werden. Gerade im Zusammenhang mit Sicherheitsbestrebungen zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus beziehen viele Regierungen Möglichkeiten wie die Integration von RFID-Chips in Ausweise in ihre Überlegungen mit ein. Die Daten auf Pässen oder Versichertenkarten wären dank tragbarer Lesegeräte allen, die ein solches besitzen, zugänglich. Im Vorbeigehen könnten dann Krankheitsgeschichte oder Bargeldguthaben der Mitmenschen ergründet werden.
(Siehe hier: http://www.uni-koeln.de/phil-fak/philtrat/58/s10.html )

Was geht mit dem Chip, was mit dem Handy nicht leichter geht?

Oh, unter anderem kann ich das Handy abstellen - den Chip nicht.
Aber mehr dazu findest Du z.B. hier: http://stoprfid.foebud.org/htm/faq.html#frage3.6

Zum Thema Chipsons und implantierte RFID-Chips:

Als vor einigen Monaten der spektakuläre Fall der „Chipsons“ - die Mutter einer sechsköpfigen Familie in Florida wollte die Chips für ihre Kinder haben - bekannt wurde, runzelten einige Senatoren im US-Kongress die Stirn und fingen eine Diskussion an, ob hier eine spezielle Gesetzgebung notwendig sei. Mittlerweile aber ist VeriChip bereits in Lateinamerika aktiv. Katherine Albrecht berichtete, dass dort 2.700 Personen sich den RFID-Chip haben implantieren lassen, um sich auf diese Weise vor Entführungen schützen zu können. Der RFID-Chips ist allerdings nur der Beginn, in Aussicht gestellt werden auch implantierbare Chips, die dann auch die Lokalisierung durch Satelliten ermöglichen.
(Den ganzen Text findest Du hier: http://www.ensheimer.de/nuke56/html/modules.php?name… )

Mist, jetzt ist dieser Artikel schon wieder total ausgeufert.

*Seufz*.

Liebe Grüße
von der Stefanie

Hallo Stefanie,

ich versuche mal, meine Antwort diesmal nicht sooo lang werden
zu lassen. In der Hoffnung, dass vielleicht noch jemand
unseren Thread verfolgt. :o)

Dein Anfangsposting wurde inzwischen schon 232 mal gelesen, … :wink:

Ich kann Deine Argumente verstehen, sehe die Dinge aber ein
bisschen anders. Warum, läßt sich u.a. mit den Informationen
erklären, die sich hierdurch erlesen lassen:
Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten
Datenverkehrs e.V http://www.foebud.org/rfid/

Da kann ich beim Überfliegen nichts entdecken, wo Reichweiten von mehreren Metern erwähnt werden.

Klar, die Pullover/Hosen-Identifizierung allein ist noch nicht
dramatisch. Aber nun verknüpf die Seriennummer dieses
nummerierten Chips mit den Daten Deiner EC-Karte, mit der Du
diese Hose gekauft hast - oder mit den Angaben einer
Kunden-Rabatt-Karte (die Du zum Glück ja nicht hast)…
Damit ließe sich ein ganz prima Bewegungsprofil erstellen,
wenn man die RFID-Lesegeräte verschiedener Interessenten
miteinander verknüpft.

Ich erkenne immer noch nicht, wie da der Chip hilft. Wenn ich an der tankstelle mit Kreditkarte bezahle (und da zahle ich nie bar :wink:) werde ich auch ohne Chip identifiziert. Mit einigem Aufwand kann man ein Bewegungsprofil erstellen. Wozu? Das mal 80 Millionen Bundesbürger. Wer soll wozu diese Datenmenge auswerten und das Ergebnis sichten? Die Marslandung ist nichts dagegen und da wird die Auswertung noch Jahre dauern. Allerdings ist da ein Motiv zu unterstellen. Bei der Auswertung des bewegungsprofils von mehreren Millionen Bundesbürgern sehe ich kein mögliches Motiv, das den aufwand rechtfertigt.

Siehe hier: http://stoprfid.foebud.org/htm/faq.html#frage2.4

Das steht dem nicht entgegen.

Die Metro-Gruppe, der unter anderem Galeria Kaufhof, Real,
Praktiker, Mediamarkt und Saturn angehören, benutzt RFID nicht
nur in der Warenlogistik und als Barcode. Die kleinen Chips
werden ohne Hinweis auch in den KundInnenkarten der
Metro-Future-Stores versteckt.

