Riss in Innenwand einer Altbauwohnung

Hallo Zusammen,
auch wir haben uns kürzlich eine Altbauwohnung angesehen, Baujahr 1910. In einem Raum (Wand zum Treppenhaus hin ist ein langezogener Riss, ca. 150 hoch diagonal nach unten zum Fußboden verlaufend, Länge ca. 1,5m.
Laut Auskunft des Verkäufers handelt es sich um einen Kriegsschaden, der in allen Wohnungen auf dieser Hausseite vorgelegen haben soll, den man kosmetich bearbeiten könnte.

Ist das so unbedenklich?
Da es ja immerhin eine Innenwand ist, zieht zumindest keine Feuchtigkeit rein, aber ist die Wand noch stabil, und kann amn an dieser Wande später dennoch Sachen aufhängen, also rein bohren?

Vielen Dank für einen Hinweis
M.H.

Hallo M.H.,

es ist nicht ganz einfach, so eine Ferndiagnose zu beurteilen. Was habe ich erlebt? Risse en Masse, die in einem Fachwerkhaus keine allzu große Bedeutung haben, solange das Tragwerk in Ordnung ist.

Was würde ich an deiner Stelle tun?

  1. Die Aussage des Verkäufers überprüfen. Ist wirklich so, wie er sagt.
  2. Welches Alter hat der Riss? Jung: bedenklich, alt: weniger bedenklich
  3. Was wurde in der unmittelbaren Nachbarschaft gebaut, gebuddelt, bewegt?
  4. Wir groß ist der Spalt? Ist er auch vom TrHs zu sehen?
  5. Steht das Haus in Köln? Dann Vorsicht!

Mehr kann ich leider aus der Entfernung nicht sagen.

Gruß

Thomas

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Hallo,
ich bin kein experte, was ich aber tun würde,mir eine markierung mit gips an einer oder zwei stellen machen, um zu beobachten ob der riss weiter arbeitet oder ob er wirklich alt und in meinen Augen dann unbedenklich ist. Recherchieren ob das haus auf stabilem Fundament steht, nachbarn fragen etc.
Danke und Gruß A. Heidelbach

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Hallo,
da kann ich nicht viel dazu sagen, weil ich kein Statiker bin.
Wichtig wäre zu wissen, ob es sich um eine tragende Wand handelt und ob der Riss zum Stillstand gekommen ist oder ob er sich fortsetzt.
Auch die Wandstärke wäre sicherlich noch interessant und ob der Riss sich nur im Putz und den Fugen befindet oder sich auch durch die Steine zieht.
Das sind aber alles nur Denkanstösse meinerseits weil ich ja wie gesagt weder Architekt noch Statiker oder so etwas bin. Vielleicht sollte man so jemanden mal hinzuziehen.
Viele Grüsse aus der Nordheide

Hallo kinzigkinder,

ich gehe davon aus, dass sich der Riss nicht nur im Putz, sondern auch im Mauerwerk feststellen lässt.
Das weißt darauf hin, dass eine Bewegung in der Wand
stattgefunden haben muss. Es gilt abzuklären, ob diese zur Ruhe gekommen ist, oder sich weiter fortsetzt.
Außer der rein kosmetischen Behandlung, d.h. überputzen des Risses mit Rissbewehrungseinlage, würde ich empfehlen den Riss im Mauerwerk aufzuweiten und mit Quellmörtel, möglichst tief und satt auszumörteln.
Bei weiterer Unsicherheit, sollten Sie einen beratenden
Bauingeieur hinzuziehen, der den Sachverhalt beurteilen kann und dann auch die Verantwortung für die Sanierungsmaßnahme übernimmt.

Mit freundlichem Gruß

Rudolf Hoffmann

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Hallo, wenn es ein Kriegsschaden ist, der kosmetisch beseitigt werden kann, frage ich mich schon, warum das seit 1945 nicht geschehen ist. Wenn es um eine tragende Wand geht (was zum Treppenhaus hin der Fall sein dürfte) würde ich einen Fachhandwerker um Rat fragen. Ohne Besichtigung des Schadens und genauere Kenntnisse vom Haus, lässt sich so etwas kaum per Internet beurteilen.
Viele Grüße, D.M.

Hallo,

wenn das Haus schon 100 Jahre steht, steht es noch länger. Es gibt tragende und nichttragende Innenwände. Wenn Sie Löcher bohren und einen Schrank oder ähnliches aufhängen spielt das keine Rolle. Die paar Kilogramm bringen keine Wand zum Einsturz.
Jeder Neubau setzt sich und es können Risse entstehen. Ich habe vor 13 Jahren gebaut und vor 2 Jahren sind im Badezimmer div. Fliesen von unten bis oben gerissen, also von der Decke bis zum Fußboden.

Ein Ratschlag: bei so einem alten Haus, muß man vieles oder alles selber machen können und wollen. Eine Handwerksfirma mit den jeweiligen Arbeiten zu beauftragen wird zu teuer.

mfg

H.-J. Kühne