Riester: klassisch oder Banksparplan

Hallo www-Gemeinde,

ich brüte eben über meinem Riester-Vertrag und hab, nach ein bißchen Internet-Recherche, nun doch etwas Bauchschmerzen bekommen. Hintergrund sind zwei Webseiten die ich gefunden habe. Zum einen rät die Verbraucherzentrale Hamburg grundsätzlich von klassischen Riester-Rentenversicherungen ab. (http://www.vzhh.de/ -> Geldanlage)
Zum anderen eine Korrespondenz zwischen dem Deutschen Rentenschutzbund und meinem Anbieter (www.deutscher-rentenschutzbund-ev.de/data/fragen_zur…)

Aufgrund dieser Informationen hab ich nun meine eigene „Modellrechnung“ aufgestellt, aber das Ergebnis ist so mies, dass es eigentlich gar nicht stimmen kann.

Beitrag 1461
Zulagen 114

insg 1575 .- (werden auf mein Riesterkonto gutgeschrieben)

abzüglich

Abschluss/Vertrieb
0,88% vom Beitrag = 12,86
4% von den Zulagen = 4,56

insg 17,42.-

abzüglich

Verwaltung
7% (!) vom Beitrag = 102,27
5% (!) von den Zulagen = 5,7

insg 107,97.-


insg Abschluss 107,97

  • Verwaltung 17,42

_125,39.-

_von 1575 wandern letztenendes tatsächlich 1449,61 auf mein Sparkonto (und das unter Berücksichtigung der „üppigen“ Zulagen)

d.h. meine Zulagen werden durch die internen Kosten komplett aufgefressen.

Hier scheint die Versicherung aber einen kräftigen Schnitt machen.

Falls ich den Rest meines Lebens Single bleibe oder meine künftige Frau die Kinderzulagen einstreicht, mach ich unterm Strich ein riesiges Verlustgeschäft.

nun zu den Banksparplänen…da muss man die Anbieter zwar mit der Lupe suchen, aber es scheint, dass bei dieser Riester-Variante die Beiträg sofort und ohne Provisions/verwaltungs/abschluss/vertriebs-abzüge in meine Vorsorge fließt.

Teilt jemand meine Ansichten bzw gibt es evtl einen prinzipiellen Denkfehler in meiner Modellrechnung?

Wer weiß was, über die Unterschiede bzgl Renditeerwartung zwischen Banksparplan und klassischer Variante?

Wer weiß was, was überhaupt die Vorteile der klassischen Variante sind? (ausser den Provisionen für den Vermittler :wink:

Bin für alle Antworten dankbar,

Viele Grüße
euer Wolfgang

Bin für alle Antworten dankbar,

Na dann fange ich mal mit einer simplen Frage an: Du sprichst imer von einem Banksparplan oder einer Versicherung. Hast Du eigentlich schon einmal die anderen beiden Varianten in Betracht gezogen: fondsgebundene Riesterversicherung und einen Fondssparplan? Du bist keine 30 Jahre alt. Dein Riestervertrag sollte also noch mindestens 35 Jahre laufen. Ein Banksparplan ist bei einer solchen Konstellation rausgeschmissenes Geld. Und auch eine klassische Versicherung hat ebi einer solch langen Laufzeit ausgehend von den historischen Ergebnissen eine weit schlechtere Renditeerwartung als eine fondsgebundene Versicherung oder ein Fondssparplan.

Also: bevor Du über der Frage brütest, ob ein Banksparplan oder eine klassische Versicherung für Dich besser geeignet wären, schau Dir lieber die beiden anderen Varianten an. Da fällt dann auch die Entscheidung weitaus leichter.

Benni

Guten Tag Wolfgang,
immerhin. Sie zählen offenbar zu der seltenen Spezies, die in der Lage ist, das Kostengebaren eines Anbieters aufzudröseln und in Zahlen umzusetzen. Lassen Sie uns annehmen, dass das auch so stimmt.
Ob das viel oder wenig oder ein „Schnitt“ ist oder nicht der Rede wert, erfahren Sie nur, wenn Sie Vergleichbares dagegegen stellen.
Und da wird es schon etwas schwierig. Grundsätzlich gilt bei Riester
nur eines: Am Ende wird mindestens das verrentet, was eingezahlt wurde. Sowohl von Ihnen, als auch von Staatens. Und die Kosten, die
vorher abgezogen wurden, werden mit dem Zugewinn, den der Anbieter erwirtschaftet verrechnet. Liegen die Kosten höher, so wird dennoch
die Beitragssumme verrentet. Zum Nachteil des Anbieters.
Wenn Ihnen jetzt Bedenken kommen, so ist das etwas spät. Denn die
Kostenpyramide stand auch schon bei Vertragsschluss fest. Sie können
jederzeit zu einem anderen Anbieter wechseln. Das ist dann wieder mit Kosten verbunden. Die Sinnhaftigkeit von einem sog. Klassiker auf die
Lottovariante zu wechseln, kann man nicht auf die Schnelle mal eben darstellen. Sie müssten sich zuvor über das Phänomen aus Börse, Risiko, Chancen, Geldgier, Lemmingwesen und das Gesetz vom richtigen
Zeitpunkt schlau machen. Dann können Sie die Wahrscheinlichkeiten dort besser einschätzen.
Auch für die Variante Banksparplan gilt: Vergleichen, Nachdenken und
selber entscheiden.
Und für die Unwägbarkeiten, die die Zukunft bietet (Ehepartner, Kinder, Scheidung?, Übetragung, Arbeitslosigkeit, Aussetzung)
gibt es ebenso kein Patentrezept - weder von Anbieterseite noch von
Kundenseite.
Gruß
Günther

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

nun zu den Banksparplänen…da muss man die Anbieter zwar mit
der Lupe suchen, aber es scheint, dass bei dieser
Riester-Variante die Beiträg sofort und ohne
Provisions/verwaltungs/abschluss/vertriebs-abzüge in meine
Vorsorge fließt.

Ich habe mir zwar nicht die Mühe gemacht, die Kostenseite von Riesterversicherungen und Riesterbanksparplänen so detailliert zu vergleichen, wie Du das für Deinen Vertrag gemacht hast. Aber glaubst Du wirklich, dass die Bank an einem Riestervertrag nichts verdienen will und die Versicherungen daran reich werden.

Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, als das AVmG in der Entstehung war, Walter Riester wollte damals nur Vesicherungen als geförderte Sparform zulassen, welchen Eiertanz die Banken angestellt haben um auch in den Kreis der geförderten Anbieter zu kommen.

Deine Skepsis bezüglich Deiner Riester-Versicherung in Ehren, aber schau Dir die Bankpläne einmal mit der gleichen Akribie an und Du wirst sehen, dass die Banken nicht weniger zulangen, als die Versicherungen. Und nicht zu vergessen: Das Guthaben eines Banksparplanes muß beim Renteneintritt des Versicherten verrentet werden.

Und auch eine klassische Versicherung hat ebi einer solch
langen Laufzeit ausgehend von den historischen Ergebnissen
eine weit schlechtere Renditeerwartung als eine fondsgebundene
Versicherung oder ein Fondssparplan.

Hallo Benni,

eine mehr als gewagte These, insbesondere wenn es um Altersvorsorge geht, oder??
Den Vergleich von erreichten IST-Renten/Auszahlungen aus 35 Jahre laufenden Fondsgebundenen Versicherungen, der Deine Aussage stützt, würde ich gerne mal sehen.

Grüße, M

eine mehr als gewagte These, insbesondere wenn es um
Altersvorsorge geht, oder??

Nein, wieso gewagt?

