Rhesusfaktor, D-Antigen und nun?

Gestern habe ich mich mit einer angehenden Heilpraktikerin über den Rhesusfaktor unterhalten.

Das Wesentliche habe ich begriffen, (sie auch), aber über eine Sache waren wir uns dann unklar:

Es geht um die Bildung der D-Antigene beim Rh+ Rh- Blut-Erstkontakt.
Also dieses Mutter Kind Problem.

Begriffen haben wir, dass, wenn Rh- Mama mit Rh+ Babys Blut in Berührung kommt, Mamas Blut das D-Antigen gegen Rh+ erst bildet.
Mama hatte ja zunächst gar keine D-Antigen, weil sie Rh- ist.

Was ja beim ersten Kontakt keine Schwierigkeiten macht. Wohl aber beim zweiten Blutkontekt (Kind). Ok, soweit war uns das klar.

Überall wo wir suchten, wird das obige Beispiel genannt.

Man geht davon aus, das rh- Mama noch nie im Leben Kontakt mit
Rh+ Blut hatte und somit keine D-Antigene gegen Rh+.

Jetzt kommt die Frage:

Was ist aber nun, wenn die Mama sich schon früher, vor Jahren, mal einen Blutkontakt mit Rh+ hatte.
Z.B. bei ihrer eigenen Geburt oder später bei einem Unfall, oder sie hat mit einer Freundin Blutsschwesterschaft geschlossen…

In diesem Falle hätte Mama ja schon D-Antigene im Blut, oder?

Wenn dem so ist, würde ihr Blut doch mit dem Rh+ Blut des Babys aneinanderrasseln und das Baby gefährden. Und zwar sofort und schon beim ersten Kind.

Oder ist das gar nicht so, weil sich die D-Antigene nach einer gewissen Zeit wieder abgebaut werden??

Tja, wie ist das nun??

Ich würde mich freuen, wenn jemand aus euren Reihen etwas dazu sagen könnte.

Vielen Dank

Jens aus Wolfenbüttel

Wie das fremde Blut in den Körper gelangt ist wurscht, ob durch die Entbindung, Transfusion etc. spielt keine Rolle.

Das ganze ist nicht reversibel.

Genug?

Hallo,
wie anderweitig schon ausgesagt ist es egal wie der Kontakt mit dem Rh-Blut entsteht,
allerdings wäre bei keinem Deiner Beispiele eine entsprechende Sensibilisierung irgendwie wahrscheinlich.
Das Immunsystem des Neugeborenen ist noch unreif und würde bei einem Blutkontakt während der Geburt keine Immunität ausbilden. Später, beim Kontakt von Fremdblut mit eigenen Wunden dringt mit hoher Wahrscheinlichkeit kein oder zu wenig Blut in den eigenen Körper ein. Aus Wunden blutet es ja heraus und wird nichts hineingesaugt. Eine Blutsschwesternzeremonie müsste da schon filmreif ausfallen. Auch hier kommt es also nicht zu einer Immunantwort.
Denkbar wäre also allenfalls eine falsche Blutkonserve - heute auch kaum noch vorstellbar.

Gruß
Werner

Hallo Leobär,

danke für deine Antwort.

Aha, wie ich es mir dachte.

Ach deshalb werden Frauen schon sehr früh Blut abgenommen, um zu konrollieren, ob sie schon das Antigen haben.

Aber gibt es dann keine Komplikationen bei der (ersten) Geburt, wenn die Mutter das Antigen schon hat?

Hallo Werner,

vielen Dank für deine Antwort.

Ok, das heißt also, dass es eher wahrscheinlich ist, dass die
Negativ-Mutter noch keine D+ Antigene hat.

Und bei ihrer eigenen Geburt noch keine ausgebildet hat, falls ihre Mutter Rh+ ist.

Ah ja, so leuchtet es ein.

Vielen Dank

Jens aus Wolfenbüttel

Hallo Jens,

eine Ergänzung noch zu der Möglichkeit, dass auch schon in der ersten Schwangerschaft eine Abstoßung stattfindet.
Üblicherweise kommt es zu Kontakten zwischen mütterlichem und fetalem Blut durch Verletzungen der plazentarmembran aufgrund der er mechanischen Belastungen der Geburt oder kurz davor bei Vorwehen oder einfach durch die hohe Belastung des Gewebes bei fortgeschrittener Schwangerschaft.

Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es zu solchen Verletzungen schon früher in der Schwangerschaft kommt. Zwar ist die Immumantwort auf das Rh-antigen nicht so schnell, wie etwa bei Infektionskrankheiten, dauert also nicht nur einige Tage bis wenige Wochen, sondern mehrere Wochen, aber auf diese Weise kann es dann auch bei einer Erstschwangerschaft schon zu einer für das Kind tödlichen oder mindestens gefährlichen Reaktion kommen.

Gruß
Werner

Hallo Werner,

vielen Dank für die Ergänzung und deine Hilfe.

Jetzt sehen wir viel klarer und alles leuctet nun ein.

Es hat sich also gelohnt hier bei wer-weiß-was.de zu fragen :wink:

Viele Grüße

Jens