Rinder(tötungs)wahnsinn

An alle, die nicht tatenlos zusehen möchten, wie aus „wirtschaftlichen Gründen“ 400.000 Rinder abgeschlachtet werden sollen.
(Stellt euch die Tiere auf einem Haufen vor, stellt auch vor, wie sie aufs Schafott geführt, getötet, abtransportiert und verbrannt werden. Könnt ihr das?)
Was könnte man als einzelner Mensch dagegen tun? (Wenn man etwas tun wollte…)
Man könnte leise, aber nachhaltig prostestieren. Jeder von uns. Man könnte Emails an Freunde schicken, damit die Botschaft weiterverbreitet wird. Man könnte E-mails an die zuständigen Bundestagsabgeordneten (http://www.bundestag.de/mdb14/bio/a.htm) senden, bis die Mailbox der MinisterInnen überquillt. Man könnte tierfeindlich eingestellten, profitorientierten Bauernverbänden ein wenig auf die Finger klopfen.
Man könnte auch den Tierschutzbund in seiner Klage gegen diese Regierung unterstützen.
Wer hat denn eigentlich den Schaden, wenn die Rinder einfach am Leben bleiben? Die Bauern? Haben die nicht jahrelang die fetten Subventionen dafür kassiert, dass sie es dorthin gebracht haben, wo wir heute sind? Dann wären jetzt wohl auch Subventionen fürs Gnadenbrot angesagt, oder?
Können wir die Überproduktion wirklich einfach wegkippen wie die Tomaten, die Kartoffeln und den Butterberg? Nein, können wir nicht. Ganz entschieden nicht.
Es ist eine Grenze überschritten.
Hier geht es um lebendige Tiere. EU-Recht oder nationales Recht hin oder her.
Stellt euch vor, Gott würde die Tiere eines Tages mit der notwendigen Intelligenz und den notwendigen Werkzeugen ausstatten, und sie zu dem Schluss kommen lassen, dass von den 6 Milliarden Menschen auf der Welt 5 Milliarden zuviel sind. Wehe unseren Kindern und unseren Enkeln, wenn die Tiere dann entsprechend den von den Menschen vorgebenen Analogien handeln. Allein diese Vorstellung müsste doch genug Mut und Kraft geben, um den rot-grünen (!!!) Rindermördern das Handwerk zu legen.
Aber abgesehen davon: Wenn man künftig für DM 4.99 statt einem Kilo nur noch 100 g Hackfleisch bekommen würde, würde das auch noch ausreichen, um den täglichen Eiweissbedarf zu decken. Und keiner von uns würde davon ärmer werden.
Bitte seht diesem Wahnsinn nicht sprachlos zu.
Karin Montag

ich gebe Dir vollkommen Recht, dass das eine gewaltige Sauerei ist, das es eine Sünde ist, dass… Kurz, ich binn extrem dagegen,
Nur den Bauern vorwerfen, sie handeln aus Eigennutz, ist auch falsch. Wenn Du für Deine Rinder nichts mehr erhältst, nichts mehr für Deine Milch oder sontige Rinderprodukte, wenn Du vor der Alternative stehst: entweder Du lässt Deine geliebten Rinder schlachten (und erhältst noch etwas Geld dafür) oder Du kannst Deine Existenz abhaken, gehst konkurs und stehst anschliessend mit einer Million in der Kreide, dann knirscht Du mit den Zähnen (vielleicht heulst Du, wenn es niemand sieht) und spielst mit.
Grüße
Raimund

Jetzt mal ernsthaft: Es würde keinen interessieren, wenn die Tiere kein BSE hätten. Man würde sie schlachten, fressen und das wärs. Dieses Gedusel „tötet die Rinder nicht“ ist komplett fehl am Platz.
Man kann sich trefflich drüber streiten, ob die industrielle Massentierhaltung vertretbar ist oder nicht, aber jetzt gefühlsduselig zu schreien, daß das eine himmelschreiende Ungerechtigkeit sei, ist völlig albern. Es handelt sich um SCHLACHTVIEH. Gezüchtet um gegessen zu werden. Ohne BSE wären die Kühe schon Koteletts.
Mit BSE Verdacht haben sie nichts in der Nahrungskette verloren und solange ein möglicher Infektionsweg über

a) Kontakt der Tiere untereinander
b) Verzehr von verseuchtem Fleisch

nicht völlig ausgeschlossen werden kann, ist schlachten und verbrennen am sichersten. Traurig, aber wahr.
Und ich habe den Verdacht, daß diejenigen, die jetzt am lautesten schreien, man dürfe nicht schlachten, als erste schreien, wenn doch noch jemand infiziert wird.

Natürlich werden Die Bauernverbände schreien, daß man schlachten muß, daß der Preis stabil bleibt.
Der einzelne Bauer will nätürlich Geld wenn er schlachten soll, weil ihm das Geld aus dem Verkauf fehlt.
Unsere Politiker wollen das Thema vom Tisch (Wortspiel gewollt)
Die Medien wollen eine Story draus machen. Und der Verbraucher will billiges Fleisch und ja nicht an der Situation schuld sein.

Das zeigt mir, daß das System krankt. Meine Antwort:
Es muß nicht jeden Tag Fleisch auf den Tisch. Ein oder zweimal pro Woche reicht. Da muß sich der einzelne an die eigene Nase fassen.

Alex

Hi Gundel!

Ist Die schon aufgefallen, daß der Rindfleischmarkt in Deutschland zusammengebrochen ist? Kein Mensch will mehr Rind- oder Kalbfleisch essen, und sogar der Absatz von Milchprodukten ist rückläufig. Was ist also in den Ställen los? Dort stapeln sich die Rindern schon in Schichten, weil seit zwei Monaten nicht mehr geschlachtet wird. Gleichzeitig kommen ständig neue Kälber zur Welt, da die Milchkühe bekanntlich nur Milch geben wenn sie regelmäßig kalben. Was soll nun mit den Tieren geschehen, Deiner Meinung nach? Leider ist ein Bauernhof ein Betrieb der nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden muß, schließlich muß der Bauer sich und seine Angehörigen finanzieren. So ein Landwirt ist überhaupt nicht in der Lage Tiere durchzufüttern die ihm später keinen Pfennig einbringen! Die Tiere müssen also geschlachtet werden, wären sie ja ohne BSE-Affäre sowieso! Da aber kein Mensch dieses Fleisch kaufen wird, bleibt doch überhaupt keine andere Möglichkeit als die Tiere zu verbrennen, traurig aber wahr.
Ich halte auf alle Fälle diese Gutmenschengelabere „Laßt die armen Rinder doch leben“ für reinen Aktionismus der nix aber auch gar nichts zur Verbesserung der Situation beiträgt. Im Gegenteil sind solche Aussagen sogar noch kontraproduktiv, da sie die Bauern gegen die Tierschützer aufbringen und so ein Dialog über die sicherlich verbesserungswürdigen Zustände auf Höfen erschwert wird.
Ich schlage vor, daß jeder Tieraktivist der sich für das Überleben dieser armen Kreaturen stark macht eine Rinderpatenschaft übernehmen sollte, bei der er Futter und Unterkunft eines Schlachtviehs bis zum natürlichen Exodus desselben bezahlen darf. Pünktlich zu Weihnachten erhält jeder Pate auch ein aktuelles Photo von seiner glücklichen Kuh zur Beruhigung des sozialen Gewissens an den Feiertagen!

Gruß
Tom