Richtiger Zeitpunkt Hausbau bzw. -kauf?

Hallo,

ich bin in der letzten Zeit ein wenig ins Grübeln geraten, wann es eigentlich am sinnvollsten ist, mit dem Hausbau bzw. Kauf anzufangen.

Bisher wohne ich mit meiner Partnerin zur Miete. Wir sind beide Mit-Zwanziger und arbeiten beide im Angestelltenverhältnis. Wir sind uns schon sicher, dass wir mittelfristig gern ein eigenes Häuschen hätten. Die Gegend (Hamburger Umland) steht auch schon fest.

Bisher haben wir allerdings noch keine nennenswerten finanziellen Rücklagen gebildet.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Ankündigungen über Streichung der Eigenheimzulage und der Tatsache,dass Monat für Monat viel Geld in die Miete wandert, haben wir uns jetzt überlegt, ob es nicht Sinn machen würde, schon reltiv frühzeitig mit dem Eigenheim zu beginnen.

Natürlich müsste man sich dazu umfassender informieren und sich gezielt beraten lassen. Ich wollte aber gern im Vorwege schon einmal fragen, ob es überhaupt möglich bzw. sinnvoll ist, ein Eigenheim ohne bereits angelegte Ersparnis zu erwerben und ob es überhaupt noch möglich / realistisch ist, noch die Eigenheimzulage zu bekommen? Würde diese dann dauerhaft gelten, wenn einmal erteilt oder kann sie bei späterer Streichung wieder aberkannt werden?

Wo sollte ich mich ggf. näher beraten lassen?

Ich danke euch schon einmal recht herzlich!

Viele Grüße
Martin

Hallo Martin,

Bisher haben wir allerdings noch keine nennenswerten
finanziellen Rücklagen gebildet.

Das macht die Sache zwar schwerer und (unterm Strich hinsichtlich der Zinsen) teuerer, aber nicht unmöglich.

Natürlich müsste man sich dazu umfassender informieren und
sich gezielt beraten lassen. Ich wollte aber gern im Vorwege
schon einmal fragen, ob es überhaupt möglich bzw. sinnvoll
ist, ein Eigenheim ohne bereits angelegte Ersparnis zu
erwerben und ob es überhaupt noch möglich / realistisch ist,
noch die Eigenheimzulage zu bekommen? Würde diese dann
dauerhaft gelten, wenn einmal erteilt oder kann sie bei
späterer Streichung wieder aberkannt werden?

Eine Finanzierung mit 0% Eigenkapital ist grundsätzlich möglich. Die Bank wird von Dir jedoch irgendwelche Sicherheiten verlagen. Diese können z.B. sein: Extrem gut bezahlter und sicherer Job, gebundenes Kapital (Lebensversicherung, Wertpapiere, Immobilien etc.).
Ob es sinnvoll ist, dies zu tun, ist allein Deine Entscheidung. Du solltest Dir durchkalkulieren (lassen), wie der Darlehensverlauf ist, wie lange Du verschuldet sein wirst, und wie viel Zinsen Du unterm Strich zahlst.

Wenn Deine Eigenheimzulage genehmigt wird, dann gilt sie nach den Konditionen zum Kaufzeitpunkt der Immobilie (also zu dem Tag, an dem Du den Notarvertrag unterschreibst). Eine spätere Streichung durch die Politik betrifft Dich dann nicht.

Wo sollte ich mich ggf. näher beraten lassen?

Bei verschiedenen seriösen Banken.

