Hallo,
Hallo (hoffentlich) Wissende!
wissend bin ich vielleicht nicht, aber zumindest erfahren mit dem Leben mit Angehörigen der anderen „Partei“ im gemeinsamen Haus/Haushalt.
Und, um es vorweg zu nehmen, es erfordert von alles Seiten viel Disziplin, Kompromussbereitschaft und ständiges „Nachverhandeln“. Und es gibt auch Leute, bei denen dies einfach nicht klappt bzw. nicht möglich ist. Auch muss man sich bei älteren Semestern darüber im Klaren sein, dass Alter, Gebrechlichkeit und Krankheit die Sache irgendwann einmal deutlich komplizieren bzw. Konflikte verschärfen können.
Wichtigster Punkt ist die Kommunikation mit dem Partner und. D.h. alles was Dich im Zusammenleben mit Schwiegeroma stört, solltest Du zunächst mit deinem Mann besprechen. Mache deutlich, wo Dir Dinge zu weit gehen, was Dich stört und wo Du mit ihm gemeinsam klare Regelungen haben möchtest um Dir wichtige Einzelheiten zu regeln. Er soll dann einen geeigneten Weg finden, diese Dinge Schwiegeroma beizubiegen. Das klärt die Fronten. Wenn Du direkt an Schwiegeroma herantrittst und dabei den falschen Nerv triffst, wird sie sich bei deinem Mann auslassen und er bekommt zunächst mal ihre Version der Angelegenheit. Damit kann sie ihn auf ihre Seite ziehen und Dich in eine Verteidigungsposition bringen.
Lass getroffene Regelungen nicht einreißen, bzw. mache darauf aufmerksam, dass Du bestimmte Dinge als Ausnahme ansiehst und akzeptierst. In solchen Situationen darf man das Wort vom Dammbruch gerne mal benutzen. Wehrst Du Dich nicht sofort, reißen Dinge ein, und Du darfst Dir später anhören, warum Du „jetzt plötzlich“ etwas gegen Dinge hättest, die doch bislang funktioniert hätten.
Vereinbare einen „Stufenplan“ um aus der aktuellen Situation raus zu kommen und bestehe auf Einhaltung der Stufen.
Gebe aber auch Schwiegeroma eine Perspektive, welche Rolle sie auf Dauer für Euch spielen kann.
Lass Dir kein schlechtes Gewissen einreden bzgl. der „armen einsamen Oma“. Wenn Ihr Oma eine vernünftige Perspektive im Zusammenleben mit Euch gebt, habt ihr keinen Grund ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Mit Verwandschaft im gleichen Haus auskömmlich leben zu können ist viel mehr, als ein Großteil unserer älteren Generation erleben darf. Du bzw. deine Familie hat auch ein Recht auf Familien- und Privatleben.
Lass Dich auch nicht von „praktischen“ Argumenten von den Dir wichtigen Punkten getrennter Lebensbereiche abbringen. Natürlich ist eine Waschmaschine wirtschaftlicher als zwei, kocht es sich für vier effektiver als für 3+1, aber darum geht es nicht. Dein Empfinden von Familienleben ist mehr wert, als die paar gesparten Euro.
Das klingt jetzt vielleicht alles sehr hart und abwehrend, soll es aber gar nicht sein. Es geht hier vielmehr um Grundbedingungen, die man dann mit Leben füllen kann und muss. Wenn Du auf diesem Weg die negativen Gefühle gegenüber Schwiegeroma in den Griff bekommst, wirst Du ihr gegenüber auch viel offener und herzlicher auftreten können. Ein gewisser Konkurrenzkampf wird immer da sein und auch nicht vermeidbar sein. Aber ich habe selbst damals festgestellt, dass ich in dem Moment mit Schwiegermama besser umgehen konnte, als die grundsätzlichen Fronten geklärt waren und wir auch räumlich dann unseren klar abgegrenzten Lebensbereich hatten.
Gruß vom Wiz
Mein Problem: Wir wohnen bei Schwieger-Oma im Haus. Bevor
meine Tochter (15 Monate) auf die Welt kam, war ich noch
dagegen, dort einzuziehen. Unter einer Bedingung hab ich es
dann doch getan: Wir sind für uns, kochen und essen extra.
So, das war VOR der Geburt. Jetzt ist es – wie uns schon
Schwieger-Mutter prophezeit hat – so: Wir essen vier Tage die
Woche gemeinsam bei Schwieger-Oma. Sie kocht, bäckt und macht
auch sonst vieles für uns. Es hat sich so eingeschlichen, weil
ich am Anfang nach der Entbindung einfach froh war, dass mir
jemand hilft, dass ich nicht immer selber noch kochen muss,
wenn ich sonst schon im Baby-Stress bin. Aber jetzt ist es mir
zu krass: Ich hab das Gefühl, fast alles, was in unsere
Partnerschaft gehört, zieht sie an sich. Es herrscht ein
Konkurrenzgefühl bei mir, das nicht hierher gehört.
Nur ein Beispiel: Mein Mann fährt auf eine Fortbildung. Weil
ich weiß, dass er abends gern eine bestimmte Sorte Wein
trinkt, besorg ich eine Flasche und habe vor, sie ihm als
Überraschung nachts in den Koffer zu legen mit einem Kärtchen
von mir. Am Abend vorher, als wir kurz bei Schw.Oma
reinschauen, holt sie genau so eine Flasche hervor und gibt
sie ihm mit den Worten: „Ich weiß doch, dass du im Hotelzimmer
gern deinen eigenen Wein trinkst.“ DANKE!!! sag ich da nur!
Sie hat das krampfhafte Gefühl, ihm alles machen zu müssen.
Einerseits o. k., dass ich mich nicht um alles kümmern muss.
Aber wieso zur Hölle, macht SIE den Friseurtermin aus und geht
zur Bank, von seinem Konto Geld holen?? Das läuft alles von
ihr aus. Wenn sie ihn fragt, „soll ich dir noch dies und das
mitbringen oder einen Termin ausmachen?“, überlegt er kurz,
und wenn ihm grad was einfällt, dann sagt er es ihr. Typisch
Mann! Und ICH bin der Buhmann!
Wie komm ich da bloß raus???
PS: Es ihr zu sagen, ist super-schwer. Entweder würde sie nach
dem Motto kommen: „Ich mein es nur gut, und dann macht man mir
Vorwürfe“ oder etwa so: „Keiner braucht mich, ich weiß gar
nicht, warum ich noch da bin“
HIIIIIIIIIIIILFEEEE!