Rheuma mit 19 Jahren, wer hat Tipps?

Meine Tochter hat heute erfahren, dass sie Rheuma hat. Sie ist erst 19 und es wird die klassische Basistherapie begonnen. Hat jemand Erfahrung damit oder Tipps was hilfreich ist (Therapien klassisch, homöopathisch)?

Ich weiß, dass Ernährung auch eine Rolle spielt.

Hallo,

Medizinisch scheint Ihre Tochter sicherlich gut abgedeckt zu sein. Daher berichte ich mal aus persönlicher Erfahrung ( Psoriasis Athritis, Fibromyalgie und noch so einiges ) . Ernährungstechnisch habe ich für mich herausgefunden, unter anderem auch durch eine Ausschlussdiät, das ich Schweinefleisch und auch allgemein übermäßigen Genuss von Fleisch schlecht vertrage. Es muss man aber für sich auch herausfinden , welche Lebensmittel einem gut tun und welche nicht. Ich passe darauf auf, das der Körper nicht allzu sehr übersäuert. ist welchem Lebensmittel das auch geht , kann man auch sehr gut im Internet recherieren.

Krankengymnastik, auf die Erkrankung zugeschnitten, regelmäßig betreiben, damit die Gelenke beweglich bleiben, Wärme oder Kältetherapien anwenden. Das tun, was einem gut tut. z.B. Kältekammer oder Sauna, schwimmen , Wassertherapien ist eine gute Anwendung.

Sich einem Homöopathen anzuvertrauen und eine auf sich speziell gerichtete zusätzliche Therapie ist eine sehr gute Unterstützung.
Rheuma heißt auch meistens Schmerzen. Ich werde zusätzlich von einem Schmerztherapeuten behandelt und habe eine Verhaltenstherapie ( ambulant wie auch stationär) zusätzlich besucht. Sie hilft einem mit dem veränderten Alltag klar zu kommen, sich mit den Schmerzen auseinander zusetzen und mit weiteren Anwendungen zu mildern. Autogenes Training, Entspannung zu erlernen usw.
Chi Gong, Thai Chi habe ich für mich entdeckt.
Mit Rheuma leben, heißt auch sein Lebensalltag darauf umstellen. Je nach Erkrankung und Stadium muss man aber auch für sich entdecken und ausprobieren , was einem gut tut, entlastet ist und evtl. Heisst es auch , mehrmals Medikamente ausprobieren, um die Therapie zu finden , mit der man gut klar kommt.
Das dauert natürlich alles und die Zeit muss man sich geben, denn die Therapien wirken nicht von heut auf morgen. Ich weiß ja nicht , wie alt Ihre Tochter ist, aber es heißt nicht zwangsläufig das man auf alles verzichten muss. man muss nur lernen seinen Alltag anders zu Meistern. Ich Wünsche gute Besserung und baldige Zielfindung. LG

Vielen Dank für die ausführlichen Infos, shirana.
LG Anja

Hallo!
Ich kann nur meine eigenen Erfahrungen weitergeben. Letztlich muss jeder für sich entscheiden, welchen Weg er gehen möchte.
Mich hat es mit Ende 30 erwischt und ich habe mich strikt geweigert, die Basistherapie zu machen. Ich habe immer gedacht, dass ich sie dann mein Leben lang nehmen muss, weil es anschließend ohne nicht mehr geht und zweitens war mir die Medikamentenbelastung zu groß. Da ich aber vor Schmerzen fast verrückt geworden wäre, habe ich erst einmal Cortison genommen und parallel war ich beim Heilpraktiker. Der hat meine Ernährung umgestellt: Kein Fleisch, viel Wasser trinken und alles meiden, was den Körper belastet. (Ernährung, Einrichtung, Farben …) Dazu noch eine homöopathische Bahndlung. Das hat immerhin dazu geführt, dass ich mit der Dosierung des Cortisons sehr weit runter gehen konnte.
Nach zehn Jahren machte ich dann zum ersten mal eine Kur in einer Rheumaklinik und lernte noch einmal etwas über Ernährung dazu. Außerdem waren die Therapeuten Spitzenklasse und ich war danach in der Lage, Krafttraining zu machen (Kieser), was sehr hilfreich ist, weil Muskeln die Gelenke schützen. Ich habe mich dann noch mehr mit der Ernährung beschäftigt, mache regelmäßig stilles (heilendes) Chi Gong und nach 11 Jahren Cortison habe ich die Einnahme im Februar diesen Jahres beendet. Ich bin jetzt nicht gesund, aber es geht mir nicht schlechter als unter der medikamentösen Behandlung. Ich bin davon überzeugt, dass man auf die Suche nach dem Grund einer Erkrankung gehen muss und dann kann man sie heilen, zum Stillstand bringen oder zumindest die Situation deutlich verbessern.
Ich kann all diese Dinge auch gern noch konkreter erklären. Schreiben Sie mich dann gerne an.