Ciao
Andreas

Hallo Herr Petersen,
das zuvor Geschriebene hat schon seine Richtigkeit. Im Zuge der veränderten Kreditvergabe der Banken durch die Basel II genannte
Eigenkatitalrichtlinie, wird die Eigentumsbildung mit wenig bis gar keinem Eigenkatital nahezu unmöglich machen. Oder Sie sind mit einem Banker befreundet, was dieser in Ihrem Falle auf die eigene „Kappe“ nehmen möchte. Zudem werden die sogenannten „softcosts“ beim Eigentumerwerb (wie Notarkosten, Grunderwerbssteuer und Maklergebühren, mit insgesamt i.d.R. 8,5 % des Kaufpreises) von den Kreditinstituten nicht finanziert! Also ohne Eigenkapital geht, um es salopp zu sagen, gar nichts. Mind. 20 % Eigenkapital sollte vorhanden sein (ggf. mal bei Mami und Papi nachfragen). Subventionen, die sicherlich, egal unter welcher Regierung nun auch immer, wie die Eigenheimzulage werden in absehbarer Zeit gestrichen werden. (wird bei Ihnen sowieso nicht mehr in Frage kommen, da Sie am Anfang des Vorgangs Eigenheimbildung stehen) Empfehlenswert ist allemal Subventionen jedweder Art nie in eine Finanzierungskalkulation einzubeziehen, also b itte immer ohne diese rechnen.
M.f.G.
Ralph Kaiser
Architekt
BHK-Beratung

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Hallo Ratsuchender,

der Gedanke ist grundsätzlich richtig, wird aber auf Probleme stoßen, wenn es an notwendigem Eigenkapital fehlt.
Natürlich ist es auch noch heute möglich, ohne Eigenkapital zu kaufen.
Dies setzt aber voraus, dass statt dessen andere „Werte“ vorhanden sind.
Es könnte sein, dass z.B. die Eltern eine Immobilie besitzen, die als sogenannte Ersatzsicherheit herangezogen werden könnte.
Das müßte aber im Vorfeld abgeklärt sein.

Wenn diese Möglichkeit gegeben ist, so kann dieser Wunsch weiter verfolgt werden.

Auch können andere Werte, wie z.B. angesparte Lebensversicherungen, Wertpapiere, Aktien und ähnliches mit herangezogen werden.
Sie werden aber verschieden bewertet.
Details können dazu geliefert werden, falls mindestens eines der aufgeführten Werte vorhanden sind.

Gruss
Friedrich Pausch

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Hallo!
Meine Frau und ich waren in der gleichen Situation wir ihr. Mittzwanziger, kein Eigenkapital, usw. Wir haben mit Banken gesprochen und Versicherungen. Wir sind jetzt bei einer Versicherung gelandet die mit einer Zusammenarbeit einer Bank uns vollfinanziert. Nächsten Monat fangen wir an zu bauen. Bares haben wir auch kaum. Aber es reicht um Notar usw zuzahlen. Meine Frau hat noch eine Lebensversicherung bei der Versicherung die mit angerechnet wird. Die Eigenheimzulage ist auch schon ein kleiner Batzen Geld der gut hilft. Jetzt gibs die noch. Ausserdem hab ich gesagt, das ich viel selber machen will. Da ich einige Bekannte habe die zb. Elektriker, oder Heizungsinstallateure sind. Ich helfe mit auf dem Bau usw. Jeder Cent den ihr da spart wird euch als Eigenkapital angerechnet.
Ihr dürft dann natürlich bei eurer Planung nicht übertreiben und euer Traumhaus planen. Mir hat man am Anfang auch gesagt: Das ist wie beim Führerschein. Wenn man den neu hat kauft man auch nicht gleich nen dicken BMW, oder Porsche sondern fängt mit nem normalen Golf an. :smile:

Gruß, Timo

Die Eigenheimzulage ist auch schon ein kleiner Batzen Geld der gut
hilft.

Ich halte es für gefährlich, die EHZ in die Kalkulation mit einzuplanen.

Ausserdem hab ich gesagt, das ich viel selber machen
will. Da ich einige Bekannte habe die zb. Elektriker, oder
Heizungsinstallateure sind. Ich helfe mit auf dem Bau usw.
Jeder Cent den ihr da spart wird euch als Eigenkapital
angerechnet.

Nein. Jeder Cent, den Du Dir sparst, verringert die Höhe des Darlehens und somit das Risiko. Hat mit Eigenkapital gar nichts zu tun.

Viele Grüße
Andreas

Hallo!
Wieso hältst du es für gefährlich? Das sind 10000€, die wieder abgerechnet werden können. Würde ich es jedes Jahr zu verfügung haben, wäre die Gefahr doch viel grösser, dass ich es für irgentwelche anderen Sachen ausgebe, als für das Haus.

