Ritueller kannibalistischer Infantizid?

Hallo,

es gibt wohl wenige religiöse oder ethnische Minderheiten in der westlichen Welt, denen im Laufe der Geschichte nicht irgendwann einmal ritueller kannibalistischer Infantizid nachgesagt wurde.
Es scheint sich um eine sehr alte europäische kollektive Fantasievorstellung zu handeln, die häufig auf suspekte Randgruppen projiziert wurde.

Meine Frage ist, ob es glaubwürdige Belege gibt, dass tatsächlich so etwas vorkommt, und wenn ja, ob es sich dann um Taten vereinzelter Psychopathen handelt, die sehr individuellen religiösen Wahnvorstellungen erlegen sind, oder ob es tatsächlich Gruppen gibt, innerhalb derer es einen wie auch immer gearteten Konsens über die „Notwendigkeit“ oder „Wirksamkeit“ dieses „Ritus“ gibt.

(Mit „glaubwürdigen Belegen“ meine ich nicht die reichlich vorhandenen diesbezüglichen Geständnisse aus inquisitorischen Verfahren - die sind mir hinlänglich bekannt, aber entbehren aus verständlichen Gründen einer entsprechenden Glaubwürdigkeit)

Habe z.B. gelesen, in den USA seien insbesondere an Halloween Fälle vorgekommen, dass sog. selbsternannte „Satanisten“ Kinder zu diesem Zweck entführen. Kennt jemand dokumentierte/belegte Fälle dieser Art, oder handelt es sich um eine unseriösen Neuaufguss uralter und unbelegbarer Vorwürfe?

Zu keiner der mir bekannten Formen des Satanismus würde ein solches Ritual passen, daher bin ich sehr skeptisch.

Gespannte Grüße,

Hasta Lavista

hallo Hasta Lavista,
ich weiß nur von einem Maorihäuptling, der erst neugeborene, später ungeborene Kinder fraß, um ewige Judend und Unsterblichkeit zu erreichen.
Im Baalkult soll (unbewiesen) Neugeborene dem göttlichem Feuer überantwortet worden sein. Auch Israel (das alte!) soll Anfänge davon gehabt haben. wie hieß der noch einmal, der seinen Sohn opfern wollte und im letztem Augenblick daran gehindert wurde?
In Afrika wurden Kinder (Babys)von Feinden als willkommene Speisenkartenaufbessereung gern gesehen.
Ganz schön pervers, der Mensch.
Grüße
Raimund

Hi Raimund,

ich weiß nur von einem Maorihäuptling, der erst neugeborene,
später ungeborene Kinder fraß, um ewige Judend und
Unsterblichkeit zu erreichen.

In Papua-Neuguinea gibt es auch eine hochinteressante, äusserst seltene Krankheit namens Kuru, die nachweislich durch Kannibalismus ausgelöst wird. Symptome ähnlich BSE/Creutzfeld-Jakob.

Im Baalkult soll (unbewiesen) Neugeborene dem göttlichem Feuer
überantwortet worden sein.

Wobei die Opfer eher der Gemahlin Baal-Hammons galten. Die im Tophet von Karthago gefundenen Urnen und Stelen zeigen jedenfalls alle das Zeichen Taniths. Die Forscher sind sich nur noch nicht darüber einig, ob es wirklich Kinderopfer waren oder ob man Totgeburten durch das Feuer wieder an die Götter ‚zurückgeben‘ wollte.

Auch Israel (das alte!) soll
Anfänge davon gehabt haben. wie hieß der noch einmal, der
seinen Sohn opfern wollte und im letztem Augenblick daran
gehindert wurde?

War das nicht Abraham oder so? Auch Salomon soll ja einen Altar für Moloch errichtet haben…

In Afrika wurden Kinder (Babys)von Feinden als willkommene
Speisenkartenaufbessereung gern gesehen.

Hmm, halte ich insofern als eher unglaubwürdig, da die meisten Ethnologen Menschenfleisch als Nahrungsmittel nur eine untergeordnete Rolle zuweisen. Rituelle Gründe wie Jugend, Kraft usw. zu erlangen, wird Vorrang eingeräumt.

Für ‚Hardcore‘-Fleischliebhaber sei noch dieser Link empfohlen:
http://www.fleischfreaks.de/index.htm

Gruss
Feanor

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