Rheuma?

Hallo,
ich vermute, dass ich Rheuma oder etwas anderes in der Richtung hab. Hatte das auch schon mal bei meinem Hausarzt angesprochen und der meinte ich solle darauf achten, ob die Schmerzen vielleicht eher durch eine zu hohe sportliche Belastung kommen. Tun sie aber nicht.
Muss ich jetzt zunächst nochmal zum Hausarzt wegen Blutuntersuchungen etc. oder kann ich direkt zum Spezialisten gehen? Hab gehört man bekommt nur schlecht Termine… Was für Untersuchungen werden denn da noch gemacht?
Danke schon mal im Voraus,
Roxy

Hallo Roxy!

Ich zitiere aus einem Merkblatt für rheumatoide Arthritis:

„Die richtige Diagnose zu einem frühen Zeitpunkt ist bei allen rheumatischen Erkrankungen wichtig, um eine effektive Therapie zur Vermeidung von Folgeschäden einzuleiten.“

Mein Rat:

  1. Sofort einen Termin bei einem guten Internisten.

  2. Informiere Dich:
    http://www.rheuma-liga.de/home/layout2/rheuma_60_0.html

  3. Führe ein Beschwerden-Tagebuch.
    Normalerweise soll man ja nicht seinen Fokus auf Negatives lenken, aber hier ist es zur Diagnostik ganz wichtig: Bewegungs- oder Ruheschmerz? Wann sind die Schmerzen schlimmer: zu Beginn der Bewegung (morgens beim Aufstehen), oder kommen sie erst tagsüber (durch Anstrengung)? Sind Gelenke geschwollen? Sind Gelenke heiß? Bei Fingergelenken kann man das ganz leicht überprüfen, indem man sie einzeln an die Lippen hält. Die Lippen sind sehr temperaturempfindlich, und Du wirst eine Überwärmung sofort feststellen. Schreib auf, welche Gelenke geschwollen sind (auch die, wo Du Dir nicht ganz sicher bist) und welche warm sind. Und welche Schmerzen bereiten.

  4. Äußere dem Internisten gegenüber Deinen Rheuma-Verdacht. Beschreibe die Beschwerden so genau wie möglich. Du hast ja Tagebuch geschrieben, das kannst Du ihm zeigen.
    Bestehe auf einer Blutuntersuchung. Die Senkung und der Rheuma-Faktor sind beispielsweise entscheidende Hinweise auf rheumatoide Arthritis.

Im Durchschnitt läuft ein Patient mit rheumatoider Arthritis ein Jahr lang mit seinen Beschwerden von Arzt zu Arzt, bis endlich einer die richtige Diagnose stellt. Dann sind aber oft schon Folgeschäden eingetreten (so auch bei mir - weil ein Arzt weder Blut- noch Röntgenuntersuchung machen wollte und aus dem Blauen heraus irgendeine Fehldiagnose gestellt hat).

Zu Deiner Frage, welche Untersuchungen zu erwarten sind:
Bei Verdacht auf rheumatoide Arthritis Blutuntersuchung sowieso und dann noch Röntgen von „verdächtigen“ Gelenken.

Hanna

Deine Aussage ist ja gemeingefährlich!
Wie Hanna schon sagte, ist gerade bei Rheuma eine frühe Diagnose und Behandlung (am besten innerhalb der ersten 6 Monate) entscheidend für die Prognose der Behandlung.

Wenn man da gezielt eingreift, kann man die Krankheit zum Stillstand bringen, so dass man auch als Rheumatiker ein normales Leben führen kann. Handelt man zu spät, sind unwiderrufliche Gelenkzerstörungen die Folge, sowie ein schlechteres Ansprechen auf die Medikamente.
Irreversible Schäden an den Gelenken können bereits nach 2 Monaten eintreten!!!

Negative Rheumafaktoren sind überhaupt kein Indiz dafür, dass kein Rheuma vorliegt, schon mal was von seronegativer Arthritis gehört?? Gerade auch am Anfang der Erkrankung können die Rheumafaktoren negativ sein, bei manchen sind sie nie positiv, obwohl sie an schwerster Gelenkzerstörung leiden.

Ein gut ausgebildeter Rheumatologe klärt selbstverständlich alle Differentialdiagnosen ab, z.B. reaktive Arthritis,HIV, Borreliose, etc , bevor er mit den „üblichen Medikamenten“ behandelt.

Du solltest schon erstmal überlegen, bevor du hier Ratschläge gibst.

@ Roxy: Termin beim Rheumatologen kann wirklich Monate dauern, du bekommst ihn aber viel schneller (innerhalb 14 Tagen), wenn der Hausarzt dich überweist. Also lass dir sofort Blut abnehmen, vor allem auch crp und Blutsenkung messen und wenn hier was verdächtig ist, mach DRUCK, damit du so schnell wie möglich zu einem INTERNISTISCHEN (nicht orthopädischen!!) Rheumatologen kommst - jeder Monat zählt!

Viel Glück und alles Gute
Steffi