Jede Eigenleistung, die ich erbringe, wurde Hochgerechnet und als Eigenkapital angerechnet. Das heisst, von der Gesammtsumme abgerechnet. Somit ist doch der Gesammtkredit verringert worden.

Gruß, Timo

Die Eigenheimzulage ist auch schon ein kleiner Batzen Geld der gut
hilft.

Ich halte es für gefährlich, die EHZ in die Kalkulation mit
einzuplanen.

Da gebe ich Dir völlig recht! Es ist wirklich grob leichtsinnig eine Finanzierung derart auf Kante zu stricken. Gewisse Sicherheitsreserven sind einfach unabdingbar.

Ausserdem hab ich gesagt, das ich viel selber machen
will. Da ich einige Bekannte habe die zb. Elektriker, oder
Heizungsinstallateure sind. Ich helfe mit auf dem Bau usw.
Jeder Cent den ihr da spart wird euch als Eigenkapital
angerechnet.

Nein. Jeder Cent, den Du Dir sparst, verringert die Höhe des
Darlehens und somit das Risiko. Hat mit Eigenkapital gar
nichts zu tun.

Doch. Eigenleistungen werden bewertet und der entsprechende Betrag dem Eigenkapital zugerechnet (was auch völlig richtig ist). Der Beleihungsanteil sinkt dadurch, das Darlehen wird günstiger.
Auf diese Art ist es für „Schaffer“ durchaus möglich einen Hausbau auch mit sehr wenig Eigenkapital in Form von verfügbaren Mitteln zu realisieren.

Gruß Stefan

Hallo

Wieso hältst du es für gefährlich? Das sind 10000€, die wieder
abgerechnet werden können.

Es ist schon allein aus dem Grunde gefährlich die Eigenheimzulage oder irgendwelche steuerlichen Vorteile mit in die Gesamtfinanzierung einzurechnen, weil niemand weiß, wie es sich auf politischer Ebene zum Thema Eigenheimzulage und Steuersparmodelle weiterentwickeln wird. Ist es so abwegig, dass die Eigenheimzulage gestrichen wird? Und ist es so abwegig, dass davon auch bestehende Zusagen der Eigenheimzulage mitbetroffen sein könnten? Ist es so abwegig, dass die Politik plötzlich Zulagen, wie Bau-Kindergeld, abschafft?
Als Häuslebauer oder Käufer würde ich nie solche Gelder mit einplanen.
Mit freundlichen Grüßen,
Frank Scholtysek
www.immo-X-pert.de

Hallo!
Ich werde nächsten Monat anfangen zu bauen. Die Eigenheimzulage gibt es jetzt aber noch. Wenn sie es in einem Jahr nicht mehr geben sollte, bin ich doch nicht mehr von betroffen. Ich glaube kaum, das laufende Zulagen gestrichen werden. Wenn man in dieser Zeit neu abschliesst und es keine mehr gibt, siehts doch wieder anders aus. Oder etwa nicht?
Gruß, Timo

Hallo

Ich werde nächsten Monat anfangen zu bauen. Die
Eigenheimzulage gibt es jetzt aber noch. Wenn sie es in einem
Jahr nicht mehr geben sollte, bin ich doch nicht mehr von
betroffen. Ich glaube kaum, das laufende Zulagen gestrichen
werden. Wenn man in dieser Zeit neu abschliesst und es keine
mehr gibt, siehts doch wieder anders aus. Oder etwa nicht?

Das weiß eben niemand.
Sicher ist eben nur, das NICHTS sicher ist. (Ausser der Tod)
Es hat auch schon rückwirkende Änderungen gegeben.
Mein Rat lautet daher immer: NIEMALS solche Zulagen fest mit in die Kalkulation einrechnen. Als Bonbon oben drauf ist so etwas immer schön, aber als feste Einnahme niemals mit einrechnen.

Die Banken reden einem das immer schön, ich weiß. Aber die wollen auch ihr Geld vermehren.

Ich will niemandem seinen Neubau oder Hauskauf madig machen, aber verlasst euch nicht immer alle auf irgendwelche Steuergeschenke. Das kann sich ganz schnell ändern.

Mit freundlichen Grüßen,
Frank Scholtysek
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http://www.immo-X-pert.de
Immobilien NEUTRAL unter die Lupe genommen
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