Riester Rente

Liebe/-r Experte/-in,

ich bin 52 Jahre, Beamtin (Lehrerin).

Was versteht man unter Riester-Rente ?
Wird diese staatlich gefördert ?
Was ist das für eine Sparanlage und lohnt sich diese ?

Vorab vielen Dank für Ihre Antwort.

Uwe

Hallo Uwe,

bei dem Thema „Riester“ stellen sich mir immer die Nackenhaare auf - Sorry, für diese saloppe Formulierung, aber ich kann diesem Produkt partout nichts abgewinnen. Weshalb das so ist, werden Sie weiter unten erfahren. Zunächst einmal die allgemeinen Informationen zum nachlesen auf der offiziellen Seite der „Deutschen Rentenversicherung Bund“:

[http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/nn_11…](http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/nn_11244/SharedDocs/de/Navigation/Rente/Riester Rente node.html__nnn=true)

Neben allerlei Infos gibt es hier auch einen Zulagenrechner, mit dem Sie eine erste überschlägige Berechnung anstellen können. Das sieht dann erstmal gut aus, aber die Riester-Rente hat auch ihre Schattenseiten und die fasse ich hier kurz zusammen:

  1. Es ist eine Leibrente, gilt also nur für den Versicherten. Verstirbt dieser, ist das restliche Kapital verloren. Mit einem (renditemindernden) Zusatztarif, lässt sich der Ehepartner mit einbinden, sofern dieser einen eigenen Vertrag hat. Die Kinder (soweit vorhanden) haben aber trotzdem nichts davon, sobald sie das 25. Lebensjahr vollendet haben und der Versicherte stirbt. Auch dann verfällt das (hohe) Restkapital an die „Versichertengemeinschaft“, wie es so schön formuliert wird.

  2. Die Lebensversicherungen berechnen ihre Rentenzahlungen unter Zuhilfenahme von Statistiken (so genannten Sterbetafeln). So liegt meine persönliche, statistische Lebenserwartung bei 87 Jahren. Würde die Lebensversicherung dies als Grundlage nehmen und ich die Unverschämtheit besitzen, älter zu werden als 87 Jahre, müsste sie draufzahlen.

Um dies nachhaltig auszuschließen wird grundsätzlich eine sehr viel höhere Lebenserwartung angenommen, die in meinem Fall bei einem Versicherer auf das Endalter 120 Jahre (!) berechnet war. Wir hoch die Rente dann ist, wenn sie so lange reichen soll, dürfte auch für den finanzmathematischen Laien nachvollziehbar sein. Sie ist dann (trotz staatlicher Zulagen) nur der berühmte Tropfen auf den heissen Stein.

  1. Die Kostenbelastung ist in den meisten Verträgen unverschämt hoch, da sie nicht nur auf den Eigenanteil berechnet werden, sondern auch auf die staatlichen Zulagen. So dauert es dann wieder viele Jahre, bis überhaupt einmal ein nennenswerter Betrag in der eigentlichen Anlage landet. Das hat natürlich Auswirkungen auf den Zinseszins-Effekt, der bekanntlich nur über die Laufzeit richtig wirken kann. Fehlen mir am Anfang bereits 5-10 Jahre, kann die Anlageform das nie wieder einholen.

Soweit die größten Nachteile aus meiner Sicht. Es gibt aber auch viele, sehr viele Berater und Vermittler, die dieses Produkt trotz der o.g. Nachteile verkaufen wie die sprichwörtlichen „warmen Semmeln“ und die Nachteile herunterspielen oder schlicht „wegdiskutieren“. Das ist nachvollziehbar, denn die Verkaufs-Provisionen sind bei diesem Produkt wirklich verlockend, da sie sich – Sie ahnen es schon – ebenfalls auf den vollen Beitrag (inkl. Zulagen) berechnen. So kommen für den Vermittler schnell ein paar Tausend Euro zusammen und wer die bezahlt, sollte Ihnen vor Unterschrift sonnenklar sein!

Sollten diese Faktoren bei Ihnen keine Rolle spielen, wäre die Riester-Rente aber vielleicht eine Alternative für Sie. Lassen Sie sich dann bei einem (möglichst unabhängigen) Berater Ihres Vertrauens, den bestmöglichen Tarif heraus suchen. Vermeiden Sie bitte in diesem Zusammenhang Unternehmen wie AWD, DVAG (Deutsche Vermögenberatung AG), OVB, tecis, bonnfinanz, MLP und wie sie alles heißen. Hier handelt es sich um Multilevelmarketing-Unternehmen (auch Strukturvertriebe genannt), bei denen quasi jeder bei jedem mitverdient. Ich will jetzt an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, aber wenn sie ein wenig „googlen“ nach Suchbegriffen wie „Strukturvertriebe“, werden Sie schnell wissen, was ich meine.

Ich hoffe, dass hat Ihnen ein wenig weiter geholfen – auch wenn ich mit meiner Meinung so absolut gegen den Strom schwimme. Aber nach umfangreichen Berechnungen meinerseits, kann ich dieses Produkt einfach nicht guten Gewissens anbieten – Sorry.

Mit den besten Grüßen aus Südniedersachsen
Stephan Heddinga

Hallo Uwe??? (Beamtin, Lehrerin und männlicher Name???),

gehe doch bitte zur Bank und lass Dir das gut erklären.

