Riester-Rente

Hallo, Experten,

momentan geben sich die Versicherungsvertreter die Klinke in die Hand, um Riester-Renten - Verträge zu verkaufen. Wer weiß denn, was hier wirklich Sache ist und wer kennt einen guten, vertrauenswürdigen Fachmann zu diesem Thema??? Wo ist eine gute Rendite zu erwarten usw.

Danke für eure Mühe!

Manfred.

Hallo Manfred!
Erstmal vorab: Wichtige Informationen bezüglich der Riester-Rente findest du auf der Homepage der Bundesanstalt für Arbeit: http://www.bfa.de
In Anspruch nehmen können die Riester-Rente alle Arbeitnehmer, die rentenversicherungspflichtig sind; alle Sozialhilfeempfänger sowie seit neuestem auch Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst.
Wirklich lohnen tut sich die Riester-Rente für Verheiratete mit Kindern bis ca. 45 Jahre alt (meine eigene Einschätzung). Du bezahlst zunächst 1% deines Brutto-Jahreseinkommens ein und bekommst darauf 38 EUR vom Staat. Beispiel: Bruttoeinkommen 30.000 EUR/Jahr, also würdest Du 300 EUR/Jahr einzahlen, davon allerdings nur 262 EUR in Eigenleistung, da der Staat die 38 EUR Zulage draufpackt. Für jedes Kind gibt’s zusätzlich nochmal 78 EUR. Und wenn Du verheiratet bist, kriegt Deine Frau auch nochmal die Zulage von 38 EUR, selbst, wenn sie nicht arbeitet. Bis 2008 steigern sich die Beiträge auf 4% deines Bruttoeinkommens, allerdings vervierfachen sich gleichzeitig bis 2008 auch die Zulagen vom Staat.
Im übrigen kannst du die Beiträge voll von der Steuer absetzen, so dass evtl. noch ein kleiner Steuervorteil rausspringen kann.
Wenn man die Riester-Rente abschließt, sollte man meiner Meinung nach auf jeden Fall etwas fondsgebundenes machen, da das langfristig die beste Rendite verspricht und das eingezahlte Kapital auf jeden Fall garantiert ist.
Mein Tip: Fast jede Bank hat mittlerweile Software zur individuellen Berechnung. Lass dir einfach verschiedene Angebote durchrechnen.
Einen „neutralen“ Experten in Sachen Riester-Rente zu finden, dürfte ziemlich schwer werden.
Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen. Wenn du noch weitere Informationen brauchst (Rentengarantiezeit, Kosten etc.), frag mich einfach :smile:
Gruß
Ale

Hi Ale,

Für jedes Kind gibt’s zusätzlich nochmal 78 EUR.

STOP: Es sind nur 46 €

Siehe http://www.bma.de/download/gesetze_web/gesetze.htm

–> Private Altersvorsorge --> Einkommensteuergesetz
–> § 85 Kinderzulage

Bis 2008 steigern sich die Beiträge auf 4%
deines Bruttoeinkommens,

Alle 2 Jahre erhöhen sie dich dabei um 1%-Punkt.

Im übrigen kannst du die Beiträge voll von der Steuer
absetzen, so dass evtl. noch ein kleiner Steuervorteil
rausspringen kann.

Dies passiert dann im Rahmen der Sonderausgaben. Dabei ist jedoch zu beachten, dass dann auch eine nachgelagerte Besteuerung stattfindet.

Wenn man die Riester-Rente abschließt, sollte man meiner
Meinung nach auf jeden Fall etwas fondsgebundenes machen, da
das langfristig die beste Rendite verspricht und das
eingezahlte Kapital auf jeden Fall garantiert ist.

Das eingezahlte Kapital wird bei jeder riesterförderfähigen Sparform garantiert. Per Gesetz sogar Pflicht.

Gruß
Marco

PS. auch Selbständige dürften Riester nutzen können, wenn sie eine Frau haben, die Arbeitnehmerin ist. Zumindest ist wäre dies nur folgerichtig, wenn auch eine Frau, die nicht arbeitet miteingebracht werden kann.

PS. auch Selbständige dürften Riester nutzen können, wenn sie
eine Frau haben, die Arbeitnehmerin ist. Zumindest ist wäre
dies nur folgerichtig, wenn auch eine Frau, die nicht arbeitet
miteingebracht werden kann.

Hallo Marco,
so ist es auch. Ein nicht-förderungsfähiger Ehegatte kann dann einen Riester-Vertrag abschließen, wenn der andere Ehegatte förderfähig ist.
Andreas

ich bin mir nicht sicher, ob die Versicherungen hier lange mitspielen. Die Tarife, die z.Zt. auf dem Markt sind sind reine Draufzahltarife. In der Hoffnung, dass der Kunde dann irgend wann mal einen „anständigen“ Tarif abschließt.
der Dumme ist hier eindeutig der Vermittler. Außer Spesen nichts gewesen. Minimalste Provision und eine Stornohaftung, da bekommt man grauen Haare.
Ich lass´ mal die anderen sich die Finger verbrennen. Wenn ich gerade beim Kunden sitze und der so etwas braucht, ok. Hinfahren? nein! Über Intenet, ja! Dann ist es mir gleichgültig, ob ich nur 10 € verdient habe. Ex und hopp!
Da ich sowieso mit allen Versicherungen, die ich verkaufe, nur ratierliche Provisions-Zahlung vereinbart habe, muss ich nichts zurückzahlen, wenn mal eine kündigt.
Grüße
Raimund

Vielen Dank für deine Tips, ich sehe schon, ich muß mich individuell mit dem Thema auseinandersetzen. Es ist ja noch etwas Zeit, da wird noch allerhand angeboten werden und auch von größeren Organisationen überprüft werden.(Stiftung Warentest, IG Metall usw.)

