Hallo Ihr Lieben,
ich komme mit meiner Therapeutin nicht klar. Ist es normal, dass man nach jeder Sitzung heult, schlecht schläft und zwei Tage lang ungeniessbar ist? Die Therapie dauert nun schon ein halbes Jahr. Die Therapeutin sagt, dass Therapie Arbeit ist und ein gutes Gefühl nach der Therapie bedeute, dass nichts passiert sei.
Punkt an der Sache -und Behandlungsgrund- ist aber der, dass sich auf Grund äußerer Umstände mein Selbstwertgefühl gen null bewegt. Ich weiß, dass das alles etwas wenig ist, um eine konkrete Antwort zu geben, würde aber gerne konkerter werden, wenn ich ein Feedback bekomme.
Hallo Adracir,
Hallo Ihr Lieben,
ich komme mit meiner Therapeutin nicht klar. Ist es normal,
dass man nach jeder Sitzung heult, schlecht schläft und zwei
Tage lang ungeniessbar ist?
Ich würde als Laie mal davon ausgehen das sowas durchaus nicht ungewöhnlich sein kann.
Die Therapie dauert nun schon ein
halbes Jahr. Die Therapeutin sagt, dass Therapie Arbeit ist
und ein gutes Gefühl nach der Therapie bedeute, dass nichts
passiert sei.
Das hingegen finde ich ungewöhnlich, sie sollte dich zum nachdenken /verarbeiten anregen, aber DAS es dir schlecht gehen MUSS damit es wirkt finde ich nicht wirklich als eine Lösung. Wie gesagt, mal kann das schon vorkommen. Aber wenn man schon beim Therapeuten ist, sollte man auch mit ihm darüber sprechen können und nicht nur eine so (in meinen augen) billige Ausrede gesagt bekommen.
Punkt an der Sache -und Behandlungsgrund- ist aber der, dass
sich auf Grund äußerer Umstände mein Selbstwertgefühl gen null
bewegt.
Das kann ja schonmal nich Sinn und Zweck einer Therapie sein. Hast Du die Probematik schonmal richtig mit ihm/ihr besprochen? Vielleicht mag es ja auch an nem Kommunikationsfehler liegen (Glaube ich zwar nich so ganz), das kann man halt mit den paar Angaben schlecht sagen.
Schonmal an einen wechsel gedacht?
Liebe Grüße
Noa
Hallo Ihr Lieben,
ich komme mit meiner Therapeutin nicht klar. Ist es normal,
dass man nach jeder Sitzung heult, schlecht schläft und zwei
Tage lang ungeniessbar ist?
Also ich würde mich auch als Laie bezeichnen, dies vorweg. Hab aber vor knapp 15 JAhren auch mal eine Psychotherapie gemacht und bin deshalb nicht ganz unerfahren auf dem Gebiet…
Wenn Deine Therapeutin es schafft, verborgene, verdrängte und unverarbeitete Dinge „nach oben zu holen“, Dir es dann 2 Tage elend geht ABER die Dinge dann verarbeitet und ad acta gelegt werden können, dann sehe ich das als Erfolgserlebnis.
Ich weiß zwar nicht, was Dir fehlt, aber bei manchen psychischen Problemen stellt sich mir die Frage, ob man die Vergangenheit nicht einfach ruhen lassen sollte, bevor man sich mit Dingen auseinandersetzt, die man eh nicht mehr ändern kann.
Die Frage ist, braucht man eine „Couch“ oder wäre nicht ein „Coach“ hilfreicher? Verstehst Du was ich meine?
Herzliche Grüsse
Gabriele
Hallo!
Ein Therapeut sollte die oft aus gutem Grunde unterdrückten Teile in uns aktivieren können, und dass es nicht angenehm ist, wenn die hochkommen und das diverse Spannungs- und andere unangenehme Zustände zur Folge haben kann ist verständlich.
In sofern hat Deine Therapeutin schon recht.
Aber:
Ein guter Therapeut sollte es parallel dazu im Auge haben und umsetzen, dass die verborgenen Kräfte, Stärken und anderen in uns schlummernden oder lahm gelegten positiven Kräfte auch an die Oberfläche kommen und aktiviert werden.
Das ist meiner Ansicht nach ein mindestens ebenso wichtiger Bestandteil einer gelungenen Therapie.
Der Therapeut darf und muss es schaffen, dass der schwache Teil in uns, der der um Hilfe ringt, sowohl vorwärts getrieben wird, in die Entwicklung, aber auch dort nicht allein gelassen wird, sondern liebevolle Unterstützung erhält.
Das überhaupt hilft uns erst, stark zu werden, um den inneren „Drachen“ begegnen zu können.
Mit der Zeit wird der Klient immer tiefer in der Lage sein, die Unterstützung und liebevolle Begleitung durch den Therapeuten selber zu übernehmen und als Teil des eigenen Selbst zu erkennen.
Das ist ein weiter Weg.
Ich weiss nicht, was in Deiner Therapie konkret passiert, und dass es Phasen der Zerrissenheit geben kann, in denen man es am liebsten auch mal hinschmeissen würde, ist auch nicht ungewöhnlich.
Der beste Weg ist immer der, es anzusprechen und dort zu klären.(!)
Wenn aber ein dauerhaftes Gefühl der Schwächung durch die Sitzungen entsteht, und über viele Monate(!) hinweg man mit einem frustrierten Gefühl zurückleibt, und es auf die Frage „wo stärkt mich dieser Kontakt, wo unterstützt er meine Entwicklung“ keine wirkliche Antwort gibt, dann könnte man anfangen sich zu überlegen, ob einem das wirklich gut tut.
Das gilt aber ja für alle Kontakte…
Können diese Fragen nicht wirklich positiv beantwortet werden, und führt auch der Versuch, es mit dem Therapeuten zu klären über längere Zeit nicht zu einem besseren Gefühl…ja, dann ist es vielelicht möglich, dass dieser Therapeut nicht helfen kann.
Und im Sinne der eigenen Entwicklung und des liebevollen Umgangs mit sich selber kann es durchaus der richtige Schritt sein, diese Beziehung dann zu beenden.
Und sich bessere zu suchen???
Es gibt Therapeuten, die meinen, man wächst vor allem am Leiden, das hat bei mir schon immer eine Irritation hervorgerufen.
Weil es einfach nicht stimmt. Vor allem wachsen wir durch die Liebe, die uns zuteil wird, und an bestimmten Punkten der Entwicklung geht ohne diese Liebe gar nichts mehr.
Diese Liebe ist wie eine Nahrung, die uns stark macht, unser eigenes Liebespotential zu entfalten.
So wachsen Kinder und so wachsen erwachsene Menschen in Therapie und auch ohne Therapie.
Fühlst Du Dich geliebt?
Herzlichen Grüße,
Anja
hallo Ricarda,
Dein Selbstwertgefühl geht derzeit aus äußeren Gründen gen null - wie kann es sein, daß äußere Gründe Dich derartig herunterdrücken können? _ Ja klar kann das sein. Aber wenn derjenige, bei dem äußere Gründe einen so tief greifenden negativen Effekt haben können, eine Therapie macht, dann kommen natürlich vor alle genau diese selbstentwertenden Elemente der Seele ins Visier - und das ist tatsächlich so lange niederdrückend, bis deren helle Seite sich zeigen kann. Die es immer gibt.
Und es gilt vor allem, was Anja schrieb. Liebe, Zuneigung, Wärme, Anteilnahme, Einfühlung - die müssen in diesem therapeutischen Prozeß spürbar sein für Dich. Es ist schließlich eine (teilweise) Neugeburt.
Viel Glück: auch diese Fee gehört dazu. I.
Hallo Anja,
also geliebt fühle ich mich von der Therapeutin gar nicht - nicht mal anerkannt. Ich habe immer das Gefühl, dass alles was ich sage falsch ist, dass alles, was mir in meinem Leben passiert ist (incl. Kindesmissbrauch) meine eigene Schuld ist und dass jeder meiner Problemlösungsvorschläge zu kurz gedacht ist - obwohl ich immer dachte, ein sehr besonnener Mensch zu sein. Du hast recht, ich werde mich beim nächsten Mal nicht mit Floskeln abspeisen lassen, sondern sie ganz konkret fragen, auf welche Weise sie mir langfristig helfen möchte.
Danke für Deine Erklärungen, Du hast mir sehr geholfen.
Gruß
Ricarda
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Hallo Irmtraut,
mit den äusseren Gründen meinte ich meine berufliche Situation, die mich mit 51 Jahren im Kreativbereich verhungern lässt. Mich stellt keiner mehr ein, weil für das Geld, das mir gezahlt werden müsste drei Volontäre arbeiten könnten. Ich muss also freiberuflich klein klein ackern, damit überhaupt was rüberkommt. Dazu kommt mein Mann, dem es mit 63 Jahren noch schlimmer geht und der mich mit seinem Pessimismus verrückt macht. Ich habe in meinem Leben schon viele Krisen gemeistert und bin eigenlich ein unverbesserlicher Optimist, aber im Moment komme ich mir vor, als könnte ich mich nicht mehr an den eigenen Haaren aus dem Matsch ziehen, weil ich eine Glatze habe.
Danke für Deinen Zuspruch, es ist schön, eine Fee zu haben.
Liebe Grüße
Ricarda
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Hallo Gabriele,
das mit dem Coach finde ich absolut passend. Ich hatte mal einen, der hat mich immens aufgebaut. Anschliessend hätte ich die ganze Welt umarmen können. Ich glaube, ich erzähle das mal meiner Therapeutin.
Danke für Deine nette Antwort
Liebe Grüße
Ricrada
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Hallo Noa,
ich bin wirklich offenen Herzens und guten Willens auf die Therapeutin zugegangen und habe ihr rückhaltlos mein ganzes Leben erzählt. Es war so viel, dass ich einen detaillierten Plan schreiben musste, damit sie sich alles merken kann. An ihren Reaktionen merke ich aber zunehmend, dass sie Gedächtnislücken hat. Sie weiss zum Beispiel nicht, wie alt meine Kinder sind, was ich genau studiert habe und dass meine Mutter noch lebt. Alles sehr merkwürdig. Ich glaube, ich werde sie noch einmal konkret darauf ansprechen.
Ich habe meine Anfrage auch desshalb gestellt, weil ich wissen wollte, ob es vieleicht so eine Sado-Maso-Methode gibt, die ich nicht kenne. Hätte ja sein können, dass sie mich dazu bringen will, meine Höflichkeit abzulegen und ihr mal ordentlich den Marsch zu blasen
-DAS wäre nun wirklich nicht meine Art.
Danke jedenfalls für Deine Anteilnahme und Deinen guten Rat.
Liebe Grüße
Ricarda
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