Hallo,
wir mussten diese Woche unser Zwergkaninchen einschläfern lassen und nun drängt sich mir immer wieder die Frage auf, ob es auch wirklich „eingeschlafen“ ist und nicht leiden musste.
Leider habe ich es versäumt, die Tierärztin zu fragen, welche Narkotika sie für die Einschläferung verwendet. Für mich hatte es nicht den Anschein, dass mein Tier Schmerzen hatte, aber man liest soviel, dass die Tiere u.U. die Schmerzen gar nicht zeigen können.
Die Tierärztin war sehr nett. Sie hat ihm zunächst ein Narkosemittel gespritzt und mich dann mit meinem Kaninchen eine Weile allein gelassen, um mich von ihm zu verabschieden. Als sie wieder kam, wirkte er immer noch nicht ruhig genug, weswegen sie ihm eine zweite Narkosespritze gegeben hat. Dann hatte ich wieder ein bisschen Zeit, um mich nochmal zu verabschieden. Vor der eigentlich Spritze fragte sie mich, ob ich dabei sein will, was ich dann doch verneinte. Nach ca. 1 Minute holte sie mich dann wieder rein und meinte, er sei ganz ruhig eingeschlafen.
Für die Einschläferung habe ich 27 Euro bezahlt. Was meint ihr, war es eine schmerzlose Einschläferung oder hat mein Liebling doch etwas gespürt? Atem- und Herzstillstand sind ja keine sicheren Indizien dafür, dass ein Tier bereits tot ist und nichts mehr spürt.
Schonmal danke für Eure Antworten - Jeanette
Hallo Jeanette,
leider mußte ich schon viele Tiere gehen lassen… alle in meinen Armen. Ich bin Krankenschwester und kenne mich deswegen auch mit Narkosen aus… nein Dein Tier hat bestimmt nicht gelitten. Die gleiten ganz leise, ohne jede Regung über die Regenbogenbrücke.
Mach Dir keine Gedanken, die Tierärztin hat das wunderbar gemacht.
Grüße
Margit
Hallo Jeanette,
oh ja, diese Gedanken kenne ich zu gut. Aber so wie Du es beschreibst, habt Ihr eine ganz vorbildliche Tierärztin an Eurer Seite gehabt.
Es ist nicht unbedingt üblich Kleintieren vorher eine Narkosespritze zu geben und daher kommt auch das ungute Gefühl und der Zweifel, ob das Tier nicht leiden musste. Ohne Narkosespritze vorher müssen sie.
Aber so wie es gelaufen ist, musst Du wirklich keine Angst haben, Dein Kaninchen hat nichts gemerkt.
Ich war schon bei vielen Einschläferungen dabei, ich bleibe mittlerweile auch immer bei der letzten Spritze. Sie merken nichts.
Auch Du hast also vollkommen richtig gehandelt. Du hast gesehen, dass sie ihm wirklich Narkosespritzen gab und das nicht nur „behauptet“ hat. Das ist mir selbst immer sehr wichtig, ich trau sonst keinem über den Weg.
Aber eine Frage hätte ich noch: Wenn nicht Atem- und Herzstillstand sichere Todeszeichen sind, was dann?
Ich habe mich immer darauf verlassen, dass ein Tier genau DANN tot ist. Alle meine Tiere nehme übrigens danach mit nach Hause und es hat nie lange gedauert bis weitere Todesanzeichen dazu kamen.
Mach Dir keine Sorgen, Dein Kaninchen ist schöner gestorben als es die meisten Menschen dürfen.
Mücke
Hallo,
erstmal danke für die schnellen Antworten! Ja, ich glaube ich muss mich korrigieren: Herzstillstand ist dann doch ein ziemlich sicheres Zeichen, dass das Tier tot ist. Habe aber gelesen, dass es bei der Einschläferung mit T61 zur Lähmung der Atemmuskulatur kommt. D.h. es sieht so aus, als würde das Tier nicht mehr leben, weil es nicht mehr atmet - tatsächlich ist es aber so, dass das Tier qualvoll erstickt.
Ich hoffe einfach mal, dass die Tierärztin zum einen nicht T61 verwendet hat und zum anderen das Herz nochmal abgehört hat.
Ja, ich habe unser Zwergkaninchen auch mit nach Hause genommen. Als wir es vergraben haben, war es nicht zu übersehen, dass es nicht mehr lebt.
Ich könnte immer noch heulen …
Och mensch
, ich weiß genau wie Du Dich fühlst. Ich habe selbst gestern den ganzen Tag um ein kleines Katerchen geheult, bei dem ich nicht weiß, wie friedlich oder nicht friedlich er gestorben ist. Das macht einen auch wirklich fertig.
Weine doch ruhig um Dein Kaninchen, das gehört dazu, es tut ja auch weh, aber mach Dir keine Gedanken mehr um seinen Tod. Denn…
Ich hoffe einfach mal, dass die Tierärztin zum einen nicht T61 verwendet hat
Selbst WENN die TÄ T61 gespritzt hat, so ist das kein Problem, weil die Narkose davor stand. Alles was er noch mitbekommen hat, war wie Du bei ihm warst - und irgendwann wirkte die Narkose. Alles was danach kam, hat Dein Hasenzähnchen nicht mehr mitbekommen.
und zum anderen das Herz nochmal abgehört hat.
Eine TÄ, die bei einem Kaninchen zwei mal ein Narkosemittel spritzt, um sicher zu gehen, dass es nicht leiden muss - die würde nie darauf verzichten, das Herz nochmal abzuhören. Das passt einfach nicht zusammen.
Danke … es muntert ein wenig auf, wenn man weiß, dass es anderen Menschen genauso geht. Habe wirklich noch nie um etwas oder jemanden so getrauert wie um mein Kaninchen. LG