RKM – seriöses Angebot oder Abzocke ?

Ich habe eine kaufmänische Ausbildung erfolgreich absolviert auch mit guten Abschluss. Leider ist mein Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten, was zu Folge hatte, dass zum einen die Hälfte der Belegschaft entlassen worden ist und ich nicht übernommen werden konnte.

Jetzt bin ich arbeitslos und suche eine Stelle im kaufmännischen Bereich .
Ich bin von der Zeitarbeitsfirma RKM angeschrieben worden, die mein Profil auf der Arbeitsagentur-Seite entdeckt hat, dass ich mich bitte bei ihnen für eine interne Stelle als Personalberater oder Personalsachbearbeiter bewerben soll. Das hab ich dann gemacht. Ich hab mir keine große Chancen ausgerechnet, da ich weder über ein abgeschlossenes Studium, einen Führerschein oder eine Ausbildung als Personalfachmann oder die entsprechende Berufserfahrung verfüge, was bei einer solchen Stelle meist zwingend verlangt wird.

Ich wurde dann überraschend doch zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Das war ein sehr kleines Büro, wenn es hoch kommt vielleicht 10 Mitarbeiter, die waren allerdings alle sehr nett. Das Vorstellungsgespräch lief nicht so toll. Umso erstaunter war ich dann, als sie mir doch tatsächlich die Stelle anboten unter der Voraussetzung, dass ich ein 3-monatiges unbezahltes Praktikum ableisten würde und zu anderem meinen Führerschein machen würde. Nach den Praktikum sollte ich ein Gehalt von 1500 Brutto kriegen, was sehr wenig für Hessen ist und erst recht für eine solche Stelle. Außerdem soll ich schon gleich nächste Woche anfangen

Ich bin mir unsicher, ob ich das machen soll ich finde die Bedingungen zwar schlecht andererseits würde ich eine solche qualifizierte Stelle so wohl nicht noch mal angeboten kriegen.

Kann mir einer von euch weiterhelfen? Ist das eine seriöse Firma oder hat jemand vielleicht Erfahrungen mit denen? Im Internet hab ich relativ wenig darüber gefunden.

unter der Voraussetzung, dass ich ein
3-monatiges unbezahltes Praktikum ableisten würde und zu
anderem meinen Führerschein machen würde.

Die Forderung im Besitz eines Führerscheins zu sein, ist ja mal nichts ungewöhnliches. Der Erwerb des selbigen lohnt sich auch für andere Stellen. Sei es um ewige Fahrerei mit ÖPNV zu vermeiden oder einfach flexibler zu sein.
Aber ein 3-monatiges [unbezahltes] Praktikum lässt schon aufhorchen. Die Arbeitsagentur zahlt im Rahmen einer Erprobung für eine Stelle alg für paar Wochen weiter (nach Absprache mit denen), aber sicher nicht für 3 Monate.

Ich bin mir unsicher, ob ich das machen soll ich finde die
Bedingungen zwar schlecht andererseits würde ich eine solche
qualifizierte Stelle so wohl nicht noch mal angeboten kriegen.

Qualifizierte Stelle? Durch was sollst du dich denn dafür qualifizieren? Meinst du das da ein 3-monatiges Praktikum reicht?

Ist das eine seriöse
Firma oder hat jemand vielleicht Erfahrungen mit denen?

Ich hab keine Erfahrung mit denen, aber schon der gesunde Menschenverstand sollte einem sagen, dass da was nicht ‚‚passt‘‘. Entscheiden musst du letztendlich selber.

Hallo cascito,

generell kann ich mich Xolophos anschliessen und wollte nur noch eine Kleinigkeit ergänzen: was meint denn Dein Arbeitsamtsbetreuer zu dieser Sache? Vielleicht kennt er ja den Laden und hat schon 20 andere Leute gesehen, die nach 3 Monaten dort einfach nicht übernommen wurden? Zumindest wird er Dir aber sagen können, wie lange Du für so ein Praktikum arbeitsamtliche Unterstützung kriegst. Und vielleicht kannst Du die potentiell neue Firma auf genau diese Zeitdauer „runterhandeln“?

Ansonsten gilt halt generell: ein Job ist besser als kein Job. Sprich, wenn Du während oder nach des Praktikums feststellst, dass die Firma/Aufgabe/Bezahlung doch nix für Dich ist, kannst ja völlig entspannt weiter Bewerbungen schreiben. Und glaub mir, es macht einen granatenmässigen Unterschied ob im Lebenslauf steht „Arbeitssuchend seit…“ oder „Seit… Firma xy“.

Beantwortet zwar Deine Frage nicht wirklich, ich wollte das aber trotzdem einfach mal angeregt haben :wink:

*wink*

Petzi

nur so nebenbei
Hallo Petzi,

Ansonsten gilt halt generell: ein Job ist besser als kein Job.

Das mag ja sein, aber die Arbeitsagentur zahlt definitiv kein 3-monatiges Praktikum. Man könnt jetzt sagen ‚‚Macht nix. Ich hab ja eh Zeit. Mach ich halt das Praktikum, ohne das die BA was davon weiß und lass mir weiter alg zahlen in der Zeit.‘‘
Obacht!
Wenns die BA spitz kriegt (der Teufel ist ein Eichhörnchen), dann zahlt er das ganze alg für die Zeit zurück, weil er (ich geh mal von nem Vollzeitpraktikum aus) der Vermittlung in der Zeit nicht zur Verfügung stand.

MfG

Hallo.

Ansonsten gilt halt generell: ein Job ist besser als kein Job.