Den Vergleich von erreichten IST-Renten/Auszahlungen aus 35
Jahre laufenden Fondsgebundenen Versicherungen, der Deine
Aussage stützt, würde ich gerne mal sehen.

Moment, ich sprach eben vom Vergleich klassisch vs. fondsgebunden/Fondssparplan. Daß in den letzten 35 Jahren Anlageformen, die einen hohen Aktienanteil beinhalteten besser abschnitten, als eine normale LV, bei denen ein Teil der Prämien (der nicht für die Kosten drauf geht) fast ausschließlich in Renten angelegt wird, ist ja nun unstrittig.

Bei fondsgebundenen LV oder RV ist die Kostenquote und die Fondswahl entscheidend. Im schlimmsten Fall wählt der Anleger einen reinen Rentenfonds. Dann ist der Unterschied zur klassischen Versicherung natürlich gering bis nicht existent. Allerdings wäre eine solche Wahl Quatsch. Dann kann der Kunde gleich die klassische Variante wählen. Allenfalls die Transparenz ist dann bei der fondsgebundenen Variante höher.

Normalerweise geht es dem Kunden aber um eine höhere Rendite. Dann wird er sich also auf die Aktienanlage konzentrieren. Da empfiehlt sich natürlich im Riesterumfeld ein Fondssparplan. Denn eine fondsgebundene RV hat eine weit höhere Kostenquote. Wenn es also bei Riester um die Frage fondsgebundene RV oder gleich Fondssparplan geht, ist die Empfehlung eindeutig: Fondssparplan.

Benni

Hall,
Und ewig grüßt das Murmeltier! Wie oft diskutieren wir eigentlich dieses Thema!

Leute, die einen Spieltrieb haben, nehmen halt einen Fondssparplan - Leute die gerne Sicherheit bevorzugen, nehmen halt ein konservatives Versicherungsprodukt (vorzugsweise bei einem der kostengünstigeren Anbieter) und Leute, die einen Spieltrieb haben und etwas masochistisch veranlagt sind, nehmen halt eine fondsgebundenen RV (masochistisch deshalb, da doppelte Kosten sowohl für die Fonds- wie auch für die Versicherungsebene anfallen)!

Im übrigen haben wir das Archiv!

Gruß cooler

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Leute, die einen Spieltrieb haben, nehmen halt einen
Fondssparplan

Was hat das mit einem Spieltrieb zu tun? Man kann in Aktien-, Renten- oder gemischte Fonds investieren. Ein Aktienfonds bedeutet eine Investition in Unternehmenswerte. Was ist daran ein Spiel? Man investiert sein Geld in die Wirtschaft, ohne die es keinen funktionierenden Staat gäbe, noch viel weniger irgendeinen Wohlstand. In der Vergangenheit hat dieses "Spiel, wie Du es nennst, die beste Rendite gebracht.

Sollte man sich für eine Rentenanlage entscheiden, so gibt man Unternehmen und/oder Staaten einen Kredit. Sind es Unternehmen, so hängt alles wieder an der Wirtschaft, genau wie bei Aktien. Sind es Staaten, so hängt es an der Politik, die wohl unberechenbarste Variable überhaupt.

Nimmt man eine klassische Versicherung, so investiert das Unternehmen (Versicherung) in Renten (und ein paar Aktien). Das Ergebnis ist geringer (weger der Kosten), das Risiko höher, weil ein Fonds ein Sondervermögen ist, welches getrennt vom Vermögen des Anlageinstituts ist, die Versicherung die Kundengelder aber wie eigene Gelder verwaltet.

Um Deine Frage zu beantworten, warum wir immer wieder darüber diskutieren: Klassische Versicherungen bringen dem Vermittler die höchsten Provisionen. Da er davon lebt (und nicht etwa von seinen Kunden), wird er immer ein gesteigertes Interesse haben, möglichst viele dieser Verträge zu verkaufen. Nicht umsonst hat Deutschland mit den höchsten Bestand an LV in ganz Europa udn gleichzeitig eine der geringsten Aktienquoten.

