Rhone, Rhein und Rhodos

Guten Tag,

die Rhone, der Rhein, der französische Schnupfen ‚rhume‘ haben alle etwas mit ‚fliessen‘ zu tun. Was aber hat die griechische Insel Rhodos damit zu tun? Oder ist der gleiche Wortstamm ein Zufall? Gibt es noch andere Wörter, die mit Rho-, als ‚fliessen‘ zu tun haben?

Gruss und Dank vom Frank

Hallo!

Soweit ich das feststellen konnte, gibt es da nur einen indirekten Zusammenhang:

Rhein = vom lateinischen „rhenus“, vom keltischen „ren“ (verwandt mit altirisch „rain“=Weg)

Rhone = vom Lateinischen „rhodanus fluvius“, laut Plinius nach der Stadt Rhoda, die eine Kolonie der Insel Rhodos war [???])

Rhodos = vom griechischen rhodos = Rose(-nfarben)

Da wissen bestimmt unsere „echten“ Altsprachler mehr.

Gruß,

Myriam

Hallo Frank, hallo Myriam, hi Werner,

Soweit ich das feststellen konnte, gibt es da nur einen
indirekten Zusammenhang:

eher gar keinen

Rhein = vom lateinischen „rhenus“, vom keltischen „ren“ :frowning:verwandt mit altirisch „rain“=Weg)

Das ist richtig!

Rhone, Rhodos, [panta] rhei, etc. haben mit dem Rhein nichts zu tun.

Hierzu ein längeres Zitat aus:
Wolf-Henning Petershagen, Die Wahrheit über Deppendorf, ISBN 3-8062-1442-5 Buch anschauen:

Rhein Älter als Kelten und Germanen
Mit der Erklärung des Flußnamens Rhein wären die meisten schnell im Reinen, wenn das h und die Schadstoffbelastung nicht wären. Doch mit rein hat der Name wirklich nichts zu tun.
Um gleich beim h zu bleiben: " Gelehrtenzopf" - so hat schon Adolf Bacmeister vor über 130 Jahren in seinen "Alemannischen Wanderungen " diese Schreibweise bezeichnet. Sie lehnt sich nämlich - wie auch das Rhinozeros und der Rheumatismus an die griechische Schreibweise an, in der das r -griechisch: rho - einen Hauch von h enthielt.
Tatsächlich kannten schon die alten Griechen den Rhein und nannten ihn Rhenos. Mit diesem Namen soll ihn der griechische Geograph Pytheas von Massilia bezeichnet haben, dessen Schriften leider nur indirekt überliefert sind. Er hatte im 4. Jahrhundert eine Expedition nach Norden unternommen, die ihm wohl auch den Rhein näherbrachte.
Natürlich haben die Griechen diesen Namen nicht erfunden, sondern vorgefunden. Die Sprachwissenschaftler gehen davon aus, daß sowohl der griechische Rhenos wie der lateinische Rhenus auf ein gallisches bzw. keltisches Renos zurückgeht. Der deutsche Rhein hingegen stammt vom germanischen Rin ab, den die Franken den Franzosen vererbten. Bei denen schreibt sich der Fluß noch heute Rhin.
Wer hat den Namen nun von wem übernommen? Die Kelten von den Germanen oder umgekehrt? Weder noch: Der Name ist älter als Kelten und Germanen und dürfte ursprünglich Reinos gelautet haben. Er gilt somit als " vorgeschichtlich " und ist auch schon als illyrisch oder indogermanisch gedeutet worden.
Jedenfalls sind Kelten und Germanen irgendwann in grauer Vorzeit auf diesen Reinos gestoßen und haben seinen Namen später entsprechend ihren Lautgesetzen abgewandelt.
Läßt sich heute noch feststellen, was dieses Reinos bedeutet haben mag? Die Wissenschaftler bejahen diese Frage und bedienen sich der mutmaßlichen Nachfahren jenes Urwortes. Einer davon ist das mittelirische rian, das „Meer“ bedeutete. Auch das lateinische rivus (Fluß), das in spanisch rio weiterlebt und im englischen river steckt, sowie das altbulgarische reka –identisch mit dem serbokroatischen Wort für Fluß - zählen zu den Kindern des Reinos, der daher mit „Fluß, Strom“ übersetzt wird.
Also bedeutet Rhein letztlich „Fluß“, ist mit dem Wort rein nicht verwandt und dieser Eigenschaft in keiner Weise verpflichtet.

Die Stoßrichtung dieses Artikles ist eine andere, aber es dürfte auch klar werden, dass eine Verbindung zu Rhone, Rhodos etc. - wie Myriam schon ausführte - ebenfalls nicht in Frage kommt.

Gruß Fritz