Ritzen

Hallo,

ich bin die 15 jährige tochter!
seit einiger zeit ist meine freundin (14) sehr merkwürdig drauf. sie hat viele probleme in der schule, zuhause sowieso bei ihren freunden. dann hat sie mir erzählt es wäre alles so scheiße, und sie wolle nicht mehr leben. es hätte alles keinen sinn mehr, denn es läuft sowieso nicht so wie sie es gern hätte!
durch manche lieder bekommt sie selbstmordgedanken- auch wollte sie diese sogar öfters in die tat umsetzen! ich habe sie inzwischen soweit (durch viel reden) dass sie sowas nicht macht.
aber heute kommt sie in die schule mit dicken handschuhen, und als ich sie drauf anspreche, zeigt sie mir ihre hände- und was ich sehe sind ganz viele, blutige schnitte auf ihren handgelenken sowie in der nähe der pulsadern!!! sie hat sich also geritzt!
ich war so schockiert, dass ich sie nur entsetzt angestarrt habe. vor zwei tagen hat sie mir nämlich noch erzählt, dass dies kratzer von ihrer katze seien (was ich aber damals schon nicht so ganz geglaubt habe).
ich habe auch manchmal so phasen, und weiss so ungefähr wie sie sich fühlt (ausser dass mit dem ritzen), aber dass es bei ihr so krass ist, verstehe ich nicht! ich habe auch versucht zu erklären dass wir grad voll in der pubertät sind, doch sie sagt, dass weiss sie- aber sie werde damit nicht fertig!
im unterricht passe ich schon gar nicht mehr auf, aus sorge irgendein anzeichen bei ihr zu verpassen, dass darauf hinweist, dass es ihr grade wieder voll schlecht geht.
ihren eltern will sie von der sache nichts erzählen, aus angst sie würden denken, dass sie vollkommen bescheuert ist! ich bin eigentlich die einzige die davon weiss, obwohl ich nicht ihre beste freundin bin… (denn ihre beste freundin hat mal voll angefangen zu lachen, als sie versucht hat ihr dies zu sagen)
bitte helft mir!! ich weiss nicht was ich machen soll. sie sagt auch immer wieder sie sei ein psycho und sei vollkommen krank- deswegen trau ich mich auch nicht ihr zu sagen, sie solle mal in eine therapie gehen…

Liebe Grüße, und danke im voraus!

Hallo Tochter

sie
sagt auch immer wieder sie sei ein psycho und sei vollkommen
krank- deswegen trau ich mich auch nicht ihr zu sagen, sie
solle mal in eine therapie gehen…

Wieso? Es ist doch ein Schritt in die richtige Rechnung, wenn sie sich selber als psycho und krank ansieht. Dann ist es doch nur noch ein kleiner Schritt bis zur Therapie.
Stell Dir vor, sie fände sich überhaupt nicht psycho bzw. nicht krank, dann wär es doch viel schwerer, oder?
Gruß,
Branden

Es ist doch ein Schritt in die richtige Rechnung, …

Ist das vielleicht die typische freudsche Fehlleistung eines Psychologen? *fg* Lizzzy

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Erwischt!

Es ist doch ein Schritt in die richtige Rechnung, …

Ist das vielleicht die typische freudsche Fehlleistung eines
Psychologen? *fg*

Absolut - da hast Du mich aber mal richtig erwischt, Lizzzy!
Gibbet Aufmerksamkeits-Sternchen!
Gruß,
Branden

danke - wär aber nicht nötig gewesen…
owt

verdient ist verdient owT
:wink:

Salut Toi

als erstes mal, chapeau, dass Du ihr soviel Aufmerksamkeit gibst. Sie
vertraut dir…

im unterricht passe ich schon gar nicht mehr auf, aus sorge
irgendein anzeichen bei ihr zu verpassen, dass darauf
hinweist, dass es ihr grade wieder voll schlecht geht.

gehe achtsam mit Dir um, leidest Du mit ihr? lohnt sich das
wirklich?
scheint trotzdem, dass Du einen festen Boden unter Deinen Füssen
hast und Grösse!
Du tust ihr echt nur ein Gefallen mit Konfrontation.
Du brauchst nicht einmal die beste Freundin zu sein um ihr die
Wahrheit zu sagen. Bin ebenfalls der Meinung dass sie sich so schnell
wie möglich an eine/n TherapeutIn wenden soll.
Holt sie sich envtl Deine Aufmerksamkeit und dein Mitleid? wälzt sie
sich im Selbstmitleid? Denn die anderen
geben ihr die Aufmerksamkeit nicht? Schütze dich trotzdem.
ihre Selbstverstümmelung ist ein klarer Hilfeschrei von ihr. Suizid
hat meiner Meinung nach irgendwie etwas egozentrisches an sich.
Versuche allenfalls ihr den „spiegel“ vor das Gesicht zu stellen.
Also, soll sie sich diese Hilfe auch holen. Mit Deinem bewiesenen
Feingefühl kannst Du das schaffen. Es ist ja schon fast ein Trend zum
Psychologen/iater zugehen:wink:

Ansonsten wende Du dich an jemanden,Deine Lehrerin, oder an Deine
Eltern, wenn Du ihnen
vertraust.
Trag das nicht alleine mit Dir, könnte gravierend für Dein Selbst
sein.
Eine Freundin von mir, packte ihren ganzen Mut, verabredete sich mit
derjenigen, die nicht im stande war zu einem Psychologen zu
gehen,aber einen brauchte- vereinbarte vorher ein Termin, und hop.
Schleppte sie einfach dahin. :smile:
Es gibt bestimmt in der nähe Beratungsstellen bei denen man einfach
so vorbei gehen kann…
! Ihr seit noch jung! es braucht Euch Frauen!- ja euch
Männer auch:smile:

durch manche lieder bekommt sie selbstmordgedanken- auch
wollte sie diese sogar öfters in die tat umsetzen!

… weiss nicht was sie sich anhört, grab mal die alten Fanta4 raus
-Lauschgift Album- Titel Krieger, thomas philosophie etc.
oder was auch immer du denkst, könnte ihrem Gedankensegel anderen
Wind geben.

Schlussendlich entscheidet sie für sich selbst,nur sie selbst ist ihr
motor. Und doch braucht es alle darum herum um weiterzu kommen. Sowie
Du hier hier eine wichtige mutige Rolle spielst.

wünsche dir viel davon, Mut und Entschlossenheit, und Deiner Freundin
auch! sich selbst da rausziehen zu wollen.
mit liebem gruss
syren

Hallo,

ich bin die 15 jährige tochter!

Hi Tochter,

off topic: was hältst Du davon, Dir einen eigenen Account bei Werweisswas zuzulegen? Daran muß man noch nicht sparen. :smile:

seit einiger zeit ist meine freundin (14) sehr merkwürdig
drauf. sie hat viele probleme in der schule, zuhause sowieso
bei ihren freunden. dann hat sie mir erzählt es wäre alles so
scheiße, und sie wolle nicht mehr leben. es hätte alles keinen
sinn mehr, denn es läuft sowieso nicht so wie sie es gern
hätte!

Das liest sich so als ob Deine Freundin große Probleme hätte. Du bist (bestenfalls und das ist wertungsfrei gemeint) eine angehende Erwachsene und noch keine Erwachsene und verfügst ferner nicht über berufliche Kompetenzen hierin. Ich schätze Dein Engagement und freue mich, dass Du ihr helfen magst. Sicher kannst Du sie auf ihrem Weg unterstützend begleiten, ihr zuhören, Mut machen, sie so annehmen wie sie ist…

Doch was Du schreibst, gehört in die Hände eines Fachmanns / einer Fachfrau. Selbst Menschen die die Psyche und mögliche Krankeheiten an Körper, Geist und Seele jahrelang studiert haben, können nicht immer mit SSVlern arbeiten und leiten sie an Kollegen weiter. Sagen will ich damit, dass ich bei allem Respekt für die Unterstützung Deiner Freundin auch sehe, dass Du mit der Situation Gefahr läufst Dich zu überfordern.

Anbei hier mal ein Link zu den FAQ’s: bzw. zum Archiv: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/faqs/faqindex.fp…
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/searcharch…

Hallo,

durch manche lieder bekommt sie selbstmordgedanken- auch
wollte sie diese sogar öfters in die tat umsetzen! ich habe
sie inzwischen soweit (durch viel reden) dass sie sowas nicht
macht.

Woher willst Du wissen, dass sie es doch nicht mal macht? Weil sie es gesagt hat? Was wenn sie es doch eines Tages tut?

aber heute kommt sie in die schule mit dicken handschuhen, und

als ich sie drauf anspreche, zeigt sie mir ihre hände- und was
ich sehe sind ganz viele, blutige schnitte auf ihren
handgelenken sowie in der nähe der pulsadern!!! sie hat sich
also geritzt!

Ja, das kann sehr berühren, traurig machen, vielleicht Dich auch wütend und ohnmächtig fühlen lassen, wenn ein Mensch nicht anders mit seinem Leid umgehen kann.

ich war so schockiert, dass ich sie nur entsetzt angestarrt
habe. vor zwei tagen hat sie mir nämlich noch erzählt, dass
dies kratzer von ihrer katze seien (was ich aber damals schon
nicht so ganz geglaubt habe).

