ich suche ein Gedicht von R. M. Rilke, in dem es um den Herbst (der Natur und des Menschen) geht. Erzählt wird von Blättern, die durch Alleen wehen und von alten Menschen, die lange Briefe schreiben.
Rilke Projekt
Das Gedicht gibt es auch wunderbar gesprochen auf einer der drei CDs vom „Rilke Projekt“, ich glaube, Gottfried John hat es gesprochen. Kann ich sehr empfehlen, nicht nur dieses Gedicht, sondern auch (fast) alle anderen!
Herr, es ist Zeit. Der Winter war famos.
Nimm nun die Schatten von den Sonnenuhren
und auf den Fluren lass uns zügellos.
Erlaub den ersten Früchtchen, toll zu sein;
Gib ihnen schon drei sonnigere Tage
dränge sie zur Vollendung hin und jage
verliebte Hasen auf den grünen Hain
Wer jetzt zuhaus hockt, hockt nicht lange mehr.
Wer jetzt allein ist, wird 's nicht lange bleiben,
wird lachen, werben, bange Briefe schreiben
und wird nach all dem Hin und Her
so wie die Hasen Liebesspiele treiben.
Heiner Garcia Mielke
Vor einiger Zeit hatte ich das schonmal wohl im Plauderbrett gepostet, also da wo nicht archiviert wird. Seither wurde es zitiert, aber ohne Quellenangabe. Daher erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass das von uns ist.
zum Ausgleich noch zwei von Freund Kästner, der (wie ich finde, bitte nicht zerrupfen) Freund Rilke viel näher steht, als es im ersten Moment scheinen mag: