Hallo,
haben Euch die neuestan Geschichten rund um BSE auch so zum nachdenken gebracht? Ich verspüre inzwischen nur noch Wut & Trauer was unsere Gesellschaft angeht. Dabei geht es mir nicht darum, daß ich direkt Angst vor BSE habe sondern um den Umgang mit unseren Nahrungsmitteln: Fruchtjoghurt aus Fruchtrückständen die nachträglich wieder angereichert werden, Seperatorenfleisch, entfärbte und nachher wieder gefärbte Früchte in der Marmelade, Wiederkäuer fressen Fleisch, kleine Kühe trinken Milchaustauscher WIE BITTE???
Ich frage mich, wohin wir uns schon bewegt haben, daß dies denk- und machbar geworden ist. Das nächste ist die Diskussion um das Klonen von Embryonen. Was wird aus uns werden? Wird Gott das mitansehen oder straft er uns (schon)?
auf die religösen Aspekte Deiner Frage kann ich nicht eingehen (ich glaube nicht an den alten Herrn).
Was die ethische Seite angeht (und dabei geht es nicht nur um BSE): an der Misere sind wir selbst schuld. Ob Fleisch, Marmelade oder sonstige Lebensmittel, alles soll - selbstverständlich bei 1A-Qualität - nur eins sein und zwar BILLIG, BILLIG, BILLIG!
Leider sind nur wenige Menschen bereit bzw. viele nicht in der Lage (Stichwort: Arbeitslosigkeit), für ein artgerecht gehaltenes - also glückliches - Huhn, Rind oder Schwein, Freilandeier oder Gemüse aus biologischem Anbau mehr Geld auszugeben, als z. B. für wässrige Holland-Tomaten im Supermarkt. Bio-Bauern, die ihre Tiere artgerecht halten, müssen aber ihre Erzeugnisse nun einmal teuerer verkaufen, um überhaupt - natürlich im geschäftlichen Sinne - am Leben zu bleiben. Um konkurrenzfähig zu bleiben, verfütterten sogar Bio-Bauern Tiermehl.
Mit Wut und Trauer werden wir auch nicht weiterkommen. Meines Erachtens besteht die einzige Möglichkeit darin, den Politikern gezielt Feuer unter dem Hintern zu machen. Es bringt aber natürlich herzlich wenig, wenn sich nur eine Person darüber aufregt.
Wird
Gott das mitansehen oder straft er uns (schon)?
die Arbeit nehmen wir ihm doch schon selber ab.
Natürlich ist das Wahnsinn, aber wer denkt da schon dran, wenn er im Supermarkt nach den Sonderangeboten sucht, und wer tut das nicht? Jeder will billig einkaufen, und möglichst alles jederzeit bekommen können. Und da eine wundersame Brot- bzw. Fischvermehrung in naher Zukunft nicht zu erwarten ist, hilft der Mensch halt nach, und wir essen es seit Jahren. Wer weiss, was in Zukunft noch alles bekannt wird.
Haben Euch die neuestan Geschichten rund um BSE auch so zum nachdenken gebracht? Ich verspüre inzwischen nur noch Wut & Trauer was unsere Gesellschaft angeht. Dabei geht es mir nicht darum, daß ich direkt Angst vor BSE habe sondern um den Umgang mit unseren Nahrungsmitteln: Fruchtjoghurt aus Fruchtrückständen die nachträglich wieder angereichert werden, Seperatorenfleisch, entfärbte und nachher wieder gefärbte Früchte in der Marmelade, Wiederkäuer fressen Fleisch, kleine Kühe trinken Milchaustauscher WIE BITTE???
Ich frage mich, wohin wir uns schon bewegt haben, daß dies denk- und machbar geworden ist. Das nächste ist die Diskussion um das Klonen von Embryonen. Was wird aus uns werden? Wird Gott das mitansehen oder straft er uns (schon)? :Ratlos Irene
Wie in meiner Visitenkarte hervorgehoben, fürchte ich mich vor nichts und esse weiter Schabefleisch und Rinderfilet. Von letzterem genehmigte ich mir zu Weihnachten ein Pfund, hauchdünn geschnitten und in sehr heißem Kokosfett kurz gebraten. Dieses Pfund kostete sonst um die DM 30,00; diesmal zahlte ich DM 12,99.
Abenteuerliche Lebensmittelverfälschungen hat es schon immer gegeben, man lese z.B. in „Mercks Warenlexikon“ von 1920 (Neudruck 1999) unter den Stichworten „Kaffee“ oder „Butter“ nach. Daß es Separatorenfleisch gibt, weiß ich schon lange; Knochen werden in Zentrifugen geschleudert wie Wäsche in der Trockenschleuder, und die Fliehkraft zieht die letzte Fleischfaser herunter. Aus diesem Fleisch wird normalerweise Fleischbrühe gekocht; daß sich jemand erlaubt, es in Würste zu füllen, war mir neu. Und der Versuch, Pflanzenfresser wie etwa Kühe zu Fleischfressern umzuzüchten, ist wider die Natur - indes zeigt sich BSE auch bei Kühen, an die kein Tiermehl verfüttert wurde.
Und was das „Klonen von Embryonen“ angeht: Ich sehe kein Problem darin, einem Embryo Zellen zu entnehmen, sie für 70 oder 80 Jahre aufzuheben, und dann, wenn das Herz des alten Menschen zu versagen droht, aus den Zellen ein neues Herz zu züchten und dem Kranken einzusetzen.
haben Euch die neuestan Geschichten rund um BSE auch so zum
nachdenken gebracht? Ich verspüre inzwischen nur noch Wut &
Trauer was unsere Gesellschaft angeht. Dabei geht es mir nicht
darum, daß ich direkt Angst vor BSE habe sondern um den Umgang
mit unseren Nahrungsmitteln: Fruchtjoghurt aus
Fruchtrückständen die nachträglich wieder angereichert werden,
Seperatorenfleisch, entfärbte und nachher wieder gefärbte
Früchte in der Marmelade, Wiederkäuer fressen Fleisch, kleine
Kühe trinken Milchaustauscher WIE BITTE???
Klar, damit der Joghurt zu 30 Pf/100 g im Kühlregal steht.
Und das Fleisch zwischen 5- un d 25 DM/kg kostet.
Ich frage mich, wohin wir uns schon bewegt haben, daß dies
denk- und machbar geworden ist.
Quantität zählt und nicht Qualität. Noch die Generation unserer Grosseltern kannte Fleisch nur als Sonntagsspeise, die Bruehe gab es als Vorgeschmack am Samstag. Und heute ?
Auch wegen der Hungerproblematik in der Welt werden wir unseren Fleischkonsum drosseln muessen: Je Energieeinheit Fleisch werden 7 Energieeinheiten Futter (je nach Wahl Tiermehl, Soja aus dritter Welt oder Heu) benötigt.
Von der Struktur her ist das Fleischproblem analog dem Energieproblem (incl. Individualverkehr)
Das nächste ist die Diskussion
um das Klonen von Embryonen. Was wird aus uns werden? Wird
Gott das mitansehen oder straft er uns (schon)?