Doch Du wolltest es ihr wohl gerne glauben, oder? Deshalb meine ich auch, bei all Deinen guten Absichten, Du allein kannst ihr nicht helfen.

ich habe auch manchmal so phasen, und weiss so ungefähr wie
sie sich fühlt (ausser dass mit dem ritzen), aber dass es bei
ihr so krass ist, verstehe ich nicht!

Jeder Mensch hat andere Erfahrungen im Hintergrund. Vielleicht hat sie Probleme im Elternhaus, vor denen Du verschont bist. Vielleicht kann sie einfach nicht anders / besser mit ihren Problemen umgehen.

ich habe auch versucht

zu erklären dass wir grad voll in der pubertät sind, doch sie
sagt, dass weiss sie- aber sie werde damit nicht fertig!
im unterricht passe ich schon gar nicht mehr auf, aus sorge
irgendein anzeichen bei ihr zu verpassen, dass darauf
hinweist, dass es ihr grade wieder voll schlecht geht.

Es ist nicht herzlos, wenn Du Dich erstmal um Dich selbst kümmerst. Zunächst ist es an Dir für Dich selbst zu sorgen, dass es Dir gut geht. Nur wenn Du das kannst, kannst Du ein Stück von Dir auch anderen abgeben. Was sollte es für einen Sinn machen, wenn Du dich auch in ein Netz von Problemen dadurch verwickeln läßt? Nur in dem Maß in dem Du für Dich selbst sorgen kannst, kannst Du ihr auch unterstüztend helfen. Es ist sicherlich nicht so wild, mal was in der Schule nicht mitzubekommen. Zur Not kannst Du es auch durch Mitschüler/-innen nachholen. Doch Du solltest damit achtsam umgehen, dass Du selbst nicht dadurch Probleme machst.

ihren eltern will sie von der sache nichts erzählen, aus angst
sie würden denken, dass sie vollkommen bescheuert ist!

Hmm. Wie wäre es, sie geht mal zu ihrem Hausarzt (sofern sie einen hat und ihm vertraut) oder zu einer Stelle (bei der Krankenkasse anfragen, im Internet nachschauen…), die Therapieformen bzw. Therapeuten durch nach Vorgesprächen empfehlen.

Wie würden ihre Eltern darauf reagieren, wenn sie sagt, sie möchte eine Therapie machen, sie braucht Hilfe? Würden sie dies unterstüzten oder die Probleme abtun und eine Therapie verhindern. Es könnte empfehlenswert sein, dass Du / Ihr einen Erwachsenen einschaltet, dem Ihr vertraut, jemanden den Ihr kennt, der als neutraler Vermittler fungieren kann.

ich bin

eigentlich die einzige die davon weiss, obwohl ich nicht ihre
beste freundin bin… (denn ihre beste freundin hat mal voll
angefangen zu lachen, als sie versucht hat ihr dies zu sagen)
bitte helft mir!! ich weiss nicht was ich machen soll. sie
sagt auch immer wieder sie sei ein psycho und sei vollkommen
krank- deswegen trau ich mich auch nicht ihr zu sagen, sie
solle mal in eine therapie gehen…

Du hast hier die Freude und Bürde eine Vertraute, eine Eingeweihte zu sein. Es tut sicherlich auch gut, jemanden helfen zu können, für jemanden da zu sein und dessen Vertrauen zu genießen. Und dennoch kannst Du nicht alle Hilfe leisten, die dieses (noch) Mädchen / junge Frau offenbar benötigt.

Gibt es an Eurer Schule eine Vertrauenslehrerin, einen Vertrauenslehrer und würdest Du dorthin mit Ihr oder erstmal allein hingehen mögen? Hat sie Internetzugang und magst Du ihr die in den FAQ’s stehenden Foren nennen? Es könnte ihr eine Stütze sein, Menschen mit ähnlichen Problemen und ähnlichem Verhalten kennenzulernen.

Du mußt was machen! Damit meine ich nicht unbedingt nur für sie, sondern auch für Dich selbst. Angenommen sie bringt sich doch um. Würdest Du Dir dann nicht Vorwürfe machen, auch wenn es gar nicht Deine Schuld ist, gar nicht Schuld sein kann?

Ihr selbstverletzendes Verhalten ist ihr Hilferuf, doch es ist nicht Deine Aufgabe oder Dir nicht möglich ihr alleinig zu helfen.

