Hallo Ralf,
Derzeit wird man ja von allen möglichen Banken mit Post
bombardiert: bezüglich Riester-Rente und den ab 2006 gültigen
Unisex-Tarif. Kennt sich hier jemand aus und kann vielleicht
ein paar Tipps geben? Folgende Fragen haben sich mir aufgetan:
- Wieviel Unterschied macht der Unisex-Tarif überhaupt aus?
Ist das vielleicht nur Augenwischerei?
Aufgrund der höheren Lebenserwartung von Frauen muss statistisch gesehen eine Rente länger gezahlt werden und das führt dazu, dass für eine gleiche hohe Monatsrente für Frauen mehr Kapital gebraucht wird.
Bei der Kalkulation eines Uni-Sex- Tarifes wird nun aufgrund der Vermischung ganz primitiv gesagt den Männern Geld weggenommen und den Frauen gegeben. Nun kommt es darauf an, welchen Anteil an Frauen bzw. Männer ein Versicherer erwartet. Geht er davon aus, dass 100% Frauen im Tarif sein werden, wird im Prinzip ganz einfach der bestehende Frauentarif für Männer ab 2006 auch gelten. Geht der Versicherer davon aus, dass sich doch Männer versichern werden, kann es für Frauen billiger werden (abhängig vom prognostizierten Verhältnis). Deshalb kann man nicht pauschal sagen, ob/wieviel billiger es für Frauen werden wird. Teurer für Männer wird es auf jeden Fall.
- Empfiehlt es sich im Gegenzug für meine Frau, mit dem
Abschluss eines Riester-Vertrags noch bis Januar zu warten?
Schwer zu sagen (s.o.) - zumindest verschenkt sie beim warten die Zulagen/den Steuervorteil für dieses Jahr.
- Riester-Rente = max. 4% vom Brutto. Muss man die 4 % nehmen
oder geht auch weniger, z.B. nur 2 oder 3 Prozent? Sinkt in
diesem Fall dann die Förderung entsprechend (die ja eh nicht
die Welt ist)?
die 4% vom Brutto gelten erst ab 2008 (dieses Jahr 2%, 2006 und 2007: 3%). in den jeweiligen Prozenten sind die Zulagen übrigens enthalten.
Zahlt man weniger, wird die Zulage anteilig gekürzt bzw. es gibt halt weniger Steuervorteil.
- Zahlt man nach Vertragsabschluss eigentlich
Sozialversicherungsbeiträge und EKSt auf den normalen
Brutto-Betrag auf der Gehaltsabrechnung oder auf den um die
Riester-Beiträge „bereinigten“ Brutto-Betrag (also: Brutto
minus 4%), da ja die Riester-Rente im Alter nicht steuerfrei
ist (soweit ich weiß)?
Bei der Gehaltsabrechnung merkt man gar nichts von einer privaten Riester-Rente: also SV- und Steuerabzug ganz normal. Zulagen bzw. Steuervorteil gibt es später direkt auf den Vertrag bzw. mit der Steurerklärung.
Ja, die Riesterrente ist später voll zu versteuern.
- Natürlich will ich möglichst hohe Rendite. Zu welcher
Versicherung sollte man gehen? Gibt es eine Übersicht im
Internet?
Wenn es so einfach wäre, dass man einfach im Internet oder sonstwo nachschaut, was das beste ist…
Erst mal schauen: Riester mit anderen Altersvorsorgemöglichkeiten vergleichen - das ist schon je nach Einkommen/Alter/Familiensituation unerschiedlich.
Kommt man dann darauf, dass Riester das beste ist: existieren Varianten wie klassische Rentenversicherung, Fondsgebundene Rentenversicherung, Sparpläne… - wieder abhängig von Alter, Risikoneigung usw.
Hat man dann was gefunden kann man beginnen Tarife zu vergleichen - aber auch hier gibt es Unmengen an Kriterien (Garantien?, Hochrechnungen? Unternehmenskennzahlen? Service? …)
Danke im Voraus,
Ralf
Gerne doch.
Es soll Leute geben, die sich bevor sie ein Auto/Fernseher oder dergleichen kaufen stundenlang informieren und beraten lassen, Zeitschriften wälzen usw. - beim „planen“ der eigenen Altersvorsorge jedoch nach nur wenigen Minuten (wenn überhaupt) eine Entscheidung treffen. Ich kann niemandem empfehlen, letzteres zu machen.
Viele Grüße
Thomas K.
(da ich nicht der einzige Thomas hier bin, schreibe ich ab jetzt besser mit dem K.
)