Wer kann mir Denkanstösse oder eine plausible Erklärung für das im folgenden geschilderte (scheinbare)Paradoxon geben?
Wen man einen Menschen, der über eine gewisse Berufs- und Lebenserfahrung verfügt, fragt, ob es für möglich hält, irgendwann einmal einen Arbeitsunfall zu erleiden, wird man regelmässig zur Antwort bekommen, dass das selbstverständlich passieren könnte. (Die Logik dahinter: Das ist anderen schon passiert, weshalb nicht auch mir?)
Wenn man nun Gelegenheit hat, diesen Menschen längere Zeit bei seiner beruflichen Tätigkeit zu beobachten, wird man feststellen, dass er trotz dieser Erkenntnis durchaus hin und wieder Risiken eingeht. (Der eine häufiger und höhere Risiken der andere seltener und geringere).Selbstverstndlich ist die Grenze zwischen riskantem und sicherheitsbewussten Verhalten subjektiv und objektiv schwimmend. Irgendwann ist ein Risiko auch kein spezielles tätigkeitsgebundenes mehr, sondern allgemeines Lebensrisiko. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass, wenn es zum Unfall kommt, die Folgen gravierend sein können.
Kurz gesagt, wir alle gehen wider besseres Wissen immer wieder mal ein zu hohes Risiko ein, ist jedenfalls meine Erfahrung, auch bei eigenen Entscheidungen.
Jetzt meine Frage:
Liegt das daran, dass wir von unserem Unterbewusstsein (was immer das ist) beeinflusst werden und das dieser Mechanismus bei der Risikoabschätzung auf die Vergangenheit zurückgreift nach dem Motto: Da mir in der Vergangenheit nichts passiert ist, wird mir auch in Zukunft nichts passieren?
Ich bin auf Antworten gespannt und bedanke mich im Voraus
zombye