Manfred

Hallo Manfred,

vor allem aber solltest du auch einen Blick auf die Kosten werfen.

Manche Angebote beziehen ihre Verwaltungskosten auf den Deckungsstock. Das bedeutet dann evtl. nach 30 Jahren Einzahlung, dass der bei 50.000 € liegt und dann zahlst du bspw. 1% auf diesen Betrag. Sicher, am Anfang ist das nicht viel, aber eben kurz Vor Ablauf ist das schon eine ganze Menge.

Gruß
Marco

Riester-Rente sinnvoll? Ja oder nein?
Die Förderung setzt insbesondere voraus, dass bereits heute eine Laufzeit bis zum 60. Lebensjahr oder bis 65 abgeschlossen wird. Ferner will das Gesetz ebenfalls, dass man heute schon auf das Kapitalwahlrecht verzichtet und nur die Rentenzahlungen der Gesellschaft in Anspruch nimmt. Dies mag vereinzelt begründet sein, denn der Sparer muss sich so um nichts mehr kümmern. Es wird sicher gestellt, dass man bis zum Lebensende versorgt ist, wenn auch nicht so gut, wie man es sein könnte.

Doch was wäre, wenn Sie die Einmalzahlung wählen könnten und ließen das Geld weiterhin für sich arbeiten, sagen wir, Sie reinvestieren es langfristig und lassen sich monatlich nur die Rendite auszahlen? Wer das Kapital arbeiten lässt, kann daraus nicht selten 8-12% oder mehr erwirtschaften. Wenn Sie nun nur ein Ablaufkapital von z. B. 100.000,00 Euro ansetzen, dann wäre die Rente von Versicherungsgesellschaften daraus ca. 4.000,00 Euro jährlich oder 333,33 Euro mtl. Bei eigener Wiederanlage können hingegen 8.000 bis 12.000,00 Euro oder mtl. 667 bis 1.000,00 Euro aus der Kapitalrendite erzielt werden. Ein schöner Unterschied.
Darauf verzichten Inhaber von „Riester-Produkten“ im Voraus.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist, dass die Riester-Rente unter die nachgelagerte Besteuerung fällt, während Auszahlungen aus Verträgen ohne Riester´scher Förderung steuerfrei sind.
Und solche Verträge sind nach wie vor für jeden möglich!!!
Ausserdem, wenn man den geförderten Sparplan zu irgend einem Zeitpunkt bevor man z.B. 60 wird, kündigt, muss man die erhaltene Förderung vollständig zurück bezahlen. Zur Rückzahlung ist auch verpflichtet, wer seinen Altersruhesitz/Wohnsitz ins
Ausland verlegt. Selbst wer nach dem Tod des Ehepartners den Vertrag nicht weiterführen kann/will, muss die
Förderung zurückzahlen…

Offensichtlich schränkt also die Inanspruchnahme der staatlichen Förderung den Sparer deutlich ein, zum ersten was die Verfügbarkeit des Geldes anbelangt, zum zweiten ist er unflexibel in der Wahl des Ablauftermins und zum dritten aus steuerlicher Sicht. Diese Meinung vertreten zwischenzeitlich übrigens auch einige Verbraucherschützer.

Simpel formuliert bezahle ich die heutigen Förderungen durch späteren, entgangenen Gewinn mehrfach zurück. Ich halte es deshalb nicht für ratsam, den Vertrag heute den Beschränkungen des Altersvermögensgesetzes zu unterwerfen. Letztlich muss diese Entscheidung natürlich jeder Kunde für sich selbst treffen.

Wer will, kann sich gratis und online hier seine persönliche
Riesterförderung ausrechnen:
http://www.way4me.com/de/foerdberg.php

Viele Grüße
Heinz

[Mod]
Den Link geändert

Vielen Dank für Deine aufschlussreichen und informativen Zeilen, da stellt sich der Sachverhalt schon in einem ganz anderem Licht dar.

Gruß, Manfred.

Hallo Manfred,

es ist eigentlich erstaunlich wenn man auf der einen Seite die Versicherer hört daß Riester eigentlich „Müll“ ist, kein Geld bringt und andererseits die Vertreter sich die Schuhe krumm laufen.
Eigentlich wollen die fast alle keine Riester-Rente verkaufen sondern jedem nur klarmachen was das doch für ein Kram ist und was doch jeder viel Besseres anzubieten hat.

Ich sehe hier folgende Probleme und habe das im letzten Jahr
meinen Kunden geschrieben:

  1. warten bis alle zertifizierte Produkte haben
  2. warten bis Vergleiche zu GARANTIERTEN Rente und Kosten
    der einzelnen Anbieter vorhanden sind.
    Diese sind von einigen renomierten Vertretern ihrer
    Zunft derzeit in Arbeit.
  3. Dann kann gerechnet werden für wen mit wievielen Kindern
    WIE LANGE Geld vom Staat kommt und was evtl. an
    Steuerersparnis herauskommt.

Ich sehe hier einige Probleme über den Sinn oder Unsinn dieser
Versicherung wie z. B.:

  1. Keine Möglichkeit eines BUZ-Einschlußes
  2. Keine Übertragung im Todesfall wenn nicht der EHE-
    Partner einen eigenen Vertrag hat
  3. Auf andere Personen keine Übertragung
    (Todesfallbezugsrecht)
  4. Keine Rentenzahlung wenn der Hauptwohnsitz in´s Ausland
    verlegt wird
  5. Was passiert mit den Zulagen vom Staat wenn es der
    versicherte irgendwann mal Leid ist den jährlichen
    Antrag auszufüllen ???

Ist das evtl. beabsichtigt oder sogar eingeplant ??

MfG Siegfried Nikschick

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