Hallo,
Heisst das, wenn ich im Wohnzimmer den Kamin anmache, regelt
der Termostat automatisch auf die z.B. 21 Grad und schaltet
bei überschreiten der Temperatur die Wohnzimmerheizung aus
Ja.
dadurch können dann die anderen Heizkörper trotz der am Kessel
eingestellten 21 Grad Raumtemperatur wärmer werden?
Können sie, aber man kann dem per entsprechender Einstellung am Heizkörperthermostat entgegenwirken.
Das Prinzip ist doch folgendes:
Die Heizungsanlage regelt die Vorlauftemperatur nach einer bestimmten mathematischen Funktion in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Um eine bestimmte Innenraumtemperatur halten zu können, muss man je nach Temperatur draußen mehr oder weniger Heizleistung erzielen. Da man nicht mehrmals täglich den Heizkörper wechseln kann, regelt man die Heizleistung mit der Vorlauftemperatur herunter. Nebenbei bedeuten geringere Vorlauftemperaturen auch immer geringere Wärmeverluste von den Rohren und vom Kessel. Genau deswegen macht man das nur, sonst könnte man auch immer mit volle Pulle 80 Grad Vorlauf durchheizen lassen und nur am Heizkörperthermostat regeln. Das wäre aber verschwenderisch und damit teuer.
Außerdem sollte noch erwähnt werden, dass bei übermäßig heißem Vorlauf natürlich auch der Rücklauf zu heiß für ein modernes Niedertemperatur- bzw. Brennwert-Heizsystem wäre. Zudem wäre bei Verstellung des Sollwerts am Heizkörper ein Überschwingen der Ist-Temperatur im Raum wahrscheinlich.
Qualitativ gesagt also: draußen kälter => Vorlauf heißer, draußen wärmer => Vorlauf weniger heiß.
Wie dies quantitativ genau passiert, wird dann mit der Heizkurve eingestellt, damit es bei möglichst jeder Außentemperatur möglich ist, drinnen die Wunschtemperatur zu erreichen.
Die Thermostatventile dienen der individuellen
Raumtemperaturregelung, sie können aber die Raumtemperatur
gegenüber der eingestellten Temperatur nur senken, nicht
erhöhen.
Also bedeutet volles Aufdrehen der Thermostate die maximal
eingestellte Raumtemperatur.
Demnach lohnen sich die digitalen Thermostate an denen man die
gewünschte Temperatur einstellen kann nicht, da die dann
sinnvoller direkt am Heizgerät eingestellt wird, oder?
Die maximal erreichbare Temperatur wird zwar zentral eingestellt, aber die möchte man ja nicht in jedem Raum gleichzeitig erreichen. Also braucht man die Heizkörperthermostate.
Dass sich elektronische Thermostate nicht lohnen, stimmt so nicht in jedem Fall. Sie bringen definitiv mehr Regelgenauigkeit und je nach Nutzerverhalten vor allem mehr Komfort! Man kann in jedem Raum unabhängig und nach Tages-/Wochenzeit automatisch heizen lassen. Und das Abdrehen kann man logischerweise auch nicht mehr vergessen. Dass also morgens das Wohnzimmer ungewollt und unnötigerweise zusammen mit dem Bad hochgeheizt wird, weil abends nicht abgedreht wurde, kann nicht passieren, wenn man es entsprechend programmiert.
MfG,
Marius