Wurden bei einem Test.

(Inzwischen hat Metro diese Karten wieder ausgetauscht -
wegen massiver Proteste)

Ja, Du sagst es. :wink:

Ich denke immer noch, daß da Panikmache die größte Rolle
spielt.

Aber es wird noch auf viel höherer Ebene über die Verwendung
von RFID-Chips nachgedacht: So spielt die Europäische
Zentralbank ernsthaft mit dem Gedanken, ab 2005 RFID-Chips in
ihre Geldscheine einweben zu lassen.

Ist das nicht schon längst Schnee von gestern?

Möglich ist auch, dass
demnächst in Kredit- und Versichertenkarten oder Ausweisen
»Spy-Chips« versteckt sind, so dass deren InhaberInnen
jederzeit lokalisierbar werden.

1.) Nein, ‚versteckt‘ würde gegen das Datenschutzgesetz verstoßen. :wink:
2.) Lokalisierbar, sobald man sich einem entsprechenden lesegarät auf wenige Zentimeter nähert.

Gerade im Zusammenhang mit
Sicherheitsbestrebungen zur Bekämpfung des internationalen
Terrorismus beziehen viele Regierungen Möglichkeiten wie die
Integration von RFID-Chips in Ausweise in ihre Überlegungen
mit ein.

Ja, gerade in den USA kann ich mir das gut vorstellen.

Die Daten auf Pässen oder Versichertenkarten wären
dank tragbarer Lesegeräte allen, die ein solches besitzen,
zugänglich. Im Vorbeigehen könnten dann Krankheitsgeschichte
oder Bargeldguthaben der Mitmenschen ergründet werden.
(Siehe hier:
http://www.uni-koeln.de/phil-fak/philtrat/58/s10.html )

Richtig! Deshalb glaube ich nicht an die Durchführbarkeit in Deutschland. :wink:

Was geht mit dem Chip, was mit dem Handy nicht leichter geht?

Oh, unter anderem kann ich das Handy abstellen - den Chip
nicht.

Dafür ist es über kilometer zu orten, der Chip nur über Zentimeter.

Aber mehr dazu findest Du z.B. hier:
http://stoprfid.foebud.org/htm/faq.html#frage3.6

Zum Thema Chipsons und implantierte RFID-Chips:

Warum wieder SF? Du bringst Quellen, die auf möglichen Mißbrauch aufmerksam machen und mischst das mit Phantasieen aus anderen Quellen, die der Physik widersprechen. Hältst Du das für seriös?

Als vor einigen Monaten der spektakuläre Fall der „Chipsons“ -
die Mutter einer sechsköpfigen Familie in Florida wollte die
Chips für ihre Kinder haben

Ja, ich glaube sogar, daß eine Mutter aus Florida so etwas wollte. Ich wollte ein auto, das auf 10 000 Kilometer zwei Tropfen Milch verbraucht. Das werde ich nicht bekommen, weil die Energiemenge, die in zwei tropfen Milch enthalten ist, ein Auto nicht 10 000 Kilometer weit bewegen kann. Die Naturgesetze stehen dagegen.
Genau so geht es der Mutter aus Florida. Sie kann nicht bekommen, was sie gern hätte, weil sie unmögliches wünscht.

  • bekannt wurde, runzelten einige
    Senatoren im US-Kongress die Stirn und fingen eine Diskussion
    an, ob hier eine spezielle Gesetzgebung notwendig sei.

Ist das nicht traurig? Und da regt sich hier noch jemand über die Pisa-Studie auf. Die selben Sentoren würden vermutlich auch Visa für Aliens drucken lassen.

Mittlerweile aber ist VeriChip bereits in Lateinamerika aktiv.
Katherine Albrecht berichtete, dass dort 2.700 Personen sich
den RFID-Chip haben implantieren lassen, um sich auf diese
Weise vor Entführungen schützen zu können.

Es haben auch schon Leute Grundstücke auf dem Mond und Mars gekauft. Daß da tausende Leute Geld für nichts ausgeben, was soll das zeigen? Daß das Geld in Bildung besser angelegt gewesen wäre?

Der RFID-Chips ist
allerdings nur der Beginn, in Aussicht gestellt werden auch
implantierbare Chips, die dann auch die Lokalisierung durch
Satelliten ermöglichen.