(masochistisch deshalb, da
doppelte Kosten sowohl für die Fonds- wie auch für die
Versicherungsebene anfallen)!

Richtig. Deshalb ist es ja für mich so unverständlich, warum bei der Rüruprente der Staat bewußt keine Fondssparpläne zuläßt (im Gegensatz zu Riester).

Benni

Falls ich den Rest meines Lebens Single bleibe oder meine
künftige Frau die Kinderzulagen einstreicht, mach ich unterm
Strich ein riesiges Verlustgeschäft.

Hallo Wolfgang,

ich bin noch ganz schwindelig von den Zahlen und den ausführlichen Kommentaren der Kollegen. Daher nur ganz kurz, damit’s nicht verloren geht:

EGAL bei welcher Variante: Ihre eingezahlten Beiträge und die staatlichen/stattlichen Zulagen bleiben Ihnen auf jeden Fall zum Laufzeitende garantiert. Und da die Zulagen (sowie eine evtl. Steuerersparnis) schnell mal 20, 30, 40% auf die Eigenbeiträge ausmachen, empfinde ich das PRodukt grundsätzlich als gut.

Die Diskussion, ob ich neben den 40% durch die Zulagen nochmal 5 oder 8% rauskitzle, wird viel zu heiß geführt und ist aus meiner Sicht zweitrangig.

Frank Wilke

Um Deine Frage zu beantworten, warum wir immer wieder darüber
diskutieren: Klassische Versicherungen bringen dem Vermittler
die höchsten Provisionen. Da er davon lebt (und nicht etwa von
seinen Kunden), wird er immer ein gesteigertes Interesse
haben, möglichst viele dieser Verträge zu verkaufen.

Wir diskutieren immer wieder darüber, weil ein paar Tatsachenverdreher wie du immer wieder die Luft anheizen und abstruse Vergleiche vornehmen!

Nicht

umsonst hat Deutschland mit den höchsten Bestand an LV in ganz

Stimmt nicht, wenn man die Fonds-LV dazu nimmt!

(masochistisch deshalb, da
doppelte Kosten sowohl für die Fonds- wie auch für die
Versicherungsebene anfallen)!

Richtig. Deshalb ist es ja für mich so unverständlich, warum
bei der Rüruprente der Staat bewußt keine Fondssparpläne
zuläßt (im Gegensatz zu Riester).

Der Staat weiß genau warum! Riester ist aufgrund des kleinen Beitrags-Maximalaufwandes noch akzeptabel (obwohl der Staat dies ursprünglich auch nicht wollte) - aber dass eine Altersversorgung auf Spielbankebene in Größenordnungen, welche Rürup zuläßt, noch steuerlich subventioniert werden sollte, das ist unserem Staat anscheinend doch zuviel! Stell dir mal vor, wieviel Selbständige mal später ggf. zum Sozialamt laufen müssten, wenn der Aktienmarkt in 20-35 Jahren am Boden ist!
Welche Generation soll auch die Aktien kaufen, die dann den Markt überschwemmen?

Benni

Nein, wieso gewagt?

Weil Johannes Heesters mit einer „klassischen“ RV mit Sicherheit sehr gut gefahren wäre… mehr oder weniger unschlagbar ggü jeder anderen Anlageform.

Daß in den letzten 35 Jahren
Anlageformen, die einen hohen Aktienanteil beinhalteten besser
abschnitten als eine normale LV

Unstrittig ist das m. E. nur bei Verkäufern/Anbietern von fondsgebunden Produkten. Daher nochmal: her mit dem Vergleich, der das seriös gegenüberstellt.
Wenn ich falsch liege, okay, aber sehen möchte ich es schon mal.

Allenfalls die
Transparenz ist dann bei der fondsgebundenen Variante höher.