Es ist schwierig hier was zu empfehlen. Rede mit ihr und sprich auch über Dich und Deine Gefühle, Deine Ängste.

Sage ihr auch, was ihr Verhalten mit Dir macht, z.B. dass Du in der Schule nicht mehr so aufpaßt und Gefahr läufst, vielleicht mal notentechnisch abzusacken. Formuliere es gegebenenfalls so, dass sie Du ihr auch Deine Sicht, Deine Grenzen vermittelst, ohne ihr das Gefühl zu geben, dass sie Dir zuviel ist, dass Du sie zurückweist.

Sage ihr, wenn es stimmt, dass Du gerne für sie da bist, ihr helfen magst, aber dass Du kein Profi bist und deshalb sie darin unterstützen möchtest, jemanden zu finden der ihr professionell helfen kann. Vermutlich wird der Heilungsweg ohnedies ein längerer werden.

Aufgrund Deiner Erzählung möchte ich Dir kurz zwei Geschichten von SSVlerinnen erzählen. Eine junge Frau war mal in einer Klinik wegen Borderliner-Störung. Zu Hause hatte es diverse Formen von Mißbrauch gegeben. Zu ihrem Geburtstag bekam sie nichts von ihrer Familie, keinen Anruf, keinen Besuch oder Geschenk. Als sie entlassen werden sollte, schnitt sie sich die Pulsadern auf (machte einen Selbstmordversuch), nur um nicht wieder nach Hause zu müssen.

In einem anderen Forum wandte sich mal eine junge Frau in Deinem Alter an mich und erzählte mir von ihrem selbstverletzenden Verhalten. Wenn etwas geschah, das sie schmerzte, und sie diesen psychischen Schmerz nicht fühlen wollte / konnte, ritzte sie sich sehr stark. Und bei ihr war scheinbar einiges, das Leid verursachte, z.B. der Tod der Nichte. Oder sie erzählte, dass sie Zwillings-Schwestern gekannt hätte und dabei gewesen wäre, wie sich eine der beiden die Pulsadern aufgeschnitten habe. Ich wollte da aus diversen Gründen nicht zu sehr nachfragen. Wieso hat sie nicht mit erste Hilfe geleistet war eine Überlegung, wenn sie es hatte nicht verhindern können?

Sie thematisierte immer wieder diesen Suizid der Freundin. Ohne die genauen Hintergründe erfragt zu haben, schien ihr der Suizid äußerst extrem nahe zu gehen. Von daher bitte ich Dich auch Dich selbst zu schützen und einen Teil der selbst auferlegten Verantwortung in Form Deiner Hilfsangebote an einen Profi zu übergeben.

Es ist wichtig dass sie Vertrauen zu jemanden entwickeln lernt, der ihr auch tatsächlich helfen kann. Dazu gehört auch Dinge an- und auszusprechen in ihrer Therapie die ihr Angst machen. Wenn sie sich vom „Therapeuten“ unverstanden fühlt, meint er würde sich z.B. über sie belustigen oder sie nicht verstehen, so ist es an ihr zu lernen, das zu thematisieren. Und dies war nun ein klitzekleiner Teil vom Ganzen.

Es ist sicherlich gut, dass Du sie vom Suizid (erstmal) abgebracht hast. Doch Du hast keine Gewähr, dass sie es nicht doch mal macht. Vielleicht macht sie es nie, auch wenn Du nichts unternimmst. Doch es ist ein gewisses Risiko gegeben. Auch um Dich selbst vor seelischen Schaden zu schützen, wende Dich an jemanden mit ihr oder erstmal allein, der ihr weiterhelfen kann.

Ich weiß nicht wo Du wohnst, sonst würde ich mich bemühen Dir etwas herauszusuchen. Vielleicht kannst Du ihr helfen eine psychologische Einrichtung zu finden, in der sie durch ein Vorgespräch eine Therapieform und Therapeuten bzw. Therapeutin empfohlen bekommt. Vielleicht kannst Du sie begleiten ihren Arzt zu fragen oder erstmal Deinen. Vielleicht kann er jemanden vorort benennen, wohin sie sich wenden könnte? Eine Möglichkeit wäre wohl auch die Krankenkasse. Dort kann man sich Adressen geben lassen (Koordinationsstelle für Psychotherapie). Eine weitere Möglichkeit wäre mal die Seelsorge oder karitative Einrichtungen vorort anzurufen und die könnten Dir eventuell eine weiterhelfende Adressen geben. Ich weiß nicht inwieweit z.B. Einrichtungen wie „Pro Familia“ hier auch Adressen von Anlaufstellen für Therapie haben und ausgeben.