Dort kannst Du einen Riester-Banksparplan abschließen, hast „fast“ kein Risiko (außer der Inflation und der Geldentwertung, aber die hast Du überall).

Dort sind die Kosten gering und Finanztest empfiehlt es.

Viel Vergnügen.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Alber

Hallo Uwe,

vielen Dank für Deine Fragen. Eine Rietserrente ist nicht an eine bestimmte Sparform gebunden.Hier hat man eine Vielzahl von Möglichkeiten. Allerding sind nicht alle angebotenen Sparverträge / Versicherungen / Investmentsparpläne Riesterfähig, da bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Pauschal kann ich nicht sagen, ob für die Damen eine RR zu empfehlen ist, hierzu benötige ich weitere Informationen, telefonisch besprochen werden müssen. Gerne kannst Du mich telefonsich unter: 06058 90 64 57 erreichen. Ich bin unabhängiger Versicherungsnakler, der Dir im Bedarfsfall verschiedenste Angebote verschiedenster Gesellschaften anbieten kann.

Freue mich auf Deinen Anruf.

Viele Grüße

Jürgen

Hallo,

Riester Rente ist ein Begriff für eine Vielzahl durch den Staat geförderter Produkte. Hintergrund ist, dass Staat und Gemeinden entlastet werden und die Altersarmut verringert werden soll.

Welche Produkte werden gefördert?

Jedes Produk muss zertifiziert sein, d.h. bestimmte Bedingungen erfüllen. Es gibt Banksparpläne, Versicherungstarife, Fondsparpläne, Bauspartarife.

Was ist NICHT zu empfehlen?
Aktuell alles, was Geldwerte sind (wegen Inflation und Währungsverfall des Euro):

  • Versicherungstarife: Kosten zu hoch und intransparent, nicht felxibel genug, Rendite oft im Minusbereich, Geld gehört der Versicherung, im Konkursfall zur Konkursmasse; ist wichtig bei der Auswahl der Gesellschaft (Fitch Report, Stresstest checken)
    Rendite eigentlich nurfür den Vermittler und die Versicherung
  • Banksparpläne: niedrige Renditen
  • Bausparpläne: Bausparkassen kämpfen genauso ums Überleben wie Versicherungen, Konkursegelungen wie bei Versicherungen

Bleiben noch Fondsparpläne:
Vorteil:

  • zu einem grossen Teil Investition in Sachwerte (Aktien, Immofonds)
  • klare, transparente Kostenstruktur
  • Geld ist Sondervermögen, gehört dem Kunden. Bei Insolvenz der Fondgesellschaft ist der Fond immer noch da
  • flexible Beitragsgestaltung möglich, d.h. Beitragsreduzierung bzw. Erhöhung ist ohne Probleme möglich, da Fondgesellschaften auch die entsprechende Software zur Umsetzung haben. Versicherungen lassen sich jede Änderung teuer bezahlen
  • keine „Enterbung“ der Kinder, da im Todesfall das Restguthaben an die Erben zur Auszahlung kommt (bis Alter 85)
  • Restlaufzeit sollte wenigstens 10 Jahre betragen

Renditeaussagen sind natürlich immer unter Vorbehalt zu sehen.
Grundsätzlich Vorteil bei Riester: die eingezahlten Beiträge müssen zum Ablauf (also Rentenbeginn) garantiert werden. Damit ist auch das Risiko von Schwankungen der Fonds ausgleichbar. Im Moment wird billig eingekauft, und wenn die Krise in 6-8 Jahren vorbei ist, kann man teuer verkaufen - egal welche Währung dann gilt.

Förderungen:

  1. Zulage
    wenn pa 4% des SV-Bruttoeinkommens minus Zulage aufgewandt werden, wird die volle Zulage gezahlt. Zulage gibt es pro Erwachsenen und dann noch mal pro kindergeldberechtigtem Kind.
  2. über Steuer
    Beiträge sind bis zu 2.100 Euro Aufwad pa absetzbar. Wer also Steuern zahlt und sonst nix absetzen kann, für den ist Riester ok.
    Weiterer Vorteil: Hartz IV sicher (wird nicht mit angerechnet)

Als Lehrerin mit dem entsprechenden Einkommen ist hier also Sparpotential.

FAZIT:
geringes Einkommen: OK und Förderung (Zulagen) mitnehmen
hohes Einkommen: OK, Förderung (Zulagen und Steuer) mitnehmen, eigene LV oder Rente stilllegen (oder verkaufen usw.)

Ich hoffe, dies war als Kurzinfo erst mal hilfreich. Ansonsten einfach nachfragen. Eine ordentliche Beratung muss sowieso individuell erfolgen, denn auch di persönlichen Lebensumstände müssen berücksichtgt werden (Kinder, vorhandene Anlagen usw.)

Mit freundlichem Gruß

Jens Osiewacz

Hierzu gibt es eine vielzahl an Literatur, die besser hilft, oder das Gespräch mit einem Menschen von der Braucherzentrale oder VErsicherungsmakler.

Ob die Riester-Rente bei Ihnen (Uwe) sinn macht, muss man ausrechnen.

Grüße,
Jan