Ich bin kein LV-/Rentenspezialist, aber weiß durch meinen Werdegang mit Sicherheit mehr darüber als Otto Normalverbraucher… und finde die Transparenz keineswegs besser.

Aktienfionds bringen im Langfristvergleich Renditen von max. 8 - 10 %. Abzüglich aller Kosten bleiben da doch auch max. 5 - 7 % übrig. Eine „normale“ LV kam in den letzten Jahren ebenfalls auf 4 bis > 5 %. Wozu also das Risiko?!

ist die Empfehlung eindeutig:
Fondssparplan.

Auch diese Behauptung halte ich für nicht belegt (auch wenn sie richtig sein sollte).

Grüße, M

Wir diskutieren immer wieder darüber, weil ein paar
Tatsachenverdreher wie du

Was mich nervt, sind unbegründete Unterstellungen. Wenn Du etwas an meinen Aussagen zu kritisieren hast, argumentiere sachlich dagegen. Falls nicht, spare Dir solche Kommentare.

Nicht

umsonst hat Deutschland mit den höchsten Bestand an LV in ganz

Stimmt nicht, wenn man die Fonds-LV dazu nimmt!

Das mag sein. Nur sind fondsgebundene LV ein Zwitter aus LV und Fondssparplan. Eine solche Variante hat eigentlich absolut keinen Sinn für den Sparer - für die Vermittler dagegen schon, ebenso wie für den Anbieter. Dennoch geht der Sparbeitrag bei fondsgebundenen LV und RV eben in Aktien- und/oder Rentenfonds.

Der Staat weiß genau warum!

Das bezweifle ich manchmal.

aber dass eine
Altersversorgung auf Spielbankebene in Größenordnungen, welche
Rürup zuläßt, noch steuerlich subventioniert werden sollte,
das ist unserem Staat anscheinend doch zuviel!

Sag mal, liest Du eigentlich auch Beiträge anderer Teilnehmer hier durch, bevor Du antwortest? ODer übernimmt das mittlerweile ein auf Deinem PC laufender Bot? Ich habe Dir in meiner Erwiderung reichlich Argumente gegen Deine Behauptung geliefert, Wertpapieranlagen (nichts anderes machen Versicherungen) seien verspieltes Geld. Statt auf meie Argumente einzugehen, widerholst Du nur wieder alte Behauptungen. Entweder willst oder kannst Du Dich nicht mit den Argumenten anderer Diskussionsteilnehmer auseinandersetzen. Nur, was machst Du dann noch hier?

Stell dir mal
vor, wieviel Selbständige mal später ggf. zum Sozialamt laufen
müssten, wenn der Aktienmarkt in 20-35 Jahren am Boden ist!

Du weißt, wie die Aktienkurse in 35 Jahren aussehen? Ich hoffe Du hast bereits genügen Put-Optionen gekauft. Du wirst ein reicher Mann sein. Aber gut. Hellseher soll es ja immer schon gegeben haben.

Benni

Also Benni,

jetzt wird es in meinen Augen, als Halb-Experte, noch abstruser.

Sind es Staaten, so hängt es an der Politik,
die wohl unberechenbarste Variable überhaupt.

Das stimmt zwar, aber der Deutsche Stast ist wohl ein besserer Schuldner als jedes private Unternehmen. Oder siehst Du das ernstahft anders??

das Risiko
höher, weil ein Fonds ein Sondervermögen ist, welches getrennt
vom Vermögen des Anlageinstituts ist, die Versicherung die
Kundengelder aber wie eigene Gelder verwaltet.

Es gibt das VAG, Kapitalanlagevorschriften und speziell für den Deckungsstock eine entsprechende laufende Kontrolle. M. E. ist diese „Sicherung“ des Kapitals so nur bei den Versicherern vorhanden, sonst nirgends. Oder sehe ich was falsch?

