Richtige EInstellung der Heizungsthermostate bei Brennwertheizung

Hallo zusammen,

in unserem Fachwerkhaus wurde kürzlich eine neue Heizung mit Brennwerttechnik eingebaut. Diese hat an der Außenwand einen Temperaturfühler und an der Heizung selber kann ich die Raumtemperatur einstellen.
Neben der Zentralheitzung haben wir im Wohnzimmer im 1.OG einen Kaminofen sowie in der Küche im EG einen Holzofen.
Für mich stellen sich jetzt jedoch passend zum Winter ein paar Fragen:

Wenn ich an der Heizung z.B. 21 Grad Raumtemperatur eingestellt habe, bedeutet das dann, dass ich den Heizkörperthermostat voll aufdrehen muss, um die 21 Grad auch in dem jeweiligen Raum zu erreichen?
Sollte der Thermostat im Wohnzimmer runter gedreht werden, wenn der Kaminofen an ist oder erkennt er automatisch, dass die Temperatur höher ist und schließt das Ventil dann?
Ist bei einer Brennwertheizung der Einsatz von digitalen Heizkörperthermostaten, bei denen ich eine Temperatur einstellen kann und die dann selbständig das Ventil öffnen oder schließen sinnvoll zur Energieeinsparung?

Vielen Dank für Eure Tips und viele Grüße
Thunderbirdy

Hallo!
Das heißt, Du hast eine Außentemperaturabhängige Regelung, die entlang einer Heizkurve
die gewünschte Raumtemperatur bringen soll.
Wenn Du jetzt in einem Raum zusätzlich heizt, oder die Sonne scheint rein, dann regelt
der Heizkörperthermostat auf die gewünschte Temperatur runter, im restlichen Haus wird die voreingestellte Temperatur erreicht, unter Umständen sogar überschritten, weil sich die geförderten Wassermengen ändern.
Die Thermostatventile dienen der individuellen Raumtemperaturregelung, sie können aber die Raumtemperatur gegenüber der eingestellten Temperatur nur senken, nicht erhöhen.
Wenn niemand zu Hause ist und das regelmäßig, dann kann man ja am Heizgerät eine Absenkung für diese Zeit einstellen.
MfG
airblue21

Das heißt, Du hast eine Außentemperaturabhängige Regelung, die
entlang einer Heizkurve
die gewünschte Raumtemperatur bringen soll.

Genau. Die parameter der Kurve kann ich am Kessel einstellen.

Wenn Du jetzt in einem Raum zusätzlich heizt, oder die Sonne
scheint rein, dann regelt
der Heizkörperthermostat auf die gewünschte Temperatur runter,
im restlichen Haus wird die voreingestellte Temperatur
erreicht, unter Umständen sogar überschritten, weil sich die
geförderten Wassermengen ändern.

Heisst das, wenn ich im Wohnzimmer den Kamin anmache, regelt der Termostat automatisch auf die z.B. 21 Grad und schaltet bei überschreiten der Temperatur die Wohnzimmerheizung aus und dadurch können dann die anderen Heizkörper trotz der am Kessel eingestellten 21 Grad Raumtemperatur wärmer werden?

Die Thermostatventile dienen der individuellen
Raumtemperaturregelung, sie können aber die Raumtemperatur
gegenüber der eingestellten Temperatur nur senken, nicht
erhöhen.

Also bedeutet volles Aufdrehen der Thermostate die maximal eingestellte Raumtemperatur.
Demnach lohnen sich die digitalen Thermostate an denen man die gewünschte Temperatur einstellen kann nicht, da die dann sinnvoller direkt am Heizgerät eingestellt wird, oder?

Wenn niemand zu Hause ist und das regelmäßig, dann kann man ja
am Heizgerät eine Absenkung für diese Zeit einstellen.

Das ist bei uns eher selten der Fall, da ich auch viel von zu Hause aus arbeite.

MfG
airblue21

Hallo,

Heisst das, wenn ich im Wohnzimmer den Kamin anmache, regelt
der Termostat automatisch auf die z.B. 21 Grad und schaltet
bei überschreiten der Temperatur die Wohnzimmerheizung aus

Ja.

dadurch können dann die anderen Heizkörper trotz der am Kessel
eingestellten 21 Grad Raumtemperatur wärmer werden?

Können sie, aber man kann dem per entsprechender Einstellung am Heizkörperthermostat entgegenwirken.

Das Prinzip ist doch folgendes:

Die Heizungsanlage regelt die Vorlauftemperatur nach einer bestimmten mathematischen Funktion in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Um eine bestimmte Innenraumtemperatur halten zu können, muss man je nach Temperatur draußen mehr oder weniger Heizleistung erzielen. Da man nicht mehrmals täglich den Heizkörper wechseln kann, regelt man die Heizleistung mit der Vorlauftemperatur herunter. Nebenbei bedeuten geringere Vorlauftemperaturen auch immer geringere Wärmeverluste von den Rohren und vom Kessel. Genau deswegen macht man das nur, sonst könnte man auch immer mit volle Pulle 80 Grad Vorlauf durchheizen lassen und nur am Heizkörperthermostat regeln. Das wäre aber verschwenderisch und damit teuer.
Außerdem sollte noch erwähnt werden, dass bei übermäßig heißem Vorlauf natürlich auch der Rücklauf zu heiß für ein modernes Niedertemperatur- bzw. Brennwert-Heizsystem wäre. Zudem wäre bei Verstellung des Sollwerts am Heizkörper ein Überschwingen der Ist-Temperatur im Raum wahrscheinlich.

Qualitativ gesagt also: draußen kälter => Vorlauf heißer, draußen wärmer => Vorlauf weniger heiß.

Wie dies quantitativ genau passiert, wird dann mit der Heizkurve eingestellt, damit es bei möglichst jeder Außentemperatur möglich ist, drinnen die Wunschtemperatur zu erreichen.

Die Thermostatventile dienen der individuellen
Raumtemperaturregelung, sie können aber die Raumtemperatur
gegenüber der eingestellten Temperatur nur senken, nicht
erhöhen.

Also bedeutet volles Aufdrehen der Thermostate die maximal
eingestellte Raumtemperatur.
Demnach lohnen sich die digitalen Thermostate an denen man die
gewünschte Temperatur einstellen kann nicht, da die dann
sinnvoller direkt am Heizgerät eingestellt wird, oder?

Die maximal erreichbare Temperatur wird zwar zentral eingestellt, aber die möchte man ja nicht in jedem Raum gleichzeitig erreichen. Also braucht man die Heizkörperthermostate.

Dass sich elektronische Thermostate nicht lohnen, stimmt so nicht in jedem Fall. Sie bringen definitiv mehr Regelgenauigkeit und je nach Nutzerverhalten vor allem mehr Komfort! Man kann in jedem Raum unabhängig und nach Tages-/Wochenzeit automatisch heizen lassen. Und das Abdrehen kann man logischerweise auch nicht mehr vergessen. Dass also morgens das Wohnzimmer ungewollt und unnötigerweise zusammen mit dem Bad hochgeheizt wird, weil abends nicht abgedreht wurde, kann nicht passieren, wenn man es entsprechend programmiert.

MfG,
Marius

im restlichen Haus wird die voreingestellte Temperatur erreicht, unter Umständen sogar überschritten, weil sich die geförderten Wassermengen ändern.
Habe mich etwas unglücklich ausgedrückt. Die am Kessel voreingestellte Temperatur könnte
bei voll offenen Thermostatventilen überschrittenen werden. Sinnvoll ist es daher, am Kessel
z.B. 22° RT einzustellen und mit den Thermostatventilen dann auf 21°RT zu drosseln. Entweder
verfügt die Anlage über ein Differenzdruckventil, oder man lässt z.B. im Bad oder Stiegenhaus
einen Heizkörper offen, damit immer ein Kreislauf gegeben ist, sonst nimmt die Pumpe bei eventuellem
Schließen aller Thermostatventile Schaden.
MfG
airblue21

Moin!

Entweder
verfügt die Anlage über ein Differenzdruckventil, oder man lässt z.B. im Bad oder :Stiegenhaus
einen Heizkörper offen, damit immer ein Kreislauf gegeben ist, sonst nimmt die Pumpe bei :eventuellem
Schließen aller Thermostatventile Schaden.

Normalerweise verfügt ein Brennwertgerät werksseitig über einen Bypass…und/oder über eine elektronisch geregelte Pumpe…Überströmventil u. dergleichen war gestern…
Daher droht diese Gefahr bei einem relativ neuem Heizgerät nicht.
Gruß Walter