Gruß zuvor, Freunde.
Als ich vor Kurzem durch die Fränkischen Lande zog, entdeckte ich neben der Kirchentür im Sandstein tiefe, senkrechte Riefen, deren Herkunft ich mir nicht erklären kann. (Ich glaube mich zu erinnern, dass hier schon einmal darüber gesprochen wurde, finde aber den Thread nicht mehr.)
Einen optischen Eindruck kann ich auch bieten: http://www.die-postlers.de/pix/riefen.jpg
Ich habe solche Riefen auch anderswo gesehen, diese hier befinden sich in Roth bei Nürnberg.
Weiß jemand etwas?
Eckard
Hallo, Eckard,
neben der Kirchentür im Sandstein tiefe, senkrechte
Riefen, deren Herkunft ich mir nicht erklären kann. (Ich
glaube mich zu erinnern, dass hier schon einmal darüber
gesprochen wurde, finde aber den Thread nicht mehr.)
lang, lang ist’s her 
_Titel:
… und hier ist die Lösung …
Autor: E c k a r d Datum: 30.12.2001 11:37 Uhr
… leider auch nicht 
Hallo, Claudia,
Offenbar bist Du nicht die einzige, die sich über diese „Schabrillen“ Gedanken macht: Hier sucht noch jemand nach einer Erklärung http://www.handshake.de/user/odin/fra… (Gleichzeitig kann man sehen, wovon Du sprichst.) Außerdem ist eine kleine Literaturliste dabei._ (aus der Google-Suche kopiert)
Die Seite existiert noch:
http://www.handshake.de/user/odin/fragen.htm
Es scheint nach wie vor verschiedene Theorien zu geben, siehe auch
http://www.ruebenberge.de/liebfrauenkirche.html
Ich habe solche Riefen auch anderswo gesehen, diese hier
befinden sich in Roth bei Nürnberg.
Weiß jemand etwas?
Welche Erklärung sie in Roth dafür geben, weiß ich (noch) nicht - mal sehen, ob ich es herausfinde.
Viele Grüße
Kreszenz
.
Weiß jemand etwas?
Eckard
Bei uns nennt man sie Pestrillen (ich habe sie u.a. an einer Kirche in Perleberg gesehen)…angeblich sollen verzweifelte Gläubige den Sandstein während der Pest aus den Steinen gekratzt haben, in der Hoffnung, das würde gegen den schwarzen Tod wirken.
Gruß Maid
Welche Erklärung sie in Roth dafür geben, weiß ich (noch)
nicht - mal sehen, ob ich es herausfinde.
Hallo, Kreszenz,
Danke fürs Finden, du Findefuchs 
Ich habe mich jetzt mal ein wenig durch verschiedene Fundstellen im Internet durchgelesen und bin eher ein bisschen skeptisch.
Die Therorie, dass diese „Schabrillen“ oder „Wetzrillen“ durch rituelles oder sonstiges Schleifen von Messern, Schwertern oder Hellebarden entstanden seien, halte ich für abwegig. Zum einen könnte dadurch diese Form der Rillen nicht entstanden sein (Man schleift an einer Kante, nicht in einer Höhlung), zum anderen wird kein vernünftiger Mensch die Schneide seines Messers an einem solchen Stein schärfen. Dazu ist das Material zu grobkörnig und zu weich, man würde sich sein Schneidwerkzeug daran gründlich verderben.
Die andere Theorie, die geäußert wird ist, man habe sich dort Staub von der Kirche geholt um es in aus Aberglauben zu verzehren (in Speisen mischen bzw. als Arzenei). Dagegen spricht m.E., dass solche Schabrillen auch an anderen Plätzen als an Kirchen gefunden werden - Wegekreuze, Schandpfählen, Rathäusern etc.)