Nochmal: das kann alles stimmen… aber irgendwo nur so dahingesagt.

Weil Johannes Heesters mit einer „klassischen“ RV mit
Sicherheit sehr gut gefahren wäre… mehr oder weniger
unschlagbar ggü jeder anderen Anlageform.

Und bekanntlich ist Johannes Hesters ja auch repräsentativ für de Durchschnitt der Bevölkerung, nicht wahr? Und Johannes Hesters wäre auch mit einem Fondssparplan betens gefahren, hätte er mit 65 die angesparte Summe in eine RV als Einmalbetrag eingezahlt. Das ist genau das, was bei einem Rieser-Fondssparplan passiert.

Unstrittig ist das m. E. nur bei Verkäufern/Anbietern von
fondsgebunden Produkten. Daher nochmal: her mit dem Vergleich,
der das seriös gegenüberstellt.
Wenn ich falsch liege, okay, aber sehen möchte ich es schon
mal.

Nein, mit Fonds hat das nichts zu tun. Schau Dir die Entwicklung des Dax in den letzten 35 Jahren an. Oder nimm Dir andere große Aktienindizes vor. Wer allerdings für seine Altersvorsorge nur auf ein halbes Dutzend Aktien setzt, ist eh nicht mehr zu helfen. Der Vorteil von Fonds liegt ja gerade an der größeren Streuung des Einzelrisikos.

Ich bin kein LV-/Rentenspezialist, aber weiß durch meinen
Werdegang mit Sicherheit mehr darüber als Otto
Normalverbraucher… und finde die Transparenz keineswegs
besser.

Bei einer fondsgebundenen Versicherung geht der Sparanteil aus den Beiträgen in einen zumeist selbstgewählten Fonds. Die Anlagepolitik dieses Fonds ist öffentlich jederzeit einsehbar. Ebenso gilt dies für die Wertermittlung, die normalerweise täglich stattfindet. Da sist Transparenz pur. Was ich nicht weiß - oder nur über Umwege - ist die Höhe der Summe, die aus meinem Beitrag tatsächlich beim Fonds ankommt. Da bremst eben der Versicherungsmantel die Transparenz wieder aus. Bei einer klassischen Versicherung habe ich dagegen keinerlei Möglichkeit herauszufindne mei Geld. Bestenfalls erhalte ich einmal im Jahr eine Mitteilung über die Überschußbeteiligung.

Aktienfionds bringen im Langfristvergleich Renditen von max. 8

  • 10 %. Abzüglich aller Kosten bleiben da doch auch max. 5 - 7
    % übrig. Eine „normale“ LV kam in den letzten Jahren ebenfalls
    auf 4 bis > 5 %. Wozu also das Risiko?!

Die Langfristrendite guter Aktienfonds liegt bei +/- 10 %. Richtig! Das ist die Wertermittlung nach BVI, in der alle Kosten bereits enthalten sind. Ausgenommen sind der Ausgabeaufschlag, der bei langer Laufzeit kaum mehr ins Gewicht fällt oder gar nicht erst anfällt, und die Depotkosten, die sehr gering oder nicht existent sind. Alle anderen Kosten sind in der Wertermittlung nach BVI bereits enthalten.

Kosten fallen alleridngs gehörig an, berpackt man den Fondssparplan in einen Versicherungsmantel und nennt das dann fondsgebundene Versicheurng. Die Vorteile gegenüber einem reinem Sparplan liegen hier allein auf Seiten der Versicherung und des Vertriebs, aber nicht beim Kunden. Wer eine solche Konstruktion freiwillig wählt (und nicht gezwungenermaßen wie bei einer Rüruprente), der darf sich hinterher auch nicht über die geringe Rendite beschweren.

Auch diese Behauptung halte ich für nicht belegt (auch wenn
sie richtig sein sollte).

