Ritalin (lang)
Hallo Fabienne,
Methylphenidat ist der Wirkstoff des Medikaments „Ritalin“ (Hergestellt von der Fa. Novartis). Was dieser Wirkstoff bewirken kann, kopiere ich mal aus folgendem Link hier rein:
http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/sonstiges/Neuropsy…
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- Methylphenidat : Ein Psychostimulantium
Psychostimulantien (z.B. Amphetamin, Koffein, Kokain, Nikotin, in kleinen (!) Dosen auch Alkohol) sind Medikamente, die kurzzeitig die psychische Aktivität steigern.
Sie führen zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit und fördern die Aufmerksamkeit und Konzentration. Diese Eigenschaften machen sich nicht nur subjektiv bemerkbar,
sondern sind auch objektiv meßbar. Einige Psychostimulantien wirken auch appetitzügelnd.
Hohe Dosen führen zu Euphorie, Überdosierungen oder längerer Mißbrauch können zu einem Zustand der Angst und Unruhe mit Verfolgungsideen und Halluzinationen
(z.B. Amphetamin-Psychose) führen.
Die verlockenden positiven Wirkungen erzeugten gerade bei Stimulantien vom Amphetamin-Typ gehäuft Mißbrauch (Leistungssport, Partydrogen ‚Speed‘ und
‚Ecstacy‘). Daher unterliegen Stimulantien in den meisten Ländern einer verschärften Rezeptpflicht.
Methylphenidat hat eine schwächere psychostimulierende Wirkung als die regulären Amphetamine, mit denen es verwandt ist,und besitzt zusätzlich auch
leichte antidepressive Wirkungen. Aus diesem Grunde wird Ritalin® gelegentlich bei leichten Depressionen ohne Suizidgefahr (die durch die Aktivitätssteigerung begünstigt werden könnte) verschrieben.
Seine hauptsächliche Anwendung findet das Medikament allerdings bei der Narkolepsie (Form der Hypersomnie;anfallsweises Einschlafen) und vor allem bei Kindern mit dem hyperkinetischen Syndrom. (s.u.)
Sämtliche Psychostimulantien bewirken im Körper gleiche bis identische chemische Veränderungen. Lediglich die Wirkungsweise unterscheidet sich. Das Amphetamin
selbst ist in der chemischen Struktur den Katecholaminen (vor allem Dopamin und Noradrenalin) sehr ähnlich. Im Allgemeinen bewirken Präparate der Amphetamin-Gruppe (wie auch das Methylphenidat) folgendes :
Dopamin, Noradrenalin und Serotonin werden aus den synaptischen Vesikeln verdrängt, strömen also in den synaptischen Spalt.
Der Abbau der Katecholamine im Spalt durch die Monoaminooxidase wird gehemmt.
Die Amphetamine selbst wirken agonistisch an Katecholamin- und Serotoninrezeptoren.
Die Reuptake-Pumpe (zur Rückführung ausgeschütteter Transmitter aus dem Spalt in die Vesikel)für Noradrenalin und Dopamin wird gehemmt.
Die Reihenfolge der Effekte spiegelt wider, wie groß der Beitrag des einzelnen zur Gesamtwirkung ist. Das stärkste Gewicht liegt also auf der Tatsache, daß
Amphetamine direkt ein Ausströmen der Transmitter verursachen.
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Wenn „Ritalin“ bei einer eindeutigen Diagnose von ADS+H (Aufmerksamkeitsdefizit Syndrom mit Hyperaktivität) eingesetzt wird, wirkt es sich auf die Suchgefahr des Patientenkindes eher positiv aus. Bedeutet: Das Risiko, dass das Kind später einmal stimulierende Drogen einnehmen wird, sinkt.
Das konnten mehrere wiss. Studien belegen. (Bei Interesse sende ich gerne Links zu).
Aber: Wird „Ritalin“ (oder alternativ „Medikinet“, „Adderal“ etc.) von Menschen genommen, die keine eindeutige Diagnose haben, kann die Suchtgefahr steigen.
Ganz ganz vereinfacht und „unwissenschaftlich“ erklärt, muss man sich die Wirkung von Methylphenidat bei ADS+H - Kindern folgendermaßen vorstellen. Es ist eine „paradoxe“ Wirkung, die da vor sich geht. Denn der Wirkstoff ist ein Stumulanzium, beruhigt die Kinder aber für die Dauer der Wirkung des Präperats.
Wenn man sich vorstellt, dass die Dopminfreisetzung (ein Botenstoff, ein sog. Transmitter im ZNS) bei ADS+H - Kindern verstärkt ist (daher diese gestörte Impulskontrolle, Aufmerksamkeitssötung und Hyperaktivität) und nun auch noch das Stimulanzium „Ritalin“ gegeben wird, dann reagiert das System „da oben“ (Gehirn) mit totaler „Überforderung“. Mit dieser Überproduktion von Dopamin wird es nicht fertig und - bricht total zusammen.
Dieser „Zusammenbruch“ des Systems bewirkt, das soz. „nichts mehr geht“. Die Dopaminproduktion (und Wiederaufnahme aus dem synaptischen Spalt) muss sich jetzt erstmal wieder „beruhigen“.
Und produziert erstmal kaum bis wenig Dopamin. Das ist die Phase, in der man die Wirkung von „Ritalin“ bei den Kiddis beobachten kann: Sie „dürfen“ für ein paar Stunden zur Ruhe kommen.
Nimmt nun ein gesunder Mensch diesen Wirkstoff zu sich, wird seine Neoradrenalin und Dopaminproduktion einfach nur total stimuliert. Der Mensch erlebt es als „euphorisches“ Gefühl und eben, so wie im obrigen Artikel beschrieben.
Das ist dann mit einer Gefahr, nach dem Stoff süchtig zu werden, verbunden.
So…sorry, ist ganz viel geworden. Und wie gesagt: letzter Teil ist absolut vereinfacht, sozusagen „primitiv“ dargestellt. Es spielen noch ganz wichtige weitere neurologische Fakten mit.
Grüße
Bettina
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PS: bis heute darf noch jeder Hausarzt und sogar ein Gynäkologe „Ritalin“ verschreiben. Und: Ja, „Ritalin“ fällt unter das BTMG.
Es wird aber überlegt, wie die Diagnostik wesentlich genauer vonstatten gehen kann, um Vorzubeugen, dass tatsächlich nur wirklich ADS+H - Kranke den Wirkstoff bekommen. Denn man weiss heute immer noch nicht, warum und wie „Ritalin“ genau wirkt - und kann daher die tatsächlichen Langzeitnebenwirkungen noch nicht benennen. (siehe auch den schon angegebenen Link zum Arzneimittelkompendium unter „Ritalin“ ganz oben in der Beschreibung zur Wirkung des Medikaments.)
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Caspers-Merk, Marion
Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom: Keine „Modeerkrankung“
PP 1, Ausgabe Juli 2002, Seite 303
POLITIK
Veröffentlicht im „Deutschen Ärzteblatt“, der Link mit Gesamtartikel zur aktuellen Situation in der Politik:
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=3…