Das mag vielleicht so sein…
ABER:
-was, wenn durch die absolvierte Tätigkeit kein roter Faden zu erkennen ist ? (z.B. weil sie nicht zum restlichen Qualifikationsprofil des Bewerbers passt)
-der Job so schlecht ist, dass er in einer Bewerbung nicht mal zur Anmerkung, dass man „was macht“, taugt ?

mfg M.L.

Huhu Xolophos,

Man könnt jetzt sagen ‚‚Macht nix. Ich
hab ja eh Zeit. Mach ich halt das Praktikum, ohne das die BA
was davon weiß und lass mir weiter alg zahlen in der Zeit.‘‘

Der Vollständigkeit halber möchte ich darauf hinweisen, dass ich das an keiner Stelle behauptet habe und natürlich solche Dinge auf keinen Fall vorschlagen wollte. Im Gegentum, ich schrob doch, dass sich die Ausgangsfragestellerin diesbezüglich bei ihrem Berater mal schlau machen solle.

*wink*

Petzi

Hi Markus,

ABER:
-was, wenn durch die absolvierte Tätigkeit kein roter Faden zu
erkennen ist ? (z.B. weil sie nicht zum restlichen
Qualifikationsprofil des Bewerbers passt)

Naja, das sollte in dem Fall nicht das Problem sein, denn hier reden wir ja um eine „kaufmännisch Ausgelernte“ die Personalsachbearbeiterin werden möchte. Und das scheint mir roten Fäden nicht wirklich abträglich zu sein. Gerade wenn sie frisch ausgelernt ist und beim ersten Job daneben langt wird ihr da keiner einen Strick draus drehen.

-der Job so schlecht ist, dass er in einer Bewerbung nicht mal
zur Anmerkung, dass man „was macht“, taugt ?

Auch da gäbe ich Dir recht, dass der Astophysiker eine Tätigkeit als Müllmann als „nicht erwähnenswert“ betrachten könnte. Aber die kaufmännische Kraft in der Personalabteilung sehe ich das durchaus positiv an.

Und glaub mir, ich hatte das Vergnügen, sowas erleben zu dürfen: arbeitslos gewesen, Bewerbungen ohne Ende geschrieben, nix gefunden. Dann „irgendwas“ angenommen (das wenig zum „roten Faden“ im Lebenslauf passte) und von dort aus weiter beworben und nahe 100% Erfolgsquote bei den Bewerbungen gehabt, ohne irgendwas am Stil oder an mir geändert zu haben :wink:

Kritischer sehe ich in diesem Fall wirklich nur die (in meinen Augen zu) lange Praktikumszeit samt recht geringem Gehalt im Anschluss, die nach „Ausnutzung“ riecht. Abe - wie auch schon erwähnt - kann ihr da unter Umständen ihr Berater was dazu sagen.

*wink*

Petzi

Hallo Petzi,

Der Vollständigkeit halber möchte ich darauf hinweisen, dass
ich das an keiner Stelle behauptet habe und natürlich solche
Dinge auf keinen Fall vorschlagen wollte.

Wenn das so angekommen sein sollte in meinem vorherigem posting, dann tuts mir leid. Es war jedenfalls nicht so gemeint.
Nur für den Fall, dass jemand auf die Idee kommen sollte.

Aber ich bin noch immer misstrauisch, bei dem ‚‚tollen‘‘ Angebot und vermute dahinter eher die Beschaffung von billigen Arbeitskräften.

MfG

Huhu Xolophos,

uups, dann hab ich das wohl voll in den falschen Hals gekriegt (ich geb’s ja zu, ich bin im Moment etwas mimosenhaft :wink: Dein Hinweis ist auf jeden Fall ein wichtiger, denn das sollte man wirklich eher nicht tun.

Aber ich bin noch immer misstrauisch, bei dem ‚‚tollen‘‘
Angebot und vermute dahinter eher die Beschaffung von billigen
Arbeitskräften.

Jep, so geht´s mir auch - aber mit etwas Glück ist dieser Laden beim lokalen Arbeitsamt bekannt (die kennen ja auch ihre Pappenheimer).

*wink*

Petzi

An alle: Danke an euch alle für eure netten Antworten

Ich war in dieser Sache beim Arbeitsamt. Die haben mir gesagt, dass ein Praktikum nur maximal 14 Tage laufen kann, da ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muss. Ansonsten hätte ich kein Anrecht mehr auf ALGI.

Als ich dann bei der Firma angerufene hab und ihr gesagt habe dass ich gerne zusagen würde aber ich maximal aus o.g. Gründen 14 Tage ein Praktikum absolvieren kann, haben sie mir sofort abgesagt. Zur Begründung hieß es, dass man sich in 14 Tagen kein Bild von mir machen könnte.

Im Nachinein bin ich ganz froh, dass das Arbeitsamt nur 14 Tage Praktikum zulässt. Ich wette nämlich dass ich ansonsten am letzten Tag des 3 monatigen Praktikums mitgeteilgt bekommen hätte, dass ich doch nicht übernommen werden könnte.

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Hallo cascito,

vielen Dank für Dein Feedback *freu*

Aber das bestätigt ja den Verdacht, den wir von Anfang hatten, dass die Dich nur 3 Monate lang kostenlos ausnutzen wollten. Denn zum „Bild machen“ (und zwar gegenseitiger Natur *fg*) hat man ja dann die Probezeit, und einen mehr als nur ersten Eindruck kriegt man auch nach 2 Wochen.

Wie auch immer - ich halte die Entscheidung dort nicht hin zu gehen für äussserst schlau :smile:

*wink* und viel Erfolg bei der Weitersuche

Petzi