Auf jeden Fall wünsche ich alles, alles Gute, viel Mut, und dass Ihre Tochter ihren Weg in diese und aus dieser Krankheit findet.

Herzliche Grüße,

Vielen Dank für die ausführliche Info und das Angebot, einiges konkreter zu beantworten. Wir werden gern darauf zurückkommen.
LG Anja mit Joy

Mit Homöopathie ist da gar nichts auszurichten.
Mit Ernährung nur bedingt.
Ganz wichtig ist der Vitamin- D- Spiegel, der über der Empfehlung unserer Gesellschaft für Ernährung liegen muß.
Außerdem Omega-3 Säuren, möglichst 6000mg/tägl.
und Vitamin E mind.400mg, aber den Mix aus verschiedenen Tocopherolen.
Wichtig ist auch Bewegung, denn der Körper des Rheumatikers greift ja sein eigenes Gewebe an. Manche interpretieren das als „Langeweile des Körpers“.
Daß diese garnicht erst auftritt braucht er die Anstrengung durch Sport.
Ich habe selbst seit 30 Jahren Rheuma und habe es so im Griff, daß ich keinerlei Medikamente mehr benötige, obwohl ich Anfangs sehr aggressive Mittel nehmen mußte.

Hallo,

klassische Basistherapie mit „Methrotexat“? Also, ich finde es ist ein Armutszeugnis, wenn man immer nur mit den harten Mittel kommt. Leider gibt es in der klassischen Medizin noch nichts anderes, als diese Basismedikamente, von denen es eine ganze Reihe gibt. Es gibt auch noch Gold, Resochin, Metallcaptase… Ich habe auch mal Methrotexat eingenommen. Bei mir traten Nebenwirkungen auf, wie ein komisches Gefühl im Rachen ,kein Geschmack mehr und so etwas. Aber das kann bei jedem anders sein. Ich finde das Medikament ist der letzte M…, da Ihnen keiner versprechen kann, dass trotz der Basistherapie kein Rheumaschub mehr kommt. Lesen sie mal den Beipackzettel. Wenn sie das Medikament absetzen, dürfen sie drei Monate keine Kind zeugen, wegen der Möglichkeit von „Fehlbildungen“. Aber vielleicht bekommt Ihre Tochter ein anderes Mittel? Also, ich versuche ohne Basismedikament auszukommen, indem ich meine Ernährung anpasse(möglichst kein Schweinefleisch, viel Obst, Gemüse, Salat mit Balsamikoessig und bestem Olivenöl, Fisch…) und wenn es mit den Schmerzen nicht geht nehme ich eine Ibuprofen oder Celebrex ein. Aber was ganz wichtig ist. Welches Rheuma hat ihre Tochter? Gelenkrheuma? Bei entzündeten Gelenken kenne ich eine super schnellwirkende Therapie. Damit wird es Ihr auch allgemein besser gehen. Sagen sie mal Bescheid. Ich helfe gerne. Ich habe übrigens seit meinem 5. Lebensjahr Gelenkrheuma und bin jetzt 47. Kenne mich also etwas aus :smiley:.
Schöne Grüße. Bis bald
F.U. Hermanns

