ich hole derzeit mein Abitur über ein Fernstudium nach. Ich merke dabei, dass ich kein Problem habe Zusammehänge oder Ähnliches zu begreifen.
Meine Schwäche ist das Lesen. Nicht falsch verstehen, ich kann perfekt Deutsch sprechen und auch lesen, bloß richtig lesen kann ich nicht.
Ich lese den Text immer einfach nur. Nach zwei Seiten habe ich vergessen, was davor geschrieben stand. Ich kann es mir leider einfach nicht merken. Oftmals merke ich, wie ich etwas lese und dabei was anderes Denke. Aber auch wenn ich konzentriet dabei bin und die Gedanken nicht abschweifen lasse, so vergesse ich viel.
Meine Freundin, sie studiert Medizin, kann sich drei Bücher, mit je 2000 Seiten in 3 Monaten einprägen.
Das wäre für mich undenkbar, da ich oftmals Passagen mehrfach lesen muss, weil ich eben nicht richtig lese.
Daher nun meine Frage:
Wie lese ich richtig, wie erlene ich das neu, was gilt es zu beachten. Mir geht es dabei nicht um das Deutsch, also Textanalyse oder ähnliches, nein, ich möchte das gelesene nur gerne im Kopf behalten.
Hallo, Mike,
vielleicht solltest Du Dir einen Zettel neben den Text legen, auf dem Du Dir Satz für Satz Notizen über den Inhalt machst. Wenn Du dann Deine Notizen liest, solltest Du in der Lage sein den Zusammenhang wieder herzustellen.
Gruß
Eckard
Hi Mike,
ich stimme Eckard zu. Ansonsten könntest Du auch nach jeder Seite innehalten und im Kopf die Knackpunkte des Gelesenen wiederholen. Falls eine Seite zuviel ist, dann nur eine halbe oder nach jedem dritten Satz etc., damit Du Deinem Hirn beibringst, bei der Sache zu bleiben.
Ted
wenn ich müde bin geht es mir genauso. Dann ‚lese‘ ich etwas und kann mich nicht mehr erinnern, was ich gelesen hab.
Du solltest Dir eine Art Ritus angewöhnen, der Dich aufs Lesen einstimmt und Dir die Situation ‚lesen‘ verinnerlicht.
Also Fachsachen immer an der gleichen Stelle lesen, die Umgebung so gestallten, daß Du Dich wohl fühlst, vermeiden, daß Ablenkungen an Dich herankommen, bequem sitzen.
Dazu solltest Du Dir, wie Eckard schon schrieb, Notizen machen.
Anfangs mag es noch nicht klappen, aber wenn der Automatismus greift, sollte es besser werden.
Zusätzlich zu den anderen Tipps schlage ich Dir vor, das Gelesene als Bilder - vielleicht zur Gewöhnung Satz für Satz - vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Kommunikationsfachleute sind der Meinung, dass Wort und Bild gemeinsam wirksamer „gelernt“ werden, als jedes dieser Medien für sich allein. Berühmte Beispiele, die jeder kennt, sin z.B. Wilhelm-Busch-Bildergedichte oder auch die Struwwelpeter-Geschichten.
einige ehemalige Schüler waren sehr erfolgreich mit der Methode, das Gelesene mündlich wiederzugeben, sooft sie Gelegenheit bzw. ein passendes „Opfer“ dazu fanden. Nach einiger Zeit änderte sich tatsächlich ihre Lesetechnik insofern, als sie automatisch unter dem Aspekt Was also kann ich jetzt über … berichten? lasen und sich dabei die wesentlichen Inhalte einprägten - selbst wenn der „mündliche Teil“ später nur noch selten und schließlich gar nicht mehr stattfand.
Das mit den Notizen stell ich mir etwas zeitintensiv vor. Bei 7 Büchern und den vielen Seiten die man lernen muss, bedeutet das auch viel Schreibarbeit.
Wieviel Zeit sollte man denn für die Notiz aufbringen?
Das mit den Notizen stell ich mir etwas zeitintensiv vor. Bei
7 Büchern und den vielen Seiten die man lernen muss, bedeutet
das auch viel Schreibarbeit.
Wieviel Zeit sollte man denn für die Notiz aufbringen?
Na, Mike,
da musst Du wohl durch, sonst wirds nicht besser. Stichworte genügen ja, aber tröste Dich, wenn Du das konsequent machst, wirst Du diese „Krücke“ immer weniger brauchen. Der Zweck der Übung ist, dass Du Dich dadurch selbst zwingst, aufmerksam zu lesen und Deine Aufmerksamkeitsspanne allmählich erweiterst. Dazu ist - wie zu jeder sportlichen oder geistigen Disziplin - ausdauerndes Training nötig.
Du bist übrigens mit dieser eingeschänkten Aufmerksamkeitsspanne nicht allein. Meine Frau als Lehrerin berichtet mir von der ständig abnehmenden Aufmerksamkeitsspanne ihrer Schüler. Das ist wohl der modernen Informationstechnologie geschuldet, bei der alles, was länger als nur ein paar Minuten dauert „langweilig“ wird. Geduld und Konzentration wird dadurch nicht geübt. Eine Entschuldigung ist das aber natürlich nicht, sondern etwas, das man überwinden muss.
Übrigens - schalte Radio oder Fernseher und auch das Mobiltelefon beim Lesen aus! Suche Dir eine ruhige Ecke (möglichst immer die gleiche - Rituale helfen). Und dann gibt es für die nächste halbe Stunde nichts anderes mehr als Dich, das Buch und Deinen Zettel. Dann eine kleine Pause, mal aufstehen, Fenster auf und tief durchatmen … und dann geht es wieder weiter.
Wie lese ich richtig, wie erlene ich das neu, was gilt es zu
beachten. Mir geht es dabei nicht um das Deutsch, also
Textanalyse oder ähnliches, nein, ich möchte das gelesene nur
gerne im Kopf behalten.
Hallo Mike,
hast Du schon einmal von der Mindmap - Methode gehört? Ich glaube, das könnte etwas für Dich sein, weil man hier Wissen strukturieren muss.