Belegt ist sie schlicht und ergreifend durch die Rendite, die solche Sparpläne im Vergleich mit klassischen oder fondsgebundenen Versicherungen erzielen. Die geringe(re) Kostenquote ist dabei ein wichtiger Punkt.

Benni

Das stimmt zwar, aber der Deutsche Stast ist wohl ein besserer
Schuldner als jedes private Unternehmen. Oder siehst Du das
ernstahft anders??

Nein, das sehe ich nicht anders. Zumindest war es in der Vergangenheit so. Nur hat man gegen Staaten keine gerichtliche Handhabe. Staaten können Gesetze einfach ändern. Und Staaten können einfach Geld drucken und die Schuldner bezahlen. Das geht schnell und reibungslos und wurde in der Vergangenheit (auch von Deutschland) shcon oft gemacht. Leider hat der Gläubiger dann nur wertloses Papiergeld. Aber der Staat ist entschuldet. Ähnliches sieht man gerade in den USA: Durch den gewollten und unterstützten Wertverfall des Dollars, kann sich die USA ganz wunderbar entschulden, leider auf Kosten ihrer Gläubiger, also derjenigen, die amerikanische Renten gekauft haben.

Oder Argentinien. Dort hat man schon mehr als einmal einfach keine Schulden mehr bezahlt. Da einigt man sich dann mit den Großgläubigern auf eine Rückzahlungsquote von vielleicht 25 % und hat sich über Nacht entschuldet. Der kleine Rentenkäufer aus Deutschland guckt dan in die Röhre und hat keinerlei Handhabe. Oder Zinsen werden einfach nicht mehr gezahlt, so geschehen in Rußland, bevor der hohe Ölpreis dem Land reichlich Einnahmen einbrachte.

Gegen Unternehmen kannst Du klagen und notfalls vollstrecken. Gegen Staaten hat man keine Handhabe.

Staatsanleihen sind solange sicher, wie sich der Schuldnerstaat an die Spielregeln hält. Tut er das nicht, ist man dem hoffnungslos ausgeliefert. Also erfordert die Anlage in staatliche Renten durchaus eine gehörige Portion Vertrauen.

Es gibt das VAG, Kapitalanlagevorschriften und speziell für
den Deckungsstock eine entsprechende laufende Kontrolle. M. E.
ist diese „Sicherung“ des Kapitals so nur bei den Versicherern
vorhanden, sonst nirgends. Oder sehe ich was falsch?

Es gibt viele Vorschriften, die Versicherungen einhalten müssen, ja. Dennoch geht das ihnen anvertraute Geld in ihren Besitz über und damit auch in die Insolvenzmasse. Es gibt Sicherungsseinrichtungen der Versicherer, die vor der Pleite stehende Unternehmen auffangen können. Oft erfolgen zuvor auch Übernahmen. Aber in solchen Fällen ist natürlich eine gute Rendite für das Geld ausgeschlossen.

Fonds sind Sondervermögen, die dem Anlageinstitut nicht gehören. Das Geld gehört Dir (zu einem kleinen Teil). Geht das Anlageinstitut in die Insolvenz, betrifft das Dein angelegtes Geld in keinster Weise. Es gehört Dir. Du kannst Deine Anteile verkaufen und ggf. in andere Fonds umschichten. Dabei kann es zu Verzögerungen kommen, wenn Fonds gschlossen werden oder eine Sperre darauf liegt. Aber das Geld ist niemals in Gefahr. Das ist der große Vorteil.

Übrigens gilt der Schutz durch das Sondervermögen zum Teil auch bei fondsgebundenen Versicherungen. Dort allerdings nur in Höhe des Sparanteils, der tatsächlich in den Fonds fließt.

Benni

Die Diskussion, ob ich neben den 40% durch die Zulagen nochmal
5 oder 8% rauskitzle, wird viel zu heiß geführt und ist aus
meiner Sicht zweitrangig.

