ich lese nun schon eine ganze weile r. heinlein und hatte mit einem freund eine diskussion darüber, ob die ansichten von relegion oder militär von heinlein ernst gemeint sind oder ob dies eher sarkastisch gemeint ist. diese beiden themen ( und noch einige andere) erstrecken sich durch fast alle, wenn nicht sogar alle bücher, und es ist mir einfach unbegreiflich, das er das in irgendeiner weise kritisch/sarkastisch schreibt. ich denke eher er übertreibt ein bisschen, aber diese ansicht meint er, denke ich schon ernst.
Ich habe auch schon eine Menge von Heinlein gelesen ich denke schon, dass er eine ziemlich rechtslastige Weltsicht hat. Wenn man sich nur z.B. „Friday“ ansieht oder „Glory Road“ dann bekommt man schon mit, dass sein Weltbild eher in Richtung „Wertkonservativismus“ geht. Das hat er nicht etwa nur als Stilmittel gebraucht und Irionisch gemeint ist es sicher auch nicht, dazu ist diese Haltung zu durchgängig in seinen Texten zu finden. Das geht gelegentlich ins Militaristische und Sexistische über. Kein Wunder, seine Hauptschaffenszeit liegt ja wohl auch in der McCarty-Aera in den USA.
Ein anderer Vertreter dieser Richtung ist z.B. E. Cowper, der da noch einen Tack weitergeht als Heinlein.
Es wäre in der Tat durchaus einmal interessant, die einzelnen Autoren der „klassischen“ SF auf die von ihnen bevorzugte politisch/soziale Grundhaltung hin zu untersuchen.
Allerdings sollte man nicht vergessen: Heinlein will in erster Linie unterhalten, eine spannende Geschichte erzählen, nicht indoktrinieren, daher ist diese Geisteshaltung eben auch nur unterschwellig, dafür aber ausdauernd und durchgehend zu spüren.
Grüße
Eckard (bei dem so ca 800-900 SF-Bände der unterschiedlichsten Couleur rumstehen)
Ich kann Euch nicht widersprechen, ich weiß es auch nicht. Aber einen neuen Aspekt möchte ich hinzufügen: Heinlein unterstützte z.B. Philip K. Dick, als dieser finanziell (und auch sonst) am Boden zerstört war. Phil Dick’s Weltbild und Lebensüberzeugung ist nun weiß Gott dem von Heinlein diametral entgegengesetzt. Die beiden hatten vorher keinen näheren Kontakt zueinander, und nachher, soviel ich weiß, auch nicht. Immerhin läßt das Beispiel vermuten, daß Heinlein durchaus in der Lage war, über den Tellerrand seines Konservativismus hinauszublicken.
Dazu kommt noch (umd dem Ganzen noch mehr Grautöne hinzuzufügen , daß Heinlein offenbar ziemliche Umschwünge in Weltbild & Einstellung durchgemacht hat. „Stranger in a Strange Land“ z.B. läßt sich in der Grundhaltung kaum mit „Starship Troopers“ vereinen. Oder vielleicht war die konservative Grundhaltung von Anfang an da, aber durchschimmern lassen hat er sie erst in seinen späteren Werken, die IMHO generell etwas unter Eitelkeit leiden )
Daß sie da echt ist, habe ich aber keinen Zweifel.
Immerhin läßt das Beispiel vermuten, daß Heinlein durchaus in
der Lage war, über den Tellerrand seines Konservativismus
hinauszublicken.
Oh, ja, Tizian,
das sehe ich ebenso und das schließt ja eine konservative Grundhaltung durchaus nicht aus. U.a. in „Stranger In A Strange Land“ wird ja auch deutlich, dass Mitfühlen und Altruismus für ihn von Bedeutung waren.
Vor allem Heinleins Jugendromane ( http://home.t-online.de/home/herbsev/juv.htm ) kann man gern noch heute jungen Menschen in die Hand geben.