Setzen sie sich mit der Deutschen Rheumaliga in Verbindung, auch per Internet. Meine Mutter ist seit Jahren dort Mitglied, wird immer sehr gut informiert. Die Seite können sie auch so besuchen und sie ist super aufgebaut. Auch Broschüren werden ihnen zugeschickt. Meine Mutter hat Psoriasis Arthritis, Gicht und Sjögrin-Syndrom also 3 von 400 Rheumaerkrankungen. Sie ist leider sehr spät in Behandlung gekommen und hat schon sehr viele Medikamente durch. Ihre Tochter sollte aufpassen, das sie immer gut behandelt wird, bei unklaren Gelenkproblemen zum arzt gehen, auch auf ihr Gewicht achten. Viele Rheumapatienten nehmen von der Erkrankung und von einigen Medikamenten stark ab, bei anderen Medikamenten wie Cortison kann man wieder stark zunehmen. Meine Cousine hat jetzt mit 23 die Diagnose bekommen und wird unter anderem mit Sulfasalazin behandelt, sie hat 10 Kilo innerhalb kürzerster Zeit abgenommen, also nicht gerade sehr gut.
Sie sollte auch drauf achten, in Bewegung zu bleiben, das a und o. Die Verbände bieten auch Rehasport an, sonst gibt es auch in Fitnesscentern Rehasport den der arzt verordnen kann.
Auch die Ernährung ist wichtig. Dazu zählt erst einmal das richtige Öl sprich Raps- oder Leinöl benutzen.
Man sollte auch viel Omega 3 und 6 zu sich nehmen oder es ergänzen. Arachidonsäurereiche Lebensmittel wie Innereien, Fleisch und Wurstwaren sowie Eier einschränken (z. B. den Fleischkonsum auf zwei kleine Mahlzeiten pro Woche begrenzen, zwei Eigelb pro Woche, täglich 0,5 Liter Milch 1,5% Fett oder entsprechende Milchprodukte, z. B. 120 g Käse oder 250 g Quark oder 300 g Joghurt, Quarkspeise, Pudding), da dadurch die Entzündungsstoffe gebildet werden.
Zweimal pro Woche Seefisch (z. B. Tunfisch, Hering usw.).
Gute Calciumlieferanten wie fettarme Milch, Milchprodukte und Käse sowie calciumhaltige Mineralwässer sollten bei einer Ernährung für Rheumakranke nicht fehlen, um eine Osteoporose vorzubeugen, besonders bei Jungen Rheumatikern.
Getreide- und Vollkornprodukte, Reis und Kartoffeln können wie alle pflanzlichen Produkte uneingeschränkt gegessen werden.
Täglich 5x Gemüse und Obst essen.

http://www.rheuma-liga.de/startseite/

http://www.rheuma-liga.de/mediencenter/publikationen…

Muss erst mal los wenn sie sonst noch fragen haben sie wissen wo sie mich finden schönen Abend noch gruß pillendreher

Aus der Fragestellung wurde nicht klar, ob es bei Ihrer Tochter um eine reaktive Arthritis oder rheumatoide Arthritis handelt. Die erstgenannte heilt nach und nach ab, die zweite ist als chronische Erkrankung anzusehen.
Wichtig ist, dass ihre Tochter sich in einer fachkundiger rheumatologischer Behandlung begibt, denn es gilt die Gelenkentzündungen und die Schmerzen effizient einzudämmen. Rheuma ist eine schwere Erkrankung und homöopathische Mittel würden hier kaum hilfreich sein.
Es ist schwierig Ernährungstipps zu geben, denn mehrere Studien ergeben haben, dass nicht das gleiche bei allen Rheuma-Patienten gilt. Es sind jedoch günstige Ergebnisse erzielt worden, indem Patienten vermehrt ungesättigte Fette und auch Fischprodukte konsumiert haben. Bei manchen Patienten verschlechtern Milchprodukte den Zustand und auch rotes Fleisch ist als ungünstiger Effekt im Gespräch. Es gibt auch Studien, die einen günstigen Effekt nach einer Fastenkur belegen. Die sollte jedoch nur in einer Fastenklinik oder unter ärtzlicher Aufsicht erfolgen
Meine Empfehlung lautet: Sich bewußt gesund ernähren, an die Therapie des Facharztes verlassen,sich bei starkem Entzündungsgeschehen körperlich schonen (kein Sport) und bei eventueller Verschlechterung den behandelnden Arzt sofort verständigen. Ich rate in diesem Fall ausdrücklich von Eigenexperimenten oder Heilpraktikerbesuchen ab.

Hallo,ich empfehle eine klassische Behandlung bei einem guten Rheumatologen.Habe dort gute Erfahrung gemacht, und weiß, dass Rheuma momentan noch nicht heilbar ist.Ein erfahrener Rheumatologe wird aber bei der Vielzahl der verschiedenen Arten von Rheuma den richtigen Weg einschlagen.Sicher spielt die Ernährung eine große Rolle.Wenn aber verschiedentlich die Vermeidung von Schweinefleisch empfohlen wird, so dürfte kein Moslem an Rheuma erkranken.Ich selbst bin seit 13 Jahren an Rheuma erkrankt,und kann damit verhältnismäßig gut leben.Gruß Klaus