Das ist nicht so zweitrangig. Die Zulage gibt es als einmaligen Zuschuß zu meinen eigenen Beiträgen. Das ist gut. Das ist toll. Und wenn ich viele Kinder habe ist das noch toller. Keine Frage.

Nur diese Zulage bekomme ich einmal. Und dann liegt mein Geld 35 Jahre (zumindest die ersten Einzahlungen) beim Anlageinstitut. Und dann ist es durchaus ein gewaltiger Unterschied, ob ich 5, 8 oder gar 10 % Rendite bei Ablauf bekommen. Der Unterschied macht Zehntausende von Euro oder auch mal über hunderttausend Euro aus. Jeder kann sich das mal ausrechnen (es gibt nette Tools dafür im Internet) und wird überrascht sien, wieviel Geld solch ein kleiner Renditeunterschied ausmacht.

Benni

Äh, Benni, ALLE Schuldner in Deutschland, also auch private Personen bzw. Unternehmen, zahlen ihre Verbindlichkeiten doch in der gleichen Währung zurück, oder?! Samit kann ich Deine Ausführungen nun wirklich nicht verstehen.

Den Dezember-Award…
für Beharrlichkeit in der Sache teilen sich: Benni und Cooler!
Sie verstehen es immer wieder auf’s Neue, das Publikum mit
Sattsamem zu unterhalten. Sie lassen dabei in ihrem Bemühen
um die Oberhand nicht nach und sie sind nimmermüde Kämpfer des Wortes.

Allein - sie laufen Gefahr, dass ihnen die sachliche Ebene dabei
verloren geht. Und: Sie beschwören eine andere Gefahr herauf.
Nämlich die Gefahr, dass der insgesamt moderate und allseits wie
auch insbesondere von mir geschätzte angenehme Umgangston, der
nach einem Teilnehmerrückzug im Sommer hier Einkehr gehalten hat,
abhanden kommt.
Deswegen ein Vorschlag zur Güte: Tragen Sie doch künftige private Kabbeligkeiten um Aktie und Sicherheit über die privaten EMail-Kanäle
aus. Benni hat so ein Dingen. Und Cooler auch.
Gruß
Günther

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Die Diskussion, ob ich neben den 40% durch die Zulagen nochmal
5 oder 8% rauskitzle, wird viel zu heiß geführt und ist aus
meiner Sicht zweitrangig.

Das ist nicht so zweitrangig.
Benni

Jajajaja… keine weitere Diskussion, Her´r Ratzinger.

Hallo www-Gemeinde,

ich brüte eben über meinem Riester-Vertrag

Hallo Wissende,

wie Wolfgang so brüte auch gerade ich über der gleichen Sache. Und ich habe trotz Recherche keine Antwort auf die Frage gefunden „was ist denn so der Schnitt, was ein Unternehmen, das zertifizierte Riester-Verträge anbietet an Kosten für sich beansprucht.“ Wolfgang hat ja hier einige Zahlen geliefert. Ich habe eine fondsgebundene Variante und komme auf die folgenden Zahlen:

  • 1,215% der Abschlusssumme in den ersten 5 Jahren als Abschluß und Vertriebskosten. Die Summe beträgt 40.000 Euro und damit 486 Euro pro Jahr.

  • 2% der Einzahlungen + staatliche Zulage und 21 Euro pro Jahr obendrauf zusammen als jährliche Verwaltungskosten. Für 2008 damit also 2100 Euro + 154 Euro Zulage und davon 2% = 45,08 Euro + 21 Euro obendrauf macht 66,08 Euro.

Somit sind wenn ich mich nicht verrechnet 552,08 Euro in 2008 für meinen Versicherer und 1701,92 Euro kommen bei mir an. Somit stellt sich mir die Frage: wie sind denn hier Eure Erfahrungen? Sind 1,215% der Beitragssumme viel, durchschnittlich?

Vielen Dank für alle Antworten im Voraus!
Grüße
Stefan