Hallo,
also was ein Unternehmen mit der KLR macht ist ja im Ggs. zur Bilanzierung jeweils deren Sache. Also erster Schritt wäre da wohl sich auf Branchen/Sektoren/Unternehmen zu fokussieren, die das Thema Risiko intensiver betreiben (Banken, Rückversicherer fallen mir spontan ein - da gibt es aber wesentlich mehr - Bsp.: eigentlich sollte jedes komplexe Projekt eine Risikobetrachtung beinhalten, die sich letztendlich in der KLR widerspiegelt).
Wenn sich ein Unternehmen also entscheidet etwas derartiges zu tun, ist das schon ein großer Schritt.
Der nächste ist: wie kalkuliere ich das Risiko? Da gibt es tausend Ansätze. Man kann einen reinen Expertenansatz wählen (Experte bestimmt Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos und die Schadenshöhe) oder mit sehr komplexen statistischen/ökonometrischen Modellen arbeiten.
In der Bilanzierung gibt es ja schon ähnliche Ideen (Rückstellungen). Die Grunddenke ist nicht so unterschiedlich.
Kalkulation ist letztlich
Eintrittswahrscheinlichkeit * Schadenshöhe
Risiko ist ja etwas, was noch nicht eingetreten ist, aber eintreten könnte (mit „Ärgerpotenzial“) - hier ist also die Planungseite der KLR erstmal gefordert.
Rechne ich mit Risiko, muss ich beim Plan/Ist aufpassen (macht die KLR also komplexer)-
Bsp.
Plan: 100.000 EUR
bewertetes Risiko: 20.000 EUR
Summe: 120.000 EUR
Ist = 110.000 EUR sagt allein nichts aus, denn wenn das Risiko nicht eingetreten ist, dann war ich 10.000 EUR über Plan.
Ist es nur mit 10.000 EUR eingetreten, war vielleicht(!) meine Risikoplanung zu negativ.
Ist das Risiko mit 30.000 EUR eingetreten, ist vielleicht(!) in der Planung und der Risikobewertung etwas unangepasst bewertet worden.
Usw. usw. usw.
Wichtig: automatische Aussagen (gut/schlecht) sind ohne Analyse nicht sinnvoll.
Nicht vergessen: Definition „Risiko“ mit aufnehmen. Wird auch in der „Praxis“ immer wieder mit Issues, offenen Punkten, Pendenzen (oder wie man es halt nun nennt) gerne verwechselt.
Hoffe, es hift ein wenig
Grüße
Michael