Ich betone das noch ein letztes mal, das ist nicht möglich!
Wenn Du eine solche Information von einer beliebigen Quelle bekommst, stufe die Quelle einfach als unseriös ein. Einen Satelliten, der Millonen implantierbare Chips, die elektromagnetische Wellen aussenden anhand dieser Wellen ortet, wird es nie geben. Nicht, weil das ohnehin unsinnig ist, sondern wegen ‚technischer Schwierigkeiten‘. :wink:

Mist, jetzt ist dieser Artikel schon wieder total ausgeufert.

Macht ja nichts. Wenn das nötig ist, läßt es sich halt nicht vermeiden. :wink:

*Seufz*.

Liebe Grüße
von der Stefanie

Danke. :wink:

Ich fasse mal zusammen. Ich halte Deine Befürchtungen für übertrieben, weil einiges davon technisch nicht machbar ist. Physik und Mathematik liefern die einzigen Gesetze, gegen die man nicht verstoßen kann. :wink: Einige von den Horrorvisionen (Chipsons) wollen aber gerade das vermitteln. Wir können die Hexenjagd abblasen, weil es keine Hexen gibt.

Auch von mir liebe Grüße, Rainer

Änderung im Datenschutzgesetz nötig
Hallo lieber Rainer,

ich denke mit der Zusammenfassung Deiner Meinung kann ich leben. Ich für mich bin allerdings beim momentanen Stand der Dinge nicht ganz so beruhigt wie Du. Auch wenn ich jetzt die Gefahr einer unbemerkten Satellitenüberwachung doch für relativ unwahscheinlich halte. ;o)
Mir reicht schon das, was mit RFID auch im Nah-Scannerbereich machbar ist.

Ich danke Dir aber auf alle Fälle für die Hinweise auf Überprüfung der Seriosität der Quellen sowie natürlich die mathematischen, physikalischen Gesetze. Was da so alles machbar ist, und was nicht, ist nicht mehr so ganz mein Fachbereich *ähem* *hüstel*

Ich denke, mit einer entsprechenden Änderung/Ergänzung der Datenschutzgesetze wäre ich jedenfalls wesentlich beruhigter. (Oder ist das vielleicht schon geschehen??) :

  1. Mai 2004: Bundesdatenschützer fordert Gesetze für RFID
    Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat gefordert, dass das Bundesdatenschutzgesetz in Bezug auf RFID-Chips geändert werden muss.
    http://stoprfid.foebud.org/aktuell/aktuell06.html

Möglich ist auch, dass
demnächst in Kredit- und Versichertenkarten oder Ausweisen
»Spy-Chips« versteckt sind, so dass deren InhaberInnen
jederzeit lokalisierbar werden.

1.) Nein, ‚versteckt‘ würde gegen das Datenschutzgesetz
verstoßen. :wink:
2.) Lokalisierbar, sobald man sich einem entsprechenden
lesegarät auf wenige Zentimeter nähert.

Kannst Du mir bitte noch einen Link schicken, wo das im Datenschutzgesetz verankert ist? Ich mag jetzt ehrlich gesagt nicht mehr danach googeln… Und Du weißt vielleicht gleich, wo Du suchen mußt. :o)

Danke Dir herzlich
und weiterhin_liebe_Grüße *smile*
von der
Stefanie,
die Deinen Hinweis auf 232 Mal gelesen total nett findet ggg - aber es auch schade findet, dass so wenige bis zum Schluss der Diskussion mitlesen…

Hallo Stefanie,

1.) Nein, ‚versteckt‘ würde gegen das Datenschutzgesetz
verstoßen. :wink:

Kannst Du mir bitte noch einen Link schicken, wo das im
Datenschutzgesetz verankert ist? Ich mag jetzt ehrlich gesagt
nicht mehr danach googeln… Und Du weißt vielleicht gleich,
wo Du suchen mußt. :o)

oops, Datenschutzgesetzt war falsch. BetrVerfG ist richtig.
http://www.tse-hamburg.de/Papers/CallCenter/BetrVerf…

Das Mitbestimmungsrecht des BR wäre bei heimlicher Einführung umgangen und somit Gesetzwidrig. Entschuldigung, ich wollte Dich nicht auf eine falsche Fährte locken.

Gruß, Rainer