Wenn ich die Fundstellen der Riefen und „Näpfchen“ (runde Ausschabungen) so Revue passieren lasse, könnte es sich eventuell in der Mehrzahl der Fälle um Richtstätten gehandelt haben, also Plätze an denen Menschen hochnotpeinlich zu Tode gebracht wurden. Allerdings stimmt mich nachdenklich, dass es wohl keine schriftlichen Quellen gibt, die das Geschehen um diese Stellen erwähnen.
Es bleibt spannend und ich bin weiterhin an Sagen, Märchen, oder historischen Quellen interessiert, die sich im weitesten Sinne mit diesem Phänomen der Schabrillen beschäftigen.
Gruß
Eckard
Hallo, Eckard,
Ich habe mich jetzt mal ein wenig durch verschiedene
Fundstellen im Internet durchgelesen und bin eher ein bisschen
skeptisch.
ja, gesicherte Erkenntnisse scheint’s wohl nicht zu geben 
Es bleibt spannend und ich bin weiterhin an Sagen, Märchen,
oder historischen Quellen interessiert, die sich im weitesten
Sinne mit diesem Phänomen der Schabrillen beschäftigen.
Hab auch noch ein bisschen „Stoff“ gefunden - wahrscheinlich sind dir die Seiten aber inzwischen auch schon bekannt:
http://www.saarchaeologie.de/galerie/wetzrillen.htm
http://www.suehnekreuz.de/VA/start
http://www.schuetzenbruderschaft-thuele.de/geschicht… (unteres Drittel)
http://www.phid.de/inhalt/geburtjagdkrieg.htm
(Auszug: …In Deutschland war der Volksglaube um die Näpfchen so tief eingewurzelt, daß sogar die christlichen Kirchen darauf Rücksicht nahmen. Beim Bau der St. Gotthardskirche zu Brandenburg wurden eigens zwei Sandsteinquader in das Portalgewände gefügt, an denen die Bevölkerung Näpfchen und Rillen auswetzen konnte…
Vielleicht könnte man Näheres erfahren bei http://www.evang-kirche-brb.de/index.php3?m=1&f=030 ??)
http://www.kirche-dw.de/Stadtkirche/Hauptportal/haup…
http://www.hersfelder-zeitung.de/heimatland/39_4.htm
Gruß
Kreszenz
Welche Erklärung sie in Roth dafür geben, weiß ich (noch)
nicht - mal sehen, ob ich es herausfinde.
In Roth bezieht man sich auf die Osterfeuer-Theorie, wie hier beschrieben:
Außerdem wurde im Mittelalter in den Kirchen - wie in der katholischen Kirche noch heute - die „Feuerweihe“ gehalten. Am Karsamstag, dem Sonnabend vor Ostern, wurde das Feuer mit Stahl aus einem Stein des Gotteshauses, meist einem Eckstein, geschlagen und damit ein Holzfeuer entzündet, das geweiht wurde. Die angekohlten und noch glimmenden Holzscheite wurden nach Hause getragen, damit ihre Glut den häuslichen Herd das ganze Jahr diene. Auch wurden damit die zuvor in der Kirche gelöschten Kerzen wieder symbolhaft angezündet. Spätere Generationen, die diese Art des Feueranzündens an der Kirche und den ganzen Brauch vergessen hatten, schrieben diese Steinrillen dem Teufel zu, der versucht habe, das Heiligtum anzugreifen. Sie nannten solche Werkzeugspuren „Teufelskrallen“.
http://land.heim.at////waldviertel/240084/Kollmitz_n…
Fraglich bleibt, woher dann die Rillen an nicht-sakralen Gebäuden stammen…
Gruß
Kreszenz
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Servus, Kreszenz:smile:
lang, lang ist’s her 
einen thread gab’s noch, der ist nicht so lange her:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
aber 100% gültige Lösungen haben wir damals auch nicht gefunden, wenn ich mich recht erinnere (hab’s jetzt nicht nachgelesen).
Lieben Gruß aus dem feiertäglichen Wien, jenny