Helfe ihr, doch schütze auch Dich selbst. Sei Dir und ihr eine gute Freundin.

Alles Gute,
Romana

Liebe Grüße, und danke im voraus!

Hallo,

sagt auch immer wieder sie sei ein psycho und sei vollkommen
krank- deswegen trau ich mich auch nicht ihr zu sagen, sie
solle mal in eine therapie gehen…

Den Zusammenhang versteh ich auch nicht. Wenn sie es schon einsieht!? Es gibt uebrigens auch stationäre „Kuren“ für solche Fälle. Da wäre sie unter Ihresgleichen - könnte sehr schön für sie sein, da tut sich in der Regel sehr viel. Auf jeden Fall muss aber ein Profi her, ganz klar. Du kannst sie ja beim ersten Mal begleiten. Sie weiß ja schon, dass sie Hilfe braucht, also fehlt gar nicht mehr viel.

Matilda

Hi,

hier wird geschrieben, daß wenn sie schon weiß, dass sie Hilfe braucht, der Schritt in eine Therapie nicht mehr weit sein können. Dem wäre wünschenswert. Nur…

Du schreibst, ihre beste Freundin habe sie ausgelacht als sie ihr ihr Problem erzählte oder zu erzählen suchte. Du schreibst, sie möge ihren Eltern nichts sagen, damit diese sie nicht für völlig bescheuert (?) hielten. Das zeugt von keiner Vertrauensbasis zu den Eltern. Und auch die sogenannte Freundin hat nicht angemessen der Situation (vermutlich war sie überfordert) reagiert.

Mal abgesehen von dieser Situation in der sich Deine Freundin befindet, wieviele Menschen gibt es, die wissen, dass sie in ihren Leben was ändern wollten / sollten um ein für sie zufriedeneres und glücklicheres Leben führen zu können, und tun es trotzdem nicht. Einen Leidenszustand zu erkennen mag ein erster Schritt aus einer Reihe von Schritten sein, doch das reicht noch lange nicht. Viel zu viele Leute tun nichts für sich und ihre physische-psychische-mentale-soziale-finanzielle Gesundheit.

Du bist offenbar ein Mensch dem sie vertraut und der auch Einfluß ausüben kann (scheinbar hast Du sie erstmal von Suizidgedanken etwas weiter weggebracht gehabt). Leider weiß hier niemand wie ihre Eltern so drauf sind. Also, es wäre schon wichtig, so finde ich, würde ein Erwachsener mit als Unterstützung für sie zusammen mit ihr und ihren Eltern reden.

Ich versuchte Dir im letzten Posting ein paar Anlaufstellen zu nennen. Ich hoffe, es ist für sie etwas dabei. Wenn nicht, so kannst Du mir ihren Wohnort mailen und ich schaue mal, ob ich was für sie finde. Denn auch eine gute / kompetente Adresse ist hier ein wichtiges Puzzleteil. Wenn man mal von Profis sich falsch behandelt fühlt oder tatsächlich falsch behandelt worden ist, so kann das fatale Folgen haben.

Den Hinweis auf einen stationären Aufenthalt finde ich auch gut. Im Anschluß könnte sie eine Einzeltherapie (und Gruppentherapie) bei sich zu Hause fortführen. Und hier könnte ihr möglicherweise die Klinik Kontaktadressen bzw. gar einen Therapeuten gleich mit an die Hand geben.

Ein behandelnder Arzt könnte ein Gutachten erstellen und an die Krankenkasse weiterleiten, einen Klinikaufenthalt beantragen, woraufhin sie eine für sie geeignete Klinik empfohlen bekäme. Mal ein paar Monate in einer neuen Umgebung, weg von der Umgebung in der sie so leidet, andere in gleicher Situation real kennenzulernen, und in der Gemeinschaft die ersten Schritte aus ihrer Situation heraus entwickeln lernen, könnte gut für sie sein. (Tut mir leid wegen des langen Schachtelsatzes; geht bei mir gerade nicht anders. :frowning: )

Du hast schon einiges hier gemacht und wer weiß, gleich ob sie sich nur bei Dir ausheulen mag oder tatsächlich suizidal drauf ist, eventuell hast Du ihr schon ihr Leben gerettet. Doch nun gib sie in professionelle Hände, die ihren Job verstehen und tun. Und sei selbst wieder die 15jährige Freundin, solange Ihr das beide mögt.

Ciao,
Romana

vielen dank, in manchen punkten konntet ihr mir helfen! meiner freundin geht es jetzt schon wieder viel besser- auch ohne therapie.
lg, tochter :smile: